Solarstromvergütung wackelt !

  • Sehr gut zusammengefasst.

    Bitte im Forum nicht mehr diese "gerade ausreichende Dimensionierung" der WP empfehlen (lese ich andauernd).

    Hier muss ich ein kleinwenig Einspruch erheben.

    Die Auslegung einer WP "auf Kante" erfolgt in der Regel auf NAT. Das sind meist um die -10°C.

    Diese Temperatur wird in vielen Wintern nichtmal für wenige Stunden erreicht. Aufgrund der thermischen Kapazität kann man von einem 24h-Mittelwert ausgehen. Der wird meist nur alle Schaltjahr überhaupt mal erreicht.

    Anstatt alle WPs überzudimensionieren, kann es da sinnvoll sein, mal 2-3 kalte Nächte lang die Gaskraftwerke anzuschmeißen.


    Bei einem 24h-Mittelwert von -2°C reduziert sich der Leistungsbedarf auf knapp 75%, d.h. die WP kann schon bei grenzwertiger Auslegung 6h am Tag ausbleiben. Und selbst dieser Zustand tritt kaum häufiger als 2-3 Wochen im Jahr auf.


    (Meine bestellte WP ist auch etwa 25% größer als nötig. Auch hier mit dem Ziel, sie möglichst PV-optimiert betreiben zu können...)

  • Hier muss ich ein kleinwenig Einspruch erheben.

    Einspruch angenommen :)


    Ich habe es sicherlich bei mir übertrieben, die halbe Leistung hätte auch gereicht. Nun ist es mir jedoch möglich, die im Winter meist besonders günstigen Stunden (23:00 bis 05:00 Uhr) niedriger Last auszunutzen für die WP. Das waren bisher meist 4 bis 6 Stunden täglich, um die teuren Stunden (besonders morgens und abends, im Winter aber auch unter tags) auszulassen / nicht das Netz zu belasten bzw. den Geldbeutel.

    Hätte ich keine PV, würde ich im Sommer dafür die PV-Mittagsspitze (günstige Preise verursacht durch die Einspeiser) für die Brauchwasser-Erwärmung verwenden, wo im letzten Sommer die Nuller und negativen Preise keine Ausnahme waren.


    Diese Vorgehensweise müsste mit zusätzlichen Verlusten behaftet sein. Besonders wenn man die Zeiten geringer Last (im Winter die Nacht) nutzt, ist es meist kälter und somit der COP schlechter. So ist das nunmal wenn man "alle Hebel in Bewegung setzen" will. Komischerweise konnte ich bisher keinen dramatisch höheren Stromverbrauch feststellen.

    Wenn die WP 6 Stunden läuft, habe ich sie auf Volllast (auch höhere Vorlauf-Temp) gestellt = 6h x 7 kW = 42 kWh.

    Im Dauerbetrieb braucht sie aber immer noch ca. 2 kW auf 24h = 48 kWh.

    Also irgendetwas ist da unlogisch, ich brauche weniger Strom als im Dauerbetrieb. Ist noch ein kleines Rätsel, kann sein dass wir ohne es zu merken mit weniger Heizenergie auskommen bei diesem Stoßbetrieb.


    Bezug zum Thread-Titel:

    Wir alle können etwas tun mit dem Hilfsmittel der Börsenpreistarife. Ja, als PV-Betreiber interessiert mich das nur im Winter weil ich da Strom vom Netz brauche. Wer keine PV hat und auch im Sommer Strom vom Netz braucht, möge genau dasselbe machen (dynamischer Tarif), den Strom eher (bei gutem PV-Wetter) unter tags verbrauchen wenn günstig (WPs, BEVs, Waschmaschine, Geschirrspüler,...). Angenommen das würden die meisten Konsumenten wirklich tun, dann würde es auch die Börsenpreise im Sommer unter tags heben, die Netze entlasten und die "Solarstromvergütung wackelt" nicht mehr so sehr.


    Soweit meine naive Vorstellung, vermutlich liege ich voll daneben und es wird morgens und abends noch teurer und zur PV-Mittagsspitze negativer. Na gut, dann soll es so sein. Wenn ich dann das Wort "Speicher" in den Mund nehme, und mit dynamischem Einspeisetarif irgendwelche Spielchen mache um diese Schwankungen (die die anderen nicht glätten wollen) auszunutzen, wird mir schlimmstenfalls im Forum der Kopf abgerissen :)

  • mmmpv


    Deinen Ausführungen kann ich, aus meiner Sicht, für folgendes nicht zustimmen.


    Der Aufbau der PV hier, lässt ein Lastmanagement mit Fremdsteuerung von außen nicht zu (nur lokal).


    Was die "Mehrarbeit" der WP betrifft, sehe ich keine Vorteile (zumindest langfristig). Zum einen bräuchte man dafür Puffer(sofern man nicht in "Gebäudemasse" speichert), die wiederum die Effizienz nach unten ziehen und außerdem zusätzliche Regelungen (die auch nur wieder Strom brauchen und überhaupt erstmal "da mit rein" müssen). Von der nächsten Schwierigkeit, einen Installateur zu finden, der in Summe auch weiß was er da tut, ganz zu schweigen.

    Zu was das alles führt, kann man im HTD Forum ziemlich gut nachlesen.

    Zum anderen ergibt sich, schon rein aus technischer Sicht, ein höherer Verschleiß, wenn die Geräte "mehr" leisten müssen. Eine spätere und/oder längere Pause ändert daran nichts.

    Unser Kühlschrank z.B. hat die "smarte Steuerung" schon drin. Da es jedoch an Regelung fehlt, ist das noch nicht direkt nutzbar.

    Indirekt hingegen schon, halt manuell durch den Nutzer.....das habe ich getestet, das Ergebnis wird Dir (auch wenn es nur ein Kleinverbraucher ist) nicht gefallen. Ergänzend kommt der Beginn dieses Absatz zum tragen.

    .....und diesen zusätzlichen Verschleiß und die "gewollte Ineffizienz" trägt am Ende wer nochmal?

    Der Netzbetreiber, weil "Du" (nicht Du persönlich) am Lastmanagement teilgenommen hast?

    Oder andere Nutzer vom Netz, weil die davon profitiert haben, das "Du" das Netz stabilisiert hast?

    Na, wohl kaum - ich denke, wie die Antwort lautet ist wohl jedem klar.

  • Stromnetzbetreiber fürchten Liquiditätsengpässe von Juli an
    Weil die Preise im Großhandel sinken, fehlt Geld auf dem EEG-Konto. Deshalb verlangen die vier großen Stromnetzbetreiber jetzt zusätzliche Milliarden vom Bund.
    www.faz.net


    korrigiert mich, ich bin da kein Experte, aber ich kann Texte verstehen. Also die Stromnetzbetreiber benötigen zusätzliches Geld, weil "Wegen eines sinkenden Preisniveaus im Stromgroßhandel wird laut „Handelsblatt“ die Differenz zwischen den Einnahmen aus dem Verkauf des EEG-Stroms und den EEG-Vergütungen größer". Soll heißen, jetzt wo immer mehr EE in das Netz kommen und der Strom der Kernenergie fehlt, die Kohleverstromung im Keller ist, sinken die Preise.

    Das ist unglaublich, es wurde doch immer vom Gegenteil vorhergesagt. =O Sollte die Prognose der Strompreisexplosion also gar falsch sein?

  • Korrigiert mich wenn ich falsch liege, aber wurde da nicht letztes Jahr Geld draus abgezogen als es so voll war und für andere Dinge verwendet? Oder hatten sie das nur vor?

  • Also die Stromnetzbetreiber benötigen zusätzliches Geld,

    Was für eine völlig verkorkste Gesetzeslage und immer noch Folge der bescheuerten Politik von Rösler & Altmaier. Die EEG-Auszahlungen basieren auf 20-Jährigen Verträgen, mithin zum Teil noch aus dem Jahr 2004. Der Börsenstrompreis ist aber ein tagesaktuelles Geschehen. Ich weiß nicht, wie besoffen man sein musste, um so eine Finanzkonstruktion zu basteln. Die EEG-Umlagezahlungen bis 2044 kann man doch schon heute recht genau abschätzen - da gleichen sich auch Nachfrageschwankungen und Wettereinfluss aus. Den Gesamtbetrag teilt man durch die Jahre und so viel fließt dann eben jährlich vom Konto ab. Was die Netzbetreiber jetzt wollen ist einfach ein größeres Stück vom Kuchen, wegen zweier Monate, in denen sie mal unter ihrem unternehmerischen Risiko gelitten haben. Das ist Dreist.

  • Kraftwerke bringen Geld und Netze kosten Geld.

    Die einen sind an der Börse und den anderen geht es an die Börse.

    Ein hoch auf die Liberalisierung der Grundversorgungen!!! :ironie:

  • wurde vom europäischen Gerichtshof in Brüssel angeordnet.

    Kann man das irgendwo nachlesen? War mir so nicht bekannt.



    Ansonsten würden wir heute noch EEG Umlage zahlen und das Konto wäre prall gefüllt.

    in den vergangenen zwei Jahren wäre die Umlage teils negativ gewesen.

  • Nein, die Umlage waere selbst in 2022 kaum negativ gewesen (der hohe Kontostand lag im Wesentlichen an den eigentlich Ende 21 schon nicht mehr noetigen 11Mrd Bundeszuschuessen)... es gab bislang exakt NUR einen einzigen Monat, wo die Boerseneinahmen hoeher waren als die Auszahlungen vom EEG-Konto und das war der August 2022 (mit entspr. astronomischen Strompreisen von 47ct/kWh am Spotmarkt). Lustigerweise 1 Monat nachdem die letzte Umlagezahlung (aus Juni) im Juli 22 aufs Konto floss... nach August ging der Kontostand dann nur noch runter, da Boersenpreis schon wieder zu niedrig (September zB. mit "nur" noch 35ct/kWh und dann weiter abnehmend).


    Alles bei Netztransparenz.de detailliert Monat fuer Monat nachzuvollziehen mit allen Einnahmen und Ausgaben... das Problem ist dass bei hohen Boersenpreisen, die ganzen direktvermarkteten Anlagen die Windfallprofits einstecken und nur die Anlagen mit fixer Verguetung dem Konto Boersengewinne einbringen koennen die jenseits ihrer ESV liegen (oder auch nicht falls zu alte/teure Anlagen).


    Der Anstieg im Konto davor war ausschlieslich aufgrund der Umlage (und 3 Finanzspritzen aus dem Bundeshaushalt) die in der ersten Haelfte 22 zwar niedriger war als 2021 aber immer noch viel zu hoch, gemessen an den ueberraschend hohen Boersenpreisen. Sehr schoen grafisch nachzuvollziehen hier:

    Energy-Charts


    BTW, ich wuesste jetzt auch nicht, dass die Umlage wegen Bruessel fiel.... im Gegenteil! Diese war immer die Ausrede weshalb das keine Subvention der EE ist mit der ESV... im Gegensatz zu jetzt (da hat Bruessel wohl nur nix gegen, weil dass Geld aus dem KTF indirekt durch die CO2-Steuer bezahlt wird?).


    Korrigiert mich wenn ich falsch liege, aber wurde da nicht letztes Jahr Geld draus abgezogen als es so voll war und für andere Dinge verwendet? Oder hatten sie das nur vor?

    Nein, das verwechselst du wohl mit dem KTF... vom EEG-Konto fliesst nur die ESV ab und es muss noch einige Jahre ne Menge zugeschossen werden bis die vielen Anlagen mit den hohen ESV aus Jahren um 2010 rum rausgefallen sind.

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