Netzsicherheitsmanagement EnviaM

  • Hallo zusammen,


    ich möchte eine Photvoltaik-Anlage in Sachsen-Anhalt errichten. Mein Netzbetreiber EnviaM möchte mich nun verpflichten an einem sogenannten Netzsicherheitsmanagement teilzunehmen. Das bedeutet, dass der Netzbetreiber sich das Recht vorbehält die Einspeiseleistung der Anlage bei Netzüberlastung ggfs. bis auf Null zu reduzieren.
    Aus diesem Grund soll ich von der Envia ferner Funkrundsteuerempfänger erwerben, über die die Envia die Anlage nach belieben vom Netz nehmen kann.
    Ich dachte der Netzanbieter muss vorrangig Strom aus regenerativen Energiequellen in das Netz einspeisen?
    Muss man das akzeptieren?


    Sonnige Grüße

  • bin auch bei der enviaM in Brandenburg. Ein Bekannter hat mir das gleiche erzählt. Meine Anlage ist noch nicht in dem Stadium, bin mal gespannt was da noch kommt. Muss man das akzeptieren?

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    2xSB5000 mit je 32 Stück Suntechnics STM185
    1xSB3300 mit 20 Stück Suntechnics STM185
    SunnyBoyControl mit Netzleitungsmodem

  • Guten Tag,


    ich habe mal ein paar Hintergründe recherchiert.
    Wer sich mal für Verteilung der PV-Anlagen und Windkraftanlagen über das Bundesgebiet interessiert, wird feststellen, dass es in Süddeutschland überwiegend PV-Anlagen gibt und dass in Ostdeutschland, dem Bereich von EnviaM und Vattenfall, überwiegend Windkraftanlagen mit erheblichen Leistungen installiert sind. Das Verhältnis regenerative Energiegewinnung zur Stromerzeugung in den wenigen ostdeutschen Grundlastkraftwerken wird dadurch besonders kritisch. Diese Kraftwerke befinden sich relativ konzentriert im Bereich des Braunkohleabbaus in der Lausitz, also am Rande der Netzstruktur. Die ausgleichenden industriellen Großverbraucher fehlen inzwischen fast vollständig. In der Folge sind die Anforderungen an das Stromnetz der EnviaM überall unterschiedlich und wesentlich kritischer, als zum Beispiel bei Eon-Bayern.


    Der Zustand des (Ost)deutschen Stromnetzes ist den Netzbetreibern aber seit Jahrzehnten bekannt! Nur getan wurde nichts! Halt stimmt nicht: Der Strom wurde laufend teurer! Den Netzausbau hat man also erst mal verschlafen.
    Wegen der Zunahme der regenerativen Energie muss nun plötzlich und dringend etwas für die Netzstabilisierung getan werden. Offensichtlich soll nun mit diesem neuen Instrument der EVU und Netzbetreiber der Ausbau und die Erneuerung der Netze noch weiter verschoben werden.


    Tatsache ist, dass weder die Netzbetreiber noch die EVU mit regenerativen Strom was am Hut haben, wenn sie ihn nicht selber produzieren. Schon vor einiger Zeit war im Gerede, dass sich die Versorger auf die gesetzliche Vorgabe zurückziehen wollen, wenn ein 20%Anteil an regenerativer Energie in dem Netzbereich vorhanden ist. Für die darüber hinaus gehende Leistungen haben sie mit einem ERZEUGUNGSmanagement gedroht, d.h. Stromabnahme ja, aber nur nach vorheriger Anmeldung der Menge. Was dabei stört, ist die Abnahmeverpflichtung des EEG.


    Bisher galt die Absicht, nur die größeren Energieerzeugungsanlagen, also die Windmühlen und Biogasanlagen, die in das Mittelspannungsnetz einspeisen in Starkwindphasen in dieses Erzeugungsmanagement einzubeziehen. Jetzt soll aber nicht mehr unterschieden werden, ob PV, Bio, Wasser oder Wind.


    Also hat man den Spieß nun umgedreht und gleich noch verschärft. Man will generell selber diktieren, wessen Strom wann und wo abgenommen wird - angeblich nur vorübergehend. Deshalb heißt die gleiche Sache jetzt auch NetzSICHERHEITSmanagement, weil „Sicherheit“ hat hemmende Signalwirkung.


    Sicherheit zuerst!!!!!! Nicht war, das begreifst du doch, du kleiner PV-********* mit deinen paar Kilowatt. Wenn niemand mehr weiß, wann und wie lange welche Anlage am Netz sein darf, sollten sich zukünftige Investitionen in alles, was sich um regenerative Energien dreht, aus Rentabilitätsgründen erledigt haben. Auf diese Weise sollte man doch nach und nach aus den Verpflichtungen des EEG herauskommen! Nicht wahr?



    Der SFV hat im vergangen Jahr dazu mal eine Handlungsempfehlung gegeben. Hier der Link:


    http://www.sfv.de/lokal/mails/wvf/netzsich.htm


    Sonnige Grüße
    von Doris

    Ein positiv denkender Mensch weigert sich nicht, das Negative zur Kenntnis zu nehmen. Er weigert sich lediglich, sich ihm zu unterwerfen. (Norman-Vincent Peale 1898-1993)

    Einmal editiert, zuletzt von Doris ()

  • Hallo Doris,



    vielen Dank für deine Antwort. Ich warte erstmal ab, wie das bei mir ausgeht.


    Gruß Tom

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  • Hallo Tom, hallo Majo,


    sieht so nach vorauseilenden Gehorsam des zuständige Sachbearbeiter aus. Ich habe in dem EnviaM-Beitrag jedenfalls nur etwas von WINDKRAFTANLAGEN gelesen. Darauf würde ich mich gegebenenfalls auch beziehen. Das schließt aber nicht aus, dass es eine interne Betriebsanweisung gibt, die weiter geht und PV einschließt!


    Unten sind doch Ansprechpartner angegeben. Fragen kostent nichts und klärt auf. Mail sollte genügen.
    Haltet uns mal auf dem Laufenden.


    Tschüss
    Doris
    ***************
    Links:


    Ihr Ansprechpartner bei der envia Verteilnetz GmbH:


    Dr. Wolfgang Gallas
    Technischer Geschäftsführer
    Telefon: (03 45) 2 16-32 00
    Fax: (03 45) 2 16-32 02
    E-Mail: Wolfgang.Gallas@envia-netz.de


    Ihr Ansprechpartner bei der envia Mitteldeutsche Energie AG:


    Stefan Buscher
    Pressesprecher
    Telefon: (03 71) 4 82-17 44
    Fax: (03 71) 4 82-20 65
    E-Mail: Stefan.Buscher@enviaM.de


    *******

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  • Hallo Doris,


    ich stehe nun kurz davor eine 20 kWp-Anlage in Sachsen-Anhalt zu bauen.
    Ist der rentabele Betrieb der Anlage unter diesen Voraussetzungen überhaupt gegeben.
    Kannst Du bitte die schlitzohrige Lösung 2 nochmals erläutern?


    Beste Grüße

  • Hallo majo,


    ich denke, man komm nicht drumrum, das Teil einbauen zu lassen, im Falle einer Abschaltung müsste man ja Schadenerstz bekommen für entgangene Einspeisung. Der Grund für die Abschaltung ist ja das unzulängliche Netz und nicht "höhere Gewalt" oder sowas. Vielleicht drosseln die ja tatsächlich nur die Windmühlen...und es wird gar nicht so heiß gegessen...


    Aus Lösung 2:
    "Gemäß § 4 Absatz 1 Satz 3 EEG steht mir eine Entschädigung bei Unterbrechung der Einspeisung zu. Dieses Recht werde ich weiter verfolgen. Ich verlange eine regelmäßige Unterrichtung über alle vorgenommenen Abschaltungen. "

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  • Leider kann ich zu dem Thema nix beitragen. :lol:


    Aber ich freu mich auch mal welche aus Brandenburg zu treffen.


    Ich mach dieses Jahr Urlaub am Schermützelsee in Buckow.


    Könnt Ihr mir mal nen Tipp geben, wo man gut Essen und auch was Interessantes sehen und Erleben kann.


    Bin für Tipps sehr dankbar.

  • Hallo Walter,


    leider kann ich dir gar nicht helfen, da ich aus Südbrandenburg komme, ist eine ganz andere Ecke.


    Wünsche dir trotzdem einen schönen Urlaub.


    Gruß Tom

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