Entscheidungshilfe

  • Hallo zusammen,
    ich bin vor einigen Wochen durch unseren Elektriker auf eine Photovoltaikanlage aufmerksam gemacht worden;
    ich bat ihn um ein Angebot und das bekam ich auch bald.
    Versuche durch das Internet mich in die Materie einzulesen, bin aber bei der Entscheidung ob dieses Angebot empfehlenswert ist überfragt.


    Meine Bitte an die Fachmänner und Frauen, seht euch das Angebot mal an und gebt mir Entscheidungshilfe.


    9,1 KW PV Komplettsystem Gesamtpreis 40.950 Euro


    bestehend aus: 52 PV Modul Inowatt 175 Wp, monokristalin
    Wirkungsgrad 13,5 %

    2 Wechselrichter Sun Power Solartechnik


    Befestigungssystem Conergy , oder Schletter sowie sämtliches Zubehör zur Verkabelung.


    Ps. der Preis ist ohne Montage



    Für Eure Hilfe besten Dank
    Johannes

  • Ich nimm mal an, der Preis ist ohne MwST? Ist aber bei der derzeitigen Marktsituation normal.
    Die Zellen die Inowatt verwendet sind meines Wissens von Sharp, also auch ganz ok. Jedoch würd ich andere Wechselrichter nehmen. Sun Power ist nicht grad für einen guten Wirkungsgrad bekannt. Hier ist Sunways oder Sputnik sehr zu empfehlen

    2x Sunways NT 6000, 52x Sanyo HIP 190 BE3, 9,88kWp


    WR1: 3 Strings a` 8 Module, 1 Temperatur- und Einstrahlungssensor, Neigung 30°, Azimut 180°
    WR2: 1 String a` 10 Module, 2 Strings a` 9 Module, Neigung 40°, Azimut 180°

  • Preis wäre gut.


    Wechselrichter empfehle ich natürlich SMA. Die Erfahrungswerte sprechen für sich und SMA :twisted:


    Mit mehr Infos könnte man natürlich auch mehr sagen.


    Aber gut, :wink:

  • blabla


    Guten Tag,
    kannst du mir die Quelle benennen, nach der Inowatt für ihre Module Sharp-Zellen nimmt?
    Soviel ich weiß, haben die gar keine eigene Modulproduktion! Jedenfalls stehen die beim TÜV Rheinland nicht drin!


    http://www.tuv-pv-cert.de/pv-cert/index.htm
    http://www.de.tuv.com/de/produ…e_photovoltaik_module.php


    Gibt es noch einen anderen TÜV in D oder AT, der PV-Module zertifiziert?


    Meine Überlegungen zur der Modulspezifikation von Inowatt habe ich kürzlich schon mal hier http://www.photovoltaikforum.c…p?t=276&highlight=inowatt gepostet.


    Tschüss
    Doris

    Ein positiv denkender Mensch weigert sich nicht, das Negative zur Kenntnis zu nehmen. Er weigert sich lediglich, sich ihm zu unterwerfen. (Norman-Vincent Peale 1898-1993)

  • Hallo Doris und blabla,


    habe von meinem Installateur gehört, das Sharp die Zellen angeblich von Yingli verbauen soll ???
    Gelesen hab ich allerdings noch nix darüber......

    Gruß Michael Z.
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    "Im Alter bereut man vor allem die Sünden, die man nicht begangen hat"

  • Mein lieber MichaelZ,


    bitte mach so etwas nicht immer mit mir - von wegen "... ich habe von meinem Installateur gehört ..."


    Naja wo Rauch ist, kann auch Feuer sein...


    China verfügte bisher nicht nur über eine relativ bescheidene Zell- und Modulproduktion, sondern stellt auch wenig eigenes Solarsilizium her (total Ingot- und Waferproduktion rund 60 MW in 2004).
    Das Unternehmen Baoding Yingli ist momentan der grösste Zellen/Modulhersteller in China (Zellproduktionskapazität 16 MW). http://www.yinglisolar.com


    Nein, ich kann es mir einfach nicht verkneifen. Man sehe sich das hier an:
    http://pvxchange.de/download/Yingli_YLDJ-2.pdf und
    http://pvxchange.de/index.php/produkt_st_21080.html


    Das Modul YLDJ-2 soll angeblich bestehen aus polykristallinen ODER monokristallinen Zellen mit einem Zellwirkungsgrad von 15 %. Das 160-Watt-Modul kann haben 168 Watt oder auch 152 Watt. Modulwirkungsgrad ist unbekannt. Keine Angaben zum Temperaturverhalten bzw. -koeffizienten.


    Wer die Prüfung für das Zertifikat nach DIN IEC 61215 (die IEC 61215 definiert eine Reihe von Prüfprozeduren mit dem Ziel, den Einfluss von mechanischen, thermischen und elektrischen Belastungen auf die Leistung und die Lebensdauer von PV-Modulen abzuschätzen. ) erteilt haben soll, ist nicht angegeben.
    Da die Bezeichnung (DIN...) auf eine deutsche Zertifizierung hinweist, sollte der Zertifizierer aber bekannt sein. Das zweite angegebene Zertifikat ASU-PTL 04122301 verweist auf eine Tabelle, die wiederum auf das Zertifikat IEC 61215 verweist – aber nun für das Modul YLDJ-3.
    Beim TÜV-Rheinland ist jedenfalls das Modul YLDJ-2 oder das Modul YLDJ-3 nicht bekannt und von Baoding Yingli bisher auch nicht zur Zertifizierung angemeldet.
    Sollte Inowatt tatsächlich genau diese Module unter ihren Eigennamen vermarkten, vermute ich soetwas wie unklare Erläuterungen in einem Werbeprospekt. Den richtigen Begriff vermeide ich hier absichtlich, solange mir der finale Beweis fehlt. Ich schließe auch einen Irrtum meinerseits nicht aus


    Möge nun jeder seine eigenen Schlussfolgerungen ziehen. Ich behaupte jedenfalls, die Zertifikatangaben auf der Spezifikation sind ohne Wert! Der kritische PV-Fan schraubt sich diese Module nur mit erheblichen Bauchschmerzen und Preisabschlägen auf das Dach - oder vorläufig besser gar nicht!


    Hoffentlich stimmt wenigstens die Aussage von deinem Installateur, dass Sharp die chinesischen Zellen in seine Module klebt. Oder vielleicht doch andersherum?


    Tschüss
    Doris

    Ein positiv denkender Mensch weigert sich nicht, das Negative zur Kenntnis zu nehmen. Er weigert sich lediglich, sich ihm zu unterwerfen. (Norman-Vincent Peale 1898-1993)

  • Hallo Doris,


    jetzt bin ich irritiert ............
    Was war denn soooo verkehrt an meiner Frage ??
    Oder gibt es hier eine feine Spur weiblicher Ironie die mir als Mann abgeht ??


    Gut - dass Yingli zu den großen Zellenherstellern zählt hab ich begriffen.
    Yingli stellt auch eigene Module her.
    Aber woran kann ich denn erkennen, welcher Hersteller (Sharp, Kyocera, Sanyo und wie sie alle heissen wollen ....)
    welche Zellen verbaut ??? Das schreibt doch keiner drauf.


    Oder willst du mir mit deiner detaillierten Ausführung mitteilen, dass Yingli auch Module herstellt und andere Anbieter
    sozusagen nur Ihren Aufkleber draufmachen ??


    Ansonsten - herzlichen Dank für deine Ausführliche Antwort
    ....... bin immer noch irritiert .....

    Gruß Michael Z.
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    "Im Alter bereut man vor allem die Sünden, die man nicht begangen hat"

  • Hallo MichaelZ,


    nein, mit solchen Bemerkungen legst du Feuer an die Lunte und dann.... :roll:


    ich denke, es ist ganz egal, wer was verbaut. Die Markenunternehmen haben eigene Qualitätsstandards und danach kaufen sie auch ein - egal ob in Shanghai, Freiberg oder Bratislava. Reinsilizium ist Reinsilizium - je bessere Qualität desto teurer. Bis zu der Stelle kannst du ohne weiteren Beweis glauben, dass die ZELLE in 25 Jahren noch ordentlichen Strom liefert.


    Die zweite Sache ist die Technologie, mit der aus den Zelle ein MODUL wird und die dritte die Materialauswahl - vom Modulrahmen über den Kleister bist zu den internen elektrischen Verbindungen. Und hier entscheidet sich das, was du am Ende auf dem Dach hast. Es liegt doch auf der Hand, dass jegliche Modulserie die durch den TÜV nach IEC 61215 zunächst geprüft und danach zertifiziert ist eine höhere Lebensdauer haben dürfte, als ein Modul welches BEHAUPTET zertifiziert zu sein.
    Der Verdacht liegt doch Nahe, dass das Produkt wahrscheinlich durch die Zertifizierung fällt oder gefallen ist, oder die geforderten Standards von vorne herein nicht erfüllt, also minderwertig(er) ist.
    Die Zertifizierung muss regelmäßig erneuert werden - die Behauptung ein Zertifikat zu haben, kann so stehen bleiben.
    Der Unterschied MUSS aber auch im Preis erkennbar sein.
    Das diese Teile nicht trotzdem halten können, habe ich nicht gesagt. Das Zertifikate schützen, habe ich auch nicht gesagt, aber sie mindern das Risiko und helfen dir, deine Ansprüche gegenüber dem Hersteller zu klären.


    Aber, und das scheint mir entscheidend zu sein: Wenn ein eindeutiges Zertifikat dabei ist, kann das Produkt herkommen, woher ist will!
    Sieh dir Kyocera an. Wird überwiegend in China produziert. Klare Qualität - klar zertifiziert - klare Sache. Sharp hat ein Kooperation mit Conergy - produziert praktisch baugleiche Module - kein Problem. BP produziert in der Slowakei glaube ich usw. usw.


    Und nun kommen die NoName Produzenten oder deren Produkte dazu oder die, die auf dem europäischen Markt neu sind und auch die finden auch ihren Händler, Verkäufer, ... , Etikettenkleber, ...

    Leider ist es aber wegen der Blauäugigkeit der Käufer so, dass auch weniger gutes Material für sehr gutes Geld auf den Markt kommt. Ettiket ist bekanntlich nicht Marke. Und Piraterie gibt es auch bei PV.


    Was glaubst du, wofür der Johannes sein sauer verdientes Geld ausgeben wird, wenn er nichts Nachprüfbares in der Hand hat und nur das Versprechen Inowatt 175 Wp auf dem Angebot sieht?
    Wenn ihm Yingli oder auch Inowatt mit ECHTEM Zertifkat daherkommt und im Listing des TÜV erschienen ist, sehe ich bei seinem Angebot keine Probleme mehr.


    Siehste, ich will nur Klarheit und mehr will ich nicht.
    Irritationen ausgeräumt? ;-)


    Tschüss Doris

    Ein positiv denkender Mensch weigert sich nicht, das Negative zur Kenntnis zu nehmen. Er weigert sich lediglich, sich ihm zu unterwerfen. (Norman-Vincent Peale 1898-1993)

  • Hallo zusammen,
    und besten Dank für Eure Antwort.


    Habe gestern die Fa. Inowatt angeschrieben und diese darauf aufmerksam gemacht dass in ihrem Datenblatt die beauftragte Prüfstelle des TÜV nicht benannt wurde; gleichzeitig habe ich darum gebeten mir die Prüfstelle mitzuteilen.
    Mal sehen was da kommt, werde Euch berichten.


    Noch etwas, mehrfach konnte ich lesen, dass zuwenig Angaben von den Hilfesuchenden gemacht werden; um es den Experten bei der Beurteilung oder Einschätzung von Anlagen es etwas zu erleichtern, könnte doch ein Formblatt erstellt werde in dem alle notwendigen Angaben aufgeführt sind.
    Das Formblatt unter Checkliste ablegen, und wer eine Anfrage hat füllt es aus.


    Als Neuling auf diesem Gebiet ist man trotz eifrigen Einlesens oft von der Fülle der Möglichkeiten, Varianten usw.…… leicht überfordert.
    Was für alte Hasen selbstverständlich ist und keiner Rede mehr bedarf, ist für mich und sicher auch für viele andere, die sich an die Experten in diesem Forum wenden, oft ein undurchschaubares Rätsel. Bitte habt weiterhin Geduld, unser tiefster Dank ist Euch allen sicher.




    Noch einen schönen Tag und besten Dank für Eure Hilfe
    Mit freundlichen Grüßen
    Johannes

  • Hallo zusammen,
    hatte gerade mit meinem Lieferanten gesprochen und nachgefragt von wem Inowatt die Zellen bekommt, seine Antwort „Sharp“ in der Garantieerklärung, würde auch darauf hingewiesen.
    Gruß Johannes