BWWP - Beratung gesucht!

  • Hallo zusammen,


    Ich bin am Überlegen, mir eine BWWP zur zusätzlichen WW-Bereitung zu installieren, die hauptsächlich mit PV-Überschuss (=Frühling/Sommer/Herbst) betrieben werden und damit die Heizung entlasten soll.


    Folgende Bedingungen:

    • Pelletsanlage eingebaut
    • 450 Liter Pufferspeicher
    • Mögliche Räume zur Installation:
      • Heizraum (Abwärme der Heizung, allerdings Vorgabe der dauerhaften Raumbelüftung, dadurch geht natürlich viel Wärme verloren)
      • Waschküche mit Pufferspeicher (Abwärme des Speichers und der Waschmaschine/des Trockners, wenn in Betrieb)
      • Garage (im Sommer Betrieb der PV-WR und dadurch Abwärme)
    • Wanddurchbruch für Be-/Entlüftung wäre je nach Raum möglich


    Konkret habe ich dazu folgende Fragen:

    • Macht eine Außenbe- und/oder Entlüftung Sinn?
    • Empfehlt ihr eine Anlage mit eigenem, kleinerem Brauchwasserspeicher oder einen Anschluss an den bestehenden WW-Kreis?
    • Wie kann ich eine BWWP mit PV-Überschuss steuern?
    • Welches Modell empfehlt ihr konkret?

    Falls ich etwas vergessen haben sollte, immer her mit den Anmerkungen. Danke im Voraus!

    Ich freue mich, wenn jemand meiner Einladung zu Tibber folgt. :)

    BEV: Renault Zoe

  • Empfehlt ihr eine Anlage mit eigenem, kleinerem Brauchwasserspeicher oder einen Anschluss an den bestehenden WW-Kreis?

    Ich persönlich habe lieber getrennte Systeme, falls nichts gravierendes dagegen spricht.

    Da BWWPs meist schon inkl. Speicher kommen und quasi dasselbe kosten wie die ohne Speicher, hab ich jedenfalls welche mit Speicher genommen.

    Das Brauchwasser kann dann herkömmlich via Pellets oder alternativ (mit Hähnen zum Umschalten) via BWWP geschehen.

    Hier hab eine ähnliche Situation mit Erklärung:


    Grund: es gibt immer wieder Diskussionen wegen der Sinnhaftigkeit einer BWWP. Ich halt mich da raus, warum auch immer gibts bei mir keine Probleme. Aber angenommen, es gäbe doch ein Problem im Winter (Aufstellort der BWWP wird zu kalt), na dann kannst die Hähne umschalten und den Pellets nehmen.

    Ziel soll sein, dass das alte Heizsystem komplett abgeschaltet ist, das kannst dann viele Monate des Jahres tun da das Brauchwasser per BWWP gemacht wird. Also kein Standby-Verbrauch des Pellets-Systems mehr.

    So hab ich das mit meinem Öler gemacht, ich hoffe dass das Pellets System kein Probem damit hat mehrere Monate durch abgeschaltet zu sein?


    Wie kann ich eine BWWP mit PV-Überschuss steuern?

    Achte darauf, dass die WP einen "Smart Grid" Eingang hat alias SGready. Vorsicht, manche günstige Geräte haben das nicht.

    Ja, hier wird auch gerne die Sinnhaftigkeit in Frage gestellt - also ich steh drauf. Kostet ja auch fast nix.

    Hier ein verwandter Thread:


    Hier ein Beispiel für das "Achte darauf":

    Ochsner DKL hat keinen SG Eingang, aber die Genius schon.


    Ähnlich die ohne Speicher von Ochsner, IWP vs. IWPL:


    Welches Modell empfehlt ihr konkret?

    Ich weiss aktuell nicht was am Markt überhaupt zur Verfügung steht, ich hab Ochsner und Austria Email. Aber auch andere Mütter haben hübsche Töchter - sofern SGready passt und normale Dinge einstellbar sind (Temperaturen, Betriebszeiten,...).


    Wenn ich jetzt sofort ein Modell suchen müsste würde ich nach Ochsner Europa 333 Genius und Austria Email EHT Revolution Ausschau halten - aber nicht weil die besonders gut sind, sondern weil die bei mir tolle Dienste verrichten. Hab halt nur die beiden bzw. deren Vorgänger...


    Macht eine Außenbe- und/oder Entlüftung Sinn?

    Ich sag nein, aber da ich Deine genaue Situation nicht kenne: es schadet nicht, vorsorglich eine Möglichkeit anzudenken - für den Fall dass doch was nicht passt.

    Pellets braucht wohl eine Belüftung (Verbrennungsluft), da würde ich schauen ob es nicht eine Möglichkeit die Verbrennungsluft von draussen zu holen. Die Abwärme des Pellets Systems ist allerdings attraktiv zur Nutzung als Wärmequelle für die BWWP, genauso wie Abwärme PV-Wechselrichter und Wäschewascherei.


    Großes Aber: erwarte Dir nicht zu viel Kühlung und Entfeuchtung durch die BWWP. Ist auch so eine lustige Sache: manche meinen "da wird es am Aufstellort Eiszapfen haben", und ich hab das gegenteilige Problem: die Räume werden nicht kalt (auch nicht im Winter obwohl nicht geheizt wird), die BWWP läuft nicht lang. Ist eh gut so, die braucht wirklich wenig Strom.

    Ach ja - Heizstab ist meist in die BWWP integriert, empfehle diesen im Menü zu deaktivieren.


    Sag mal was Du davon hältst, hier noch ein paar Threads wo ich Text verzapft hab:

  • Ok, ich nochmal, mit ein zwei Verständnisfragen:


    Bei mir werkelt ein Smart Meter, da ich zwei WR im Keller hängen habe. Ich habe mir die Anschlussmöglichkeiten mit potentialfreiem Kontakt durchgelesen (das bieten meine WR auch), aber da nutze ich ja nur den Überschuss von einem. Kann ich die Überschusssteuerung auch irgendwie durch das Smart Meter steuern lassen?

    Und, zweite Frage: In dem Falle bräuchte ich ja keine Ansteuerung durch SGready, oder? Entweder es kommt Power vom Relais oder nicht?!

    Ich freue mich, wenn jemand meiner Einladung zu Tibber folgt. :)

    BEV: Renault Zoe

  • Kann ich die Überschusssteuerung auch irgendwie durch das Smart Meter steuern lassen?

    Meinst Du den Smart Meter des Netzbetreibers oder hast Du einen Smart Meter (auch "Energy Meter" genannt) des PV-Systems?

    Ich kenne es so:

    "Aktiviere die Last ab xyz Watt Produktion": das willst eher nicht

    "Aktiviere die Last ab xyz Watt Einspeisung": das wäre wohl das Richtige


    Also wenn das PV-System (2 Wechselrichter und passender Energy Meter) entsprechend zusammen arbeitet, dann klappt es.

    Notfalls könnte man es aber auch mit "Produktion" machen, das würde näherungsweise sicher auch hinkommen. Schöner ist es mit "Einspeisung".


    In dem Falle bräuchte ich ja keine Ansteuerung durch SGready, oder? Entweder es kommt Power vom Relais oder nicht?!

    Das klingt danach als würdest Du der BWWP den Strom abschalten wollen...


    SGready geht so:

    Die BWWP ist immer mit Strom versorgt und macht Warmwasser z. B. bis 50 Grad.

    Sind die 50 Grad erreicht, schaltet die WP ab aber hat immer noch Stromversorgung.

    Bekommt die BWWP per SG den Befehl (der potenzialfreie Kontakt), dann macht die WP das Wasser wärmer als 50 Grad.


    Das SGready ist quasi nur ein Schalter "mach 50 Grad" oder "mach 60 Grad".


    Ziel ist dabei, dass die WP bei folgendem Schlechtwettertag nicht laufen muss weil das Wasser noch warm genug ist.

    Victron ESS, 125 kWp + 70 kWh Blei + 28 kWh BYD LiFePo + 19 kWh Second-Life Li-Ion + 30 kWh EVE LiFePo

    Nachgeführte Anlage 19 kWp als Volleinspeiser
    Meine Anlage (Victron ESS / Fronius)

  • Kann ich die Überschusssteuerung auch irgendwie durch das Smart Meter steuern lassen?

    Meinst Du den Smart Meter des Netzbetreibers oder hast Du einen Smart Meter (auch "Energy Meter" genannt) des PV-Systems?

    Ich kenne es so:

    "Aktiviere die Last ab xyz Watt Produktion": das willst eher nicht

    "Aktiviere die Last ab xyz Watt Einspeisung": das wäre wohl das Richtige

    Ja, ich habe einen eigenen Smart Meter (Kostal Smart Energy Meter). Ich kann also den aktuellen Überschuss ausgeben. Die Frage stellt sich dann hier, wie ich die Werte ausgebe und für ein Relais übersetze bzw. damit das Relais steuere.

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    BEV: Renault Zoe

  • Ah, ok, interessanter Aspekt. In der Tat hätte ich erstere Lösung angedacht - kommt gar kein oder zu wenig Strom vom Dach, dann brauche ich die WW-Bereitung nicht über Strom, sondern in dem Fall über die Pellets-Heizung. Spätestens dann, wenn die Heizung anspringt, ist die BWWP damit überfordert.

    Prinzipiell würde mir damit Strom an/Strom aus eigentlich reichen, wenn die BWWP dann natürlich auch noch unterschiedliche Lastprofile könnte, wäre das toll. Anschlussfrage hierzu: Wie kann ich das konkret festlegen? Per App? Hausautomation?

    Ich freue mich, wenn jemand meiner Einladung zu Tibber folgt. :)

    BEV: Renault Zoe

  • Die Frage stellt sich dann hier, wie ich die Werte ausgebe und für ein Relais übersetze bzw. damit das Relais steuere.

    Bei Kostal kenne ich mich nicht aus, hab schnell gegoogelt aber nix gefunden. Vielleicht findest was hier im Forum wo sich Kostal User rumtreiben.


    Prinzipiell würde mir damit Strom an/Strom aus eigentlich reichen

    Das geht z. B. mit den Ochsner, wenn die einen "EVU Eingang" haben. Das ist das Signal "laufen oder nicht", eigentlich gedacht damit der Netzbetreiber bei den unterbrechenbaren (Wärmepumpen-)Tarifen das Teil abschalten kann - wobei nicht wirklich stromlos gemacht wird, sondern nur der Betrieb untersagt wird per EVU Eingang.


    Mit meiner alten Austria Email ging das auch (mit einem Trick), aber ein anderer User hat es mit einem neueren Modell nicht mehr geschafft.


    Spätestens dann, wenn die Heizung anspringt, ist die BWWP damit überfordert.

    Kommt darauf an, wie die Systeme zusammengeschlossen sein sollen - Pellets und WP.

    Bei den meisten BWWPs ist auch ein Wärmetauscher integriert, damit man z. B. Pellets anschließen kann. Wenn Pellets genug Wärme macht, sieht das die BWWP (Wasser eh warm genug) und läuft nicht an.

    In meinem Haus hat der Vorbesitzer das so gemacht (war nur Gas statt Pellets), aber das war ehrlicherweise das erste was ich abgedreht hab - die WP soll brav selbst Warmwasser machen und nicht mehr das Gasgerät. Sommer und Winter.


    wenn die BWWP dann natürlich auch noch unterschiedliche Lastprofile könnte

    Wirklich - so eine BWWP braucht fast keinen Strom, wohl deshalb können die nur ein/aus. Rechne mit ca. 4 Stunden Laufzeit täglich bei ca. 700 Watt. Das is nix...


    Wie kann ich das konkret festlegen? Per App? Hausautomation?

    Nachdem ich auf die Schnelle nix im Netz gefunden hab wie man Relais mit Kostal steuern kann (Eigenverbrauchserhöhung):

    Vielleicht ist eine Hausautomatisierung ein guter Weg: Dies soll die Daten von der Kostal-Anlage auslesen und ein Relais nach Deinen Vorgaben ansteuern. Kenne mich da leider nicht aus, sehe hier jedoch viel Beträge dazu. Habe meine "Automatisierung" selbst programmiert...

    Victron ESS, 125 kWp + 70 kWh Blei + 28 kWh BYD LiFePo + 19 kWh Second-Life Li-Ion + 30 kWh EVE LiFePo

    Nachgeführte Anlage 19 kWp als Volleinspeiser
    Meine Anlage (Victron ESS / Fronius)

  • SGready geht so:

    Die BWWP ist immer mit Strom versorgt und macht Warmwasser z. B. bis 50 Grad.

    Sind die 50 Grad erreicht, schaltet die WP ab aber hat immer noch Stromversorgung.

    Bekommt die BWWP per SG den Befehl (der potenzialfreie Kontakt), dann macht die WP das Wasser wärmer als 50 Grad.


    Das SGready ist quasi nur ein Schalter "mach 50 Grad" oder "mach 60 Grad".

    Das kommt auf die jeweilige Implementierung an - so wie ich SGReady verstanden habe, ist das halt anders ausgedrückt für "hat einen (potentialfreien) Kontakt mit dem man schalten kann".


    Was die jeweilige BWWP draus macht, kann man wohl eher nicht verallgemeinern.


    Meine Kermi macht das z.B. so:


    - SGReady aus - wenn unterhalb unterer eingestellter Temperaturgrenze, wird egal wann trotzdem WW gemacht

    - SGReady an - Warmwasser ist > 49,1°C - BWWP macht nix

    - SGReady an - Warmwasser ist < 49,1°C - BWWP macht WW

    - BWWP macht WW und SGReady-Kontakt wird abgeschalten - BWWP unterbricht WW-Bereitung

    - BWWP macht WW und SGReady-Kontakt bleibt an, WW erreicht 53,1°C -> WW-Bereitung fertig


    Daran sieht man schon, dass man selber in seiner Steuerung eine Hysterese vorsehen muss - sonst wird die BWWP u.U. taktend ein-/ausgeschalten.


    Ist das "intelligent"? Naja - kann man vermutlich drüber diskutieren, aber es ist halt so wie es ist - die Kermi versteht das SGReady-Signal halt als freundliche Empfehlung ;)


    In meiner Implementierung (Homematic) habe ich vorgesehen, dass sobald ein Überschuss von > 380W vorhanden ist, der SGReady-Kontakt aktiviert wird - dann wird eben sobald die Wassertemperatur unter 49,1°C fällt, Warmwasser gemacht. Gleichzeitig beginnt eine 4-Stündige Hysterese (Annahme: vorhandener Überschuss wird mehr oder schwankt eher +-0). Bei der Warmwasserbereitung braucht die Kermi ca. 400W (+-30W, im Winter weniger (???), im Sommer mehr - warum: nix wissen. Betrieben wird das ganze im Umluftbetrieb im ungeheizten Keller - Wintertemperatur ca. 8°, Sommer um die 20°).


    Diagramme: