Was geht bei Victron Multiplus 2 Wechselrichtern am ehesten kaputt?

  • Ich sehe da kein Problem - hab jahrelang in der Instandhaltung für Leistungselektronik gearbeitet, da war das die tägliche Arbeit Elkos oder Halbleiter zu tauschen.

    Gibt ja auch Dienstleister die Wechselrichter reparieren für die es schon lange keine Tauschplatinen mehr gibt.

    Es besteht ein erhebliches Risiko, dass die defekten Endtransistoren nur eine Folge eines anderen Fehlers sind. Für einen Heimwerker halte ich es auch für fast unmöglich, sowas zu machen. Die Kosten für Ersatzteile sind ja auch nicht ganz ohne.

    den gleichen RDSon haben. Hat man dort unterschiede, werden Transistoren unterschiedlich thermisch belastet. Wenn der höchst belastete stirbt, reißt der die anderen bei hoher Last einer nach dem anderen alle mit.

    Da sollte man noch mal in die Theorie gehen: Der Temperaturkoeffizient ist negativ. Da gleichen sich die Ströme an. Ein Riesiger Vorteil bei MosFets. Wenn dort überhaupt welche verbaut sind.

  • Es besteht ein erhebliches Risiko, dass die defekten Endtransistoren nur eine Folge eines anderen Fehlers sind.

    Vollkommen richtig, das ist aber eine Frage der Fehlersuche.


    Grüße

    Herr 3x

    2013: Smart Home mit Home Assistant, Hue und Homematic

    2015: Fronius Symo Hybrid 3.0, Fronius Battery 3,6 kWh, 4,25 kWp LG

    2022: Victron MP2 3000, Cerbo GX, Lynx BMS, 5,12 kWh Victron Smart Batterie, 0,5 kWp Vordach

    2023: 1,1 kWp an der Wand, Tibber als Versorger

  • Hallo,

    seit 2011 ist meine Inselanlage in meinem Haus in Spanien

    24/7 365 Tage im Jahr in Betrieb (kein öffentliches Netz).

    Folgende Geräte habe ich selber verbaut und auch selber

    angeschlossen.

    Victron Multiplus 3000/24/70 (der Multiplus allerdings ohne "2")

    3x Laderegler Morningstar Tristar MPPT 45 (damals gabs noch keine

    Victron Laderegler, oder ich hab es nicht gewusst, dass es sie gibt)

    OPzS Batterie 900 Ah. Und als Backup einen Benzin/Gas Generator

    den ich nur mit Gas betreibe, mit Honda GX Motor.

    Bisher ist die Anlage durch gelaufen, ohne einen einzigen Ausfall,

    oder Störung. Und ich hoffe, dass bleibt auch noch einige Zeit so.

    Sollte der Multiplus mal kaputt gehen, dann wirds wieder einer.

  • Es klingt sehr beruhigend, dass dein MP (1) 3000 schon so lange störungsfrei läuft. Ist das Haus dauerhaft bewohnt oder nur gelegentlich mal, z.B. in der Ferienzeit?

  • den gleichen RDSon haben. Hat man dort unterschiede, werden Transistoren unterschiedlich thermisch belastet. Wenn der höchst belastete stirbt, reißt der die anderen bei hoher Last einer nach dem anderen alle mit.

    Da sollte man noch mal in die Theorie gehen: Der Temperaturkoeffizient ist negativ. Da gleichen sich die Ströme an. Ein Riesiger Vorteil bei MosFets. Wenn dort überhaupt welche verbaut sind.

    Ja umso besser, dann fällt dieses Problem auch schon mal weg. Ob es MOS-FETS sind, weiß ich auch nicht, aber da es sich ja noch um relativ niedrige Spannungen handelt, scheinen mir MOS-FETs hier am passendsten.


    Was für Probleme bleiben denn dann eigentlich noch übrig?

  • Was für Probleme bleiben denn dann eigentlich noch übrig?

    ... jedes Andere Bauteil.. alles kann kaputt gehen.. Sogar das Gehäuse wenn der Installer mal wieder glaubt 2 normale Schrauben reichen in der Gipswand. ;) ;) und Nochmal es geht wenig kaputt im laufenden betreib. Nur jetzt zu wissen was es sein wird nicht abzuschätzen. Em ehesten wie bei allen Geräten die Elkos, wenn der DC Rippe zu hoch ist weil die Kabelquerschnitte nicht eingehalten wurden..

    Wohnhaus 100% OFFGRIDInsel: 13,47kwp,5xMppt,BMV700,CCGX,2xMultiplus 5000, OPzS/PzS => 4150Ah/c100/48V
    TeichInsel: 930wp, 2xVictron Mppt 100/15, BMV600, SolarixPI 1100, 400Ah/OPzS 24V

    100% PVInsel Liveview | SDM630 Logger | INSEL WIKI

    "Denn auch eine Beziehung muss wie eine Insel sein. Man muss sie nehmen, wie sie ist, in ihrer Begrenzung - eine Insel, umgeben von der wechselvollen Unbeständigkeit des Meeres, immer während vom Steigen und Fallen der Gezeiten berührt." Anne Lindbergh

  • Also bei den MP2 schätze ich, daß zuerst mal der Lüfter aufgibt. Das könnte je nach Belastung bei typischer MTBF der Lüfter schon in 2-3 Jahren sein. Zum Glück lässt sich der aber leicht auswechseln.


    Als Zweites kommen vermutlich die Elkos und evlt. auch andere X/Y Kondensatoren. Da gibt es ja aber leider kein Schaltbild um irgendwas zu machen. Die Mosfets dürften praktisch gar nicht kaputtgehen. Es sei denn als Folgefehler wegen ausgefallenem Lüfter oder ausgefallenen Kondensatoren. Bei den Brückenschaltungen ist es eben gefährlich wenn ein Querstrom fliesst der dann alles kaputtmacht. Die Ringkerntrafos überleben regelmässig auch im Dauerbetrieb sogar die vom Finanzamt vorgesehenen Abschreibezeiten von 20 Jahren was ich von Lüftern noch gar nie gesehen habe.


    Darüber hinaus eben die üblichen Unregelmässigkeiten. Blitzeinschlag, Überspannung, nicht korrekt angezogene Klemmschrauben, zu enge Montageabstände, ungenügende Raumbelüftung, DC Minus Leitungen mit Sicherungen und anderer Frevel. Speziell die Temperatur macht sehr viel an der Lebensdauer der Kondensatoren aus. Teurere Modelle sind mit ihrem MTBF extra bei 105 Grad spezifiziert, während das normale Material bei 85 Grad spezifiziert ist.

  • niedrige Spannungen handelt, scheinen mir MOS-FETs hier am passendsten.

    In dem Spannungsbereich ist es eine Gartwanderung, welchen Transistor man einsetzt. MosFets lassen sich sehr schnell steuern und haben einen etwa ohmschen On-Widerstand. Der ist in der Spannungslage um 650V allerdigs recht hoch. Sie können bei schlechten Bedingungen altern und dadurch ausfallen. IGBT´s haben als Eingang eine MosFet-Charakertistik, sind im Ausgang aber ein bipolarer Transistor. Vorteil dabei ist die relativ niedrige Sättigungsspannung von etwa 2,5V bei 30A. Nachteil ist die recht niedrige Arbeitsfrequenz. Beide Arten werden aber fortwährend weiterentwickelt. Eine Weiterentwicklung ist der SIC-Mos Halbleiter: niedrige RDSon Widerstände, hohe Frequenzen und ein wesentlich höheres Spannungsniveau. Dafür sind sie extrem teuer und nicht gut lieferbar. Das ist auch en Grund, ältere Geräte lieber zu ersetzen, wenn sie eine neuentwickelte Genaration darstellen. Einer Reparatur stehen aber viele andere Argumente entgegen: Die Platinen sind durchkontaktiert und mit einem Schutzlack versehen. Dieser dient der Isolierung der Leitfähigkeit von Staub in Kombination von Feuchtigkeit. Da die Wechselrichter weltweit vertireben werden, ist eine tropenfeste beschichtung üblich. Es handelt sich um Epoxidharze, die erst bei über 200°C zu entfernen sind. Die Kupferschicht der Leiterbahnen ist erheblich stärker als in leistungsschwächerin Anwendungen. Deshalb muss man über einen schnell geregelten Lötkolben mit hoher Leistungsabgabe und über eine Absauganlage für das Lötzinn verfügen. Das Lötzinn ist übrigens fast reines Zinn, welches nicht die guten Eigenschaften der alten Zinn/Blei/Cu/Ag Legierung hat. Wenn die Bauteile entfernt sind, muss der verkokelte Rand der Beschichtung entfernt werden. Der Einbau ist nicht so dramatisch, wenn die Leiterbahnen heil gebleiben sind. Letztendes muss der Schutzlack wieder aufgebracht werden, damit die Isolation sichergestellt ist. Vorher kommt noch der Einschaltmoment, der oft mit einer "Plutoniumwolke" und erneut zerstörten Transistoren einhergeht €€€. Oder es funktioniert offensichtlich. Manchmal haben aber noch Kondensatoren in der Treiberschaltung einen Kapazitätsverlust, der zur unzureichenden Ansteuerung der Endstufe führen. Oder Timingfehler in der Ansteuerung durch Kapazitätsverlust oder andere Ursachen. Dann schaltet ein Transistor ein, bevor der andere vollständig abgeschaltet hat. Beides hat zur Folge, dass die Endstufe durch Alterung vorzeitig stirbt. Eine Fehlersuche ist ohne Einschalten des Gerätes fast nicht möglich. Daneben können auch noch defekte Schutzschaltungen dafür sorgen, dass ein Schaden nur unter bestimmten, nicht bekannten, Umständen auftitt.

  • Zitat von R.L.

    MosFets lassen sich sehr schnell steuern und haben einen etwa ohmschen On-Widerstand. Der ist in der Spannungslage um 650V allerdigs recht hoch.

    Haben wir denn so hohe Spannungen im Multiplus 2? Ich hatte angenommen, es wird nur ein Sinus mit einer Spitzenspannung von 48V erzeugt, der dann durch den Trafo auf 230V hoch transformiert wird. Genau weiß ich es aber nicht.



    Zitat von R.L.

    Die Platinen sind durchkontaktiert und mit einem Schutzlack versehen. Dieser dient der Isolierung der Leitfähigkeit von Staub in Kombination von Feuchtigkeit. Da die Wechselrichter weltweit vertireben werden, ist eine tropenfeste beschichtung üblich. Es handelt sich um Epoxidharze, die erst bei über 200°C zu entfernen sind.


    Das könnte ein Problem sein.


    Zitat von R.L.

    Die Kupferschicht der Leiterbahnen ist erheblich stärker als in leistungsschwächerin Anwendungen. Deshalb muss man über einen schnell geregelten Lötkolben mit hoher Leistungsabgabe und über eine Absauganlage für das Lötzinn verfügen.


    Könnte ein Problem sein, aber so ein Lötkolben mit ordentlich Power kostet ja auch nicht viel mehr als ein normaler.

    Die Investition hat man schnell wieder drin.


    Zitat von R.L.

    Das Lötzinn ist übrigens fast reines Zinn, welches nicht die guten Eigenschaften der alten Zinn/Blei/Cu/Ag Legierung hat.

    Spricht etwas dagegen, die neuen Transistoren oder was immer das auch ist, mit normalem verbleiten Zinn einzulöten? Hat ja fast jeder noch als Restbestand herumliegen.

  • Die Mosfets im MP2 schalten auf der 48V Seite. Das ist ganz klar eine Anwendung für Mosfets und nicht für IGBTs. Es sind auch noch eine ganze Menge vermutlich ausgesuchte Exemplare parallel geschaltet um die Verluste zu minimieren. Je höher die Spannung wird, desto höher wird zwangsläufig der Rds-On der verfügbar ist weil die Strukturbreiten der Isolierung größer werden müssen. So gibt es locker N-Kanal Mosfets die 1000 Volt abkönnen, dann aber keinen Rds-On von 5mOhm sondern mehrere Ohm haben.


    Das ist vor allem bei Leistungen im kW Bereich die Domäne von IGBTs. Bei zunehmenden Strömen fällt an den Mosfets über dem Rds-On ja auch eine zunehmende Spannung ab und die Verluste steigen dabei quadratisch an ! Bei Tranistoren (oder IGBTS) ist der Uce-sat nahezu unabhängig vom Strom. Damit steigen die Verluste mit steigendem Strom nur noch linear an. So bleibt nur abzuwarten um zu sehen was unsere blauen Freunde in ihrem lang angekündigten Hochvolt WR drin haben werden.


    Mit 60/40 Zinn habe ich mir noch einen Vorrat angelegt solanger er erhältlich war. Auch beim Auslöten hat es sich bewährt mehrfach abzusaugen und dann unter Zugabe von Bleizinn zu "verdünnen" bis das Teil endgültig draussen ist. Ich hatte schon alte bleifrei gelötete Funkgeräte zur Reparatur, wo man den Zinn als Pulver mit dem Messer abkratzen konnte. Etwa wie die Zinkpest bei alten Schlössern oder anderen mechanischen Gebrauchsartikeln.