PV Anlage für Mieter ohne Einspeisevergütung

  • Wäre es eigentlich möglich, dass der Mieter den Überschussstrom bekommt und der Vermieter die Einspeisevergütung? Müsste dann trotzdem der Mieter der Betreiber sein?

  • Selbstverständlich ist das möglich.

    Dazu gibt es zwei Varianten ("Eigenstrom im MFH für alle" ist es dann ja nicht):


    A) Wer die EspV erhält ist der Betreiber, weil er im Messkonzept den Zähler rechtlich verantwortet. Soll dann ein anderer den erzeugten EE-Strom verbrauchen, muss eine Zählgrenze überschritten werden, damit ist es "Strom zum Verkauf".


    B) du erklärst dem Netzbetreiber, ihr seid auf dem Grundstück eine Erneuerbare Energie-Gemeinschaft und ihr übt euren freien Marktzugang gemeinsam aus und intern wird kein Stromverkauf betrieben. Damit bestimmt der Anlagenbetreiber (die EE-GbR) die Betriebsweise (ÜE, ggfs. VE) und das Messkonzept (ein Zähler für Bezug und Lieferung) und der VNB prüft auf Rechtskonformität. Ergebnis, ja i.O. machen wir so.


    Was ihr dann dahinter, wie umsetzt, dafür interessiert sich der VNB nicht mehr. Ab jetzt macht ihr was ihr wollt, privatrechtlich, steuerrechtlich und im Zählerkasten hinter dem einen offiziellen Zähler. Smart Meter auf der Hutschiene sind keine Zâhler im Messkonzept ggü. dem Netzbetreiber. Wenn die Realität vom "offiziellen Eigenstromkonzept / Kein Stromverkauf" abweicht ist das Unkenntnis, im Graubereich, interessiert niemanden, solange bis es einen stört. Früher wurde Stromverkauf sehr eng ausgelegt, damals gab es auch eine EEG-Umlage. Bis heute jemand überprüfen will, was Stromverkauf in einer EE-GbR ist und was nicht, bis dahin fließt viel EE-Strom durch eure Leitungen.


    https://www.bundestag.de/resou…ng_Umweltenergierecht.pdf mit Dr. Daniela Fietze und andere.


    Ich empfehle "2. Befreiung von Lieferantenpflichten zu weitgehend" auf Seite 5 zum Lesen: "Das Leitbild ist also das einer echten „Eigen“versorgung – Anwohner oder Nutzer eines Gebäudes schließen sich zusammen und organisieren gemeinsam ihre Energieversorgung"

    Damit macht ihr genau was ihr sollt:

    "schließt euch zusammen und organisiert gemeinsam eure Eigenversorgung".

    C'est ca. Seid euch nur darüber im Klaren wer der energierechtliche Betreiber ist, ihr ALLE, die EE-GbR.


    Dass ihr gemeinsam der Betreiber seid, sonst ist es kein "Eigenstrom im MFH für alle", du aber alleine die EspV bekommst, habt ihr gemeinsam so organisiert (hast du es so diktiert, dann ist es nicht gemeinsam organisiert). Eigenstrom ist im MFH zur Verhandlungssache geworden. Demokratische Prozesse im Treppenhaus, da freut sich im kleinen MFH jeder drauf. Das habe ich beim Modell "atmende Pauschale" anders gelöst. Sauber gelöst, weil die EspV peanuts sind, als sich deswegen angreifbar zu machen. Ich will ein paar Wohnungen vermieten und keinen Strom verkaufen, auch nicht an den Netzbetreiber. Da bin ich vielleicht zu vorsichtig (wahrscheinlich). Viel Erfolg.

  • Das Hauptproblem bleibt weiterhin, wenn der Mieter Betreiber ist, braucht er auch eine entsprechende Haftpflicht. Wie soll man das als Vermieter kontrollieren können, ob das passt.


    Irgendwie scheint mir das alles viel zu kompliziert für die Praxis.

  • „Wer etwas will, sucht Wege, wer etwas nicht will, sucht Gründe.“ Zitat.

    Das Hauptproblem bleibt weiterhin, wenn der Mieter Betreiber ist, braucht er auch eine entsprechende Haftpflicht. Wie soll man das als Vermieter kontrollieren können, ob das passt.

    Suchst du Lösungswege oder Gründe?


    Wenn du die PV-Anlage als Vermieter betreibst (Strom verkaufst, an Mieter und Netzbetreiber), damit Gewinneinkûnfte erzielst, betreibst du ein Gewerbe, derzeit steuerfrei §3nr.72 EStG. Damit brauchst DU diese Versicherung, wenn du das Risiko als Unternehmer nicht selbst tragen willst. Ich vermute mal deine private Haftpflichtversicherung wird nicht für deine gewerbliche Tätigkeit zahlen wollen. Frage dazu am besten einen Versicherungsfachmann, der mit Angst Geschäfte macht und dir gerne eine Betriebsunterbrechungsversicherung empfehlen wird.


    Jeder gewinnorientierte Unternehmer ist verpflichtet die Betriebssicherheit seiner elektrischen Anlage und Betriebsmittel durch Wartung zu gewährleisten. Aber bisher erzielst du mit deiner Vermietung Überschusseinkünfte das ist kein Gewerbe sondern private Vermögensverwaltung. Deshalb hast du vielleicht eine Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht. Auch als Privatperson und Vermieter bist du für die Betriebssicherheit deiner elektrischen Anlage (Kundenanlage) auf dem Grundstück verantwortlich. Wenn da jetzt was passiert? Wann wurde die elektrische Anlage errichtet? Damals (Baujahr) hat ein Anlagenerrichter mit der Inbetriebnahme die gesamte Hausinstallation normgerecht und betriebssicher an dich übergeben. Es gilt zwar mit der Inbetriebnahme die juristische Vermutung, dass noch alles i.O. ist. Aber wer hat seither daran herumgebastelt? Wie lange ist der letzte E-Check her? Das wird die Versicherung im Schadensfall alles wissen wollen, um zuallerest zu prüfen ob man die Vermutung nicht in Zweifel ziehen kann, um eine Schadensbegleichung zu vermeiden.

    Was eine Wohngebäudeversicherung haben möchte, hier z,B. für ein Steckersolargerät mit gedrosseltem Mikro-Wechselrichter oder ist es doch eine netztechnisch signifikante Solaranlage?

    Irgendwie scheint mir das alles viel zu kompliziert für die Praxis.

    In der Praxis ist es nur kompliziert, wenn du Tätigkeiten der privaten Lebensführung mit unternehmerischem Handeln vermischt bzw. das Eine nicht klar vom Anderen trennst, bevor du nach der Antwort suchst.


    Deshalb ist ab heute (Rechtskraft EEG mit Solarpaket 1) das Steckersolargerät, ein Haushaltsgerät für die neue typische Haushaltstätigkeit der Eigenstromerzeugung entstanden, neben waschen, kochen, bügeln, saugen, usw. Damit kann bei der Stromerzeugung ab heute dogmatisch und rechtssicher zwischen der gewerblichen Tätigkeit Stromverkauf mit einer Solaranlage und der privaten Tätigkeit Eigenstromerzeugung (Solargerät) unterschieden werden.


    Ein kleines Gerät, aber ein großer Schritt für die Erzeugung von Eigenstrom nach § 3 Nr. 13 EnWG für alle Bevölkerungsschichten. Unabhängig vom Eigentum des Solargeräts und seiner Verbindung zum Netz, immer ist der Benutzer für den sicheren Betrieb verantwortlich, wie beim Elektroherd in der mitvermieteten Einbauküche. Bei Mieterwechsel bleibt die EBK gerne an Ort und Stelle, falls Mietereigentum gegen Abstandszahlung. Für das einheitliche Erscheinungsbild der "Parabolantennen" kann der Vermieter selbst sorgen, z.B. durch seine proaktive Gestaltung der Wohnungsausstattung.


    Jetzt müssen wir im MFH noch die "Erneuerbare Energieen-Gemeinschaft" folgen lassen. Denn in einer EE-GbR kommt die Möglichkeit hinzu die steuerliche Dogmatik der Trennung zw. Gewinneinkûnften und Überschusseinkûften zu überwinden. Im Energierecht wird der Dualismusgrundsatz bei der Gemeinschaftlichen Gebäudeversorgung §42b EnWG durch Zebra-Strom im iMSys mit RLM zwischen den Wohnungszählern und dem virtuellen bzw. physischen Summenzähler aufrechterhalten. Diese Analogie ist bei der Liebhaberei bei PV Anlage auf fremdem Dach bereits erwähnt.


    In einer EE-GbR wird es möglich sein, das primäre Ziel, die Erzeugung von EE-Eigenstrom, dessen Verbrauch oder Speicherung, mit dem sekundâren Ziel, die Teileinspeisung/Überschusseinspeisung mit der Vergütungsform "Einspeisevergütung" zu kombinieren, anstatt mit der "entgeltfreien Abnahme" die finanzielle Nulleinspeisung zu verlangen.

    Im Netzparallelbetrieb ist die physikalische Nulleinspeisung mit zusätzlichem Aufwand in der Steuerung zwar möglich, der aber ebenso unsinnig wie die für das Steckersolargerät, die im EEG geforderte finanzielle Nulleinspeisung durch die "unentgeltliche Abnahme". Das mag als Antrieb zum gemeinschaftlichen Handeln verstanden werden


    Viele belächeln das Balkonkraftwerk bzw. das netztechnisch nicht signifikante solare Stromerzeugungsgerät, wie es hoffentlich auch der VDE richtig versteht. Nein, das Steckersolargerät ist in der aktuellen dynamischen Energie- und Steuerechtsentwicklung, das wichtigste Arbeitsfeld, um die Demokratisierung der Stromwirtschaft durch Dezentralisierung voranzubringen. Deshalb muss der VDE eine Produktnorm für das Steckersolargerät schaffen und dabei ziert und windet er sich widerwillig, arbeitet sich an Steckern ab, anstatt sich in Ausstattungstandards um die Leitung der Zukunft zu kümmern. Mit der Produktnorm widerum, werden die Netzbetreiber gezwungen, ein stromerzeugendes netztechnisch nicht signifikantes Haushaltsgerät wie einen Elektroherd behandeln zu müssen.

    Technik ist bei PV nie ein Problem. "Bei Recht und Steuern geht es nur um den Betreiber."

    Die Anschlussleitung für das Balkonkraftwerk ist weder für den VDE noch den Netzbetreiber ein Problem, sofern sie elektrisch ordentlich dokumentiert ist. Das ist die Inbetriebnahme einer neuen Anschlussleitung, denn das Gerät ist netztechnisch nicht signifikant, z.B. durch einen E-Check durch einen Elektriker für das ganze Haus oder durch Fotos, wie bei der Gebäudeversicherung).


    Keiner will die Energiewende im Kleinen verhindern, alle suchen Lösungswege.

    Eine grundsätzliche Anfrage beim GDV könnte weiterhelfen: Mieter als Betreiber von Photovoltaik / nicht netzrelevant / netzrelevant / mit Gewinnerzielungsabsicht / ohne Gewinnerzielungsabsicht. Einem Versicherungsverkäufer würde ich für diese Grundsatzfragen derzeit noch die Kompetenz absprechen.

    Der GDV kann dazu Auskunft erteilen. Ob die Erzeugung von EE-Eigenstrom §3 Nr.13 EnWG als typische Haushaltstätigkeit der privaten Lebensführung gilt und von der privaten Haftpflichtversicherung abgedeckt ist, solange die Vermutung gelten darf, dass dies mit einem normkonformen netztechnisch nicht signifikanten solaren Erzeugungsgerät (Steckersolargerät, auch als Eigenbau) oder einer Solaranlage (die ein NAB und eine IBN erfordert, weil netztechnisch signifikant) geschieht. Vielleicht ist es auch ein Unterscheidungsmerkmal bei den Versicherern.


    Da das Steckersolargerät versicherungrechtliches Neuland ist, wird vermutlich im Forum keine verlâssliche Aussage kommen. STSC du fragst mit den hier verwendeten Begriffen beim GDV.de nach, wo die Risiken aus der Benutzung

    angesiedelt bzw. abgedeckt werden, bei den privaten Haushalten (als Nutzer des Eigenstroms/Betreiber) in der Privathaftpflichtversicherung oder bei der Haus- und Grundbesitzerhaftpflicht, dem Grundstückseigentümer/Vermieter. Eine Mieterhaftpflichtversicherung ist Teil der meisten Hausratversicherungs- und Haftpflichtversicherungstarife. Von der Antwort berichtest du uns hier. Geben und Nehmen, davon lebt ein Forum. Schnelle Antworten gibt es für Geld bei Beratern, mit der Vermutung der Richtigkeit und möglicherweise einer absichernden Doppelversicherung. Letztendlich muss man darüber einen klârenden Satz bei der Übertragung des Nutzungsrechts verlieren.