Nullsteuersatz

  • ...habs leider nicht eindeutig rausfinden können:


    Wenn ich mir einen Speicher dazukaufe - ohne die PV zu erweitern - komme ich dann in den Genuss keine USt zahlen zu müssen?? "und/oder" würde für mich bedeuten, dass auch der Kauf des Speichers ohne PV-Erweiterung dazugehört?


    Code
    Ab dem 1. Januar 2024 wird bei Kauf einer PV-Anlage und/oder Stromspeicher die Umsatzsteuer auf null Prozent gesenkt.

    SSO: 18 x 360 Wp IBC MonoSol + 1 x 400 Wp Trina ==> 6,88 kWp

    NNW: 18 x 400 Wp Trina Solar Vertex S ==> 7,6 kWp

    bis 2020: Kostal Plenticore Plus 10.0 dann ==> Sungrow SH10RT11.5 kWh BYD HV Speicher ==> Pylontech Force H2 14,2 kWh

    100 kWh Speicher auf Rädern

  • Das ist und war immer schon eindeutig in der BMF-FAQ festgehalten (Frage 14):

    Zitat

    Die bloße Nachrüstung einer bestehenden Anlage mit einem Speicher unterliegt hingegen dem Normalsteuersatz.

    Ergänzung: In einigen Bundesländern (Wien, Burgenland, Kärnten, Tirol, ...) ist eine Landesförderung für Speichererweiterungen möglich. In Tirol allerdings nur bis 10 kWh.

    1. Famoser Großkaiserlicher JK: 1er: 173 2er: 44, 3er: 24, 4er: 8, 5er: 7, 6er: 4, 7er-14er: 1

  • Zitat

    Die bloße Nachrüstung einer bestehenden Anlage mit einem Speicher unterliegt hingegen dem Normalsteuersatz.

    ...dann muss ich wieder so machen wie bei der ersten Speicherförderung, da musste ich auch eine PV Platte 420Wp dazukaufen, damit es sich um eine Erweiterung handelte! ;)

    SSO: 18 x 360 Wp IBC MonoSol + 1 x 400 Wp Trina ==> 6,88 kWp

    NNW: 18 x 400 Wp Trina Solar Vertex S ==> 7,6 kWp

    bis 2020: Kostal Plenticore Plus 10.0 dann ==> Sungrow SH10RT11.5 kWh BYD HV Speicher ==> Pylontech Force H2 14,2 kWh

    100 kWh Speicher auf Rädern

  • Da solltest nochmal die FAQ genau lesen, auf die geowiwi grad verwiesen hat. Zweiter Teil bei Punkt 14:


    Zitat

    Dies ist auch der Fall, wenn beim nachträglichen Erwerb von Photovoltaikmodulen samt Speicher die Gesamtkapazität des nachgerüsteten Speichers die Leistung der nachträglich erworbenen Photovoltaikmodule unverhältnismäßig übersteigt

  • und vielleicht auch noch mal die Anfragen Beantwortung vom BMF


    Beispiel Punkt 9 => wo konkret drauf eingegangen ist was im Verhältniss heißt => maximal 2 x KWh von kwp

    https://www.bmf.gv.at/rechtsne…r-Photovoltaikmodule.html

    Wohnhaus 100% OFFGRIDInsel: 13,47kwp,5xMppt,BMV700,CCGX,2xMultiplus 5000, OPzS/PzS => 4150Ah/c100/48V
    TeichInsel: 930wp, 2xVictron Mppt 100/15, BMV600, SolarixPI 1100, 400Ah/OPzS 24V

    100% PVInsel Liveview | SDM630 Logger | INSEL WIKI

    "Denn auch eine Beziehung muss wie eine Insel sein. Man muss sie nehmen, wie sie ist, in ihrer Begrenzung - eine Insel, umgeben von der wechselvollen Unbeständigkeit des Meeres, immer während vom Steigen und Fallen der Gezeiten berührt." Anne Lindbergh

  • Zitat

    Die bloße Nachrüstung einer bestehenden Anlage mit einem Speicher unterliegt hingegen dem Normalsteuersatz.

    ...dann muss ich wieder so machen wie bei der ersten Speicherförderung, da musste ich auch eine PV Platte 420Wp dazukaufen, damit es sich um eine Erweiterung handelte! ;)

    Das ist eben nicht mehr direkt möglich, zumindest in 2024+2025. Wenn die Angaben in deinem Profil stimmen, dann bleibt dir nur die Möglichkeit ein Ticket in Kat. C für PV+Speicher zu ziehen (Verordnung für 2024 kommt erst) und über 35 kWp zu erweitern (mit allen weiteren Konsequenzen). Oder du hoffst auf 2026 und ziehst dann wieder ein Ticket für Speicher+1 Modul.


    Alternativ z.B. das Förderprogramm für netzdienliche mittlere Speicher über 51 kWh anschauen, aber auch das wird ohne PV-Vergrößerung wenig Sinn machen.

    1. Famoser Großkaiserlicher JK: 1er: 173 2er: 44, 3er: 24, 4er: 8, 5er: 7, 6er: 4, 7er-14er: 1

  • Hab jetzt erstaunlich schnell eine Rückmeldung erhalten., werden wohl schon einige Anfragen dazu gekommen sein. Hier der Vollständigkeit halber der genaue Wortlaut der Antwort vom Finanzministerium:

    Zitat

    Begünstigt sind sowohl der Kauf als auch Installationen von Photovoltaikmodulen. Leistungen, die für den Leistungsempfänger keinen eigenen Zweck, sondern ein Mittel darstellen, um die Lieferung des Photovoltaikmoduls zum Betrieb einer Photovoltaikanlage unter optimalen Bedingungen in Anspruch zu nehmen (unselbständige Nebenleistungen), teilen nach allgemeinen Grundsätzen der Einheitlichkeit der Leistung das umsatzsteuerliche Schicksal der Lieferung des Photovoltaikmoduls (siehe UStR Rz 346 ff UStR). Eine einheitliche Leistung liegt allerdings dann nicht vor, wenn die Leistungshandlungen von mehreren Unternehmern an einen Kunden oder die Leistungshandlungen von einem Unternehmer gegenüber mehreren Leistungsempfängern erbracht werden.

    Diese Formulierung

    Eine einheitliche Leistung liegt allerdings dann nicht vor, wenn die Leistungshandlungen von mehreren Unternehmern an einen Kunden oder die Leistungshandlungen von einem Unternehmer gegenüber mehreren Leistungsempfängern erbracht werden.

    steht im Widerspruch zur Einleitung des BMF FAQ (Punkt 2):


    Der Nullsteuersatz gilt für Lieferungen, innergemeinschaftliche Erwerbe, Einfuhren und Installationen von Photovoltaikmodulen ab dem 1. Jänner 2024 bis zum 31. Dezember 2025.


    Nachdem Österreich ein EU Mitgliedsstaat ist und lokale Gesetze und deren Interpretation im Sinne des Gemeinsamen Marktes in der EU nicht diskriminierend sein dürfen, kann die BMF Antwort als solche gesehen werden.


    Durch die "unnötige" Verbindung der BMF Anforderung, daß Einzelleistungen durch nur einen Betrieb erbracht werden dürfen um in den Genuß der MWst Befreiung zu kommen, ist mehr oder wenige automatisch der lokale Anbieter, der auch die Installation durchführen kann, durch die Mwst Befreiung mit einem Alleinstellungsmerkmal versehen, daß seine EU Mitbewerber de-facto nicht ausgleichen können.


    Durch die Beschränkung der MWst Befreiung auf Anlagen mit weniger als 35 kWp, stellt die Kombination (relative kleine Größe und maximal ein Lieferant) eine Zugangsbeschränkung für EU Mitbewerber dar. Ausgenommen im grenznahen Gebiet, wo Distanzen klein sind, ist es de-facto für einen Händler in Norddeutschland quasi unmöglich Produkte in Österreich auf Augenhöhe mit lokalen Anbietern anzupreisen (weil die Installation ein k.o. Kriterium bei so kleinen Anlagen ist)


    Solche Schieflagen zwischen EU Recht und nationalem Recht sind nicht selten. Je nachdem wer Recht hat wird das entsprechende Gesetz, bzw. Verordnung, bzw. gängige Praxis entsprechend angepasst.
    76 laufende EU-Vertragsverletzungsverfahren gegen Österreich (8134/AB) | Parlament Österreich

    Falls wer Interesse hat, kann ja mal im Büro der Bundesministerin für EU Angelegenheiten anrufen und diesbezüglich fragen.
    Bundesministerin Karoline Edtstadler - Bundeskanzleramt Österreich

  • Ich bin da anderer Meinung, und denke da verrennst du dich.


    UStR Rz 346 ff UStR gibt es schon bedeutend länger als den Nullsteuersatz und die räumliche Entfernung von Anbietern zu einer physischen Dienstleistung ist, solange günstiges Beamen noch nicht erfunden ist, kein Diskriminierungsgrund.


    Darüberhinaus gebe ich zu Bedenken dass man auf schwierige Fragen auch Antworten bekommen kann die man nicht erwartet oder erwünscht. Wie man hier an der aktuellen Kommunikationen mit dem BMF und anderen beteiligten Stellen sieht, sollte man hier Fingerspitzengefühl beweisen und sich eher mit der gelebten Praxis zufrieden geben.

    1. Famoser Großkaiserlicher JK: 1er: 173 2er: 44, 3er: 24, 4er: 8, 5er: 7, 6er: 4, 7er-14er: 1

  • Zitat

    Die bloße Nachrüstung einer bestehenden Anlage mit einem Speicher unterliegt hingegen dem Normalsteuersatz.

    ...dann muss ich wieder so machen wie bei der ersten Speicherförderung, da musste ich auch eine PV Platte 420Wp dazukaufen, damit es sich um eine Erweiterung handelte! ;)

    Das ist eben nicht mehr direkt möglich, zumindest in 2024+2025. Wenn die Angaben in deinem Profil stimmen, dann bleibt dir nur die Möglichkeit ein Ticket in Kat. C für PV+Speicher zu ziehen (Verordnung für 2024 kommt erst) und über 35 kWp zu erweitern (mit allen weiteren Konsequenzen). Oder du hoffst auf 2026 und ziehst dann wieder ein Ticket für Speicher+1 Modul.


    Alternativ z.B. das Förderprogramm für netzdienliche mittlere Speicher über 51 kWh anschauen, aber auch das wird ohne PV-Vergrößerung wenig Sinn machen.

    Aktuell wurde der §56 des EAG zwar überarbeitet, die verpflichtende Förderung von Anlagen der Kategorie A und B zumindest 2 mal pro Jahr ist darin aber immer noch zu finden. Nach aktuellem rechtlichen Stand MÜSSEN 2 Fördercalls auch für die Umsatzsteuerbefreiten Anlagen abgehalten werden. Mal schauen ob das noch geändert wird. Schön langsam wäre eine Entscheidung gut, denn niemand bestellt bei uns grad, weil jeder auf die Calls wartet.

  • Wegen der Verordnung sitzen eh schon alle auf Nadeln, 2023 kam diese Mitte März.


    Eines ist natürlich klar: wer einen Antrag auf EAG-Investitionszuschuss einbringt, kann keinen Nullsteuersatz in Anspruch nehmen (§ 28 Abs. 62 UStG 1994).


    Im EAG gibt es keine umsatzsteuerbefreiten Anlagen, da gibt es nur Kategorien. Theoretisch kann man für alle Kategorien und Anlagen bis 35 kWp dem Einreicher die Wahlfreiheit zwischen Investitionszuschuss und Nullsteuersatz lassen. Ist nur eine Frage der Fördersätze die hoffentlich wohlüberlegt sein werden.

    1. Famoser Großkaiserlicher JK: 1er: 173 2er: 44, 3er: 24, 4er: 8, 5er: 7, 6er: 4, 7er-14er: 1