Temperaturkoeffizienten

  • Hallo,


    welche von den vier genannten Temperaturkoeffizienten sind bei einer Qualitätsbeurteilung eines Moduls wichtig ?


    z.B.:
    NOCT (800 W/m²; 1 m/sec; 20°C) 47°C (± 2°C)
    Temperaturkoeffizienten der Zellen
    Kurzschlußstrom (Isc) + 0,10 %/K
    Leerlaufspannung (UOC) - 0,38 %/K
    Leistung (Pmax) - 0,47 %/K


    Für Antworten vielen Dank :lol:


    MfG
    Ertrag

  • Der Temp. Koeffizient der Leerlaufspannung wird in fast allen Tools benötigt.
    Ich gehe davon aus, das dieser Wert der maßgeblichere Wert ist, wobei die anderen natürlich auch von Bedeutung sind.

    Gruß Jörg Wedler Elektroanlagen
    Ust.IdNr.: DE 157 507 696
    Elektromeister und freier Sachverständiger für Photovoltaikanlagen
    3,12 kWp in 2009, 51,84 kWp und 3,60 kWp in 2010, 1,375 kWp in 2016

    3,30 kWp in 2019

    Senec Lithium Speicher 2,5 kWh in 2017, 5,0 kWh in 2018, 7,5 kWh in 2019

  • Genau so verhält es sich, da die Angabe in Prozent je Grad oder Kelvin
    Temperaturerhöhung aussagt.

    Gruß Jörg Wedler Elektroanlagen
    Ust.IdNr.: DE 157 507 696
    Elektromeister und freier Sachverständiger für Photovoltaikanlagen
    3,12 kWp in 2009, 51,84 kWp und 3,60 kWp in 2010, 1,375 kWp in 2016

    3,30 kWp in 2019

    Senec Lithium Speicher 2,5 kWh in 2017, 5,0 kWh in 2018, 7,5 kWh in 2019

  • Ich muß vorausschicken:
    Ich bin noch kein Experte in PV - aber würde gern einer werden. Deshalb sei mir nachstehende Verständnisfrage gestattet:


    Inwiefern sagen der Temperaturkoeffizient der Leerlaufspannung und des Kurzschlußstroms etwas über die Qualität des PV Moduls aus ?


    Beim Temperaturkoeffizienten der Leistung TKPmax kann ichs nachvollziehen, das ist ja auch offensichtlich.


    Aber TKIsc und TKUoc ???
    Was bedeuten diese Werte, bezüglich der Leistung des Moduls ?
    Reicht nicht die Kenntnis des TKPmax völlig aus ?

    Habe Holzheizung und Solarthermie realisiert.
    Und nun ist noch Platz auf dem Dach für PV.


  • Hallo Holzbock,


    der TK der Leerlaufspannung hat auf die Anlagenauslegung den größten Einfluss.
    Von den Stringspannungen bei verschiedenen Temperaturen ist die Auslegung des verwendeten Wr abhängig.


    Bei sehr kalten Temperaturen (hier nehmen die meisten Berechnungstools -10...-15°C) darf die maximal zulässige Eingangsspannung der WR nicht überschritten werden und bei heißen Modulen darf durch die dann geringeren Spannungen im String der MPP-Bereich des Wechselrichters nicht unterschritten werden.


    Je kleiner der Absolutwert diese TK ist, um so temperaturunabhängiger ist die Spannung, was einen höheren Ertrag bedeutet.


    Gruß
    Jörg

  • Hallo,


    der wichtigste Wert ist der Koeffizient der Leistung. Dieser gibt an, um wieviel Prozent die Leistung sinkt (oder steigt) ausgehend von Standart Test Conditions (STC) 25°C.
    Dieser liegt üblicherweis bei kristallinem Material zwischen 0,45 und 0,5 %.
    Da kommt dann auch ein Vorteil der Dünnschicht zum tragen. Bei einem Schott ASI Modul liegt dieser nur bei 0,2 %, Sharp oder First 0,25 %(Beispiele).
    Der Nachteil bei einer anderen Dünnschichttechnik (CIS) tritt ebenfalls hier auf, siehe Avancis Powermax. Der Koeffizient hier ist fast ebenso "schlecht" wie bei Kristallinem Material, hier 0,45 %.

  • Alle 3 Werte sind von einander abhängig und können nicht unabhängig voneiander betrachtet werden.


    Kurzschlußstrom (Isc) + 0,10 %/K
    Der Strom steigt um 0,1% je Kelvin bei Zellentemperaturen über 25°C
    Der Strom fällt um 0,1% je Kelvin bei Zellentemperaturen unter 25°C


    Leerlaufspannung (UOC) - 0,38 %/K
    Die Spannung fällt um 0,38% je Kelvin bei Zellentemperaturen über 25°C
    Die Spannung steigt um 0,38% je Kelvin bei Zellentemperaturen unter 25°C



    Leistung (Pmax) - 0,47 %/K
    Die Leistungsveräderung errechnet sich aus dem steigenden Strom und der sinkenden Spannung bei Temperaturen über 25°C


    Will man also wissen welche Leistung das Modul bei 70°C bringt, kann man den Leistungswert direkt benutzen. Das selbe Ergebnis kann man aber auch erhalten, wenn man die Einzelwerte aus Spannung und Strom benutzt. Man muss dann aber mit der MPP-Spannung und dem MPP-Strom rechnen um die Leistungsunterschiede berechnen zu können. Da ist es dann natürlich einfacher gleich die Herstellerwerte zur Leistung zu nehmen.


    Der Wert der Leistungsabnahme bei steigender Temperatur sagt also etwas über die Qualität des Modules aus, während die Spannungs und Stromveränderungen lediglich zur Berechnung der Wechselrichter benötigt werden.


    Peter

  • Da fällt mir auf:
    Bei Frost ist ja ein hoher TK sogar nützlich.
    Diesen Winter bei -20C, hätte man ein delta T von über -40C annehmen können.


    Bringt das dann eine dem TKPmax entsprechende Leistungs-Erhöhung ?


    Mit anderen Worten: Ist der TKPmax eine annähernd Temperatur-unabhängige Konstante bzw. ist der Verlauf Leistung/Temperatur linear ?
    Kann eigentlich nicht sein, denn dann hätte man bei TKPmax=-0,5% ab -200C einen Wirkungsgrad von > 100% :-D

    Habe Holzheizung und Solarthermie realisiert.
    Und nun ist noch Platz auf dem Dach für PV.

  • Richtig gedacht Holzbock, an kühlen Tagen sind Module mit schlechtem TK gegenüber Modulen mit gutem TK im Vorteil.
    Kann ich ganz klar beim Vergleich von BP und Sanyo auf einer Dachfläche beobachten.


    Gruß Helios