Bezugstarif fix oder flexibel?

  • Hallo Leute,


    auch wenn wir hier in einem PV Forum sind, denke ich, dass man auch über Bezugstarife kann?


    Ich bin aktuell am Überlegen, ob ich einen fixen oder flexiblen Tarif nehmen soll.

    Der Unterschied beim Strom liegt hier im Moment bei ordentlichen 10 bis 15 Cent. Die Frage ist halt, ob die Preise (sowohl bei Strom als auch Gas) im Winter wieder deutlich steigen werden oder nicht. Gibt's hier irgendwas, an das man sich halten kann, um eine mögliche Tendenz zu erkennen?


    Die Frage bei einem flexiblen Tarif ist ja, wie lange man bei einem Preisanstieg zuwartet bis man die Reißleine zieht und auf einen fixen umsteigt. Der fixe wird dann wahrscheinlich aber auch schon teurer geworden sein, als er jetzt gerade ist.


    Bin schon auf eure Meinungen gespannt!

  • Das kommt darauf an, was Du unter "flexibel" verstehst.


    Flexibel mit monatlicher Anpassung (Float-Tarife), Tageszeitabhängig (gibts einen von der EVN) oder wirklich flexibel pro Stunde (aWATTar, Spotty,...).


    Wenn Du die Möglichkeit hast, manuell oder automatisiert, gewisse Verbraucher (Elektroauto, Wärmepumpe, Hausspeicher...) nach Strompreis zu steuern, würde ich mir aWATTar & Co ansehen. Kannst Dir jeden Tag der Vergangenheit reinziehen.

    In der Dunkelflaute (ca. 4 bis 5 Wochen im Jahr) ist das etwas teurer, übers Jahr gesehen gehen die paar Wochen unter.

    Ich bin auf aWATTar umgestiegen als letzten Winter, wo ja die Welt untergehen hätte sollen, die Strompreise plötzlich (zeitweise) negativ waren.

    Ein Freund ist auch gleich umgestiegen, er als Skeptiker hat sich alle Werte runtergeladen und einen Jahresschnitt berechnet, der war bei 12 ct/kWh netto - also auch ohne preisgesteuert zu verbrauchen günstig.

    Du wirst auch so Sahnestücke finden wie am 2.7.2023, wo der Preis -50 ct war (Minus). Ja toll zum Herzeigen, kann man ein paar Euro verdienen in einer Stunde, aber das kommt nicht so oft vor. Leicht negtiv oder rund um 0 ct ist schon öfter. Schaus Dir an und Bilde Dir Deine eigene Meinung.


    Wenn Du hier im Forum zu dem Thema Infos haben willst, die Deutschen haben "Tibber" - such einfach im Forum danach. Oder nach aWATTar. Gibts Threads.

    Victron ESS, 125 kWp + 70 kWh Blei + 28 kWh BYD LiFePo + 19 kWh Second-Life Li-Ion + 30 kWh EVE LiFePo

    Nachgeführte Anlage 19 kWp als Volleinspeiser
    Meine Anlage (Victron ESS / Fronius)

  • Die Frage bei einem flexiblen Tarif ist ja, wie lange man bei einem Preisanstieg zuwartet bis man die Reißleine zieht und auf einen fixen umsteigt. Der fixe wird dann wahrscheinlich aber auch schon teurer geworden sein, als er jetzt gerade ist.

    Falls Du eventuell im Hausanschlußkasten einen zweiten Zählerplatz hast, kannst Du auch andenken zweigleisig zu fahren. Flexibel und fix. Habs auch so weil ich ein Angsthase bin. Per Umschalter könnte man die Verbraucher switchen.


    Gibt's hier irgendwas, an das man sich halten kann, um eine mögliche Tendenz zu erkennen?

    Glaskugel...

    aWATTar hatte einige Monate Aufnahmestopp weil sie mit dem Kundenandrang nicht mitgekommen sind.

    Mein Bauchgefühl meint, dass der Ausbau der Erneuerbaren zu immer stärkeren Preisschwankungen führen müsste, weil Speicher und Netze nicht in ausreichendem Maße parallel dazu ausgebaut werden. Aber bitte das ist nur meine Meinung, ich lag schon oft falsch in meinen Prognosen :)

    Was heisst das? Ich finde es gut, wenn man mit WP und e-Auto und vielleicht ein paar anderen Verbrauchern teure Zeiten vermeiden kann und zu anderen Zeiten günstig kaufen kann. Beispielsweise müsstest Du sehen, dass die Preise meist zwischen 23:00 und 5:00 Uhr niedrig sind, am Wochenende ebenso.


    Hier hab ich ein paar meiner Abrechnungen von aWATTar gepostet mit ein paar Erklärungen:

    photovoltaikforum.com/thread/?postID=3343532#post3343532

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  • Ups, meinte mit flexibel die Floating Tarife.

    Da die mittlerweile auch oft schon ohne Bindefrist angeboten werden, könnte man relativ schnell auf einen fixen umsteigen.


    Wir haben weder eine Wärmepumpe noch ein E-Auto. Verbrauch von etwa 4300 kWh im Jahr.


    Die stündlichen Änderungen von Awattar checke ich ehrlich gesagt nicht so wirklich. Da müsste ich ja wissen, in welchen Stunden der Strompreis niedrig ist und nur dann zB die Waschmaschine einschalten. Das ist der einzige größere Verbraucher, den man flexibel einschalten kann. Die Poolpumpe rennt im Sommer 8 Stunden am Tag und gekocht wird natürlich auch immer zu Mittag.


    EVN hat einen tageszeitabhängigen Tarif mit 30 Cent unter der Woche untertags und 23 ct von 20 bis 8 Uhr und am Wochenende.

    Energie-Steiermark hat einen fixen Tarif um 24 Cent und Floating um aktuell 14 Cent, was sehr gut ist. Die Frage ist wie lange der Preis so niedrig bleibt. GoGreenEnergy ist beim fixen Tarif in etwa auf Höhe der E-Stmk.

    MaxEnergy wäre eine Spur günstiger, hat aber vor einiger Zeit etliche Kunden quasi grundlos gekündigt, dürfte also nicht allzu zuverlässig sein.

  • Da müsste ich ja wissen, in welchen Stunden der Strompreis niedrig ist und nur dann zB die Waschmaschine einschalten.

    So um ca. 14:00 werden die Preise für den Folgetag veröffentlicht. Chart:

    HOURLY Preis Chart - mehr Wind und Sonne, mehr sparen!

    Aber bitte nicht heute als Maßstab nehmen, ist Wochenende und deshalb recht günstig.


    Waschmaschine hab ich Frau und Kindern so "anerzogen":

    Sommer: wegen PV-Erträgen immer tagsüber einschalten

    Winter: starten ab 23:00 Uhr wenn geht (Timer), weil es da meist günstig ist


    Poolpumpe ist so ein typischer Verbraucher so man sich sehr schön spielen kann, wenn man will. Welche 8 Stunden die läuft ist wohl egal, 24 Stunden wären täglich zur Auswahl. Hab auch Pool.


    Aber bitte ich will Dir nichts einreden, würde nur vorschlagen es mal anzusehen. Ja klar, ein Risiko ist immer dabei.

    Meine Erfahrung/Meinung bisher:

    So rund um 10 ct (netto für die Energie) schafft man schon meistens. Soll es in dem Monat der Dunkelflaute (Winter) scheppern und sagen wir 30 ct sein. Jahresschnitt wäre immer noch günstig.


    EVN hat einen tageszeitabhängigen Tarif mit 30 Cent unter der Woche untertags und 23 ct von 20 bis 8 Uhr und am Wochenende.

    Ja, pass nur auf:

    Es sind 45 und 34 ct netto, wegen Rabatt für ein Jahr 25 und 19 ct.

    Rechtzeitig kündigen, Kündigungsfrist 8 Wochen - sonst wirds deutlich teurer (bzw. wenn ich das richtig verstehe hast Du dann 2 Monate jedenfalls den teuren Tarif von 45 und 34 ct in der Kündigungsfrist - zuzüglich MwSt, Netz, Abgaben).

    Da wärst Du mit anderen Anbietern wie Max Energy (siehe e-control Tarifkalkulator) permanent drunter mit z. B. 16.4 ct.

    Oder eben mit den anderen von Dir erwähnten Tarifen.


    Die Qual der Wahl :)

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  • Ja, das meine ich mit "man muss wissen, wann der Strom billig ist".

    Jeden Tag schauen, wann man was am nächsten Tag einschaltet ist halt etwas zach.

    Oder ist es von der Zeit her eh immer ungefähr gleich? Dann würde es halbwegs gehen und die Zeitschaltuhr für die Poolpumpe könnte man dementsprechend einstellen.


    Das Einschalten der Waschmaschine kann man noch "Erziehen" mit der PV, da man nur schauen muss, wann die Sonne scheint. Aber der Rest wäre wohl ein Ding der Unmöglichkeit, vorallem da auch die Schwiegermutter in Haus wohnt.


    Ja, der angesprochene Tarif der EVN ist wohl so wie die meisten mit Wechselrabatt nur im ersten Jahr halbwegs ok, danach wird's teuer.

  • Ich stelle mir gerade die selbe Frage. Durch die PV mit Speicher bin ich quasi von März bis Oktober energieautark und exportiere. Somit wären solche Epex Tarife höchstens im Winter interessant. Momentan ist der Druck aufgrund Strompreisbremse noch überschaubar.

    Ich für mich werde den Winter mal für die Beobachtung nutzen, da ich mir Momentan noch kein eindeutiges Bild machen kann

  • Aktuell ist das mit dem variablen Tarif überhaupt nicht interessant für mich.

    Wir haben dank PV und Speicher fast keinen Netzbezug mehr und den dann überwiegend im Winter, in den letzten 12 Monaten waren das nur ca 1200 kWh. Vor der PV habe ich im Jahr ca 8000 kWh vom Netz bezogen.

    Die Strompreisbremse macht das ganze dann vollends uninteressant.


    Das ganze dürfte sich erst ändern wenn ein Elektroauto und eine Wärmepumpe hier einzieht und/oder wenn die Preisdifferenz zwischen dem fixen Tarif und den "Tälern" in einem dynamischen Preismodell sich wirklich rechnen.

    Bequem ist es halt natürlich schon wenn man jederzeit zum fixen Preis einspeisen und verbrauchen kann - für das Netz halt nicht ganz so ideal. Das Verhalten wird sich aber nur ändern wenn es sich für die Kunden auch lohnt.


    Ein paar machen das freiwillig aber die große Masse bewegt sich nur wenn es sich rechnet.

  • wenn die Preisdifferenz zwischen dem fixen Tarif und den "Tälern"

    und dann ist es auch nicht gesagt, dass es genau dann, wenn du strom moechtest oder brauchst selbiger guenstig zu erstehen ist. im allgemeinen ist es ja "leider" so, dass wenn du selbst nicht mehr genug hast, auch andere vor dem selben problem stehen und durch die verstaerkte nachfrage auch der preis steigt...

  • Es fiele mir zur Zeit schwer, einen auf ein Jahr fixierten Tarif um 30 ct abzuschließen, wenn ich den Strom auch um 15ct haben kann.


    Gegen hohe Strompreise ist man mit einer PV Anlage ja gut abgesichert.

    Steigt der Strompreis wieder auf das doppelte, dann hat man auch doppelte Einnahmen aus dem Sonnenstrom. Damit lassen sich die steigenden Bezugskosten (zum Teil / leicht) abdecken.