Flachdach PV in WEG mit Blick auf Hybridheizsystem - Grundsatzfrage

  • Hallo zusammen!


    Wir sind eine Eigentümergemeinschaft von 5 Parteien, aufgeteilt auf 8 Wohneinheiten.

    Heute bei der Eigentümerversammlung wurde mein Vorschlag, jeder legt seine (künftigen) Solarmodule aufs Dach (unter Berücksichtigung der Lastverteilung, Statiker ist dennoch beauftragt, weil Solar kommt so oder so irgendwann aufs Dach), mehr oder weniger abgeschmettert.

    Unsere Öl-Heizung hat noch 25 Jahre Laufzeit, bevor sie "alt" ist. Außer Habeck behauptet was anderes, aber da darf sich ja gerade keiner in Sicherheit wiegen :D

    Unser Verwalter sagte, wenn wir unsere privaten Module aufs Dach legen wollen und irgendwann die Gemeinschaft beschließt eine Hybride- oder gar reine Solar-Heizlösung zu installieren, fliegen die privaten runter. So weit auch vollkommen logisch, sehe ich ein.


    ABER! Mit Blick in die Zukunft, unter Berücksichtigung der Werte der letzten Jahre... mein Gedanke dazu war:

    Im Sommer produziere ich viel mehr Solarstrom als im Winter. Gleichzeitig habe ich durch Klimageräte einen sehr hohen Stromverbrauch (alles andere wird vom Balkonkraftwerk aktuell geschluckt).

    Im Winter ist die Stromausbeute nicht so gut, und auch die Ertragszeit sinkt, wodurch sich in meinen Augen eine PV Anlage für das Mehrfamilienhaus zum Betrieb einer Wärmepumpe mit Solar nicht "lohnt", da der Ertrag für div. klein-PV-Anlagen zur Senkung des individuellen Strombedarfs speziell im Sommer überwiegt.

    Zudem muss man ja nicht alles vollballern mit privaten Solarpanelen, sodass man die künftige Heizlösung dennoch mit Solar unterstützen kann.

    Und ich denke, dass die Sommer immer heißer werden und die Winter vermutlich nicht mehr so kalt (Großstadt), sollten wir den Fokus auf private Solarenergie für den Sommer legen.


    Sehe ich das so richtig, oder bin ich bei meiner spontanen Idee irgendwo falsch abgebogen?

    Ich persönlich möchte die Dachfläche möglichst zügig nutzen, weils einfach verschwendete Fläche ist...


    Noch ein paar Hintergründe zum Haus:
    BJ 1970, Massivbau, nicht gedämmt, 3/4 Seiten freistehend, verschattungsfrei.

    Dach ist teilsaniert, wurde 2006 halbseitig Opfer eines Sturmschadens.

    Alle Wohnungen doppeltverglast, (noch) keine Innendämmung.

    etwa 150qm Dachfäche (abzgl. Kamin, Dachluke, einer Sat Antenne).

    Brennwerttherme für Heizöl, Einbau 2009


    Danke für eure Ideen, Vorschläge und Ratschläge für eine potentielle Umsetzung im Voraus!

  • Wenn die WEG beschlossen hat, nö machen wir nicht, dann gibbet halt nix.

    Sei froh dass dein BKW genehmigt wurde....

  • *wurde abgeschmettert, weil die anderen Eigentümer die Investitionskosten scheuen. (erst Solar aufs Dach bauen, ums dann wieder abbauen zu müssen wenn halt eine hybride Heizlösung kommen soll, die ich aktuell aber (noch) nicht rentabel find, weil Solar im Winter nicht so krass ist wie im Sommer).

    Balkonkraftwerke sind alle voll für, die haben wir auch einstimmig erlaubt, aber aufs Dach legen find ich dennoch eleganter, weil mehr Module möglich sind und die nächsten 25 Jahre das Dach ungenutzt bleibt... Mit Zahlen, begründeten Meinungen und Fakten kann ich allerdings die private Dachbelegung möglich machen, oder eben verwerfen, wenn meine o.g. Begründung hinkt.

  • Braunschweig: Mini-Solaranlage oder doch nacktes Flachdach?
    In der Weststadt hat eine Eigentümergemeinschaft entschieden: Das Dach soll leer bleiben.
    www.braunschweiger-zeitung.de


    Ob nun 600VA oder 800VA - das macht alles den Kohl nicht fett, wenn es um Heizung geht. Wird schließlich nicht im Sommer geheizt.


    Meine Meinung ist: Es wird nicht billiger. Mehrwertsteuer kommt eines Tages wieder drauf auf den Preis und was heute noch mit Fördergeldern versüßt wird, wird später ohne Fördergelder zur Pflicht.

    Aber ganz im Ernst:

    Wer hat den Schwachsinn geglaubt, Energie-Wende könne es zum Nulltarif geben.

    Das war schon ähnlich bescheuert wie heute: Weil die Energiewende teuer ist, muss sie ausfallen.


    Wenn nur der Balkon zugehängt werden darf, dann gleich richtig. Keine Kompromisse.

    Machen, was der Netzbetreiber will: spart Zeit, Geld und Ärger. Wenn nicht in "leichter Sprache", wird hier geholfen.

  • Die Entscheidung der Eigentümergemeinschaft ist leider negativ. Daran geht kein Weg vorbei.


    Das Heizen mit Strom/Wärmepumpe wird aktuell ohnehin nicht ohne Dämmung funktionieren. Ob Wärmekollektoren sinnvoll zur Ergänzung der Heizung sind muss ggf. ein Experte anhand von Musterberechnungen belegen, ich bin nicht davon überzeugt. Eventuell wird man Wärmekollektoren in den kommenden Jahren verbessern.


    Daher wäre eine Entscheidung pro Photovoltaik m. E. sehr sinnvoll gewesen.


    Es gibt diverse PV Rechner, die die Verteilung des Ertrages relativ korrekt ermitteln. Prinzipiell ist das Dilemma klar. Im Sommerhalbjahr werden 75 % des Ertrages generiert, im Winterhalbjahr nur 25 %; davon im Dezember und Januar jeweils knapp 2 %. Die Heizung wird daher in den kälteren Monaten nur gering unterstützt.


    Was spricht gegen eine große PV? Im Sommerhalbjahr kann diese die Klimaanlage mit sauberer Energie speisen, den Hausverbrauch senken und Überschüsse einspeisen. Die durch die Einspeisung erzielten Einnahmen decken die Installationskosten und/oder tragen zur Senkung der Heizkosten bei. Auch könnte man argumentieren, dass durch die saubere PV Energie CO2 vor allem im Sommer eingespart und somit die CO2 Produktion fürs Heizen kompensiert wird. Eventuell ist die Jahresbilanz dann sogar CO2 neutral. Es ist ohnehin seltsam, dass es einerseits für E-PKW Geld für die CO2 Ersparnis gibt, für die saubere Produktion von eingespeisten Strom dies nicht als Kompensation (CO2 Gutschrift auf die CO2 Abgabe fürs Heizen) anerkannt wird.


    Ob in 25 Jahren die privaten Module abgebaut werden ist nicht sicher. Wer weiß heute mit welchen Energien wir in 25 Jahren heizen. Aktuell könnte eine große PV gute Beiträge vor allem in der Übergangszeit zum Heizen leisten, z. B. in einem hybriden Verbund mit der vorhandenen Heizung. Alternativ bleibt das Argument der CO2 Kompensation bzw. ggf. nach Dämmung CO2 Neutralität.


    Nicht aufgeben, weiter kämpfen!

  • Unsere Öl-Heizung hat noch 25 Jahre Laufzeit, bevor sie "alt" ist.

    Auch bei PV-Anlagen ist interesannt, nach 20-25 Jahren repowerd zu werden.

    Unser Verwalter sagte,

    Der hat gar nix zu sagen, außer Rechenschaft abzulegen. Der hat nur das zu machen, wozu ihn die WEG per Beschluß beauftragt hat. Oder hat er Stimmrecht?

    wenn wir unsere privaten Module aufs Dach legen wollen und irgendwann die Gemeinschaft beschließt eine Hybride- oder gar reine Solar-Heizlösung zu installieren, fliegen die privaten runter.

    Sowohl für jetzt PV, als auch für später den Rückbau ist ein WEG Beschluß notwendig. Die jetztige Investition wird ja nicht aus der Instandhaltungsrücklage finanziert. Oder etwa doch? Das ist wie mit ein zus. Querriegel an der Wohnungstür. Beschluß notwendig, aber Sache des WEG-Mitglied.

    Zudem muss man ja nicht alles vollballern mit privaten Solarpanelen, sodass man die künftige Heizlösung dennoch mit Solar unterstützen kann.

    Nur Notlösung: Es gibt auch Hybridmodule, also Solarthermie und PV-Modul in einem. Ist aber wie SUV für Formel1, kann vieles, aber nix wirklich überragend. Könnte aber hilfreich sein für:

    Eigentümergemeinschaft von 5 Parteien

    Du brauchst also nur 2 weitere WEG-Mitglieder, um ausreichend Stimmkraft zu haben. Ergo: Lobbyarbeit. Suche das pers. Gespräch, fange mit den Beirat an.


    Bemerkung: Ist "deine" Dachfläche auch deine, dir zur Verfügung stehnde Dachfläche? Was sagt die Teilungserklärung?


    Gruß Cleo

    "Normal" ist nicht der Durchschnitt, sondern die Vielfalt der Möglichkeiten.

  • Danke, meine Meinung. Ich werd mir den Balkon auch vollkleistern, bis alles rausholen was geht und dann "Homeoffice für Umme" genießen :)

    Vielleicht schaff ichs sogar mein kleines Klimagerät damit (teilweise) zu betreiben, solange ich noch kein Splitgerät installieren darf.

    Es gibt diverse PV Rechner, die die Verteilung des Ertrages relativ korrekt ermitteln. Prinzipiell ist das Dilemma klar. Im Sommerhalbjahr werden 75 % des Ertrages generiert, im Winterhalbjahr nur 25 %; davon im Dezember und Januar jeweils knapp 2 %. Die Heizung wird daher in den kälteren Monaten nur gering unterstützt.


    Was spricht gegen eine große PV? Im Sommerhalbjahr kann diese die Klimaanlage mit sauberer Energie speisen, den Hausverbrauch senken und Überschüsse einspeisen. Die durch die Einspeisung erzielten Einnahmen decken die Installationskosten und/oder tragen zur Senkung der Heizkosten bei. Auch könnte man argumentieren, dass durch die saubere PV Energie CO2 vor allem im Sommer eingespart und somit die CO2 Produktion fürs Heizen kompensiert wird. Eventuell ist die Jahresbilanz dann sogar CO2 neutral. Es ist ohnehin seltsam, dass es einerseits für E-PKW Geld für die CO2 Ersparnis gibt, für die saubere Produktion von eingespeisten Strom dies nicht als Kompensation (CO2 Gutschrift auf die CO2 Abgabe fürs Heizen) anerkannt wird.

    Genau sowas sind Infos, die mir meine Lobbyarbeit erleichtern. Danke!

    Der hat gar nix zu sagen, außer Rechenschaft abzulegen. Der hat nur das zu machen, wozu ihn die WEG per Beschluß beauftragt hat. Oder hat er Stimmrecht?

    Nein, aber er hat mit "bei anderen Objekten..." und "meiner Meinung nach ..." die Meinungen umgestimmt.
    Er wusste bis dato nicht einmal das man mit BKW den Grundstrom (wenn man denn einen geringen Grundstrom hat) decken kann, sondern sah es nur als Spielerei an.


    Wenn wir "private" Solar aufs Dach legen dann aus eigener Tasche, eine große wäre an eine Sonderumlage geknüpft.

    Und mit Hinblick auf einen potentiellen Rückbau haben die anderen Eigentümer gekuscht. Aber die Infos von Hafe werden da bestimmt umstimmen.


    Die Teilungserklärung gibt zum Dach nichts her, das ist komplett unbeschrieben.

  • Hi,


    vielleicht das folgende machen, was gerade bei einer WEG von Bekannten vernünftig besprochen wird, nachdem Mieterstrom momentan nicht in Frage kam, haben dann zwar die im Haus wohnenden Eigentümer weniger von, aber alle zusammen haben überschaubare Summen investiert:


    Gegeben:

    • Flachdach
    • unverschattet in Süden
    • Elektriker der Anmelden darf
    • Rückstellung für Investition musste umgeschichtet oder versteuert werden
    • Beschaffung der Komponenten zum EK möglich

    Umsetzung:

    • Aufständerung mit Flachdachrampen in Richtung Süden die "nur" ballastiert werden müssen
      • 2 Systeme in Auswahl, einmal ValkQuattro andere habe ich mir nicht gemerkt
    • Jeweils 4 Module ==> 1600 kwp je Rampe
    • 4 Rampen nebeneinander
    • Hm-1500 als Wechselrichter

    Die Begründung gegen einen String Wechselrichter waren hier:

    • Keine Änderung an der Hauseletrik notwendig
      • Anschluss ist auf dem Dach vorhanden, warum weiß keiner
    • Reduzierung der Gemeinkosten für alle
    • Ertrag der Anlage geht zurück auf Investitionskosten Konto

    Vielleicht kann man davon Teile der Argumentation / Umsetzung übernehmen.


    Gruß

    J

  • Eigentümergemeinschaft von 5 Parteien, aufgeteilt auf 8 Wohneinheiten.

    Heute bei der Eigentümerversammlung wurde mein Vorschlag Solarmodule aufs Dach mehr oder weniger abgeschmettert.

    Wie viele Wohnungen sind den vermietet? Dein Vorschlag, jeder legt seine eigenen Module aufs Dach, zielt schon in die richtige Richtung "Personenidentität". Mit 5 Meinungen (Eigentümer) sollte sich doch eine pragmatische Lösung finden lassen.

    nachdem Mieterstrom momentan nicht in Frage kam,

    Mein Weg zur PV im Mehrfamilienhaus (allerdings keine WEG) lautet "Eigenstrom für alle", ist verrückt einfach, scheint aber zu funktionieren. Wen es interessiert: PV im MFH