Dimensionierung 25 vs 50kwp

  • Hallo zusammen,


    Ich steh noch ganz am Anfang meines PV Projekts und würde mich über Österreich-spezifischen Rat zur Dimensionierung freuen.


    Ich habe eine über 300m2 große Welleternit Dachfläche mit Ausrichtung SSW und 25° Neigung.


    Gemäß grober müssten da locker 50kwp drauf Platz haben. Vermutlich sogar mehr?


    Da ich aus der Nachbarschaft gehört habe, dass die Netzkapazitäten anscheinend recht limitiert wären, habe ich einfach mal für 50kwp angesucht. Überraschenderweise habe ich tatsächlich eine Netzzusage für 50kwp bekommen.


    Jetzt hab ich gefühlt 3 Optionen:


    1) Anlage mit 50 kwp planen & umsetzen, weil Platz & Netzzusage da sind

    2) Genaue Planung machen, Dach komplett voll planen und dann für die kwp um Erweiterung anfragen.

    3) Kleiner, mit z.B. 24,9kwp bauen damit ich das steuerbegünstigt hinbekommen



    Hintergrund:

    Haupteinnahme momentan ist unselbstständige Anstellung, allerdings nebenbei noch einen kleinen Land- und Forstwirtschaftlichen Betrieb.

    Stromverbrauch: ca 6.000 kWh pro Jahr

    Elektroauto ist keines vorhanden und in den nächsten 3-5 Jahren auch nicht geplant


    Was würdet ihr da an meiner Stelle machen?

    So groß wie möglich & finanziell tragbar bauen oder gibt's irgendwelche Grenzen, die ich beachten sollte?


    Danke euch vielmals!

  • die max. hauseingangssicherung, die du bekommst 50A vs. 63A.

    das maximum bei direktzaehlung deines netzbetreibers.

    die NA-schutzpflicht bei >30kVA

    die fehlende steuerfreiheit bei >25kWp/anlage


    grundsaetzlich spricht gar nix gegen so gross wie moeglich bauen, aber vielleicht gibts irgendwo anders darunter einen kostentechnischen sweet spot!

  • Kommt mir irgendwie bekannt vor :)


    360 qm Dach mit Welleternit, mit SSW Ausrichtung und 20 Grad DN

    Ursprünglich hatte ich vor, 45 kWp zu machen, dann kam die Änderung des Steuergesetzes, also die Anlage auf 3x 15 kWp aufgeteilt und dann während der Umsetzung das Dach dann doch voll gemacht. Jetzt sind es 3x 21,56 kWp. 92% dieser Dachseite sind mit Modulen belegt.

    Wenn du nur deinen eigenen Stromverbrauch abdecken willst, ist die Anlage mMn zu groß, bzw. du willst das als Investment sehen, dann ok.
    Wenn du jedoch in der Nähe, oder über Österreich verteilt, deine Familie hast, dann kannst du mit dem überschüssigen Strom deine familiäre Energiegemeinschaft betreiben. Abhängig, wie groß und wie verteilt die Familie ist, rechnet sich deine Anlage dann deutlich schneller.

    Ich habe das mit meiner Anlage und Familie gemacht. Ich brauch den Strom nicht dort, wo er erzeugt wird, sondern verwende ihn überall dort, wo meine erweiterte Famile zu Hause ist. Pass halt auf, daß du in diesem Fall nicht die Wirtschaftlichkeitsrechnungen von Einfamilienhäusern anwendest, da kommst du nicht weit, bzw. zu irreführenden Ergebnissen versus einer gesamtfamiliären Optimierung.

    Schau halt, daß deine Baukosten / kWp möglichst gering sind, bei der Fläche geht das recht schnell in große Dimensionen.

    Cool, daß du so eine hohe Einspeiseleistung genehmigt bekommen hast. Hätte ich auch gerne (vor allem an sonnigen Tagen) :)

  • Ich habe das mit meiner Anlage und Familie gemacht. Ich brauch den Strom nicht dort, wo er erzeugt wird, sondern verwende ihn überall dort, wo meine erweiterte Famile zu Hause ist. Pass halt auf, daß du in diesem Fall nicht die Wirtschaftlichkeitsrechnungen von Einfamilienhäusern anwendest, da kommst du nicht weit, bzw. zu irreführenden Ergebnissen versus einer gesamtfamiliären Optimierung.

    Magst du etwas näher ausführen, wie du deine Wirtschaftlichkeitsrechnung angepasst hast?

  • Gerne. Ich hoffe, die Leute sind vertraut, wie die Basics von Energiegemeinschaften funktionieren.

    Ich habe eine Bürgerenergiegemeinschaft (BEG) gegründet, ausschließlich für meine erweiterte Familie (inkl. Kinder, Opa, ...)


    Beispiele:Aufgrund der Abrechnungsmodalitäten innerhalb einer BEG rechnet sich eine Batterie schneller

    Du kannst dir aussuchen, ob die Batterien bei den Erzeugungsanlagen stehen, beim Verbraucher oder an einem separaten zentralen "Punkt" in der BEG aufgestellt werden - Jede Option hat Vor- und Nachteile auf die Netzgebühren.

    Wir haben 14 Verbrauchszählpunkte, da "glätten" sich die Verbrauchskurven. Die meisten von uns wohnen in einer Stadt.

    Bei 4 PV Anlagen in unterschiedlichen Bundesländern kann man das lokale Tageswetter besser "wegglätten" und hat eine stabilere Gesamtertragsvorhersage.

    Du hast eine andere Zielfunktion bei den Kosten, da die Netzgebühren zu berücksichtigen sind

    Du kannst Verbraucher mit "billigem eigenem Strom" bedienen, die im Stadtzentrum in einer Wohnung wohnen und keine eigene PV Anlage aufbauen können

    Sind 4 Anlagen billiger als 14 Anlagen, die sich jeder selbst baut ? Vermutlich. Dazu kommt, daß nicht jeder ein perfektes Dach hat (Bäume, Gaupen, Kamine, Ost-West), oder gar kein Dach (Mietwohnung). Die Bundesländer haben verschiedene Bauvorschriften, in der Stadt etwas schwieriger als am Land.

    Wenn die "Kinder" noch mobil sind und von Salzburg nach Klagenfurt umziehen, brauchst du nur den Zählpunkt verändern und der Nutzen und die Investition deiner Solaranlage bleibt erhalten.

    etc, etc, ... (gibt noch vieles mehr)

  • 360 qm Dach mit Welleternit, mit SSW Ausrichtung und 20 Grad DN

    Ursprünglich hatte ich vor, 45 kWp zu machen, dann kam die Änderung des Steuergesetzes, also die Anlage auf 3x 15 kWp aufgeteilt und dann während der Umsetzung das Dach dann doch voll gemacht. Jetzt sind es 3x 21,56 kWp. 92% dieser Dachseite sind mit Modulen belegt.

    Wie hast du da die Aufteilung gemacht? Hast du 3 Zählpunkte zur Einspeisung bekommen?


    Und für die steuerliche Begünstigung müsste dann ja jede der Anlagen auf eine andere Person laufen, damit du unter den 25kwp Grenze bist.


    Kannst du mehr Details verraten?


    Danke vielmals!

  • Hast du 3 Zählpunkte zur Einspeisung bekommen?

    ja, hat er, ansonsten waere die steuerliche beguenstigung nicht moeglich!

    Und für die steuerliche Begünstigung müsste dann ja jede der Anlagen auf eine andere Person laufen, damit du unter den 25kwp Grenze bist.

    ja, es muss immer eindeutig einer oder mehreren personen zugeordnet sein!


    die anlage darf pro person oder anschluss (ja nachdem was als erstes 25kWp erreicht) nicht groesser als 25kWp sein, es sei denn bei mehreren anlagen, die einer person zugeordnet sind, da darf jede anlage max. 25kWp gross sein, es gilt aber immer die 12,5MWh regelung und zwar immer personenbezogen!