Blitzschutz bei Aludach

  • Merkwürdig ruhig für dieses hier immer wieder kontrovers diskutierte Thema.


    Für User, die auf den ef-/elektro.net-Artikel von Sven Bonhagen, öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger und VdS-anerkannter Sachverständiger zum Prüfen elektrischer Anlagen und VdS-anerkannter Sachverständiger für Photovoltaikanlagen, keinen Zugriff haben, zwei Kernaussagen:

    Zitat von Sven Bonhagen
    • Die zweite Ausgabe der DIN VDE 0100-712 wurde im Oktober 2016 veröffentlicht. Der Abschnitt Erdungsanlagen und Schutzleiter wurde deutlich umfassender formuliert, enthält im Grundsatz aber weiterhin die oben beschriebenen Anforderungen. Demnach sind auch heutzutage keine Potentialausgleichs- oder Erdungsmaßnahmen für PV-Anlagen normativ gefordert.
    • PV-Anlagen auf Gebäuden mit Blitzschutzsystemen sind dagegen in das bestehende Blitzschutzkonzept zu integrieren. Hierfür ist aufgrund der Vielfalt an Lösungsmöglichkeiten, eine Blitzschutzfachkraft notwendig.

    Die strengeren Vorschriften der DIN EN 60728-11 (VDE 0855-1) bezüglich blitzstromtragfähiger Erdung und PA von Antennenlagen gelten nicht für PV-Anlagen. In den diversen Ausgaben dieser Norm wird mehr oder weniger dringend daruf hingewiesen, dass Dachantennen mit getrennten Fangeinrichtungen gegen Direkteinschläge geschützt werden sollten, weil bei Direkterdungen selbst mit niederimpedanten Erdungsanlagen Einkopplungen von Teilblitzströmen in die Anlagen nicht zu unterbinden sind.


    Diesen Schutz auch auf andere exponierte Dachaufbauten wie z. B. PV-Anlagen zu übertragen, wäre nur folgerichtig. Optimalschutz mit getrennten Blitzschutzsystemen gibt es nicht zum Nulltarif, nicht jeder Etat gibt das auch her.

  • NACHTRAG:


    Zufällig bn ich in der ep Photovoltaik, Ausgabe 1/2-2010 (!) auf eine Leseranfrage eines Lehrgangsteilnehmers als "Fachkraft für Solartechnik" gestoßen.


    Dem wurde im Lehrgang angeblich gesagt, dass das Generatorengestell unabhängig vom Typ des Wechselrichters IMMER über einen grün-gelben 16 mm² Cu in den PA einzubeziehen sei, was doch im Gegensatz zur ep Photovoltaik 7/8-2009 stünde.


    Zitat von W. Hörmann

    Ich kann nur empfehlen, bei solchen Aussagen in Lehrgängen oder auch bei Hinweien von Herstellern und von anderer Seite, sofort zu hinterfragen, wo das in welcher Norm stehen soll.

    ...

    Eine zwingende Forderung die Tragkonstruktionen einer PV-Anlage in einen Schutzpotenzialausgleich mit einzubeziehen gibt es nicht. Dabei spielt es keine Rolle, ob die Anlage mit oder ohne Wechselrichtertransformator ausgeführt ist.

  • hallo


    Bezüglich Erdung von PV Anlagen im TN Netz auch folgende Aussage in DE 20/2011 von W.Hörmann

    (Der Artikel bezog sich auf Gebäude ohne elektrische Verbraucheranlage - gebäudeintern wird die Installation demzuvolge davon abweichen )


    Keine Erdung der PV Anlage

    Bezüglich der errichteten PV Anlage macht ein Erder auch wenig Sinn. Hier würde sich ja die Frage ergeben, mit welchen Teilen der PV Anlage der Fundamenterder denn verbunden werden sollte bzw. müsste. ....

    Die Konstruktionsteile, z.B. Tragrahmen usw, müssen nach DIN VDE 0100-712 (VDE 0100-712) weder geerdet noch mit einem Schutzpotentialausgleich verbunden werden - auch wenn dies ... von vielen 》Fachleuten《 behauptet wird. Die Schutzleiter für die Wechselrichter und sonstigen elektrischen Betriebsmittel, die für die PV Anlage notwendig sein können, müssen aus dem vorhandenen Niederspannungsnetz, in welches die PV Anlage einspeist, zugeführt werdwe.


    Fazit

    ...

    Das TN System kann auch ohne Anlagenerder als ausreichend sicher betrachtet werden. Dies schließt nicht aus, dass - soweit relevant - ein Schutzpotentialausgleich über die Haupterdungsschiene notwendig sein wird. Ein solcher Schutzpotentialausgleich über die Haupterdungsschiene könnte auch in der betreffenden Halle notwendig sein, wenn der (geerdete) Schutzleiter und zusätzlich fremde leitfähige Teile (z.B. leitfähige Wasserleitungen) in das Gebäude / in die Halle eingeführt werden.



    Gruß hc

  • FAZIT: Auch aus dem zitierten Fachbeitrag (de-Abo erforderlich) des in den Praxisfragen der Elektrozeitschriften ominpräsenten Herrn Hörmann geht hervor, dass Modulgestelle weder in einen Schutzpotenzial- noch Funktionspotenzialausgleich einbezogen werden müssen.


    Prophylaktischer Hinweis für User ohne Normenkunde: Dies gilt NICHT für Gebäude MIT Blitzschutzsystem.

  • Lass doch die Vorschriften mal weg.

    Wenn der Blitz ins Metalldach einschlägt sucht er sich einen Weg in die Erde und er wird ihn finden.

    Ohne Solaranlage springt er vielleicht in das Edelstahlwellrohr des sanierten Kamins, von dort in die Heizung und von dort über die Verrohrung zum Potenzialausgleich.

    Mit Solaranlage wahrscheinlich über eins der Module in den Wechselrichter und von dort ins Netz bzw. den Potenzialausgleich. In beiden Fällen wird es nicht brennen.

    In beiden Fällen geht ein bisschen Technik kaputt.

    Warum dann also das Gestell der Solaranlage nicht direkt an den Potenzialausgleich anschließen?

    Auch dann wird es bei Blitzeinschlag nicht brennen, aber mit ein bisschen Glück geht weniger kaputt.

    Durch das geerdete Gestell einer Solaranlage steht man wenn man den Brandschutz betrachtet auf jeden Fall besser da als ohne Solaranlage. Das Gestell stellt den Blitzschutz dar.

  • hallo

    Auch dann wird es bei Blitzeinschlag nicht brennen, aber mit ein bisschen Glück geht weniger kaputt.

    Bitte sich nicht in falscher Sicherheit wiegen.

    Habe auch schon eine Halle mit Aludachplatten und Blitzschutz abgebrannt gesehen.

    Gechmolzenes Aluminium hatte brennbare Bestandteile entzündet.


    Gruß hc

  • Lass doch die Vorschriften mal weg.

    Ich habe mir die Anerkannten Regeln der Technik als Ergebnis wissenschaftlicher Forschung doch nicht nur dafür angeeignet um sie "besser" missachten zu können. :)

    Durch das geerdete Gestell einer Solaranlage steht man wenn man den Brandschutz betrachtet auf jeden Fall besser da als ohne Solaranlage. Das Gestell stellt den Blitzschutz dar.

    Den Nick Broadcasttechniker ordne ich einem RFT- oder IT-Kollegen zu. Als solcher sollte man die Normenreihe IEC 60728 intus haben und als Antennenbauer oder Solarteur kommt man gleichermaßen um Grundkenntnisse der Blitzschutznormenreihe IEC 62305 nicht herum.


    Auch PV-Anlagen können als Fangeinrichtung wirken und Gebäudeteile nach Schutzwinkel- und Blitzkugelverfahren in LPZ 0B stellen. Aber doch nur wenn PV-Gestelle, Erdungsleiter, Verbinder und HES auch blitzstromtragfähig zertifiziert und geerdet sind.


    Placebos mögen in der Medizin sinnvoll sein, aber nicht bei Äußerem Blitzschutz. Ein fachgerecht neben den DC-Leitungen verlegter nicht blitzstromtragfähiger PA-Leiter verhindert keine Teilblitzströme in die PV-Anlage und ist - siehe Tablle D.3 der IEC 62305-3 - jedenfalls mit Blitzstromstärken nach Klasse N mit 50 kA überfordert. :neutral:

  • Und was hast du uns jetzt gesagt? Wenig.

    Den Blitz interessiert dein Blitzkugelverfahren nicht die Bohne, der schlägt da ein wo er will.

    Meine Satschüssel liegt tief unten ist nicht wie von andern Deppen auf die Dachfläche gesetzt.

    Das ist keine Garantie gegen einen Einschlag.


    PV-Anlagen können nicht wie Fanganlagen wirken, sie SIND welche.

    Jedenfalls wenn sie auf einem Dach montiert sind.

    Blitztragstromfähig. Tolles Wort.

    Die Normen sagen 16² Kupfer oder 25² Alu oder 100² Eisen.

    Das zu unterschreiten wird schon schwierig, und wer das versucht zu unterschreiten hat nicht alle Tassen im Schrank.

    Wenn der Hypermonsterblitz einschlägt verdampft der auch die oben genannten Leiter, aber das kommt eher selten vor.

    Alles in allem stellt eine PV_Anlage einen super Blitzschutz dar, jedenfalls besser als alles was einem die Angstmacher aus der Blitzschutzbranche aufs Dach bauen wollen.


    Auch schon mal überlegt warum im Privathaus kein Blitzschutz vorgeschrieben ist, vom jetzt neu geforderten Überspannungsschutz abgesehen?

    Auch nicht von den Versicherern, und die tun ja normalerweise alles um sich vor Zahlungen zu drücken.

  • Den Blitz interessiert dein Blitzkugelverfahren nicht die Bohne, der schlägt da ein wo er will.

    Das ist nich MEIN Blitzkugelverfahren sondern das was internationale Blitzschutzkoryphäen in Hochspannungslaboren empirisch vielfach nachgewiesen haben. Alles nur eine Verschwörung?

    Blitztragstromfähig. Tolles Wort.

    Der Begriff lautet blitzstromtragfähig.


    Nachzulesen in der Blitzschutznormenreihe IEC 62305, in den Prüfnormen IEC 62501-x und auch in der für Antennensicherheit maßgeblichen IEC 60728-11 ,

    Die Normen sagen 16² Kupfer oder 25² Alu oder 100² Eisen.

    Das zu unterschreiten wird schon schwierig, und wer das versucht zu unterschreiten hat nicht alle Tassen im Schrank.

    Wenn der Hypermonsterblitz einschlägt verdampft der auch die oben genannten Leiter, aber das kommt eher selten vor.

    Alles in allem stellt eine PV_Anlage einen super Blitzschutz dar, jedenfalls besser als alles was einem die Angstmacher aus der Blitzschutzbranche aufs Dach bauen wollen.

    In welcher Norm meinst du, dass für blitzstromtragfähige Erdungsleiter oder Ableitungen 100 mm² Stahl vorgeschrieben sind? Kleine Verwechslung mit min. 50 mm² St/tZn? :thumbdown:


    Deine Tonart erinnert mich an einem User Luck, der es als angeblicher Antennenmonteur ebenfalls meinte es stets besser als Normen zu wissen, die er erkennbar nie gelesen hatte.

    Zitat von Luck;11538698

    Bei allem Respekt vor Deinem Wissen........., ABER....:


    Blitzschutz in allen Ehren, selbst wenn teilweise gesetzlich vorgeschrieben,

    ..............NUR TAUGT DIESER NICHTS.

    Schlägt nun ein ganz normaler Blitz unmittelbar in einen herkömmlichen Bltzableiter
    mit o.g. Querschnitt ein, so löst dieser sich sofort in seine Bestandteile auf,

    noch bevor es annähernd zu einer Ableitung ins Erdreich kommen KÖNNTE.



    Stil, Nick und vergleichbare Blitzschutzinkompetenz deuten auf Personengleichheit hin.


    Nachstehend die realen Leitererwärmungen gemäß Tabelle D.3 der internationalen IEC 62305-3. Rechne bitte die Erwärmungen nach und gib Bescheid wenn du einen Fehler findest. Ich möchte mir nämlich weder einen Vorwurf nach Dieter Nuhr zuziehen noch als Teil des VDE-Verschwörungskartells gelten.