Preisvorteil durch Kaskadenmessung dauerhaft dahin?

  • Hallo,

    2019 haben wir eine 23kwp Anlage auf das Hausdach gemacht. Der Wärmestrom war damals deutlich günstiger, als der Haushaltsstrom. Daher wurde eine Kaskadenschaltung verbaut als Messeinrichtung. Heute zahlen wir für Haushaltsstrom und Wärmepumpenstrom nahezu gleich viel, im Moment ist der Wärmepumpenstrom nur 4-5 ct günstiger als Haushaltsstrom, so dass der Grundpreis für den Wärmestromzähler die Einsparung durch den etwas günstigeren Wärmepumpenstrom übersteigt.

    Gibt es irgendwie Hinweise darauf, dass das zukünftig so bleiben wird? Dann wäre es ja günstiger, wir schmeissen den WP Zähler raus?!


    Danke

  • Eine Glaskugel hat wohl leider niemand. Aktuell ist es in vielen Fällen wie von dir beschrieben, kaum lohnenswert. Andererseits kostet der Umbau inkl. Elektriker sicher auch wieder mehrere Hundert EUR und wirklich draufzahlen wirst du vermutlich auch nicht.


    Es gibt Hinweise darauf das Wärmepumpenstrom zukünftig deutlich günstiger werden soll, da etwaige Netzgebühren entfallen sollen. Ob und wie genau das kommt und abgerechnet / organisiert wird, weiß aktuell wohl noch niemand so richtig.


    Daher wäre meine Empfehlung: Erst einmal abwarten und sich dem Thema in 6-12 Monaten nochmal annehmen.

  • Fast genau wie bei uns. Ich habe auch schon hin- und hergerechnet und bin zu dem Schluß gelangt, nochmal abwarten zu wollen. Jetzt ist ja auch von einer Strompreisbremse bei Wärmepumpen-Tarifen die Rede, das werde ich in jedem Fall abwarten.

    Mein Gedanke dazu ist: Ich behalte Tibber (und Co) im Auge und werde bestimmt irgendwann zu solch einem Anbieter wechseln. Dann heißt es: Tschüss Kaskade :)

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  • Es gibt Hinweise darauf das Wärmepumpenstrom zukünftig deutlich günstiger werden soll, da etwaige Netzgebühren entfallen sollen. Ob und wie genau das kommt und abgerechnet / organisiert wird, weiß aktuell wohl noch niemand so richtig.

    gibt es dazu mehr Infos, Quellen, Links?

  • Achso, die Strompreisbremse.

    Ob die dauerhaft ist, weiß vermutlich keiner.

    Und deutlich günstiger bei Neuverträgen mit 31-32 ct/kWh gegenüber 28 ct/kWh, hält sich auch in Grenzen.

  • Ich habe aktuell bei Vattenfall mit 2 Jahren Preisgarantie abgeschlossen. Um die 28ct brutto +180 Euro/Jahr Grundgebühr.


    Haushaltsstrom 32ct auch bei Vattenfall für 2 Jahre.


    Also zahlen wir im Moment so ca. 80 Euro mehr im Jahr durch die Kaskade.



    Glaskugel hat natürlich keiner.

  • Achso, die Strompreisbremse.

    Ob die dauerhaft ist, weiß vermutlich keiner.

    Und deutlich günstiger bei Neuverträgen mit 31-32 ct/kWh gegenüber 28 ct/kWh, hält sich auch in Grenzen.

    Schon wieder so günstig? 8| Verdammt...ich komm nicht mehr hinterher ?(

  • Wie muss ich denn die Strompreisbremse auf 28cent wirklich verstehen? "...

    Ja, das ist jetzt irgendwie noch undurchsichtiger geworden als es vorher schon war.


    Ich lese gerade einen aktualisierten FAQ Artikel zur Strompreisbremse vom BMWK vom 7.8.23: https://www.bmwk.de/Redaktion/…blob=publicationFile&v=20.
    Schaue Dir mal Frage 16, dritter Absatz an: "Für Nutzerinnen und Nutzer von Nieder- oder Nachtstromtarifen (NT) wurde mit dem Gesetz zur Änderung des Strompreisbremsegesetzes, das vom Deutschen Bundestag verabschiedet wurde (siehe Deutscher Bundestag Drucksache 20/7395), ein niedriger Referenzpreis eingeführt"

    Zunächst war laut Medienberichten die Voraussetzung für die 28ct Wärmepumpen-Strompreisbremse nur der eigenständige HT/NT Zähler. Jetzt wird zusätzlich eingeschränkt. Die 28ct Bremse gilt nur für der NT-Anteil des Verbrauchs. Der HT-Anteil bleibt bei 40ct. Allerdings wird dies nicht auf den jeweiligen HT/NT Verbrauch vom Referenzjahr 2021 bezogen, sondern einfach nach dem zeitlichen Anteil von HT/NT gewichtet.
    Beispiel: Bei uns ist der HT-Anteil 16 Stunden und der NT-Anteil 8 Stunden.

    Demnach ist die gewichtete WP-Strompreisbremse bei uns: (0,40 € * 16/24) + (0,28 € * 8/24) = 36ct/kWh.

    Das ist schon ein Unterschied zu 28ct. Das Ganze bezieht sich wie beim Haushaltsstrom auf max. 80% der Prognose, welche im Normalfall einfach der WP-Verbrauch im Jahr 2021 ist.
    Die WP-Strompreisbremse beginnt aber zudem erst am 1.8.23. Unklar ist wie der Gesamtverbrauch aus dem Referenzjahr 2021 aufgeteilt werden soll, damit der Beginn 1.8. in die Rechnung einfließt. Wahrscheinlich wird hier auch einfach mit 5/12 Monaten gerechnet, so wie bei der Aufteilung zwischen HT/NT-Anteil.


    Hier mal ein Beispiel wie ich das im Moment verstehe...


    1. WP-Strompreisbremse: 0,36 € (siehe oben)

    2. Unser akt. gewichteter WP-Strompreis 2023: 0,44 € (aus HT/NT zeitlich gewichtet, s.o.)

    3. Differenzpreis aus 1.+2.: 0,44 € - 0,36 € = 0,08 €

    4. Verbrauch 2021 und 2023: 5000 kWh

    5. 80% vom Verbrauch 2021: 5000 kWh * 80% = 4000 kWh

    6. Davon 5/12 Monate: 4000 kWh * 5/12= 1666,67 kWh

    7. Strompreisbremse: 1666,67 kWh * 0,08 € = 133,33 €
    8. Verbrauchskosten ohne Preisbremse: 5000 kWh * 0,44 € = 2200 €

    9. Verbrauchskosten mit Preisbremse: 2200 € - 133,33 € = 2066,67 €


    Keine Ahnung, ob das so richtig gedacht ist. Ich habe noch kein Beispiel dazu gefunden.

    Selbsterklärend ist das ja gerade nicht.