Hilfe benötigt bezüglich Anlagenplanung

  • Hallo,

    ich möchte eine Solaranlage mit folgenden Parametern installieren:

    30kwp Anlage mit Dachmontage in 3 Strings da drei Seiten des Daches belegt werden, Module wahrscheinlich Trina 440w

    2x BYD HVM 21KWh Hochvolt Speicher

    1x 22kw Wallbox

    Wir haben eine Wärmepumpe und auch sonst einen hohen Eigenverbrauch, das Haus wird über ein Loxone Smarthome gesteuert und die PV Anlage muss später mit diesem kommunizieren können. Ziel ist über den Batteriespeicher einen möglichst hohen Eigenverbrauch wie auch Autarkiegrad zu erreichen. Standort für die Anlage ist in Hannover.


    Die Frage, wo ich die meiste Hilfe brauche, ist bezüglich der zu verplanenden Wechselrichter - mir liegen mittlerweile 5 verschiedene Angebote vor, alle 5 schlagen eine andere Konfiguration vor.


    Gerne würde ich mit SMA Wechselrichtern wie auch dem SMA Sunny Home Manager arbeiten, alternativ wäre Fronius von Interesse.


    Würdet Ihr empfehlen dass ich zum Beispiel 3 SMA Hybrid 3-phasige Wechselrichter nutze aufgrund der Anlagenleistung und diese parallel verschalte? Idealerweise will ich bei hoher Sonnenstrahlung auch die maximale Ladeleistung erzielen und so wenig wie möglich einspeisen. Habt Ihr zufällig Anschlussdiagramme wie man eine solche Anlage verkabeln müsste?


    Oder würdet Ihr mit ganz anderen Wechselrichtern/Wechselrichterkombinationen arbeiten?


    Vielen Dank im Voraus für Eure Empfehlungen & Ratschläge

  • Als erstes Belegungsplan. Dann schaut man nach Strings, geeigneten Modulen und WR.


    Warum ist hoher Eigenverbrauch ein Ziel?


    Wie hoch ist die Grundlast tatsächlich? "Hoch" ist ungenau.


    Bei SMA geht nur ein Hybrid in einer Anlage.

  • Vielen Dank für die schnelle Antwort


    Der Belegungsplan sieht Belegung von drei Dachflächen vor, das Haus steht genau in Nord-Süd-Ausrichtung. Daher werden die Ostseite, die Südseite und die Westseite des 4 seitigen Satteldaches belegt. Da dadurch 3 unterschiedliche Beschattungs/Bestrahlungsflächen entstehen, sind wir von 3 Strings ausgegangen, könnten es aber auch in 6 Strings aufteilen, falls vorteilhaft


    Wir wollen mit der Anlage möglichst autark unser Haus versorgen, es geht uns nur sekundär um die Wirtschaftlichkeit der Anlage.


    Die WP wird ca 4000 kwh pro Jahr brauchen und weitere 4000kwh ist unsere Grundlast - daher 8000kwh Grundlast + 1 EV mit ca 2000kwh pro Jahr, also ingegesamt 10000kwh pro Jahr an Verbrauch - den wir zu einem möglichst hohen Prozentsatz selbst produzieren wollen.


    DIe Wärmepumpe wird auch über einen 1000L Pufferspeicher verfügen zusätzlich zu den beiden genannten Batteriespeichern, damit wir hier bei Stromverfügbarkeit ausreichend puffern können


    Das mit dem einen Hybrid pro Anlage hatte ich bei SMA schon befürchtet - ich frage mich wie wir in dieser Konstellation dann aber ausreichend Ladestrom für die 44kwh Batteriebank produzieren wollen - da wir nach Abzug des optimierten direkten Eigenverbrauchs (Steuerung über Sunny Home Manager oder ähnlich + Loxone Smart Home), immer möglichst allen verfügbaren Überschussstrom in die Batterie laden wollen bis diese voll ist, dann das EV laden wollen und erst wenn dieses dann auch noch voll ist, Strom einspeisen wollen


    Würde das ganze mit Fronius WR besser aufzusetzen sein?

  • Hallo Henfri,


    vielen Dank für die Antwort. Bezüglich der Wirtschaftlichkeit sind wir bereit Abstriche zu machen, uns geht es primär darum, einen möglichst hohen Autarkiegrad zu erreichen, daher der groß dimensionierte Speicher und die große Anlage für ein EFH.

  • Zeig dich bitte mal eine Skizze Deiner Belegung. Welche Dachneigung? Wer autark sein will muss alle Flächen belegen, vor 44 kWh Heimakku (neben E Auto) geht da vor allem das Belegen aller (!) Flächen. Nord für Diffus Licht Tage, Südfassade für Winter, Zaun für Leistung...


    Aus meiner Sicht reicht der Ladestrom des SMA STP 10.0 SE, so viel Leistung hast Du eh nie...

    Im Zweifel nochmal bei den separaten Batterie WR von SMA schauen ob da noch was mit mehr Power bei ist.



  • Anbei die geplante Dachbelegung - Im MOment sind 72 Module geplant, es kann sein, dass wir auf 68 runtergehen werden um unter der 30kwp Grenze zu bleiben. Das Dach hat eine Neigung von 25% auf allen Seiten. Wir sind also mit der Belegung der drei Dachflächen bereits an der 30Kwp Grenze, weshalb wir von einer Belegung der Nordseite abgesehen haben.

  • Das sieht schon schön voll aus. Warum willst Du nicht größer 30 kWp? Wovor hast Du Angst?


    Bei 44 kWh Speicher muss man so in Richtung 300 kWp Anlage gehen für Freude am Speicher. Da wäre 30 kWp für mich keine Grenze.

  • Wir versuchen unter der 30kwp Grenze zu bleiben damit wir die Anlage nicht gewerblich betreiben muessen. Und das Dach ist auch schon echt voll auf den guten Dachseiten mit der 30kwp Anlage.


    Mit 30kwp sollten wir an Spitzentagen bis zu 120-150kwh produzieren was dicke ausreichen sollte den Tages-Eigenverbrauch abzudecken und die Batterie auch noch randvoll zu laden, vorausgesetzt wir haben genug Ladeleistung zur Verfuegung. Im Winter sieht das anders aus, da werden wir wahrscheinlich nicht mal den Eigenverbrauch abgedeckt kriegen…


    Oder liegt hier bei mir ein Denkfehler vor?

  • Wie schon geschrieben brauchst du, um deinen solaren Deckungsgrad* zu erhöhen erstmal eine möglichst große Generatorfläche.

    …unter der 30kwp Grenze zu bleiben…

    …ist da nicht sonderlich hilfreich. Wenn du Angst vor der Einkommenssteuer hast, dann gibt es doch sicherlich noch andere (Steuerpflichtige ) Personen, auf die man die Anlage aufteilen kann.


    Der nächste Schritt ist eine möglichst hohe Effizienz der Verbraucher, also den Verbrauch reduzieren. Hier ist…

    … 1000L Pufferspeicher…

    …bei einer Wärmepumpe der Tod. Nutze statt dessen die Gebäudemasse als Speicher und optimiere die Laufzeit.


    Dazu legt man den Verbrauch in die „hellen“ Stunden, um möglichst viel direkt aus der PV und ohne verlustbehaftete Speicherung** zu decken.


    Der wichtigste Punkt ist jedoch, den selbst Verbrauch erstmal zu reduzieren. Denn was du an Strom nicht benötigst, muss auch nicht durch die PV gedeckt werden. Wenn du schreibst, ihr habt…

    …einen hohen (Eigen)verbrauch…

    …ist euch dann bewusst, wie dieser entsteht? Wenn dem so ist und ihr nichts ändern könnt/wollt, dann OK. Oftmals „schlummern“ aber irgendwo ineffiziente Verbraucher, denen man sich nicht bewusst ist.


    Zum Schluss noch was zur Technik:


    Wenn man es mit Batteriesystemen und Deckung des Bedarfs, koste es was es wolle, wirklich ernst meint, dann ist man eigentlich nur bei einem modularen Victron System mit Fronius AC Kopplung wirklich gut aufgehoben.


    * Teilautark ist wie Teilschwanger

    ** Wie hoch die Verluste sind, ist hier (ebenso wie der Speicher selbst) ein Dauerstreitthema.