Deutliche Dach-Wärmedämmung durch PV???

  • Moin zusammen,


    ich hatte heute mit einem Kollegen geschnackt weil wir im letzten Winter deutlich weniger Heizöl verbraucht haben als durchschnittlich in den letzten 20 Jahren oder so. Ok, es wurde ein Veluxfenster im letzten Sommer ausgewechselt und im Februar die anderen beiden Veluxfenster, aber das kann imho nicht so viel ausmachen.
    Da meinte mein Kollege, daß die PV-Module durch die Luftschicht zwischen den Modulen selbst und den Dachpfannen eine gute Isolierung ausmachen sollten. Verständlich ist das schon... aber kann das wirklich so deutliche Auswirkungen haben? Habt ihr dazu Erfahrungswerte?


    LG
    Rainer

  • Hallo Heidegeist .


    Bemerkbar sollte sich eine PV schon machen. Im Sommer ist eine schlecht Gedämmte Dachwohnung Kühler weil die Hitze der Sonn erst mal von den Modulen abgefangen wird! Ist die Dachwohnung sehr gut Gedämmt, wird man nicht viel merken!
    Im Winter kann natürlich auf eine ebenfalls schlecht Gedämmte DW auch die Kälte nicht unmittelbar ran.
    Der Effekt dürfte aber meiner Meinung nach nicht nennenswert sein. Jedenfalls nicht so das es bei der Heizungs Abrechnung gleich auffällt!
    Werden wohl die neuen Dachfenster und/oder beseitigte unzulänglichkeiten in der Winddichtigkeit sein :wink:


    Grüße für Dich, Phoenixx :D

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    -eines Tages wird man sagen: "...mit Syrien und der Ukraine hat damals alles angefangen"
    http://www.alpakas-unterm-sternenhimmel.de

  • Zitat von Heidegeist


    Da meinte mein Kollege, daß die PV-Module durch die Luftschicht zwischen den Modulen selbst und den Dachpfannen eine gute Isolierung ausmachen sollten. Verständlich ist das schon
    LG
    Rainer


    verständlich ist da gar nix dran.
    isoliert wird strom, gegen wärmeverlust wird gedämmt. :wink:
    da die anlage hinterlüftet ist, hast du energieeinsparungen im nicht messbaren bereich. ein hinterlüftetes aussenmauerwerk ( klinkerbauweise) ziehst du ja auch nicht in solche berechnungen ein .
    sommerlicher wärmeschutz siehe phoenixx

  • hi heidegeist..


    den sommerlichen kühleffekt kann ich bestätigen(dünnschicht und kreuzverbundmontagesystem).. auf meiner scheune war es sonst im sommer wie im backofen, jetzt bleibts dort auch im hochsommer angenehm kühl..
    zum winterlichen wärmeschutz kann ich nur mutmaßen, das es vielleicht die hauptwetterseite ist, die jetzt vor massiven windangriffen geschützt ist und daher auch nicht so schnell auskühlt, und ein gewisser wärmestau bildet sich bei sonneneinstrahlung immer hinter den modulen.. ansonsten werden wohl die dachfenster und evtl. die verbesserte luftdichtigkeit des dachgeschosses für die einsparung ausschlaggebend sein ..


    grüße sonne und regen

    sonnige grüße...

  • Moin moin,


    ist echt schwierig zu sagen, ob bzw. wieviel das bringt. Grundsätzlich wird es sicherlich etwas bringen, sowohl im Sommer, weil keine direkte Sonne auf die Dachpfannen knallt und auch im Winter weil es eine Art zusätzliche Isolierung per "Quasi-Luftisolatuonsschicht" bringen sollte - zumindest rein theoretisch.


    Klaro, bei einem Haus mit rel. guter Wärmedämmung wird der Effekt gering sein, aber bei unserem Haus mit Bj. 1982... Wir hatten vor Jahren einen Dachflügel mit einer Gaube ausgebaut und waren echt erschrocken, wie wenig an Isolierrung zwischen der dünnen Außenwand (Schräge) und den Dachpfannen zu sehen war. :roll:


    LG
    Rainer

  • Moin,

    da mich das Thema generell interessiert ...

    ... hat sich jemand nochmal genauer mit den eigenen Werrten auseinandergesetzt?
    Ich weiß, ich schwierig, man baut die Panele ja nicht monatsweise auf/ab.

    Aber der Thread ist nun bereits >10 jahre alt aber per google weiterhin in den TOP 10 ("Solarzellen Dach Isolation").


    Ein andere Treffer ist dieser Zeit-Artikel ..

    ( https://blog.zeit.de/grueneges…%2F&wt_time=1613125918861 )
    .. der auf diese Studie verweißt ..
    ( https://doi.org/10.1016/j.solener.2011.06.010 ) .


    Teile des Zusammenfassung (Abstract) lesen sich wie folgt:
    "Die Simulationen zeigten keinen Vorteil (aber auch keinen Nachteil) des PV-bedeckten Dachs für die jährliche Heizlast, aber eine Reduzierung der jährlichen Kühllast um 5,9 kWh m2 (oder 38 %). Die geringere tägliche Variabilität der Dachoberflächentemperatur unter der PV-Anlage reduziert die thermische Belastung des Daches und führt zu Energieeinsparungen und/oder Vorteilen für den menschlichen Komfort, insbesondere bei PV-Dächern auf älteren Lagergebäuden."

    Problem 1.1: Simulation, keine Effektiven Werte
    Problem 1.2: Kein vergleich von ähnlichen Dachflächen (bspw.: Reihenhaus, direkt nebeneinander, gleiche Ausrichtung, etc.)

    ... ... ...
    Letztkich die Frage, gibt es mittwlerweile bessere (aktuellere Erkenntnisse zur Kühlwirkung?

    VG

  • Moin!

    Aus meiner Erfahrung kann ich Dir nur berichten, dass es in unserem Studio unterm Dach im Sommer bei voller Sonneneinstrahlung deutlich kühler wurde, nachdem die Module auf der Süd-Seite installiert waren.

    Auch im Winter ist ein Effekt spürbar. Unser Haus wurde nach KfW60 Standard gebaut.

    Im schönen Sauerland

    12 x Süd 45°DN - 2 x West 45° DN - 2 x Ost 45°DN - 4 x West 18°DN - 4 x Ost 18°DN

    Summe: 24 x Astroenergy Black a 300 Wp. = 7,2kWp SE