• Hallo, bin bisher nur passiver Mitleser, um mich mit Wissen zu dem Thema PV zu versorgen. Leider scheint es jedoch nur um "Einspeiseanlagen" zu gehen, die mir als freiheitsliebendem Menschen nicht so richtig angenehm sind.


    Wenn man mal die Kosten und den Platzbedarf außen vor lässt, was sind die Hindernisse, die heutzutage gegen einen Inselbetrieb sprechen? Genauer gefragt: wenn ich eine riesige Fläche mit Solarmodulen habe und diese wesentlich mehr Energie produzieren als ich verbrauchen kann, wäre es dann nicht sinnvoll, diese Energie lokal zu speichern, um sie bei Dunkelheit zu verbrauchen?



    Meiner laienhaften Meinung nach müsste man "nur" eine große Brennstoffzelle haben, die am Tage aus dem Solarstrom Wasserstoff generiert und bei Dunkelheit den gespeicherten Wasserstoff wieder in Strom umsetzt, wenn denn welcher benötigt wird. Dass dabei Energie verloren geht, weil der Wirkungsgrad in beiden Richtungen weit von 100% entfernt ist, ist mir natürlich klar, aber wenn man einen riesigen Tank mit Wasserstoff befüllen kann aus Energie, die tagsüber im Überfluss anfällt, dann dürften die Verluste prinzipiell zu bewältigen sein.


    Zu dem Ganzen könnten dann noch ein paar kleine Windräder ergänzt werden und es könnte selbst nachts noch eine positive Energiebilanz entstehen. Eine ausreichend dimensionierte Anlage dürfte meiner Vorstellung nach sogar soviel Wasserstoff produzieren, dass noch der Betrieb eines entsprechenden Autos ermöglicht wird.



    Wo sind die technologischen Probleme, die es der Industrie verhindern, dass sie uns derartige Anlagen anbietet?



    Dass Wasserstoff entzündlich ist und nicht privat gelagert werden darf kann es doch nicht sein, oder? Falls es damit nicht geht, könnte man vielleicht einen großen Berg Bleiakkus aufstellen?

  • Hallo Michaelmeier


    Inselbetrieb ist generell problematisch.


    Energie zu speichern ist sehr kostspielig und aufwändig. Da sich diese Kosten nicht amotisieren, ist der Umweltgedanke dann ja wieder hinfällig. Egal wie du das drehst oder wendest, du wirst immer wieder auf Probleme und Grenzen stoßen. von Kosten gar nicht zu denken.


    Dein Wasserstoffgedanken will ich erst gar nicht aufgreifen, da er in einem normalen Umfang nur unter größten Anstrengungen realisierbar ist.


    Wir haben bei uns in der Nähe ein Dorf, die wurde Autark über Solar und einer Gasturbine versorgt. Die Verbindung zum Stromversorger wurde unterbrochen.


    Nach 10 Jahren Betrieb war die Anlage am Ende. Accus kaputt, usw. Es gab auch während der 10 Jahre immer wieder Pannen. Nun wurde das Dorf wieder an das EVU angeschloßen, und der Strom der PV - Anlage ins Netz eingespeist.

    Gruss Walter ( Lothar Beer )
    Versuche nie andere, sondern dich selbst zu übertreffen.
    https://www.sonnenertrag.de --- das Info und Ertragsportal

  • Zitat von Walter

    Inselbetrieb ist generell problematisch.


    Das ist eine sehr negative Art an die Diskussion heran zu gehen und eine ziemlich starke Verallgemeinerung ("generell").



    Zitat von Walter

    ... sehr kostspielig ... diese Kosten nicht amotisieren... von Kosten gar nicht zu denken.


    Zitat von michaelmeier

    Wenn man mal die Kosten ... außen vor lässt


    :D Das es Geld kostet, ist mir irgendwie klar.



    Zitat von Walter

    Dein Wasserstoffgedanken will ich erst gar nicht aufgreifen, da er in einem normalen Umfang nur unter größten Anstrengungen realisierbar ist.


    Welche "größten" Anstrengungen sind denn von Nöten? Ich hoffe doch stark, dass es noch Forscher und Entwickler gibt, die nicht gleich aufgeben, so dass es irgendwann etwas bezahlbares geben wird.



    Zitat von Walter

    Wir haben bei uns in der Nähe ein Dorf, die wurde Autark über Solar und einer Gasturbine versorgt.


    Gibt es dazu etwas im Netz zu lesen? Wie heißt denn das Dorf?




    Ich finde es einfach seltsam, hier in diesem Forum eine derart ablehnende Haltung zu dem Thema zu finden. Nur weil die Einspeisevergütung derzeit über dem regulären Strompreis liegt, amortisieren sich die gängigen Anlagen? Wie lange wird diese Situation bei den derzeit zu beobachtenden Preissteigerungen noch anhalten?


    Das Stromnetz als "Speicher" für Solarstrom ist meiner bescheidenen Meinung nach auf die Dauer nicht die optimale Lösung.

  • Hallo MichaelMeier


    seltsam ist es nicht, zur Zeit ist es eben günstiger, den Strom einzuspeisen. Ablehend stehe ich z.Bsp. nicht gegenüber. Vom Prinzip her spekuliere ich auch auf die Insellösung, aber erst in 2o Jahren oder wenn der Strompreis vorher die 54,5c erreicht. Wer weiß was es in 20 Jahren für Möglichkeiten der Speicherung gibt.


    Auf Dauer ist das Stromnetz sicher nicht die optimale Lösung als Speicher, aber zur Zeit eben die günstigste.


    Kato

    15,54 Kwp
    2xSB5000 mit je 32 Stück Suntechnics STM185
    1xSB3300 mit 20 Stück Suntechnics STM185
    SunnyBoyControl mit Netzleitungsmodem

  • Zitat von kato

    aber erst in 2o Jahren oder wenn der Strompreis vorher die 54,5c erreicht.


    Das wird nicht unbedingt reichen.
    Wenn ich mir vorstelle, dass die Solaranlage die gleiche ist und die Speicherung extra kostet, liegt die Schmerzgrenze für die Insellösung leider immer noch höher, da für die Erstellung der Speicherlösung auch erst wieder ein Geldbetrag notwendig ist. Falls sich dieser Geldbetrag in absehbarer Zeit über gesparte Stromkosten amortisieren lässt, dann wäre es mit der Insellösung günstiger.


    Schade, dass zur Schonung der Natur derzeit nur Idealismus weiter hilft. Günstiger ist es so gut wie in keinem Bereich.




    Wie wäre denn die Situation, wenn das EEG plötzlich wegfällt?
    Bricht dann die Solarbranche zusammen?

  • Zitat von michaelmeier


    Das ist eine sehr negative Art an die Diskussion heran zu gehen und eine ziemlich starke Verallgemeinerung ("generell").


    Das hat doch mit Negativ nix zu tun. Ich bin Realist, und ich habe mich mit Inselösungen schon befasst. Eine Insellösung macht aber nur Sinn wenn wenigstens die Natur profitiert. Aber egal wie du es biegst, es entstehen Kosten ohne Nutzen. Es macht keinen Sinn einen künstlichen Kropf zu schaffen.



    Übrigens:


    Die Anlage stand in Flanitzhütte. Wie gesagt wurde nach 10 Jahren die Insellösung aufgegeben. Es war schlicht nicht mehr bezahlbar. Die Daten die aus dieser Anlage entstanden sind, kannst du hier abrufen.


    http://www.e-technik.fh-muench…itz/pv-flanitzhuette.html


    Problem ist das Speichern der Energie.

    Gruss Walter ( Lothar Beer )
    Versuche nie andere, sondern dich selbst zu übertreffen.
    https://www.sonnenertrag.de --- das Info und Ertragsportal

  • Zitat von Walter

    Problem ist das Speichern der Energie.


    Dessen bin ich mir bewusst. Mir ging es auch hauptsächlich darum, die möglichen Alternativen auszuloten, die es zur Speicherung von elektrischer Energie gibt. Wasserstoff ist mir dazu spontan eingefallen ebenso wie Akkus. Beides ist derzeit weit von perfekt und langzeitgeeignet entfernt. Gibt es Technologien, die lohnender erscheinen?



    Ein wenig wundert mich Deine negative Beschreibung der Anlage in Flanitzhütte. Auf der verlinkten Seite ist zu lesen:

    Zitat

    Die Anlage wird demnächst über 10 Jahre zuverlässig den bestimmungsgemäßen Betrieb durchgeführt haben


    Das klingt aus meiner Sicht wesentlich positiver als "generell problematisch". Dass die Batterien nach den Jahren runter sind, kann ich nachvollziehen. Das dürfte die gleiche uralte Technik sein, die auch im Automobilbau zum Einsatz kommt.
    Daher auch die Frage nach dem Wasserstoff. Wie ist eigentlich die Lebensdauer einer Brennstoffzelle? Nach den wagen Aussagen, die man im Internet dazu findet, scheint die sogar noch geringer zu sein.


    Schade, dass auf der Seite nur ein wenig werbend eine Zusammenfassung für ein Projekt zu lesen ist. Die Details, die bei der Untersuchung heraus kamen, hätten mich noch mehr interessiert. Aber mal sehen, vielleicht finde ich bei google noch ein wenig was. Einen Ansatzpunkt habe ich ja nun. Danke erstmal dafür.

  • Ausschlaggebend ist doch der Zeitraum von 10 Jahren. Nach 10 Jahren war die Technik am Ende. Du fängst praktisch wieder bei Null an.


    Eine Inselanlage sollte meiner Meinung nach Unabhängigkeit garantieren. Wenn ich nach 10 Jahren wieder von Vorne anfangen muß ?

    Gruss Walter ( Lothar Beer )
    Versuche nie andere, sondern dich selbst zu übertreffen.
    https://www.sonnenertrag.de --- das Info und Ertragsportal

  • Guten Tag michaelmeier,
    ist nicht ganz so, wie es den Anschein hat. Natürlich denkt hier jeder über die eine oder andere Art autarker Stromerzeugung und der vorübergehende Speicherung der Energie nach. Aber du kannst mir glauben, dass die Sache wahrscheinlich sehr viel komplexer ist, als du und ich und alle anderen hier jemals überschauen werden! Deshalb können wir hier gerne das Für und Wider diskutieren. Das ist nicht das Problem.
    Vergiss bitte nicht, dass du Bestandteil einer Gruppe von Menschen, also einer Gesellschaft bist, die deine durchaus heren Individualinteressen berücksichtigen kann, aber nicht muss. Und als Robinson bist du alleine nicht überlebensfähig, weil es gewisse Abhängigkeiten gibt.
    Damit ist eines sicher: Ohne die ganz konsequente Umstellung unserer Energiege- oder verbrauchsgewohnheiten ist das Problem unlösbar. Und für den Strom alleine sowieso.


    Sieh mal hier: http://www.photovoltaikforum.com/viewtopic.php?t=295 . Kann ja sein, dass ich mich verrechnet habe.
    Aber mache mal selber den Versuch, den Energiebedarf für den kontinuierlichen Betrieb eines Laptops zu errechnen und danach eine praktische Umsetzung zu planen.
    Rechne anschließend bitte den Aufwand auf die Bevölkerungsdichte in Deutschland, in Europa und meinetwegen auch in Eurasien um.
    Du wirst sofort merken, dass das Energieproblem mit individuellen oder dezentralen Energieerzeugungsanlagen niemals lösbar sein wird. Die Physik setzt hier die Grenzen.
    Jedoch gibt es Alternativen. Die haben aber mit Energiespeichern auch zu tun, aber eher nur am Rande.


    Denk mal drüber nach.
    Tschüss
    Doris

    Ein positiv denkender Mensch weigert sich nicht, das Negative zur Kenntnis zu nehmen. Er weigert sich lediglich, sich ihm zu unterwerfen. (Norman-Vincent Peale 1898-1993)

  • Zitat von Doris

    Du wirst sofort merken, dass das Energieproblem mit individuellen oder dezentralen Energieerzeugungsanlagen niemals lösbar sein wird. Die Physik setzt hier die Grenzen.


    :?:
    Meinst Du damit unzuverlässige/unkalkulierbare Energieerzeugungsanlagen wie Solar- und Windenergie? Die "normalen" Kraftwerke (Kohle, Öl, Gas, Atom...) sind schließlich auch dezentral und individuell.


    Die derzeitigen 1%, die mit Solarstrom aufgebracht werden, gehen meiner Meinung schon in den Übertragungsverlusten der Fernleitungen unter.