Partielle Verschattungsoptimierung von TIGO N-Type ABC

  • Hallo,


    was haltet ihr zu diesem Werbevideo von AIKO?

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  • Mir erschließt sich die Aussage überhaupt nicht.


    Die Spannung zu messen sagt doch über die Leistung im MPP gar nichts aus, da fehlt der Strom.


    Gleiches Problem mit der Wasserpumpe (?), die wird bei höherer Spannung mit höherer Drehzahl laufen und mehr Wasser bzw. mit höherem Druck fördern.


    Der ganze Testaufbau ist völlig praxisfern, da PV Module immer an MPPT betrieben werden - egal ob diese jetzt im Optimierer oder im Wechselrichter arbeiten.

  • Naja, im Prinzip schon. Wenn der MPPT korrekt nachgeführt wird, spiegelt die Spannung die Zahl der zur Leistung beitragenden Zellen wider. Und die Stromstärke ist dann schlicht das Produkt der Zahl der Zellen (respektive ihrer Fläche).

    Letztlich wird hier die Funktion der Dioden gezeigt, die beim Standardmodul je ein Drittel des Moduls überbrücken. Folglich fehlen ein Drittel der Spannung, ein Drittel der Stromstärke und in Summe ein Drittel der Leistung.

    Im Aiko-Modul ist da offenbar anders verschaltet: Hier geht die Spannung von 45,7V auf 42,3V, dann auf 40,1V runter, bei 2 bzw. 4 verschatteten Zellen. Bei der rechnerischen Zellspannung von knapp 0,64V (45,7V/72) wären das also nur 4 bzw. 8 Zellen, die wegfallen und dementsprechend die Leistung mindern, wenn man davon ausgeht, dass die Spannung hier ebenfalls durch Überbrückung der Zellen fällt. Knackpunkt ist natürlich, dass genau diese Annahme im Video nicht gezeigt/erklärt wird.


    Edit: Was ich mich frage: Was hat das TIGO im Thread-Titel verloren? :/

  • Heckert hat auch Module, die Verschattung an der kurzen Seite tolerieren und nicht wie sonst Schatten an der langen Seite erwarten. Diese eignen sich besser für Quermontage.

    Da Aiko 3 Plugindioden angibt, wird das "Wunder" wohl nur in der gedrehten Verstringung bestehen.

    Wären es Schindelzellen oder Triplezellen, stände es dabei.

  • Die meisten Module auf dem Markt sind Halbzellen-Modelle mit jeweils 6 Zellstrings – je 3 auf der oberen und der unteren Hälfte des Moduls. Wenn nun eine Zelle im Modul verschattet wird, etwa durch Baumschatten, Laub oder Schmutz auf dem Modul, steigt der Widerstand in der verschatteten Zelle: Der Strom sucht sich den Weg des geringsten Widerstandes und geht daher nicht mehr den längeren Weg über die übrigen Zellen des betroffenen Strings, sondern über eine der 3 Bypassdioden. Dadurch verliert das Modul 1/6 seiner Leistung – 16,67 % Leistungseinbuße wegen nur einer verschatteten Zelle. Hier kommt die neue AIKO Technologie ins Spiel:


    Die neuen AIKO Neostar Gen 2 Module halten den Widerstand in der verschatteten Zelle so gering, dass der Stromfluss weiterhin durch den Zellstring laufen kann und nicht auf die Bypassdioden ausweichen muss. Die verschattete Zelle erzeugt zwar keinen Strom mehr, die restlichen Zellen des Strings liefern aber weiterhin volle Leistung. Das reduziert den Leistungsverlust auf 1/54 bzw. 1,85 % für jede verschattete Zelle. Bei nur einer betroffenen Zelle läuft das Photovoltaik-Modul also mit 98,15 % seiner Leistung statt auf 83,33 % herunterzuregeln.

  • Zitat

    das reduziert den Leistungsverlust auf 1/54 bzw. 1,85 % für jede verschattete Zelle.

    Ich glaube noch nicht so recht dran, denn das Werbevideo hätte mit einer Schachbrettverdeckung der Zellen diesen Effekt sehr deutlich zeigen können. Man hat sich mit Sicherheit bewusst dafür entschieden, dies nicht so zu tun und sich nur auf den Mittelstreifen eingeschossen (bei dem man alle Teilstrings eines herkömmlichen Moduls erwischt).

  • Heckert hat auch Module, die Verschattung an der kurzen Seite tolerieren und nicht wie sonst Schatten an der langen Seite erwarten. Diese eignen sich besser für Quermontage.

    Da Aiko 3 Plugindioden angibt, wird das "Wunder" wohl nur in der gedrehten Verstringung bestehen.

    Wären es Schindelzellen oder Triplezellen, stände es dabei.

    Die Position der Anschlussboxen mit den Dioden ist aber unverändert, was dagegen spricht, dass die Strings um 90° gedreht verlaufen.

  • Im Video wird ein Modul mit 144 Halbzellen gezeigt.

    45,6V ohne Schatten, 32,8V mit 12 abgedeckten Halbzellen. Das ist deutlich unter den von Memodo erwarteten 66/72 = 41,8V und auch deutlich weniger als 12*0,63V=7,6V Zellspannung erwarten lassen.


    Das Topcon Modul kommt nie über 42V und wird "zufällig" auf jedem Teilstring getroffen. Wie man das Durchschalten der Bypassdioden mit einer Wasserpumpe steuert, weiß ich nicht, aber augenscheinlich schalten sie beim Topcon Modul zuverlässig. Alles in allem sehr komische Umstände für einen fairen Vergleich.