Planungsunterstützung String-Belegung/PV-Anlage unter problematischen Bedingungen (Dach, Verschattung)

  • Hallo zusammen,


    wir möchte eine PV-Anlage auf unserem Dach installieren. Insbesondere die (String-)Planung der Module ist hierbei unser Hauptproblem.
    Ich würde mich sehr über Ratschläge und Empfehlungen freuen.

    Bitte entschuldigt falls ich Punkte missverstanden habe oder Information fehlen.



    Ich denke das einige Erläuterungen nötig sind, da das Satellitenbild leider nicht ideal ist:
    - In Rot sind sichtbare Problemzonen markiert:

    -- Ab circa 15:15Uhr (Mitte September) startet der Schatten von Westen und verschattet innerhalb kürzester Zeit das komplette Dach.

    -- Der Kamin ist nicht allzu hoch und hat eigentlich kaum Auswirkungen.

    - Die gelben Zahlen sind die maximale Modulbelegung (Standardgröße ~ 1,76 x 1,13)

    - Bei 10) und 12) handelt es sich um Erker mit geringerem Neigungswinkel. (Das Dach bei 12) lag auch im September-14 Uhr noch komplett in der Sonne.)

    - Bei 2) 3) und 5) handelt es sich um ein Turmzimmer - wobei auch im September-14 Uhr alles komplett in der Sonne lag)

    - Neigungswinkel sind mit leider nicht bekannt.

    - Es handelt sich beinahe um Nord-Süd-Ausrichtung (Das Satelliten-Bild ist mit Nord-Süd erstellt worden

    Nun zu den angedachten Material:

    Module: 440W JINKO TIGER N-TYP

    Wechselrichter: Fronius Symo GEN24 Plus 10.0 oder KOSTAL PLENTICORE plus 10 G2

    (Fronius ist der Favorit da: Notstromfähig, niedrigen DC Eingangsspannungsbereich - 80V zu 150V, breiterer MPP-Spannungsbereich - 80V-800V zu 120V-720V)

    Speicher (Optional): BYD Batteriesystem HVS 10,24 kWh

    Wallbox (PV-Laden möglich - Auswahl entsprechend Wechselrichter): Fronius Wattpilot Home 11 J 2.0 Wallbox oder KOSTAL ENECTOR Wallbox


    Grundsätzlich möchte ich so viel kWp wie möglich installieren. Laut Datenblätter wären bei beiden Wechselrichtern15kWp möglich, würden aber auf 10kW gedrosselt.
    Bei unserem Dach gehe ich eigentlich davon aus, das es kaum zu einer Drosselung kommt.

    Im Detail würde mich interessieren:

    - Ist das gewählte Modul zu empfehlen? (Hatte mir auch JA Solar, sowie einige Premiumhersteller (REC, Meyer Burger) angesehen, das P/L-Verhältnis scheint mir aber bei den JINKO Tiger N-TYP im Besten zu sein)

    - Zu welchem Wechselrichter würdet ihr mir raten? (Beim Fronius empfinde ich die Notstromfunktion, sowie die "besseren" Spannungsbereiche, als ausschlaggebend)

    - Der wichtigste Punkt: Wie sollte die (String-)Belegung auf dem Dach erfolgen. Ich hatte hierzu mehrere Ideen, mir fällt eine Einschätzung oder praktischen Hintergrund und nur vom Einlesen in Foren etwas schwer.


    Eine Idee war (bei Verwendung des Fronius):


    MPPT1: 12) 5) (17 * 440W => 7.480)

    MPPT2: 4) 10) 3) (17 * 440W => 7.480)
    Eventuell bei ein zusätzlichen Balkonkraftwerk bei 2) ?


    Viele Grüße,

    Christian

  • Willkommen im Forum! :)

    - Neigungswinkel sind mit leider nicht bekannt.

    Dann musst du sie ermitteln (das geht heute mit jedem Smartphone), sonst ist keine sinnvolle String-Planung möglich. An sich reicht die Info für die südlich orientierten Dachflächen (1+4 / 12 / 3).


    Mit einem einzigen WR wird das bei dir jedenfalls nichts, so viel ist schon mal klar, sofern du dich nicht für ein SolarEdge-System entscheidest.


    Warum passen beim Turmzimmer auf O nur 2, aber auf W 5 Module?

    EFH mit O-W-Anlage (2x 28 Module) & Carport mit S-N-Anlage (2x 12 Module)
    SMA SHM 2.0 + STP 15000TL-30 + STP 8.0 + EV Charger 22 (gedrosselt auf 11 kW wegen KfW 440)

    IBN 09/2021 – SunnyPortal

    Cupra Born 77 kWh (EZ 12/2022)


  • Ich habe das Bild um Neigung ergänzt.
    Falls nicht erkennbar hier nochmal aufgeführt (+ Werte aus Photovoltaik-Neigungswinkel-Rechner )


    Siehe Bild Ausrichtung Leistung
    10) 20° Süd 97,30%
    4) 40° Süd 99,80%
    5) 33° West 81,30%
    3) 38° Süd 99,90%
    1) 40° Süd 99,80%
    2) 37,5° Ost 80,00%
    12) 20° Nord 69,20%


    Denke ich hier falsch oder können dann die Module im Süden - 10) + 4) + 3) + 1 - kombiniert werden?

    (Vermutlich würde ich dann 1) weglassen, da man mit mit (10+4+3) * 440W schon auf 7.480Wp kommt und die Installation/Verkabelung für ein einzelnen Modul recht aufwendig ist)

    Wenn man das weiterspinnt könnten Ost+West auch kombiniert werden?

    Allerdings bliebe immer noch die Frage ob man dann Nord und Ost/West sinnvoll auf einen String (mit aktiven Schattenmanagement) legen kann.

    (Auch hier wäre dann zu überlegen das man Ost weglässt, da man mit Nord + West schon auf 17 Module (7.480Wp) kommt und die Installation - jeweils links und rechts vom Fenster aufwendig ist)


    Mit einem einzigen WR wird das bei dir jedenfalls nichts, so viel ist schon mal klar, sofern du dich nicht für ein SolarEdge-System entscheidest.

    Ich hatte auch die Befürchtung das ich ohne Leistungsoptimierer kaum auskomme - jedoch die Hoffnung das das Schattenmanagement vom WR es zumindest etwas abfängt.
    Für eine Entscheidung wäre es interessant wie viele Module ich ohne Leistungsoptimierer sinnvoll installieren könnte und wie viele mit.


    Warum passen beim Turmzimmer auf O nur 2, aber auf W 5 Module?

    Das Problem hier ist, dass das Turmzimmer auf W kein Fenster hat, auf Süd ein Fenster und auf Ost ein Fenster + Schneefang....

  • SE bedingt, dass JEDES Modul einen "Optimierer" bekommt.


    lg

    citystromer

    Sanyo 18 X HIt N 235 SE 10, Sunways WR NT 4200, Westausrichtung, Standort: 30xxx

  • SE bedingt, dass JEDES Modul einen "Optimierer" bekommt.


    lg

    citystromer

    Das habe ich auch so verstanden. Grundsätzlich scheint mit die Meinung/Erfahrung zu den Optimierern schon arg durchwachsen zu sein. Wenn möglich würd ich daher auf noch mehr (potentiell anfällige?) Technik verzichten.
    Ob sich das dann auch rechnerisch lohnt ist auch fraglich.

  • 12M Nord 20° => ~5,0 kWp

    10M Süd 20° => ~4,2 kWp

    4+1+3 = 8M Süd ~40° => ~3,4 kWp

    2M Ost => ~0,8 kWp

    5M West => ~2,1 kWp


    Die 10+8M Süd könnte man volloptimiert zusammenfassen. Für 18 * ~45€ = 810 € kann man aber auch genauso gut einen weiteren WR kaufen und 18 zusätzliche Fehlerpotentiale auf immerhin eines reduzieren, oder sich einen WR mit mehr als 2 MPPT suchen...


    Bei SolarEdge braucht, wie citystromer gerade schon schrieb, jedes Modul einen DC/DC-Wandler...


    Ich würde wohl für 12M +10M + 8M einen WR mit 3 MPPT wählen und auf dem Turm 5M + 2M mit Mikro-WR (Hoymiles) arbeiten.


    Bsp.:

    Solplanet ASW12kH-T3(-O)

    Hoymiles HM-1500 + HM400 für West + HM-800 für Ost


    Muss es ein Speicher sein? Bei KfW 442 gewonnen?

    EFH mit O-W-Anlage (2x 28 Module) & Carport mit S-N-Anlage (2x 12 Module)
    SMA SHM 2.0 + STP 15000TL-30 + STP 8.0 + EV Charger 22 (gedrosselt auf 11 kW wegen KfW 440)

    IBN 09/2021 – SunnyPortal

    Cupra Born 77 kWh (EZ 12/2022)

  • Du hast eben zwei Möglichkeiten:

    Entweder SE ... bei mehrteiligen, kleinteiligen Dächern für mit jeweils nur wenigen Modulen in verschiedenen Ausrichtungen

    Oder - möglichst - nur EINEN WR.

    Wenn du also alle deine kleinteiligen Dächer belegen wolltest, läuft es wohl auf SE hinaus. Genaus DAFÜR ist SE entwickelt worden.


    lg

    citystromer

    Sanyo 18 X HIt N 235 SE 10, Sunways WR NT 4200, Westausrichtung, Standort: 30xxx

  • Mahlzeit,


    hier wirst Du nicht um die Optimierer herum kommen, da die Flächen zu klein und unterschiedliche Neigungen haben. Solaredge oder Enphase

  • Hallo,

    Vielen Dank für den Input

    Die 10+8M Süd könnte man volloptimiert zusammenfassen. Für 18 * ~45€ = 810 € kann man aber auch genauso gut einen weiteren WR kaufen und 18 zusätzliche Fehlerpotentiale auf immerhin eines reduzieren, oder sich einen WR mit mehr als 2 MPPT suchen...

    Kann ich die 10M+8M Süd nicht kombinieren und ohne Optimierer an einen String hängen?

    Auch wenn der Neigungswinkel unterschiedlich ist (20° und 40°), variiert die rechnerische Leistung doch nur um 2,5% (97,3 <-> 99,8).


    Ich würde wohl für 12M +10M + 8M einen WR mit 3 MPPT wählen und auf dem Turm 5M + 2M mit Mikro-WR (Hoymiles) arbeiten.

    Meinen Gedanken von oben fortgesetzt könnte man einen 3MPPT-Wehcselrichter (z.B. KOSTAL PLENTICORE plus 10 G2 - ohne Speicher) verwenden und dann :
    1. 10M + 8M
    2. 12M
    3. 5M

    Für 2M könnte man - falls unbedingt gewollt - immer noch einen Mikrowechselrichter (Balkonkraftwerk) installieren.

    Muss es ein Speicher sein? Bei KfW 442 gewonnen?

    Nicht zwingend, da ich derzeit mit einem E-Auto + eventuell bald ein zweites und einer intelligenten Wallbox den Eigenverbrauch steigert könnte.
    Allerdings hätte ich gerne die Möglichkeit für die Zukunft gehabt es jederzeit um einen Speicher zu erweitern.

  • Mahlzeit,


    hier wirst Du nicht um die Optimierer herum kommen, da die Flächen zu klein und unterschiedliche Neigungen haben. Solaredge oder Enphase


    Servus,
    Welche Flächen könnte ich denn sinnvoll mit einem WR (2 oder 3 MPPT) belegen?

    Viele Grüße,
    Christian