Lange Leitung mit Gleichstrom oder lieber mit Wechselstrom?!

  • Hallo,
    ich habe eine Frage, welche den Anschluß des Wechselrichters betrifft:
    Macht es anschlußtechnisch Sinn den Wechselrichter statt auf den Dachboden in den Keller zu stellen (mal abgesehen vom Kühleffekt)? Mein Schwiegervater ist Elektriker und meint: In diesem Fall müßte ich die Versorgungsleitung vom Dachboden zum Wechselrichter (einfach ca. 20 m) mit Gleichstrom versorgen. Da sei aber die Verlustleistung deutlich größer als über die selbe Leitung bei Wechselstrom. Kann das jemand bestätigen? Die Leistung, also die KW, die ich hinunterschicke ist ja die gleiche. Die Volt wären sogar noch höher, da meine Module zwischen 350 und 400 Volt erzeugen. Der Kabelquerschnitt ist ca 6 mm². Hat da irgendjemand Erfahrung mit der Praxis in der PV? Hier lesen doch bestimmt der eine oder andere Elektriker (gerne auch Elektroniker ;-) ) mit! Danke schon mal für eine Antwort.


    Gruß
    Martin

    Anlage 1: 5,04 kWp; 28 x Sanyo HIT 180 (HIP-J54BE2), SMA SB 5.0, 91710, 45° DN, 15° SW, Aufdach, seit: 07.01.2004
    Anlage 2: 20,35 kWp: 110 x Trina TSM-DC01 185, 1 x Huawei Sun2000-17KTL , 91719, 45° DN, 15° SW, Aufdach, seit : 20.04.2009

  • Hallo Martin, ich kann dir zwar keinen technischen Tipp geben, aber grundsätzlich bauen Elektriker den WR lieber in den Keller als auf dem Dachboden. Den Leitungsverlust kann man mit dem Querschnitt optimieren. Lieber etwas mehr als zuwenig
    Es gibt zum berechnen auch ein Tool von SMA.


    http://www.sma.de/smaprosa/dat…itungsberechnung_1-11.xls


    Vielleicht hilft dir dass erstmal weiter.

  • Hallo Martini,


    also in meinem KACO-Handbuch steht Folgendes:


    Prinzipiell fließt auf der Gleichspannungsseite aufgrund der hohen Systemspannung ein geringerer Strom als auf der Wechselspannungsseite. Bei gleichen Kabelquerschnitten sind die Verluste damit auf der Wechselspannungsleitung höher als auf der Gleichspannungsseite. Aus diesem Grund und unter thermischen Gesichtspunkten ist die Platzierung des Wechselrichters in der Nähe des Zählerplatzes sinnvoll.


    Also, wenn möglich nimm den Keller. Wie oben erwähnt lassen sich die Leitungsverluste auf der Gleichspannungsseite leichter kompensieren.
    Also 6 mm² auf der Gleichsp.-seite dürften für 20 m eigentlich locker reichen. Noch wichtiger ist der Querschnitt von Wechselrichter zu Zähler.
    Verluste kannst du über Internetprogramme zum Downloaden bei einigen
    WR-Herstellern berechnen.
    Also bei KACO z. B. war das Programm für mich als Laien gut verständlich,
    da hatte ich bei der Excel-Tabelle von SMA schon größere Probleme.
    Aber wenn du SMA hast, nimm natürlich die SMA-Seite, sonst verwirrt das Ganze nur.


    Wichtig ist letztlich der Gesamtverlust. Bei mir beträgt er ca. 0,7 Prozent.
    Ist schon relativ viel trotz eines 5 x 16 mm²!!!! Kabels auf der W-Strom-Seite, da ich fast 30 m von Zähler zu WR überbrücken musste.
    Trotz allem läuft die Anlage praktisch perfekt mit Spitzenwerten.


    Gruß
    Matthias M.

    8,55 kwp SANYO HIT 190 BE 3
    27 x KACO PVI 4000 i -- 18 x KACO PVI 3500 i
    --------------------------------------------------------
    "Phantasie ist wichtiger als Wissen, denn Wissen ist begrenzt." (Einstein)

  • Herzlichen Dank für Eure schellen Antworten!


    Genau so sehe ich das eigentlich auch, habe mich da nur von meinem Schwiegervater belehren lassen. Dann kann man ja eigentlich folgende These aufstellen: Wenn Gleichstrom erzeugt wird und die erzeugte Spannung dauerhaft größer als 230 Volt ist ist immer der WR in der Nähe des Einspeisezählers aufzustellen. Grundsätzlich müßte dieser Umstand bei jeder PV-Installation beachtet werden! Ob das jeder weiß? Es gibt ja eben auch viele "niedervoltige" Module die zusammen an einem Strang nur z. B. 110 V bringen. Da wäre es dann genau anders herum!
    Dann wird mein Elektriker da noch mal ran müssen! ;-))


    Viele Grüße
    Martin

    Anlage 1: 5,04 kWp; 28 x Sanyo HIT 180 (HIP-J54BE2), SMA SB 5.0, 91710, 45° DN, 15° SW, Aufdach, seit: 07.01.2004
    Anlage 2: 20,35 kWp: 110 x Trina TSM-DC01 185, 1 x Huawei Sun2000-17KTL , 91719, 45° DN, 15° SW, Aufdach, seit : 20.04.2009

  • Solche Programme sollten aber nur als Anhaltspunkte genommen werden. Bei SMA gehts ja z.B. schon wieder damit los, dass man den spezifischen Widerstand von Kupfer falsch angegeben hat :roll:

    2x Sunways NT 6000, 52x Sanyo HIP 190 BE3, 9,88kWp


    WR1: 3 Strings a` 8 Module, 1 Temperatur- und Einstrahlungssensor, Neigung 30°, Azimut 180°
    WR2: 1 String a` 10 Module, 2 Strings a` 9 Module, Neigung 40°, Azimut 180°