Fragen zur Erweiterung der PV-Anlage

  • Hallo zusammen,


    wir haben vergangenes Jahr unsere Doppelhaushälfte gebaut. Die PV-Anlage mit 7,5 kWp habe ich selbst geplant und zusammen mit einem Elektromeister (den ich übrigens über dieses Forum kennengelernt habe) installiert. Läuft prima! Installiert ist ein Sungrow sh8.0rt Hybrid Wechselrichter.


    Nun steht der Bau einer Garage mit Carport an. Auf beides kommt ein Satteldach mit Nord/Süd-Ausrichtung.


    Nun kam mir folgender Gedanke:


    Unsere PV-Anlage auf dem Hausdach hat Südausrichtung mit 32 Grad Dachneigung. Die Maximalleistung von 7,5 kW kommt allerdings nur sehr selten rein. Alle Module laufen auf einem String. Könnte ich nun mehrere Module (ich denke da an 8 Stück) auf dem Garagendach installieren und als 2. String über den bereits bestehenden Wechselrichter laufen lassen? Dass bei 8 kW Leistung Schluss ist, ist mir klar - allerdings hätte ich dann bei weniger Sonnenlicht deutlich mehr Ertrag.


    Der Installationsaufwand und auch die Kosten würden sich dadurch stark verringern, da im Schaltschrank nichts verändert werden müsste.


    Was meint Ihr?

  • Kannst du prinzipiell so machen.


    Du musst die Grenzen für Spannung und Strom je MPPT einhalten, was bei einem noch freien MPPT und 8 Modulen vermutlich kein Problem darstellt.


    Wenn die max. PV-Leistung dann im Verhältnis zur AC-Leistung des Wechselrichters überdimensioniert ist, bleibt in manchen Situationen evtl. Mehrleistung (> 8 kW) ungenutzt. Das ist technisch aber kein Problem, der Strom fließt gar nicht.


    Den Elektriker brauchst du für die Inbetriebnahme trotzdem (zumindest Stempel und Unterschrift auf dem Formular bzw. entsprechende digitale Meldung). Auch ein neues / geändertes NAB musst du rechtzeitig beim VNB stellen. Und natürlich im Marktstammdatenregister die neuen Module wie eine neue Anlage eintragen.


    Außer der zusätzlichen DC-Verkabelung muss aber elektrisch vermutlich nichts groß umgebaut werden. Evtl. DC-Überspannungsschutz und Potentialausgleich bedenken.

  • Schau nach, was das Datenblatt vom WR Max. an kWp zulässt. Was da drüber raus geht, kann funktionieren, nur deine Garantie auf den WR wäre dann futsch.

    Danke für die Antwort. Laut Datenblatt kann der WR 12 kW - da komme ich nicht hin :)

  • Dachneigungen jeweils? Nord nicht vergessen!

  • Danke für die Antwort! Sehr hilfreich!


    Die max. Eingangsleistung des Wechselrichters DC liegt bei 12 kW. Das würde passen. Ich habe aktuell 7,5 kWp - auf der Garage würden noch 3,5 dazukommen.


    Wie läuft das mit der Einspeisevergütung, wenn ich die Anlage dieses Jahr erweitere? Aktuell bekomme ich für meinen Strom 8,2 ct/kWh.

  • max. Eingangsleistung des Wechselrichters DC liegt bei 12 kW

    Das ist eine Empfehlung, keine Betriebsgrenze.


    Spannung und Strom pro MPPT müssen innerhalb der Betriebsgrenzen liegen. Die maximal mögliche Leistung (Watt "peak") spielt gar keine Rolle.


    Mehr als 8 kW kann der Wechselrichter nicht umsetzen. Die Mehrleistung der Module ist theoretisch; der Strom fließt aber nicht.


    Was passiert mit PV-Modulen wenn sie in der Sonne liegen aber gar nicht angeschlossen sind? ;)

    Nord nicht vergessen!

    Guter Einwand. Vielleicht ist der freie MPPT besser geeignet, um einen String auf dem Norddach anzuschließen und für den Carport dann einen zweiten, kleinen Wechselrichter?


    Wie läuft das mit der Einspeisevergütung, wenn ich die Anlage dieses Jahr erweitere? Aktuell bekomme ich für meinen Strom 8,2 ct/kWh.

    Die wird leistungsanteilig berechnet. Seit 01.02.2024 gibt es für Überschusseinspeisung bis 10 kWp 8,1 Cent. Also kein großer Unterschied.


    Wenn du über die 10 kWp kommst, wird auch ein leistungsanteiliger Durchschnitt gebildet.


    Beispiel: Du hast jetzt 7,5 kWp und es kommen 3,5 kWp dazu. Also insgesamt 11 kWp.


    Davon 7,5 kWp mit 8,2 ct, 2,5 kWp mit 8,1 ct und 1 kWp zu 7 ct (Anteil > 10 kWp).


    Macht (7,5 * 8,2) + (2,5 * 8,1) + (1 * 7) / 11 = 8,068 ct durchschnittliche Vergütung.


    Dazu sind keine weiteren Zähler nötig, berechnet der VNB.

  • Ich habe in meinem Wechselrichter 2 MPPT - aber 3 Anschlüsse :/


    Für was ist der 3. Anschluss?


    Einen 2. Wechselrichter möchte ich aufgrund der Kosten (Kaufpreis WR und Anschlusskosten Elektriker) vermeiden.

  • Bei Modellen mit größerer Leistung sind da Buchsen für einen 3. String. Der ist aber intern mit PV2 parallel geschaltet. Damit kann man sich einen Y-Verbinder oder einen kleinen GAK sparen.

    Das heißt ein 3. String mit der Nordseite würde bei dem WR keinen Sinn machen.


    Für die Nordseite einen extra WR zu installieren macht von der Kostenseite her keinen Sinn für mich.


    Mal angenommen, ich würde später mal zusätzlich ein BKW installieren. Ist das überhaupt noch möglich? Der Zähler kann ja nicht unterscheiden, ob der Strom vom BKW oder der PV-Anlage kommt.