Entscheidungshilfe Wärmepumpenangebote

  • Guten Abend,


    ich komme hier mit einer Frage zu Beratung, weil ich selbst sehr verunsichert bin und bitte dringend um Rat. Ich hoffe, dies ist der richtige Forenbereich. Falls nicht, bitte ich um Verschiebung oder auch einen Rat, wo ich diesbezüglich nachfragen könnte.


    Ich saniere mein Haus und tausche die Heizung von Öl. Mein Haus hat nur Heizkörper, wir sind zwei Erwachsene und zwei Kinder. Die berechnete Heizlast des Energieberaters nach Sanierung wird ca. 4,5kW betragen, Warmwasser nicht einkalkuliert.

    Ich habe gleichzeitig eine relativ große PV Anlage auf dem Dach und würde deshalb gerne die Möglichkeit haben, den von mir kreierten Überschuss in der Übergangszeit und an sonnigen Wintertagen sinnvoll für die WP zu nutzen.


    Mir liegen jetzt zwei Angebote für Wärmepumpen vor, die in Teilen unterschiedlicher nicht sein können.

    Angebot a) Viessmann

    - Viessmann Vitocal 250-A 251 mit 6kW

    - 300L Vitocell 100-V CVWC Warmwasserspeicher

    - 400L Vitocell 100-e-SVPB Pufferspeicher

    - Divicon Mischer

    inkl. Elektrik & Isolierung der Rohre

    ca 135h Arbeit für Heizungstausch geplant

    Basispreis A


    Mir ist z.B. nicht klar, wie der Puffer eingebunden ist. Ich denke es ist der klassische parallel eingebundene Puffer.


    Angebot b) Ovum

    - ACP208P mit dem PV Paket

    - Wärmepumpenschichtenspeicher mit 500L und Friwa

    - Enthärtungsanlage wg. Friwa

    - exkl. Elektrik & Isolierung der Rohre (mit jeweils ca. €2500 brutto geschätzt)

    - Gesamtpreis: € 9000 höher, bei ca 95h Arbeit für Heizungstausch geplant


    Nun zu meinen Fragen. Ich wollte eigentlich Ovum, da mir die PV Einbindung wichtig und die Wärmepumpe so effizient ist. Ein Preisunterschied von fast € 10.000, der wegen den 40 Arbeitsstunden weniger sogar noch höher ausfallen kann, lässt mich aber zurückschrecken.


    a) Ist denn die Viessmann Konstellation, die da oben steht, inkl. Warmwasserbereitung richtig dimensioniert?

    b) Ist sie eine Effizienzvernichtungsmaschine? Falls ja, wäre sie zumindest so effizient, dass der Preisunterschied das wett macht?

    c) Was müsste man am Viessmann Angebot in Bezug auf Puffer ändern, um es effizienter zu machen?

    d) Kann die Viessmann Wärmepumpe PV Steuerung? Ich habe hier recht wenig v. Viessmann selbst gefunden und bin deshalb etwas misstrauisch. Wenn das leicht ginge, würden sie viel damit werben.

    e) Ist ein Schichtspeicher konkret für Wärmepumpen ausgelegt sinnvoll? Falls nein, welche Alternativen gäbe es eurer Meinung nach?

    f) Zu welchem Angebot würdet ihr mir raten?


    Ich bedanke mich im Voraus für eure Hilfe und hoffe, dass ihr mir helfen könnt, sodass ich eine sinnvolle Entscheidung treffen kann. Man hat diese Heizung ja dann wieder etliche Jahre, deshalb möchte ich keine völlig schlechte Entscheidung treffen, die mir die nächsten Jahre völlig vermiest.

    Vielen vielen Dank im Voraus für jedwige Tipps und Hinweise und euch noch einen schönen Abend.

  • Standardfragen:

    Wieviele m2 hat das Haus.

    Welche Heizkörper, welche Vorlauftemperatur wird nötig sein?

    Wird der Volumenstrom immer sicher gestellt (also die meisten Thermostate deaktiviert)?


    Puffer und Mischer als auch Schichtenspeicher deuten in beiden Angeboten auf Sicherheitshydraulik mit Effizienznachteilen hin, vor allem der Schichtenspeicher (vmtl. Kombipuffer, was das schlimmste Energievernichtungsdingsbums sein wird). Da würde ich mir erstmal die genauen Hydraulikschemata geben lassen.


    Bei 4,5 kW sollte man auf eine sehr niedrige untere Modulationsgrenze der WP achten.


    Was bedeutet Basispreis A denn in €?

    VG

    A-Min

  • Angebot b beinhaltet eine Enthärtungsanlage und eine friwa?

    ... soweit ich sehe ist das bei Angebot a nicht drinnen, die Angebots-Inhalte unterscheiden sich in weiteren Punkten womit du Äpfel mit Birnen vergleichst.

  • Das Haus hat 130m²; die Heizkörper werden aktuell noch berechnet, ich wollte sie auf 50° auslegen lassen, also 50° bei der NAT. Ich habe noch ein paar alte Heizkörper, die ich wechseln lassen möchte. Ansonsten sind fast durchgehend Typ 22 verbaut, aber ohne Lüfter oder ähnliches; da diese auch erst 6 Jahre alt sind, wollte ich bestehende nicht wechseln lassen, solange sie bei der 50° Berechnung passen.


    Das mit dem Volumenstrom kann ich nicht hundertprotzentig beantworten; das würde heißen, alle Räume werden immer gleich zur Berechnung geheizt? Falls ja, dann eher nicht, da die Kinder noch sehr klein sind und deshalb ein Raum im Dach noch gar nicht wirklich genutzt wird. Der Großteil würde aber so laufen, wie berechnet, ja.


    Die Ovum moduliert glaube ich bis 2,3kW, die Viessmann bis 1,8 oder 2,1kW.


    Der Pufferspeicher ist ein Tuxhorn Tubra, der explizit damit wirbt, Verwirbelungen zu reduzieren und für Wärmepumpen geeignet zu sein. Ich hatte gehofft, der wäre effizienter. Wären Hydraulikschemata quasi das Heizungsäquivalent zum Schaltplan einer PV Anlage?


    Der Preis der Viessmann Wärmepumpe liegt bei € 43.000

  • Angebot b beinhaltet eine Enthärtungsanlage und eine friwa?

    ... soweit ich sehe ist das bei Angebot a nicht drinnen, die Angebots-Inhalte unterscheiden sich in weiteren Punkten womit du Äpfel mit Birnen vergleichst.

    Das ist mir klar, dass es in Teilen nicht vergleichbar ist, eben weil ja auch die Speichertechnik anders ist.

    a) hat getrenntes Heizungs- und Warmwasser, b) macht alles in einem, und eine Enthärtungsanlage sei wohl wegen Friwa Pflicht, wurde mir mitgeteilt.


    Ich wollte einfach fragen, ob eins der Angebote in Bezug auf Effizienz so viel besser oder schlechter ist, eben weil sich die Angebote so völlig voneinander unterscheiden, und eben auch ein deutlicher Preisunterschied besteht.

  • ich wollte sie auf 50° auslegen lassen, also 50° bei der NAT.

    Hier wäre mein Ansatz, das bei Deiner Planung zu überdenken und versuchen, mit noch niedrigeren Temp. bei NAT die Bude warm zu bekommen.

    Ich weiß nun nicht, wie umfangreich die Sanierung bei Dir ausfällt, aber ich würde zusehen, die Heizflächen so groß als möglich zu machen, auch wenn 6 Jahre alte HK gewechselt werden müssen,

    die könnten verkauft werden.

    Niedrige VL Temperatur spart halt Energie, die Mehrkosten für größere HK würden sich ggf. nach einigen Jahren rechnen.

    - 5,13 kWp, 27711, 27 Module poly 190W GermanSolar, WR PowerOne PVI 5000, -60° Ost, DN 49°

    - Panasonic Aquarera LT Split-Wärmepumpe KIT-WC05J3E5 Generation "J" 5kW (Mein Selbstbau)

  • Die Sanierung ist ein WDVS und eine Kellerdeckendämmung. Das Dach ist gedämmt, die Fenster sind 7 Jahre alt. Innen kann ich manche Heizkörper maximal auf Typ 33 wechseln; Flächenheizung (Fußboden, Wand, Decke) sind leider ausgeschlossen, weil wir ja im Haus wohnen. Der Zug ist leider vor acht Jahren abgefahren, als ich nicht genug Geld und nicht genug Weitblick hatte.


    Ich hatte gehofft, dass bei Auslegung von 50° die meiste Zeit mit ca. 43 - 45° geheizt werden kann, und der Energieberater versucht auch, die Auslegung vielleicht sogar auf 48° zu drücken. Oder meintest du mit niedriger VL < 40°, also mit Heizkörperlüftern?


    Das ändert aber an leider an meinem Hauptproblem bzw. der Hauptfrage nichts, da ja auch die größeren Heizkörper zwar den Vorlauf drücken, aber die Speichertechnik ja dennoch gnadenlos ineffizienz sein könnte.

  • Hallo,
    meine Kommentare:
    - Ich habe seit A11 2023 eine 24 kWp PV in Betrieb. Nur an 20% der Tage seither habe ich genügend Überschuß um neben dem Haushaltsstrom mit 5000kwh p.a. auch noch eine potentielle WP zu betreiben.
    Meine Hoffnungen waren mehr !
    - Und dann kommt der Strom nur an 7..8h von 24h.
    >> in den Wintermonaten ist das mit der WP aus PV schwierig.


    Die Panas haben bei A2/W55 einen COP von ca 2,2. Das ist das was ich gerade griffbereit habe und ist nicht viel.
    Vielleicht rechnest Du mal Energiekosten Strom vs.Öl.

    Und schließlich sind 43k eine ganze Menge Geld.
    Nach Förderung immer noch eine Menge.
    Und ich höre stetig die message "Lebensdauer 15 Jahre"

  • Die Sanierung ist ein WDVS und eine Kellerdeckendämmung. Das Dach ist gedämmt, die Fenster sind 7 Jahre alt.

    Dann verstehe ich nicht wie man darauf kommt einen VL von 50° zu brauchen... ?(

    Bei 130m², einer Heizlast von 4,5 kW und der eigentlich recht guten Dämmung kann ich mir das einfach nicht vorstellen.

    Mit ausreichend großen Heizkörpern geht das mit wesentlich geringen VL Temperaturen.

    Meine VL Temperatur beträgt bei -12° AT 41° und mein Haus ist, zumindest so wie sich das oben anhört, vermutlich schlechter gedämmt als deins.

    Ich beheize 240 qm Altbau von 1921 mit einer Panasonic Jeisha WH-MDC 09J3E5.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Die Ovum haben laut Datenblatt bei A2/w55 einen COP von 4,05; die Viessmann hat bei A-7/W55 einen COP von 2,2. Es ist bei den Wärmepumpen im Vergleich zu Panasonic hoffentlich schon auch ein Qualitätsunterschied, oder? Ein Preisunterschied ist nämlich ordentlich...


    Du hast natürlich recht, im Winter ist die PV Abdeckung mau. Ich habe einen geringeren Stromverbrauch als du, 3500kwh, aber natürlich trotzdem an vielen Tagen im Winter nicht genug. Mir geht es hauptsächlich um Oktober, November sowie Februar März, wo man schon Teile abgreifen kann, um im Winter ist ein sonniger Tag mal ein schöner Nebeneffekt.


    Sicherlich wäre ein Verbleib bei Öl erstmal wirtschaftlicher. Ich bin jedoch leider durch die Förderrichtlinien des Effizienzhauses zum Heizungstausch gezwungen. Irgendeinen Finanztod muss ich sterben, und da dachte ich mir eben, würde sich bei der PV und einer aktuell 24 Jahre alten Heizung der Heizungstausch anbieten. Das waren die Gedanken.