63kwp PV, Landwirtschaftliches Gebäude, Nachbar und Fernwärme

  • Guten Abend Forum,

    Kurz zur Ausgangssituation:
    Netzanschluss 30kW, PV 24,9kWp, Wechselrichter 30kW (33kVA, 3x Huawei SUN2000 10KTL-M1), Speicher 30kWh. Inbetriebnahme Septemer 2023, zum 0% Mehrwertsteuersatz gekauft. Angemeldet auf meinem Vater dem auch der Netzanschluss gehört, sowie das Flurstück.

    Geplant ist eine weitere PV-Anlage mit 63kWp auf einer Maschinenhalle (Ost/West-Ausrichtung, Dachneigung ca. 25 Grad, Standort Norddeutschland/Niedersachsen, Teilweise verschattet durch Bäume). Diese ist laut Grundsteuer der landwirtschaftlichen Nutzung zugeordnet.
    Den Strom würde ich gerne über den Netzanschluss meines Nachbarn einspeisen. Dieser hat ebenfalls 30kW Kapazität. Ich würde gerne meinem Nachbarn den Strom verkaufen und zusätzlich die Einspeisevergütung bekommen. Meine Nachbarn wohnen nicht mehr lange (ca 5 Jahre) dort und danach könnte und würde ich das Grundstück kaufen. In diesem Jahr soll der Nachbar noch an die Hackschnitzelheizung meines Vaters angeschlossen werden, per Wärmeleitung.

    So nun zu den Fragen:
    1. Ist das Vorhaben überhaupt möglich, dass ich die Anlage errichte und betreibe, den Stromanschluss des Nachbarn nutze, ihm Strom verkaufe und zusätzlich die Einspeisevergütung bekomme?

    2. Macht es Sinn ein eigenes Gewerbe zu Gründen? Thema Steuerfreiheit bei landwirtschaftlichen Gebäuden. Hier gelten ja 15kWp pro Anlage und Betreiber soweit ich das verstanden habe. Generell wäre es machbar dies auf 4 Betreiber (bei 60kWp) aufzuteilen (habe 3 Geschwister plus mich).
    Da aber für die Wärmelieferung sehr wahrscheinlich eh ein Gewerbe gegründet werden müsste und das nicht mehr in dem landwirtschaftlichen Gewerbe (Einzelunternehmen) möglich ist, könnte man die PV-Geschichte im neuen Gewerbe gleich mit aufnehmen. Termin beim Steuerberater ist am Freitag.

    3. Sicher macht es Sinn, falls das so klappt, sich um einen Vertrag zu kümmern. Hat da jemand Erfahrungen oder solch ein Vorhaben schon umgesetzt?

    4. Gibt es etwas was ich vergessen habe und worauf ich noch achten muss?

    Ich hoffe, dass die Informationen ausreichen um mein Anliegen zu verstehen und um mir zu Helfen. Falls doch etwas unklar ist oder noch Informationen fehlen meldet euch gern bei mir.
    Genaue Infos der Anlage kommen sobald dies Umsetzbar ist.

    Ich freue mich auf eine tolle Diskussion unter diesem Beitrag.
    Zudem hoffe ich, dass ich meinen Beitrag im richtigen Unterforum gepostet habe.

    Vielen Dank euch allen

    Mit freundlichen Grüßen

    Jürgen

  • Wechselrichter 30kW (33kVA, 3x Huawei SUN2000 10KTL-M1)

    Das machte die Anlage sehr teuer im Vergleich zu 30kVA.

    Bis zu welcher Leistung geht eure damals installierte Wandlermessung?

    Meine Nachbarn wohnen nicht mehr lange (ca 5 Jahre) dort und danach könnte und würde ich das Grundstück kaufen.

    Mach schriftliche Verträge für die Errichtung der PV und der zukünftigen Übernahme.


    1) Der registrierte Betreiber bekommt die Vergütung. Als Stromlieferant wirst du aber nicht auftreten wollen, denke ich.

    Fair empfinde ich es, dem Nachbarn seinen Eigenverbrauch zu gönnen und dafür keine Pacht für die Fläche zu zahlen.

    Warum sollte er sonst darauf eingehen?

  • Das machte die Anlage sehr teuer im Vergleich zu 30kVA.

    Bis zu welcher Leistung geht eure damals installierte Wandlermessung?

    Wir hatten nie eine Wandlermessung und haben zur Zeit auch keine. Netzbetreiber sowie Messstellenbetreiber ist die EWE bei der das gemeldet ist sowie im Marktstammdatenregister registriert. Netzanschlussbegehren wurde mit 24,9kWp mit 30kW bzw 33kVA gestellt und angenommen. Zentraler Netz- und Anlagenschutz ist installiert und dank Kuppelschalter recht günstig gewesen.


    Fair empfinde ich es, dem Nachbarn seinen Eigenverbrauch zu gönnen und dafür keine Pacht für die Fläche zu zahlen.

    Warum sollte er sonst darauf eingehen?

    Vielleicht hatte ich es oben falsch oder nicht klar formuliert. Die Maschinenhalle gehört meinem Vater. Die PV-Anlage würde auch mein Vater/oder ich/oder das Unternehmen was eventuell gegründet wird kaufen. Es sollte halt der Stromanschluss des Nachbarn genutzt werden weil unser eigener ausgereitzt ist und ich den auch nicht erhöhen kann. Zumindest nicht ohne Mittelspannungstrafo (Aussage EWE).
    Bei einer Volleinspeiseanlage müsste das so funktionieren. Ich bin der registrierte Betreiber und bekomme die Vergütung für den eingespeisten Strom.
    Ich weiß halt nicht wie das geht bei einer Überschusseinspeisung. Da würde ich den überschüssigen Strom auch vergütet bekommen aber was passiert mit dem Verbrauch meines Nachbarn? Schenken kann ich dem die wohl nicht. Mein Nachbar verbraucht so um die 3500kWh pro Jahr.

  • Die Maschinenhalle hat über den Netzanschluss von meinem Vater Strom. Ist aber nur 6mm² CU.

    Vom Nachbarn würde ich dann ein neues Kabel ziehen

  • Dann wird die Diskussion mit der EWE schwierig!


    Grund: Aus sicht des Netzbetreibers ist dann durch den Potentialausgleich der PEN des Nachbarn und der andere PEN miteinander verbunden.

    Die kann dazu führen, dass der Neutralleiterstrom des Stromnetztes durch die beiden Netzanschlüsse fließt.


    NAB für die 64kWp schon gestellt, oder ist das mit dem Trafo eine mündliche Aussage?

  • Das Kabel vom Nachbarn soll ausschließlich für die PV da sein. Der Stromanschluss der besteht soll auch bestehen bleiben aber keine Verbindung zu der PV-Anlage haben.

    NAB ist noch nicht gestellt. Wollte erstmal die Steuerrechtlichen Dinge klären und verstehen. Trafo war eine mündliche Aussage. Netzanschluss zu erhöhen wäre ne Möglichkeit wenn auch nicht ganz günstig.

    Ich habe im Oktober 2023 mit der EWE geschrieben und gefragt ob es möglich ist, die Module und Wechselrichter auf meinem Grundstück stehen zu haben aber auf dem Nachbargrundstück einzuspeisen. Als Antwort kam: "Nach unserem Kenntnisstand gibt es aktuell keine gesetzliche Regelung, die verbietet, dass die Module der Anlage auf Ihrem Grundstück stehen und die erzeugte Energie auf dem Nachbargrundstück eingespeist wird."

  • Netzanschluss zu erhöhen wäre ne Möglichkeit wenn auch nicht ganz günstig.

    Die Verstärkung eines bestehenden Netzanschlusses für EE Einspeisung hat der Netzbetreiber zu tragen, wenn ich mixh recht erinnere.



    gesetzliche Regelung

    Ist ja auch nur ein technisches Problem, das auch nur besteht weil zwei Netzanschlüsse in einem Gebäude zusammen kommen.


    Ich hatte ähnliches vor. Letzendlich hab ich dann Hof und zwei Wohnhäuser (Altenteil und Betriebsleitet) von 3 Anschlüssen auf einen zusammengezogen.

    Die EWE hat das Netz verstärkt mit einer Trafostation auf dem Grundstück.

    Im Endausbau sind gute 220kWp geplant.

  • Jetzt mal ganz langsam, wird interessant grade.

    Also zahlt die EWE mir den Trafo und den größeren Netzanschluss wenn ich Bock (und die Fläche) habe um alle Dachflächen vollzupacken?

    Bisher sind es ja nur die 24.9kWp. Auf die andere Seite könnten nochmal 24.9kWp. Weiteres Stalldach gut 45kWp, nächstes Dach auch gut 30kWp plus die Maschinenhalle mit etwas über 60kWp. Sind in Summe ja auch gute 160kWp zusätzlich zu den 24.9kWp.
    Habe ich das richtig verstanden gernoot?

    Weil wenn das so geht spare ich mir das Theater mit meinem Nachbarn und mach das lieber so. Wenn die EWE das zahlt gerne :thumbup: