Gibt es von Kostal auch *große* Speicherlösungen von > 100 kWh in Verbindung mit dem Pico 100?

  • Hallo,

    wir konzipieren gerade eine auf unserem Bürogebäudedach befindliche Anlage mit - je nach Feintuning - 170-200 Modulen und bis zu 85+ kWp. Ein sehr schöner geeigneter Wechselrichter wäre der Kostal Pico 100 kW.


    Das Bürogebäude hat aus technischen Gründen eine hohe Grundlast von z.B. 20 kW, plus potenziell eine Menge Extralasten wie Wallboxen und Klimaanlagen. Die Grundlast wird auch in der Nacht benötigt, die Extralasten konzentrieren sich fast alle tagsüber, also zu Bürozeiten. Man könnte also in einer normalen 10h-Nacht problemlos 200 kWh verfrühstücken, z.B. aus einem Batteriesystem.


    Die Frage ist, ob es ein Kostal-kompatibles Batteriesystem in Gewerbegröße gibt? Die Plenticore BIs kommen mir da viel zu klein und deplaziert vor.


    Ein neuer Plenticore G3 kann wohl immerhin 3 dicke BYD HVM/HVS ansteuern, also immerhin bis zu 66,3 kWh. Aber ich weiß nicht, ob die G3s schwarmfähig sein werden, und schon gar nicht, ob mehrere G3s mit jeweils einem Speichersystem pro G3 zusammenarbeiten könnten.


    Das evaluierte Konkurrenzsystem ist ein SMA Core 2 110 kW samt der SMA Commercial Storage Solution. Der Core 2 ist preislich okay, so wie der Pico 100 auch. Aber die Commercial Storage Solution ist sehr teuer, man liegt (ohne Installationskosten) schnell bei 900+ Euro/kWh. Bei einem G3 mit BYDs liegt man eher bei 500.


    Habt Ihr da Erfahrungen, gibt es ein Kostal-geeignetes Gewerbespeichersystem?


    Danke!


    PS: Würde eine "Arme Leute"-Lösung funktionieren, nämlich eine Kombination aus dem hybriden G3 und dem Pico 100?

  • Was meinst du mit Kostal geeignet?

    Bei der Größe brauchst du eh einen eigenen Batteriewechselrichter mit Messstelle am Einspeisepunkt.

    Da ist es dann egal was du nimmst.


    Bei 20 Kw Grundlast und nur 80 kWp Pv würde ich mir den Speicher genau Überlegen.

    Wenn du den Speicher so auslegst das er dich durch eine Durchschnitts Nacht mit Grundlast bringt, wird er Tagsüber oft nicht voll werden.

  • Moin,

    Ich bin da Laie, jedoch Energieanlagenelektroniker und technischer Informatiker.

    Es heißt zwar bei Kostal, das man nur einen Speicher betreiben kann, da die FW nur einen steuern kann. Wenn man jedoch einen zweiten extern steuert und damit einen Teil der Grundlast fest entlädt, dann sollte der Master mit seinem Speicher den Variablen Teil regeln können.


    Weiterhin würde ich mir vorstellen auch eine Lastverteilung auf Inseln, als eine Art Kaskade umzusetzen. Jede Insel steuert erstmal sich selbst und schiebt Überschuss, bzw Bedarf als AC-Leistung weiter. Dadurch arbeitet jede Insel autark mit einem eigenen Speicher.

    Ein Monitoring und die Optimierung müsste jedoch auch hier extern gesteuert werden, was insbesondere Zwangsspeicher und Zwangsentladen zwischen den Inseln betreffen würde.

    Ein erstes Projekt wäre jedoch die Optimierung der Grundlast des Gebäudes in der Nacht. Gibt es da Möglichkeiten diese zu reduzieren oder in die Tageszeit zu verschieben?


    My5cent

    Christian

  • Warum setzt du nicht auf Systeme die mehr als einen Hybridwechselrichter bedienen können wie Huawei?

    Ich würde dort mit 3st SUN2000-25KTL-MB0 arbeiten an jeden kannst du bis zu 60kWh oder ich glaube sogar 120kWh Speicher installieren und alles über den Smartlogger 3000A steuern.


    Das mit einzelnen Inseln ist gebastel du musst ja auch noch das Einspeisemanagement mit dem FRE um Netzsnschlusspunkt umsetzen.


    Ob ein so großer Speicher jedoch Sinn macht solltest du mit PV-Sol prüfen.


    Gruß

    Max

  • Moin,

    erstmal danke für die Antworten.


    • Die 20kW-Grundlast kriegt man nicht weg, das ist ein Rechenzentrum. Die Last wird eher noch raufgehen.
    • Insellösungen sind mir zu kompliziert. Lieber einfach halten.
    • Preislich schön wäre halt, wenn man mit z.B. BYDs über die Runden käme, ich weiß aber nicht, wie.

    Viele Grüße

  • Dann könntest du mit Sungrow Hybridwechselrichter arbeiten also mehrere SH10RT, davon können bis zu 5st Kaskardiert werden und du könntest mit der Backup Funktion auch noch die USV unterstützen ;)

    An die Wechselrichter können HVM und HVS Speicher angeschlossen werden.

  • Hallo MadMax,


    danke für den Tipp. Den SH10RT in der "deutschen Version", also SMA Hybrid, verwende ich schon mit 3 HVMs per Combiner Box = 66,3 kWh. Das funktioniert auch. Aber AFAIK darf nur einer der Hybriden die Batterie angeschlossen haben. D.h. man wird nicht größer als 3xHVM und bekommt auch keine größere Lade/Entladeleistung als die ~10kW.


    VG

  • Hallo MadMax,


    danke für den Tipp. Den SH10RT in der "deutschen Version", also SMA Hybrid, verwende ich schon mit 3 HVMs per Combiner Box = 66,3 kWh. Das funktioniert auch. Aber AFAIK darf nur einer der Hybriden die Batterie angeschlossen haben. D.h. man wird nicht größer als 3xHVM und bekommt auch keine größere Lade/Entladeleistung als die ~10kW.


    VG

    Außer mit der Bastellösung ;)

  • Die 20kW-Grundlast kriegt man nicht weg, das ist ein Rechenzentrum. Die Last wird eher noch raufgehen.

    Darf ich SMA Sunny Island vorschlagen? Je drei davon um ein dreiphasiges Netz aufzubauen. Die sind Inselfähig, daher der Name. 3 x Sunny Island 8.0 sind schon 18 kW. Man kann aber auch z.B. 6 x Sunny Island 6.0 nehmen, macht 27,6 kW. Noch dazu können die einen Generator ansteuern. Also wenn der Akku leer wird ein Signal zum Start geben. Reicht die Generatorleistung, wird nicht nur die Last über den Generator versorgt, sondern auch der Akku geladen. Ist der Akku wieder voll genug wird der Generator wieder abgestellt. Ist doch optimal für die Notstromversorgung :)

    Bei Sonnenschein scheint wird auch der PV-Strom genutzt um die Akkus zu laden.


    Welchen Wechselrichter für die PV-Anlage man nimmt ist egal. Die sind über AC gekoppelt.