Schaffung von Arbeitsplätzen in den USA im Solarbereich

  • Hallo allerseits,


    ich lebe derzeit in den USA. Seit einigen Tagen bin ich in ein
    Bürger-/Einwohnerbeteiligungsverfahren involviert, das vom
    Weißen Haus aus betrieben wird. Alle, die in den USA leben
    oder ein Interesse daran haben, das Land sinnvoll zu verändern,
    sind dazu aufgerufen, sich Gedanken darüber zu machen, wie
    neue Arbeitsplätze entstehen können.


    Diejenigen, die sich beteiligen, können Arbeitskreise ins Leben
    rufen, um vor Ort in den Städten und Dörfern oder vernetzt
    mit Interessierten außerhalb davon Ideenfindung zu betreiben.


    Es liegt nahe, hier im Solarforum anzufragen, ob die Mitleser
    und Mitschreiber mit uns Ideenfindung betreiben wollen, welche
    sinnvollen Arbeitsplätze zu schaffen sind, damit in den USA
    ein rascher Wandel eintritt.


    Die nordamerikanischen Städte sind zugepflastert mit meist
    6geschossigen Bauten mit Flachdach darüber. Es liegt auf der
    Hand, auf diese Gebäude Solaranlagen zu stellen. Aber es gibt
    sicherlich noch viele andere neuere Möglichkeiten, die in der
    Entwicklung sind und Arbeitsplätze erzeugen werden. Jede
    ergiebige Kalkulation, jeder konstruktive Hinweis interessiert uns.


    Wer gute Ideen einbringen will, soll sich bitte rasch melden.
    Wir geben die Beiträge weiter ins Weiße Haus, ohne die aus-
    gearbeiteten Beiträge zu ändern, fassen aber alles, was uns
    mitgeteilt wird, zu einem Summary zusammen.


    Bitte betreibt mit uns Ideenfindung. Der Markt, der für Solar-
    anlagen entstehen kann, wird riesig sein müssen. Der Umbau
    der Stadtteile, allein in New York City, umfaßt Tausende von
    Gebäuden.


    Wer genauere Angaben dazu machen kann, welche Arbeits-
    platzmengen pro Jahr entstehen, wenn ein bestimmter Umfang
    an Solarflächen aufgebaut wird, soll bitte Zahlen nennen.
    Die jeweiligen Nebeneffekte sollen bitte auch genannt werden,
    da Planungsbüros, etc. involviert sind und andere Arbeiten
    damit zusammen entstehen, wenn es zum Aufbau der Solaran-
    lagen kommt, z.B. Transporte, etc.


    Es besteht derzeit die Möglichkeit, Einfluß auf den Planungsstab
    im Weißen Haus zu nehmen. Diese Möglichkeit sollte genutzt
    werden. Die Beiträge können auf Deutsch, in Englisch, Franzö-
    sisch oder auf Spanisch geschrieben sein, da wir diese Texte
    auswerten können.


    An alle, die daran mitarbeiten wollen, herzlichen Dank im Voraus.
    Bis zum 15.Januar ist diese Mitbeteiligung möglich. Sie kann als
    Diskussion hier in diesem Photovoltaikforum ganz öffentlich ge-
    staltet werden. Bitte nur seriöse Beiträge einstellen, die vor gutem
    Hintergrundwissen geschrieben sind. Es wird in unserem Text, den
    wir als Zusammenfassung später abgeben, auf dieses Forum hier
    verwiesen werden.


    VUB

  • Moin ... (bzw. Howdy)


    wie wärs wenn Sie für die gesamten nordamerikanischen Raum z.B. im Verbund mit der NOAA eine Solarertragsdatenbank wie die europ. PVGIS aufbauen ...und zudem zunächst einmal die vielen lokalen Einspeisebedingungen "kartografieren" bzw. auf bundesebene so etwas wie das dt. EEG auf den Weg bringen. Der Weg über "Steuergeschenke" (Abzugsfähigkeit von X Prozent der Anschaffungkosten) scheint mir weniger sinnig als die Möglichkeit mit festen Einspeisevergütungen pro kWh und eben den lokalen Ertragsprogonosen ebenfalls auch Bankkredite für die Anlagen zu bekommen. Wenn diese Rahmenbedingung wie in der BRD geschaffen werden und ggf. dort wo jetzt schon marode Überlandleitungen überlastet sind durch PV Strom das "Netz" entlasten wird indem verbrauchsnah auf der Niederspannungsebene produziert wird könnten zusätzliche Vergütungsanreize geschaffen werden die sich dann durch Einsparungen im Netzzausbau "refianzieren" ...


    Zudem sollten Hausbesitzern auch die Tatsache bekannt gemacht werden, daß dachparalell montierte PV Anlagen zudem in den oberen Stockwerken die Notwendigkeit einer aufwändigen Kühlung durch z.B. Aircos reduziert bzw. überflüssig macht.


    Wenn Sie zudem auf Bundesebene ein zweckgebundenes Finanzierungskonzept z.B. der FED ähnlich der dt. KfW "durchdrücken" könnten wären auch derzeit von der Immobilien bzw. Finanzkreise "gebeutelte" ggf. mit weniger Bonität ausgestatte Personengruppen in der Lage die hohen Anschaffungskosten für PV zu schultern.


    mfg vom Deich

    [color=#800000]56 x Sharp NU-180E1, 2 x SB 5000 TL HC
    Dach:Az. 200 Grad, Elev. 40 Grad (3 Strings)
    + 28 Grad (1 String) Null Schatten ..

  • Moin,


    da stecken gute Denkansätze drin, die aufzudröseln wären.
    Ich greife nur mal diesen Hinweis heraus, wo Solaranlagen
    weiterhelfen:

    Zitat von neuharlingerstrom

    Moin ... (bzw. Howdy)
    "dort wo jetzt schon marode Überlandleitungen überlastet sind"
    mfg vom Deich


    Einerseits muß es wohl so sein, daß Arbeitskräfte irgendwo
    wegfallen oder eingespart werden können, andererseits
    wachsen hurtig neue Arbeitsplätze heran. Investitionen
    können dann sinnvoll verlagert werden.


    Ich werde den aufgeworfenen Zusammenhang weiter durchdenken
    und dazu recherchieren, um das besser zu verstehen.


    Danke für den Beitrag.


    VUB


  • Moin ...


    der Ansatz war die Einspeisung auf der sog. Niederspannungsebene ...d.h. auf 230 bzw. in den USA bei 110 V und damit wird der Strom lokal erzeugt und auch verbraucht. Damit werden höhere Spannungsebenen entlastet die den Strom meist noch von den wenigen zentralen (Groß)Kraftwerken zu den Verbrauchern geleitet. Hochspannung wird zur Reduktion der Übertragungsverluste verwendet, was aber trotzdem doch einiges an Verlusten durch die langen Strecken bringt und auch durch das hoch- bzw. runter transformieren. PV Strom wird dem entgegen und daher ist er dazu geeignet den Ausbau der Hochspannungsebene ggf. überflüssig zu machen. Insbesondere dort herrscht in den USA ein großes Problem was mitunter auch zu Stromausfällen führte ... (Weil über Jahre dort zu wenig investiert wurde) Es bleibt noch sagen, daß diese Niederspannungsebene nur von "Kleinkraftwerken" geliefert werden kann ..also insbesondere Anlagen privater Eigenheimbesitzer und nicht von Solarparks , weil diese ihre großen Leistungen natürlich in die Mittelspannungsebene (Europa 20 kV) einspeisen.


    Nachtrag: Link zum EU Projekt ..Projektion des solaren Ertrages ..PVGIS :
    http://re.jrc.ec.europa.eu/pvgis/


    mfg vom Deich

    [color=#800000]56 x Sharp NU-180E1, 2 x SB 5000 TL HC
    Dach:Az. 200 Grad, Elev. 40 Grad (3 Strings)
    + 28 Grad (1 String) Null Schatten ..

  • Moin,


    Zitat von neuharlingerstrom


    der Ansatz war die Einspeisung auf der sog. Niederspannungsebene ...d.h. auf 230 bzw. in den USA bei 110 V und damit wird der Strom lokal erzeugt und auch verbraucht. Damit werden höhere Spannungsebenen entlastet die den Strom meist noch von den wenigen zentralen (Groß)Kraftwerken zu den Verbrauchern geleitet. Hochspannung wird zur Reduktion der Übertragungsverluste verwendet, was aber trotzdem doch einiges an Verlusten durch die langen Strecken bringt und auch durch das hoch- bzw. runter transformieren.


    Die Übertragungsverluste, gesehen auf die Stromproduktion insgesamt, können weiter reduziert werden, wenn vor Ort Strom produziert wird. Das muß dann irgendwann in Zahlen gefaßt werden, um bilanzieren zu können. Hier stellt sich natürlich die Frage, wie groß das Netz der USA ist, verglichen z.B. mit dem der europäischen Gemeinschaft, und wie sich
    die Bilanzen verändern, wenn in anwachsender Menge lokal Strom produziert wird.


    Zitat von neuharlingerstrom


    PV Strom wird dem entgegen und daher ist er dazu geeignet den Ausbau der Hochspannungsebene ggf. überflüssig zu machen. Insbesondere dort herrscht in den USA ein großes Problem was mitunter auch zu Stromausfällen führte ... (Weil über Jahre dort zu wenig investiert wurde) Es bleibt noch sagen, daß diese Niederspannungsebene nur von "Kleinkraftwerken" geliefert werden kann ..also insbesondere Anlagen privater Eigenheimbesitzer und nicht von Solarparks , weil diese ihre großen Leistungen natürlich in die Mittelspannungsebene (Europa 20 kV) einspeisen.


    Also haben wir drei Ebenen:
    a) Hochspannungsebene
    b) Mittelspannungsebene
    c) Niederspannungsebene


    Hier helfen natürlich nur Vergleiche zwischen dem Gebiet der Europäischen Gemeinschaft und dem der USA weiter, scheint mir. Der Mikrokosmos Deutschenland ist darin vielleicht das Gelbe vom Ei, aber als Entwicklungsraum im Vergleich vielleicht etwas zu klein.


    Die Frage ist, wie kommt man an die Datenmengen, um das in einen spannenden Vergleich zu setzen, wobei der Vergleich immer mit den Entwicklungsschritten mitwachsen muß. Vielleicht hat jemand gute Ideen, wie zu suchen ist, um an solche Datenmengen zu kommen.


    Zitat von neuharlingerstrom


    Nachtrag: Link zum EU Projekt ..Projektion des solaren Ertrages ..PVGIS :
    http://re.jrc.ec.europa.eu/pvgis/


    Ich war den Einzelheiten Deiner ersten Antwort schon nachgegangen, um das Durchdenken zu können. Es empfiehlt sich, Beiträge möglichst so zu schreiben, als kennen sich Leser noch nicht aus und müssen sich in diese Grundlagen einarbeiten. Dieses PVGIS ist natürlich eine feine Sache. Die USA hat so etwas noch nicht für ihr großes Territorium erzeugt? Wenn das so ist, entstehen Arbeitsplätze, um etwas Vergleichbares zu erarbeiten.


    Wenn man die Photovoltaik in ihren vielen Ausprägungen durchdenkt, sollten sich eigentlich sehr unterschiedliche Effekte einstellen, was die Schaffung von Arbeitsplätzen betrifft, nehme ich an. Es dürfte sinnvoll sein, die Herstellungsprozesse genauer zu kennen und was das für den Arbeitsmarkt bedeutet. Ich nehme an, daß sich Bilanzen aufwerfen lassen, welche Arbeitsplatzmenge pro Flächeneinheit eines Landes bei welcher Produktionsmenge von Photovoltaikflächen entsteht.
    Auch das Handwerk wird anwachsende Arbeitnehmerzahlen verbuchen, sobald ein systematischer Ausbau des Landes mit Photovoltaikanlagen stattfindet und sich der Prozeß beschleunigt, weil immer höhere Produktionskapazitäten entstehen und die Nachfrage erzeugt ist.


    Wie die Investitionssummen für Bauherren, die solche Anlagen installieren sollen, zur Darlegung zu bringen sind, damit eine sinnvolle Entwicklung für die USA zugleich im Vergleich mit der Europäischen Gemeinschaft geschehen kann, ist mir noch ein Rätsel.


    Weder ist mir bekannt, wieviel Photovoltaik in den USA aufgebaut wurde, wie sich das entwickelt und wie die zukünftige Entwicklung zu prognostizieren ist, wenn jeweils unterschiedliche Bedingungen erzeugt werden, also der Staat hier steuernd eingreift und Maßnahmen bündelt.


    Man muß das wohl als Mikrokosmos der Bauherren einzelner Anlagen unterschiedlicher Art, als regionalen Kosmos und als übergeordneten Kosmos sehen lernen. Das sind sicherlich interessante Denkspiele, die solidere Grundlagen erzeugen,
    den Effekt der Arbeitsplatzschaffung zu erfassen. Also: "Was wäre, wenn!" Da gibt es sicherlich ganz unterschiedliche Szenarien.


    VUB

  • Hallo allerseits,
    ich bin offenen Fragen nachgegangen. Eine lautete:

    Zitat von VUB


    Hier stellt sich natürlich die Frage, wie groß das Netz der USA ist, verglichen z.B. mit dem der europäischen Gemeinschaft, und wie sich
    die Bilanzen verändern, wenn in anwachsender Menge lokal Strom produziert wird.
    VUB


    Einige Hinweise fanden sich für den Beginn eines Vergleichs zwischen
    der Europ.Gemeinschaft und den USA:


    EUROPA
    http://www.geni.org/globalener…onalelectricitygrid.shtml


    USA
    http://www.geni.org/globalener…onalelectricitygrid.shtml
    http://www.geni.org/globalener…es-of-america/index.shtml


    GLOBAL
    http://www.geni.org/


    Grüße
    VUB

  • Zitat von VUB


    Dieses PVGIS ist natürlich eine feine Sache. Die USA hat so etwas noch nicht für ihr großes Territorium erzeugt?
    VUB


    Eben wies mich jemand in de.sci.architektur auf diesen Link hin, der Auskunft zu
    der Situation in den USA gibt. Bernd schrieb auf meine Frage:
    ----------------
    > Gewünscht ist ein Vergleich dessen, was sich bislang
    > in der Europäischen Gemeinschaft entwickelte und wie
    > die Situation in den Vereinigten Staaten aussieht.
    > Durch den Photovoltaikanlagenbau treten große Ver-
    > änderungen auf. Aber wie lassen diese sich erkennbar
    > machen?


    Indem man unter
    http://www.npr.org/templates/s…ory.php?storyId=110997398
    mal Power Plants auswählt, die Interconnections ausblendet und dann z.B.
    mal Solar und Wind mit Hydro vergleicht.
    ----------------


    Das war natürlich hilfreich.


    VUB

  • Schaffung von Arbeitsplätzen setzt Wirtschaftlichkeit voraus. Wir in Deutschland ersticken in Steuerschulden, weil wir unendlich viele "Projekte sponsern". Von der Kohle über den Atomstrom, die EWG, dann die EU, von Arbeitslosen über Migranten, von Bauern bis hinauf in die globale Wirtschaft. So gesehen sind wir "bekloppt" (aus amerikanischer Sicht).


    Rein wirtschaftlich betrachtet (über 30 Jahre) kostet ein fiktiver jährlicher Stromverbrauch von 5.000 kwh insgesamt (bei einer jährlichen Preissteigerung von 2%) in Amerika 4.570 €, nicht jährlich, sondern insgesamt !!!. Eine 5 kw Peak PV-Anlage kostet ca. das Dreifache plus Wartung. Das ist einem Amerkaner nicht zu vermitteln.


    Bevor also dort in PV-Anlagen investiert wird, müssen entscheidende Parameter verändert werden, z. B. der Strompreis drastisch angehoben. Das funktioniert aber genauso wenig wie die Entwaffnung des gesamten Volks. Kein Mensch würde zum Präsidenten gewählt werden, der so etwas als politisches Ziel angibt. Die schaffen es ja nicht einmal den Benzinpreis (heute 1/5 des europäischen Preisniveaus) auf umweltgerechte Höhe zu bringen, lieber besetzen sie den IRAK, den IRAN und Saudi Arabien.


    Nee Leute, lass uns Dinge voranbringen, die in unserem Einflußbereich (Europa, Nordafrika, Russland und Asien) machbar sind. Wir ändern "drüben" gar nichts ... schon gar nicht, solange wir ein totes Pferd namens "menschgemachte Klimakatastrophe" reiten. Das mögen ja viele glauben, aber keiner kanns beweisen. Es gibt genausoviele Pro- wie Contrastimmen. Solange kein nachweisbar eindeutiger Chor gesungen wird, wird das nichts ... siehe Kopenhagen.


    GLu


    PS:


    Spätestens über Punkt 3 des Alt'schen Sonnenrechts "Das Recht, für den eingespeisten Strom angemessen bezahlt zu werden" lachen sich die da drüben tot ...

    (42xSuntech STP210-18/Ub ... Durchschnittsleistung seit 2011 = 1.107 kWp)
    Sollten Sie gezwungen worden sein, diesen Beitrag zu lesen, rufen Sie die Polizei !

  • Zitat von GLu


    Rein wirtschaftlich betrachtet (über 30 Jahre) kostet ein fiktiver jährlicher Stromverbrauch von 5.000 kwh insgesamt (bei einer jährlichen Preissteigerung von 2%) in Amerika 4.570 €, nicht jährlich, sondern insgesamt !!!. Eine 5 kw Peak PV-Anlage kostet ca. das Dreifache plus Wartung. Das ist einem Amerkaner nicht zu vermitteln.
    Bevor also dort in PV-Anlagen investiert wird, müssen entscheidende Parameter verändert werden, z. B. der Strompreis drastisch angehoben. Das funktioniert aber genauso wenig wie die Entwaffnung des gesamten Volks. Kein Mensch würde zum Präsidenten gewählt werden, der so etwas als politisches Ziel angibt.


    Dem stellt Franz Alt eine andere Meinung gegenüber:
    "Führende Persönlichkeiten von US-Photovoltaik-Unternehmen hoben hervor, dass 15 Prozent Solarstrom auch heissen könnte, 880'000 neue Arbeitsplätze allein in der Solarindustrie zu schaffen und den CO2-Aussstoss der Energieproduktion um zehn Prozent zu verringern." aus:
    http://www.sonnenseite.com/Akt…+Schluessel,6,a14682.html


    Die lustige Zahl "880.000 neue Arbeitsplätze" klingt wie harmonische Musik, die mit dem Weltganzen in Einklang sein will. Warum gerade 880.000 als Gesamtzahl?
    VUB