Meldung der Inselanlage im Marktstammdatenregister

  • Hallo,


    ich betreibe aktuell zwei PV-Anlagen

    1. 9,8 kW 02/2012 (SW-Ausrichtung)

    2. 8,7 kW 08/2020 (SW-Ausrichtung)


    Die unterschiedlichen Inbetriebnahmezeitpunkte hatten logischerweise unterschiedliche Vergütungen pro kWh zur Folge. Mein Netzbetreiber regelt dies durch eine Quotierung. Beide Anlage zusammen ergeben 100%, davon entfallen 53% auf die Erstanlage und 47% auf die Zweitanlage. In diesem Verhältnis werden auch die Vergütungen berechnet.


    Jetzt überlege ich eine dritte Anlage (PV-Zaun), die nach Norden ausgerichtet ist zu installieren. Anlagengröße ca. 6 kWPeak. Was ich vermeiden möchte ist, dass diese Anlage im Marktstammdatenregiter gelistet wird, denn dadurch würde sich nochmals die Quotierung ändern (40%, 35%, 25%). Dies würde mir die Wirtschaftlichkeit zerschießen, da die dritte Anlage recht wenige kWh produziert, aber mit 25% in der Gesamteinspeisevergütug berücksichtigt würde.


    Deswegen ist mein Bestreben, die dritte Anlage nicht im Marktstammdatenregister zu melden.


    Fragen:

    1. Wenn ich den produzierten Strom der dritten Anlage nur in den Speicher laden würde, kann dann die Meldung im Marktstammdatenregister entfallen?

    2. Ist es möglich, dass die Anlage ausschließlich Strom für den Eigenverbrauch liefert und eine Einspeisung ins Netz unterbunden wird?


    Vorab vielen Dank für Euer Feedback.


    Gruß

  • 1. Wenn ich den produzierten Strom der dritten Anlage nur in den Speicher laden würde, kann dann die Meldung im Marktstammdatenregister entfallen?

    Nur wenn die Anlage und der Speicher vom Netz getrennt als Insel betrieben werden.

    2. Ist es möglich, dass die Anlage ausschließlich Strom für den Eigenverbrauch liefert und eine Einspeisung ins Netz unterbunden wird?

    Das ist grundsätzlich möglich, entbindet aber nicht von der Meldepflicht. Die Meldepflicht entfällt nur, wenn die Anlage vom Netz getrennt als Insel betrieben wird.


  • registers

    Welche Anlagen bzw. Einheiten müssen registriert werden?

    [Blockierte Grafik: https://www.marktstammdatenreg…ilfe/img/lautsprecher.png]Seite vorlesen
    Art der Einheit
    Wann besteht eine Registrierungspflicht?

    Strom- und Gaserzeugungseinheiten
    Wenn die Einheit unmittelbar oder mittelbar ans Strom- oder Gasnetz angeschlossen ist oder werden soll

    Strom- und Gasspeicher
    Wenn die Einheit unmittelbar oder mittelbar ans Strom- oder Gasnetz angeschlossen ist oder werden soll

    Stromverbrauchseinheiten
    Wenn die Einheit an ein Hoch- oder Höchstspannungsnetz angeschlossen ist

    Gasverbrauchseinheiten
    Wenn die Einheit an ein Fernleitungsnetz angeschlossen ist. Außerdem: Gaskraftwerke mit einer elektrischen Leistung > 10 MW

    Verpflichtend zu registrierende Stromerzeugungsanlagen

    Die Registrierung ist grundsätzlich für alle ortsfesten Stromerzeugungs-Anlagen verpflichtend, unabhängig von der Größe und vom Inbetriebnahmedatum und unabhängig davon, ob für den Strom eine Förderung nach dem EEG oder nach dem KWKG in Anspruch genommen wird. Die Pflicht gilt für alle Anlagen, die Strom für die Einspeisung in das Stromnetz oder für den eigenen Verbrauch erzeugen.SolaranlagenStromspeicherWindenergieanlagenBiomasseanlagenWasserkraftanlagenAnlagen zur Stromerzeugung aus Geo- oder Solarthermie, Grubengas, Klärschlamm, DruckentspannungVerbrennungsanlagen einschließlich KWK-Anlagen und Brennstoffzellen

    Hinweis: Damit eine fachlich korrekte Eintragung möglich ist, werden zu allen Anlagen zunächst „Einheiten“ (= Generatoren) registriert. Gegebenenfalls erfolgt anschließend die Zuordnung zu einer EEG-Anlage oder einer KWK-Anlage.

    Einheiten in Planung

    Die Registrierung von Einheiten und deren Anlagenbetreibern ist bereits vor der Inbetriebnahme der Einheit in der Planungs-, Entwurfs- oder Errichtungsphase möglich. Dies kann gegebenenfalls verpflichtend sein. Dies hängt davon ab, ob die Einheit bereits im Planungsstatus zu registrieren ist.

    Die Registrierung der geplanten Anlage kann vom künftigen Betreiber der Anlage oder vom Projektierer durchgeführt werden.

    Hinweis: Wenn eine Anlage im Betriebsstatus „in Planung“ registriert wurde, dann muss die Inbetriebnahme registriert werden, um die Registrierung zu vervollständigen. Erst mit der Registrierung der Inbetriebnahme wird die Registrierungspflicht nach dem EEG und dem KWKG erfüllt.

    Eine gesetzliche Pflicht zur Registrierung geplanter Anlagen besteht nur, wenn für die Anlage eine der folgenden Zulassungen benötigt wird: Zulassung nach dem Bundes-ImmissionsschutzgesetzZulassung nach dem Windenergie-auf-See-GesetzZulassung nach dem Wasserhaushaltsgesetz

    Zusätzlich ergibt sich aus dem EEG eine Registrierungspflicht für die Genehmigung von geplanten Biomasseanlagen, wenn für die Anlage in der entsprechenden Ausschreibung ein Gebot abgegeben werden soll.

    Hinweis: Betreiber kleiner privater Anlagen (Solaranlagen, Batteriespeicher oder KWK-Anlagen) benötigen für den Betrieb ihrer Anlage keine der vorstehend genannten Zulassungen. → Die Registrierung in der Planungs-, Entwurfs- oder Errichtungsphase ist für diese Anlagen freiwillig.

    Ausnahmen von der Registrierungspflicht für Stromerzeugungsanlagen

    Notstromaggregate, USV: Die Voraussetzungen unter denen ortsfeste Notstromaggregate, Stromerzeugungseinheiten zur unterbrechungsfreien Stromversorgung (USV) und zur Sicherheitsbeleuchtung registriert werden müssen, wird in folgendem Dokument konkretisiert: Hinweise zur Registrierungspflicht von Notstromaggregaten, USVs und Sicherheitsbeleuchtung (PDF, Datei ist nicht barrierefrei).

    Rekuperation: Bei „geschlossenen Verbrauchseinrichtungen mit Rekuperation“ (z.B. Fahrstuhl) ist eine Registrierung im MaStR nach Auffassung der Bundesnetzagentur entbehrlich, wenn mehrere Kriterien kumulativ erfüllt sind. Welche Kriterien im Fall der Rekuperation erfüllt sein müssen, entnehmen Sie dem Dokument Hinweise zur Registrierungspflicht von geschlossenen Verbrauchseinrichtungen mit Rekuperation im MaStR (PDF, Datei ist nicht barrierefrei).

    „Inselanlagen“: Einheiten und Anlagen, die weder unmittelbar noch mittelbar an ein Stromnetz angeschlossen sind oder werden sollen, müssen und können nicht registriert werden. Dies ist äußerst selten und kann bei Solaranlagen auf Almhütten ohne Netzanschluss vorkommen. In aller Regel sind Anlagen, die ins Hausnetz einspeisen und bei denen die Netzeinspeisung technisch unterbunden wird, mittelbar ans Netz angeschlossen und unterliegen der Registrierungspflicht.

    Hintergrund zu Inselanlagen: Dies sind Anlagen, die nicht unmittelbar oder mittelbar an ein Stromnetz angeschlossen sind, müssen und können nicht registriert werden. Voraussetzung dafür ist, dass die technische Möglichkeit sowohl zur Stromeinspeisung in das, als auch der Strombezug aus dem Netz der öffentlichen Versorgung dauerhaft ausgeschlossen sein muss.

    Ein mittelbarer Anschluss besteht insbesondere dann, wenn die lokale Leitungsstruktur, in die die in der Regel zur Eigenversorgung eingesetzte Stromerzeugungsanlage eingebunden ist oder aus der der Eigenversorger Strom bezieht, zwar selbst kein Netz der allgemeinen Versorgung darstellt, aber ihrerseits – unmittelbar oder mittelbar – mit dem Netz der allgemeinen Versorgung verbunden ist. Bei einer solchen lokalen Infrastruktur, die einen mittelbaren Anschluss an ein Netz der allgemeinen Versorgung vermittelt, kann es sich beispielsweise um ein Hausnetz, eine Kundenanlage, eine Kundenanlage zur betrieblichen Eigenversorgung oder ein Verteilernetz, das nicht der allgemeinen Versorgung dient, handeln.

    Es darf nicht ohne erheblichen technischen Aufwand möglich sein, die lokale Leitungsstruktur der Einheit mittelbar oder unmittelbar mit den Netzen der öffentlichen Versorgung zu koppeln. Der Einbau technischer Einrichtungen, die zwar im Grundzustand zu einer Trennung vom Netz führen, die Verbindung aber nach Anforderungen des Eigenversorgers wiederherstellen können, reicht daher nicht aus, um eine Registrierungspflicht zu verneinen (vgl. Leitfaden zur Eigenversorgung, Kapitel 7.2 - Inselanlagen). Verbindungen zum Netz am Ort der Inbetriebnahme der Einheit müssen also technisch und rechtlich dauerhaft gekappt sein, damit weder ein mittelbarer noch ein unmittelbarer Netzanschluss vorliegt.