Inselanlage für Luftentfeuchter

  • Mahlzeit!


    Folgende Situation: Ein Keller (200m³) einer Burg in Niederösterreich mit derzeit durchschnittlichen 85% rel. Luftfeuchte (zu Spitzenzeiten 98%!) soll entfeuchtet werden.
    Dazu habe ich einen Luftentfeuchter gefunden, der diese Dimensionen gerade noch packt und im Betrieb zwischen 175 und 200W zieht. Um den Raum halbwegs trocken zu bekommen, müsste das Gerät pro Tag mind. 2h laufen.


    Da es dort keine Stromversorgung gibt, muss eine Insel-PV her.


    Ich bin zwar grundsätzlich mit dem Aufbau von PV-Anlagen vertraut, bei der Dimensionierung bin ich mir allerdings nicht so sicher, vorallem was Modulleistung und Akku-Kapazität betrifft.


    Hat jemand Tipps? Die Anlage soll wirklich nur für diesen Zweck gebaut werden, also keine Erweiterungspläne.

  • wird nicht funktionieren
    der Raum ist mit den 85% Feuchte im Gleichgewicht
    jetzt trocknest du die Feuchtigkeit raus
    was wird passieren?


    Gruß,
    jodl

  • Wieso, was soll passieren? Der Raum wird trockener. Da is nix im "Gleichgewicht", da kondensiert die warme Außenluft an den kalten, unisolierten Wänden.
    Versteh nicht ganz was du meinst?!

  • der Keller ist zum Erdreich hin nicht abgedichtet
    das was der Luftentfeuchter an Feuchtigkeit aus der Raumluft zieht,
    ist kurz darauf wieder drin
    und die Aussenluft wird ja auch weiterhin in den Keller kommen?



    Gruß,
    jodl

  • Nein, die Außenluft kommt jetzt noch durch Lüftungsschlitze in den Türen rein, das wird alles abgeriegelt.
    Feuchtigkeit kommt natürlich auch durch die Wände, wobei das weniger das Problem ist, die Wände sind über 1m dick.
    Der Luftentfeuchter läuft ja auch nicht einmal, und dann ist alles trocken, sondern jeden Tag, damit die immer wieder kommende Feuchtigkeit eliminiert bzw. abgeschwächt wird.


    Die eigentliche Frage wäre jetzt, welche Leistung und Kapazität die PV-Anlage haben muss, um ein 200W Gerät täglich 2h zu betreiben.

  • a) im Winterhalbjahr brauchst du nix abdichten - Luft mit weniger als 12 ° C Außentemperatur wird im Keller wieder wärmer und kann damit sogar trocknen. Theoretisch ist lüften bei Minustemperaturen sehr effektiv (bis das Mauerwerk richtig ausgekühlt ist)


    b) die Hauptwassermenge in unbewohnten Kellern kommt nicht aus der Luft, sondern aus dem Mauerwerk. Ein Trockner mit 200 W für 2 h am Tag ist zu mickrig.


    c) vergiß Akkus und Wechselrichter, zu teuer und zu wartungsintensiv


    Verpaß dem Trockner ein Gleichstrommotor (zur Not alte Autolichtmaschine) und kaufe hier im Forum billig ein paar Restmodule, die in Reihenschaltung die Voltzahl (unter Last) vom Gleichstrommotor bringen.
    Als Auslegung 3-fache Wp-Modulleistung als der Motor braucht, dann läuft die Geschichte in der Wintersaison 2-4 h am Tag und im Sommer bis zu 10.


    Ein Hobbyelektroniker hier im Forum müßte Dir noch sagen können, was evtl. an Schutzschaltungen dazwischengebaut werden soll. Theoretisch läuft der Trockner nach Erreichen einer gewissen Mindestspannung und Amperezahl von alleine an und bleibt am späteren Nachmittag wieder stehen, wenn die Module nicht mehr genug Saft liefern, aber der Reststrom fließt immer noch durch den Motor - könnte evtl. "ungesund" für die Lebensdauer sein.



    Allerdings sei noch die Frage erlaubt - die Burg ist wohl mindestens 100 Jahre alt, bis jetzt wurde nix gemacht, warum stört die Feuchtigkeit auf einmal? Fange ich an zu trocknen, wandert Wasser durch die Mauer, das immer auch etwas Salze mit sich transportiert. Die blühen dann auf (oder -noch schlimmer - in) der Innenwand aus und können Schäden verursachen. Bevor Du da irgendwas anfängst, konsultiere einen Baufachmann! Gibt übrigens auch entsprechende Foren dafür im www.


    Kleinstromer


    PS: Gehe mal davon aus, das die Burg unbewohnt ist, sonst würde man ja mehr Strom im Inselnetz haben wollen als nur für den Trockner...

    ca. 30 KWp, SW 215 poly, 3 x Sunways NT 10000

  • Solange der Raum und die Wände ungeheizt bleiben, wirst du wenig Erfolg haben. Die Feuchtigkeit geht immer mit dem Temperaturgefälle. Nicht anders arbeitet dein Luftentfeuchter. Durch abkühlen vom Verdampfer kondensiert die Luftfeuchtigkeit daran. Wenn die Wände aber nicht aufgewärmt werden, geben diese die Feuchtigkeit nicht ab.

  • Hallo, ich glaube auch nicht das es funktioniert.
    Wie du schon schreibst sind die Wände 1 m dick.
    Wie hoch ist den die Temperatur im Keller. Kalte Luft nimmt nicht sonderlich viel Feuchtigkeit auf.
    Wir haben beruflich mit Trocknung zu tun.
    Wenn der Trockner nur 2 Std pro Tag läuft, kommt bestimmt mehr Feuchtigkeit durch die Wände rein als wie du abtrocknen kannst.
    Und bei 200 qm sehe ich wohl schwarz...
    Hast du mal geschaut wieviel Wasser dein Trockner der Luft entzieht, bei 20 ° Raumtemperatur?
    Kenne deinen Trockner nicht, bei der Leistung von 200 Watt kann die Leistung nicht besonders hoch sein.
    Versuch macht klug...
    Viel Glück

    8,5 kwp Eging 180 Watt auf WSW 67°, 50 ° Dachneigung
    Rechnet sich sogar...

  • Achtung, 200 Kubikmeter(!), nicht 200 Quadratmeter, der Raum hat ca. 65 Quadratmeter.


    Die Burg is über 700 Jahre alt ;) , den Burgkeller gibt es aber erst seit ca. 8 Jahren wieder (war davor Ruine). In diesen 8 Jahren war das Feuchtigkeitsproblem immer da, wurde zunächst ignoriert, und dann, als die Holzdecke zu schimmeln begann und der Putz an den Wänden teilweise zu Matsch zerfällt, immer wieder falsch behandelt (zB. Dauerlüften). Und wenn die Decke tropfnass ist, liegt das an der warmen Luft, die in den Keller kommt und sich dort abkühlt, und nicht an den undichten Wänden. Nicht umsonst passiert das immer dann, wenns vorher regnet und nachher bei Sonnenschein draußen schön dampft.


    Der Keller ist nicht komplett unterirdisch, sondern liegt ca. 1,50 unter der Erde, die restlichen 1,50 liegen oberhalb. An einer Seite liegt die Mauer überhaupt oberirdisch (Keller liegt im Gefälle). Außerdem gibt es vier Fenster zu je 1m²
    In den Sommermonaten hats da zu den Mittagszeiten auch mal seine 20 Grad oder mehr, es ist also kein klassisches kaltes Keller-Klima. Wenn's dann auch noch 95% Luftfeuchte hat, fühlt man sich wie im Regenwald, und ich glaube schon, dass ein Entfeuchter da Sinn macht.


    Von der Leistung her schafft der Trockner knapp 10l in 24h bei 30 Grad und 80% Luftfeuchte. Das ist natürlich komplett unrealistisch, ich komme wie gesagt auf ca. 20 Grad, dafür aber zu Spitzenzeiten auf 95% oder mehr Feuchte.
    Ich will den Raum ja nicht auf 40% heruntertrocknen, sondern sonweit wie realistisch möglich ist.


    Eine Lösung für die undichten Wände muss natürlich auch getroffen werden, damit hier weniger Feuchtigkeit reinkommt, das ist klar.


    Also nehmen wir an, die Wände halten nach Abgraben und Abdichten halbwegs dicht, dann muss der Keller trotzdem getrocknet werden, das Problem haben ja schließlich 100.000e Haushalte, und dafür gibts eben diese Trockner.


    Eigentlich wollte ich die Batterielösung umgehen, zwecks Wartungsfreundlichkeit, aber 200W Modulleistung (und die gibts ja auch nur im Idealfall), gehen doch ziemlich ins Geld.