Neue Anlage mit Dünnschichtmodule

  • Hallo!
    ich plane eine 30KW Anlage. Meine Dachfäche(15° S-O) auf der Reithalle ist ca. 500m² groß. Aufgrund der Dachneigung wurden mir Dünnschicht- module BiosolXXL124W angeboten. Andere Anbieter sagen Dünnschichtmodule wären nicht so effizient und werden nur von ANbieter angeboten die keine anderen Module liefern können.
    Wer weiß es noch besser?


    mfG
    Martin L.


    Ps. SUPER FORUM!

  • Hallo Martin,


    Die Leistung von Dünnschichtmodulen ist schlechter als die von kristalinen. Du brauchst also mehr Fläche für die gleiche Leistung. Davon scheinst Du ja genug zu haben (obwohl Fläche kann man nie genug haben, es braucht nur genug Geld, um die Fläche voll zu bekommen :lol: )


    Dünnschichtmodule werden aus Folien hergestellt, und damit hätte ich das Hauptproblem, die Haltbarkeit. Wie lange wird so ein Modul wohl halten? Eine genaue Auskunft kann da wohl keiner geben. Ich hätte dabei aber ein ungutes Gefühl, und würde, wenn ich die Wahl hätte, auf alle Fälle kristaline Module bevorzugen.


    Auf alle Fälle solltest Du einen Blick auf die Garantien werfen.


    Gruß Lars.

    Intel ist mir zu teuer, also kaufe ich AMD. Jetzt soll mir mal einer sagen, ich hätte keine Ahnung!

  • @ jeanny


    "Dünnschichtmodule werden aus Folien hergestellt" ist völlig falsch.Dünnschicht bezieht sich lediglich auf die photoaktive Fläche welche
    wesentlich dünner ist als die von herkömmlichen kristallinen Modulen.


    Der aufbau des Moduls ist ähnlich kristalliner Module,also Glas oder EVA als abdeckung der Zellen,teilweise ohne Aluminium Rahmen.


    MfG Jörgi

  • Hi Leute,


    Dünnschicht = Amorphe Module


    Liest du hier:


    "Photovoltaikzellen gibt es hauptsächlich in drei Typen: monokristallin, polykristallin, und amorph (auch Dünnschicht-Zelle genannt).
    Bei amorphen (weil ohne Kristalle) Zellen sieht die Lage allerdings etwas anders aus. Hier wird eine dünne Schicht Silizium auf ein billiges Trägermaterial (wie Glas) aufgedampft. Hier müsste für die Wiederverwertung also die aufgedampfte Schichte teuer vom Trägermaterial getrennt werden, was umso sinnloser ist als der große Vorteil von Dünnschichtzellen darin besteht, dass sie mit so wenig Silizium auskommen. Das bedeutet große Kostenersparnisse, weshalb man den niedrigen Wirkungsgrad in Kauf nimmt: rund 8%."


    "Bei den amorphen Modulen sind die Atome unregelmäßig angeordnet. Die ursprüngliche Leistung nimmt in den ersten 1000 Betriebsstunden stark ab. Diese Degradation ist aber bei den Leistungsangaben schon berücksichtigt und Amorphe haben daher im Auslieferzustand eine höhere Leistung! Bei größeren Anlagen muss dies bei der Wechselrichterauslegung berücksichtig werden. Nach der Alterung bleibt die Leistung jedoch relativ stabil. Aufgrund der neuen Dünnschichttechnik können sie mit erheblich geringerem Material- und bald auch Kostenaufwand sehr preisgünstig und umweltfreundlich gefertigt werden. In vielen Kleinanwendungen (Taschenrechner, u.s.w.) wird meist diese Technik eingesetzt, doch vermehrt realisiert man auch große Anlagen (Dacheindeckungen, Hausfassaden, ..) Diese Module haben zwar einen geringeren Wirkungsgrad (also einen noch größeren Flächenbedarf), aber kaum Probleme mit Überhitzung und können daher auch direkt auf Flächen aufgeklebt werden. Je nach dem wie die länglichen Zellbahnen verlaufen, gibt es auch weniger Verschattungsverluste, als bei in Reihe verschalteten Siliziummodulen mit 36-72 Zellen. Der jährliche Gesamtertrag liegt im Verhältnis meist höher als bei Silizium-Modulen (vor allem bei schlechten Wetterbedingungen, Hitze oder Verschattungen)! Die Lebensdauer wird heute ähnlich den Silizium-Modulen angesetzt. Bei der Herstellung setzen die Hersteller verschiedene chemische Elemente ein. Einige sind unserer Meinung nach nicht geeignet in ökologischen Produkten Anwendung zu finden. Auf dem Hausdach passiert zwar nichts, aber bei der Herstellung werden Umwelt und Mitarbeiter belastet... Optisch fällt meist ein homogenes rot-schwarzes, leicht transparentes Erscheinungsbild auf. Mit den z.T. erheblich günstigeren amorphen Modulen kommt man auf einen sehr guten Wattpreis. Dagegen spricht jedoch der erhöhte Montageaufwand und der größere Bedarf an Gestell, Kabel und manchmal auch Anschlusskästen (Kosten)."

    Gruß Michael Z.
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    "Im Alter bereut man vor allem die Sünden, die man nicht begangen hat"

  • Hallo


    soweit ich weiß,sind die Biosol Module von UniSolar einem der größten Hersteller von Dünnschichtmodulen.Wenn der Preis passt hätte ich wenig bedenken.Tatsache ist jedoch das es bei Dünnschichtzellen die Langzeiterfahrung noch nicht so weit ist wie bei kristallinen Modulen.



    ...hier zum Thema noch zwei Links zu einem Vergleichstest aus der Schweiz


    http://apache.solarch.ch/pdf/PD68JB03FreiDuennFilmTest.pdf



    http://apache.solarch.ch/pdf/JB04PD16FreiDuennFilm.pdf


    mfg Jörgi[/url]

  • Es gibt verschiedene Dünnschichtmodule.


    In den neuen Würth CIS Module wird im Vakuumverfahren eine Trägerflüssigkeit zwischen 2 Platten aufgetragen.


    Problem sind noch die Kosten / Nutzungsrechnung, hier sind diese Module noch nicht soweit wie kristaline Zellen.


    In spätestens 10 Jahren wird es keine monokristalinen Zellen mehr geben ( Zu teuer und unrentabel ) und in ca 15 Jahren werden 70% der ausgelieferten Zellen Dünnschichtzellen sein. Ich denke dass das Watt unter 1 € möglich sein wird.

  • Hallo Martin L.,


    es gibt nur 2 Möglichkeiten die dich einengengen können: Die zur Verfügung stehende Fläche oder dein Geldbeutel :-)


    Auf der Fläche von ca. 500 m² kannst du im optimalen Fall mit besten Modulen mit hohem Modulwirkungsgrad ca. 70-80 KW installieren!
    Mit Dünnschichtzellen maximal die Hälfte.......aber dein Dach ist auch dann voll.....allerdings trügt das Bild.....denn Dünnschichtzellen sind nicht um die Hälfte günstiger....und der Montageaufwand und das Tragegestell wäre bei kompletter Eindeckung derselbe wie bei Montage der 70 oder 80 KW Anlage mit kristallinen Zellen....darüber hinaus gibt es wie hier schon gesagt Fragen der Haltbarkeit von Dünnschichtmodulen......wenn du mich fragst....lass die Finger weg von Dünnschichtmodulen.....ich teile auch in keinster Weise die Ansicht, dass in 10 oder 15 Jahren Dünnschichtmodule die Marktherrschaft übernehmen.....wenn sie das könnten.....dann gerade JETZT.....Silizium ist knapp und teuer.....von 20 US-Dollar auf 80 US-Dollar pro Kg, innerhalb von wenigen Jahren! Aber Dünnschicht spielt eine geringere Rolle als jemals zuvor!! So um die 5% vom Weltmarkt ....und wird es auch in Zukunft nicht spielen, die Produktion von Solarsilizium ist noch im Aufbau.....aber in wenigen Jahren kann eine Silizium-Wirtschaft aufgebaut sein die die Solarindustrie unabhängig macht von der Elektronikindustrie......von der die PV-Wirtschaft derzeit noch überwiegend lebt....und dann wird Silizium in guter Qualität so günstig sein, dass Dünnschicht vom Markt verschwindet!
    Die Dünnschichthersteller haben den Markt verschlafen!!! Dazu zählt insbesondere WÜRTH!!! Die spielen ja nicht mal in der 2. Liga was die Qualität und Produktionsmenge anbelangt....seit Jahren nur Ankündigungen.....welcher Installateur mit gutem Gewissen gegenüber seinen Kunden kann nur so törricht sein solch ein unwirtschaftliches Produkt zu vertreiben....


    OK, genug für heute, für manche Leute, nicht nur für Martin L., mal wieder ein bissle Gedankenfutter....gell Walter :-)


    Grüße, solar-Pfister

    Regenerative Energien kosten nicht die Welt

  • Für mich ist das kein Gedankenfutter, weil du falsch gewickelt bist.


    Der Sand ist net teuer, teuer ist hochreines Silizium herzustellen. Die Arbeitsschritte, und der Arbeitsaufwand den kannst du nimmer viel reduzieren.


    Ich komme aus dem Glasbereich. Wir schmelzen auch Silizium. Den Energieaufwand, den hast du, und der wird sich immer wieder in Kosten niederschlagen.


    Dünnschichtmodule hingegen können automatisch hergestellt werden.



    Zurzeit sind Dünnschichtmodule einfach schlechter, weil die aufgetragene Schicht einfach noch nicht den Wirkungsgrad erreicht. Das wird mit Sicherheit auch nicht morgen und übermorgen sein.


    Ich rede von 10 - 15 Jahre, bin mir aber sicher, dass in spätestens 5 Jahren diese Module schon mithalten können.


    Bei kristalinen Module hast du bei ca 20% Wirkungsgrad die obere Fahnenstange erreicht. Bei Dünnschichtmodulen ist die Skala nach oben offen.


    So Solar Pfister, jetzt hast du was zum nachdenken.


    Übrigens geht die Solarwirtschaft davon aus dass die Modulpreise im nächsten jahr deutlich fallen. Alle namhaften hersteller haben Ihre Produktionen ausgeweitet.
    Hauptabsatgebiete nächstes Jahr sind Spanien, Italien und Griechenland. Natürlich auch Amerika und China.


  • Na gut ihr beide. :P


    Der Energieaufwand ist nur eines der Argumente, ein schwergewichtiges ohne Zweifel.


    Welcher theoretischer Wirkungsgrad ist den überhaupt möglich - bei dem einen und dem anderen?


    Wenn ich mich nicht irre, wird wohl in den dünnen Schichten eine ganze Menge nicht gerade problemlosen Zeugs verarbeitet. Indium, Cadminum, Tellur u.s.w. und zwar notwendiger Weise viel mehr als bei kristallinem Silizium.


    Leider gibt es auch für die Lebensdauer nur Hochrechnungen und was die Sonne in 10 Jahren mit uns und den Modulen anstellt ist auch noch offen.


    Kristalline Silizium-Halbleiter gibt es in industriellen Anwendungen schon mindestens 50 Jahre auch unter haarigen Weltraumbedingungen. Kann sich noch einer an Telstar 1 erinnern oder an Pioneer 2? Die hatte alle Zellen aus monkristallinem Silizium. Die ISS hat alle drei Sorten an Bord? Davon arbeiten zwei zuverlässig - nun ratet mal welche!


    Wenn das krisitalline Silizium schon so lange hält und soviel aushält, wie wird dann wohl eine amorphe Zelle halten? Gibts darüber schon irgendwo Aussagen???


    So, liebe Freunde, dann denkt mal beide nach! :roll:



    Wahrscheinlich würde ich die amorphen auch nicht nehmen. Diese Module sind einfach noch nicht gut genug. Das finanzielle Risiko scheint mir für eine Privatanlage zu hoch. O. K. - viertel Preis gegen halbe Lebensdauer und halbe Leistung, Entsorgung inclusive - das würde ich mir überlegen.


    An Martins Stelle würde ich noch ein paar Tage nach weiteren Angeboten suchen. Soviel ich weiß, sind eine ganze Reihe von Großprojekten an Finanzierungsproblemen geplatzt. Diese Module sollten eigentlich schon bald auf dem Markt erscheinen.


    Tschüss
    Doris


    Walter
    ich habe gar nicht gewusst, dass du so laut schreiben kannst. Wie macht machst du das?
    D.

    Ein positiv denkender Mensch weigert sich nicht, das Negative zur Kenntnis zu nehmen. Er weigert sich lediglich, sich ihm zu unterwerfen. (Norman-Vincent Peale 1898-1993)