Wechselrichter, bei preisgleichheit, überdimensionieren (Fronius)

  • Hallo zusammen,


    ich bin neu in der Welt der Photovoltaik und da mein Solarteur, die ehemalige EnergieSun GmbH und Co. KG, vor Fertigstellung unserer Anlage insolvent gegangen ist, muss ich mich da selber drum kümmern. In diesem Zusammenhang habe ich mich auf die Suche nach zu installierenden Komponenten gemacht und bin bei dem Fronius Symo Gen 24 Wechselrichter hängen geblieben. Wir haben nur 6kwp (SSW Ausrichtung) auf dem Dach und augenscheinlich würde der Symo 6.0 reichen. Nun würde ich aber den Symo 10.0 quasi zum gleichen Preis bekommen. Es stellt sich mir also nicht die Frage der Wirtschaftlichkeit eines überdimensionierten WR.


    Kann mir jemand einschätzen helfen, wie groß eventuelle Verluste durch die Überdimensionierung wären? Ist eine Überdimensionierung für die Lebensdauer besser?


    Gleichzeitig möchte ich, und das ist mir sehr wichtig, eine Ersatzstromfunktion mit der Enwitec Umschaltbox realisiert haben. Je mehr der WR also an Ausgangsleistung hat, umso besser scheint mir das.


    Ich habe vor, die Anlage auf einem Carport in den nächsten 5-10 Jahren zu erweitern. Das ist aber eben noch lange hin.


    Bekomme ich mit einem 10kwp WR ein Problem mit meiner winzigen 6kwp Anlage?


    Für Tipps und Meinungen bin ich dankbar!


    VG

    DocShine

  • Die 96% Marke des Wirkungsgrades überschreiten die heutigen WR im Bereich 10%-100% Last.

    Für SYMO 6 also 600W - 6000W und SYMO 10 1000-10000W.

    Bei 5% kann der Wirkungsgrad noch >90% sein, danach geht er üblicherweise tief in den Keller (50% Wirkungsgrad).

    Die Unterschiede zeigen sich bei starker Bewölkung und im Winter, bei Hybrid WR auch in der Effizienz des Nachbetriebes.


    Der Gen24 ist ein Hybrid, der einfache SYMO nur ein Wechselrichter.

    Laut billiger.de ist der Hybrid 8.0 Gen24 die günstigste Variante ab 1700€, der einfache WR kostet unter 1000€.

  • Gleichzeitig möchte ich, und das ist mir sehr wichtig, eine Ersatzstromfunktion mit der Enwitec Umschaltbox realisiert haben. Je mehr der WR also an Ausgangsleistung hat, umso besser scheint mir das.

    Das muss der Speicher erstmal liefern können (> entsprechend Kapazität notwendig).


    Grundsätzlich ist ein Einsatz eines überdimensionierten WR´s möglich, sofern die Module/Strings zum WR passen.

  • Grummel2 Vielen Dank für die Aufschlüsselung der Effizienz! Das war mir nicht klar. Ich muss dann nochmal in mich gehen, wie wichtig mir die Erweiterbarkeit ist.


    Ich habe mich, aus Unwissenheit bzgl. der korrekten Bezeichnungen, missverständlich ausgedrückt. Ich habe immer von Fronius Symo Gen 24 6.0 Plus und Fromius Symo Gen 24 10.0 Plus geredet.


    In dem vom mir ausgewählten Shop liegt der Unterschied der WR (8 auf 10) bei gerade mal 100€. Dafür sind die restlichen Komponenten sehr günstig.

  • Gleichzeitig möchte ich, und das ist mir sehr wichtig, eine Ersatzstromfunktion mit der Enwitec Umschaltbox realisiert haben. Je mehr der WR also an Ausgangsleistung hat, umso besser scheint mir das.

    Das muss der Speicher erstmal liefern können (> entsprechend Kapazität notwendig).


    Grundsätzlich ist ein Einsatz eines überdimensionierten WR´s möglich, sofern die Module/Strings zum WR passen.

    Hallo Light,


    stimmt wohl. Die Batterie wird das nie hergeben.


    Ich habe nun 14 Trina Vertex S+ 425 Module (5,95 kwp) an einem String hängen.


    VG

    DocShine

  • Ich habe nun 14 Trina Vertex S+ 425 Module (5,95 kwp) an einem String hängen.

    Du bist sehr schnell beim Montieren. 14 Module in 1 Std.!


    Für winzige Anlagen nimmt man meist die letzte Generation der Module (440-460Wp) und akzeptiert den etwas höheren Materialpreis. Es tut einem ja schon um den 6.0 leid ;)


    Fronius hat einen gewissen Anteil Notstromfunktion schon eingebaut, heißt es. Je nach Anspruch reicht das vielleicht schon.

  • Hätte statt "nun" auch "derzeit" sagen können. Wie erwähnt wurde ich abgezockt. Panels sind auf dem Dach, aber danach hat sich der Solarteur mit meinem Geld vom Acker gemacht. Die Panels sind seit 1,5 Jahren schon auf dem Dach. Ich musste nur die endgültige Insolvenz abwarten. "Damals" waren die 430er schon kaum zu bekommen. :)

  • bedenke:

    jede Elektronik altert schneller, wenn sie anteilg lange (zu) warm betrieben wird.


    Bei häufiger Volllast werden die Geräte wärmer, wenn die dann noch schlecht belüftet sind sterben die (statistisch) früher.


    ergo:

    wenn der WR kühl hängt und gut belüftet ist kann man den auf kurz unter NominalLeistung dimensionieren

    -> besserer Wirkungsgrad.


    Ist der aber zB oben auf dem Dachboden, wo's im Sommer sehr warm werden kann, kann aus LebensdauerGründen

    eine leichte Überdimensionierung sinnvoll sein.


    ich gehe nicht davon aus, das WR bei 10% Nominallast den besten Wirkungsgrad erreichen können.

    Dazu sind iA die GrundEigenverbräuche anteilig zu hoch.

  • Bei Fronius sollte man die Registrierung für die 10 Jahresgarantie nicht vergessen, sonst sind es nur 2.


    Die Angst vor vor vorzeitigem Ausfall möchte ich etwas bremsen.

    Vernünftige elektron. Bauteile halten auf jeden Fall die vorgegebene Lebensdauer. Andernfalls hätte der Hersteller zu viel Stress mit der Garantie und würde sie einschränken.

  • Bei 6 kWp Modulleistung ist ja ein 6kW WR schon praktisch überdimensioniert, da bei uns die Module niemals die Leistung der Laborbedingungen erreichen, für die diese Angaben gelten.

    Wir haben eine Anlage mit 12kWp Modulleistung seit einigen Jahren in Betrieb. Der höchste Momentanwert den ich bisher gefunden habe ist 10,6 kWp. Auch habe ich bisher noch nie gesehen, dass 10kW für länger als 10 Minuten aus den Modulen kamen.


    Ein zusätzliches Überdimensionieren halte ich für unnötig.

    Die Investitionskosten sind zwar nur wenig höher, aber die Anlage wird die ganzen kommenden Jahre weniger effizient arbeiten, als sie könnte.

    12,16 kWp, SHM 2.0, STP8.0, SB5.0, SI4.4M, BYD 14 kWh, 26 Module JAM60S03-320 -45/28, 12 Module JAM60S03-320 -45/10