Frage zu technischen Details bei einem DEYE SUN-12K-SG04LP3 in Verbindung mit einer PYTES E-Box 48100R

  • Hallo Zusammen,

    Ich spiele mit dem Gedanken mir eine Deye Sun-12K-SG04LP3 Wechselrichter mit 2 Stück Pytes E-Box 48100R zu besorgen.

    Gründe dafür sind, dass es sich um ein schönes kompaktes System handelt und Preismäßig sehr attraktiv ist.


    Ich habe noch keine PV-Anlage zuhause, bin kein Elektriker aber doch elektrisch nicht unerfahren.


    Folgende Fragen stellen sich mir bei diesem System im Detail:

    1:

    Der Deye hat das Smartmeter ja bereits integriert bzw. müssen nur die Strommesser Netzseitig verkabelt werden. Den Wechselrichter würde ich jedoch zirka 15 Meter vom Zählerkasten entfernt montieren. Daher müsste ich die Kabel der Strommessung verlängern.

    Ist dies problemlos möglich? Mit welchem Querschnitt? Geschirmt? Von Leistungsleitungen getrennt verlegen?


    2: Was bedeutet ein Max. kontinuierlicher Durchgang von 45 A beim Deye (AC-seitig)?


    3. Der Deye hat eine Max Lade/Entladestrom von 240 Ampere Batterieseitig. Die E-Box hat hingegen 50 A. Ich möchte 2 von den Dinger parallel. Bedeutet das nun, dass ich auf 100 A komme? Wenn ich irgendwann eine dritte dazu hänge, bedeutet das dann 150 A?

    Wie lassen sich diese Entladeströme DC-Seitig auf AC-Seite umlegen? Hintergrund ist jener, dass ich wissen möchte, welche Leistung mir im Notstrombetrieb zur Verfügung steht. Für meine Wärmepumpe wird es wohl nicht reichen, daher aber der Hintergedanke irgendwann denn Speicher zu erweitern.


    Ich bin für jeden Tipp dankbar.

    Besten Dank im Voraus.

  • 1. Das sind CT's=Current Transformer und diese arbeiten mit Strömen über die Kabel. Dies ist weniger störanfällig. Deine 17m müssten gehen. Es sollte verdrillte Litze sein.

    Als Alternative nimmst du einen SDM630v2 ModBus Zähler. Der überträgt seine Signale per RS485 dann auch über längere Strecken.


    2. 45A können zwischen den Anschlüssen Grid-Load-Gen fließen. Wenn Du am Load dein Haus anschließt und an Grid das Netz dann kann 45A pro Phase durch den WR vom Grid zum Load fließen. Zusätzlich speist der WR die PV+Akku über diesen Pfad ins Netz/Haus ein.


    3. Du hast 48V Akkus * 100A = 4.8kW. Diese Leistung kannst du aus den Akkus ziehen wenn diese mit 1C entladbar sind. LiFePo können meistens nur mit 0.5C ge/entladen werden, also dann 4.8kW * 0.5C = 2.4kW für 2h. Wenn du ihn Tiefenentladen möchtest;)

    In diesem Fall kannst du also einen Verbraucher der 2.4kW benötigt aus den Akkus speisen für 2 Stunden.


    Wenn man Ersatzstromfähigkeit/Autarkie ernst nimmt dann wird man sehr schnell enorm große Akkus benötigen. Nicht nur um über die Nacht zu kommen sondern auch zB. als Pufferspeicherreserve um im Inselbetrieb hohe Lastspitzen, dh. Verbrauch und Erzeugung, des Hauses über die Akkus auszugleichen.

  • Um den letzten Absatz besser zu erklären:


    Ich werde nächstes Jahr eine 10kWp Anlage bauen mit 20kWh Akku (LiFePo 0.5C Ent/Beladen). Deye 12k Inverter.


    Im Inselbetrieb möchte man sein Haus offgrid versorgen können und hat somit verschiedene Lastprofile. Der Akku dient dann nicht so sehr dem Zwischenspeichern von Energie für die Nacht (zur Erhöhung der Eigenverbrauchsquote) sondern eher als Puffer zum Lastausgleich. Bsp.: die PV bringt am Tag 5kW ins Haus. Nun ändert sich schlagartig das Lastprofil weil Mama Wäsche kochen möchte, das Haus benötigt für kurze Zeit 6kW, also +1kW mehr als vom Dach gerade kommt. In diesem Moment würde ohne Akku der WR überlasten und man hätte den Stromausfall provoziert dem man eigentlich aus dem Weg gehen wollte. Dh. gerade beim Inselbetrieb sind Akkus wichtig aber eher um die asymmetrische Spitzenlastverteilung ausgleichen zu können.


    Ich denke das ist auch das was du dir gerade überlegst ;)


    10kWp PV + 12kW WR + 10kW Akkuleistung für 2h, in meinem System sind also die Leistungswerte der Komponenten zueinander abgestimmt, damit ich im Ersatzstrombetrieb ein stabiles System bekomme. Das Haus wird zwei getrennte Stromnetze bekommen (mache ich gerade), einmal Ersatzstrom für Licht + Steckdosen normaler Wohnräume + Kühlschrabksteckdose. Und das normale am Netz befindliche Hausnetz an dem die Großverbrauch sitzen wie Herd, Küche, Durchlauferhitzer, Wärmepumpe. Beide Netze sind umschaltbar auf das jeweils andere.

  • Hallo pv-soko,


    Vielen Dank für deine Erläuterungen. Super beschrieben, absolut verständlich. Das hilft mir bei der Kaufentscheidung schon um einiges weiter.

    Kannst du mir noch sagen, welchen Kabelquerschnitt ich für die Verlängerung der CT's nehmen soll? Ich möchte die ganzen Kabel jetzt im Winter ziehen, sodass ich im Frühjahr "nur" noch das Bauliche machen muss.


    Das mit den 45 Ampere pro Phase ist mir jetzt auch klar. Ich hatte die Befürchtung, dass sich dieser Wert auf alle drei Phasen bezieht und nicht "pro Phase".


    Zum Thema Akkus:

    Ich würde mir von Beginn an 2 Stück der Pytes E-BOX-48100R anschaffen (gibt es als Set mit dem Deye).

    Deine Rechnung von Oben mit dem Pytes-Datenblatt ist dann:

    51,2V x 100A = 5,12 KW x 2 Stück = 10,24 KW

    Laut Datenblatt liegt der Entladestrom bei 50A für eine E-Box. Die beiden hängen Parallel. Verdoppelt sich daher auch der Entladestrom? Wenn ja, würde das auf das Gesamtsystem 100 Ampere bedeuten und für das Gesamtsystem 0,5C. Ansonsten hätte ich einen Wert von 0,25C.

    Würde die Rechnung bei Zubau einer dritten E-Box dann 15,36 KW, Entladestrom 150 A, 0,5C lauten?


    Hier geht es mir eben genau um die Überlegung Insellösung, wie du oben richtig angenommen hast. Hier möchte ich mir die Möglichkeit offen lassen auch die Wärmepumpe zu betreiben, wenn auch nur theoretisch.

    Realistisch betrachtet, habe ich nicht vor die Akkus tief zu entladen, bzw. brauche ich die Wärmepumpe nur im Winter, da ich auch einen Solaranlage habe. Im Winter ist die PV zu schwach um alles abzudecken.

    Vordergründig geht es mir darum, ob es mit dieser Konfiguration (theoretisch) möglich wäre die Wärmepumpe zu starten. Ich habe gestern mit einem Zangenampermeter einen Anlaufstrom von knapp unter 20 Ampere pro Phase für etwa 1 Sekunde gemessen. Im Betrieb sind es dann zirka 6 Ampere.

    Rechnerisch müsste sich das ausgehen, wenn sonst keine AC-Last gezogen werden. Datenblatt Deye: AC-Ausgangs-Nennstrom 17,4 Ampere, Spitzenleistung ohne Netz: 2-fache Nennleistung für 10 Sekunden.

    Wie lange die Wärmepumpe dann wegen den Akkus laufen kann, lasse mal dahingestellt.


    Der Deye ist für mich auch wegen Generator-Eingangs interessant. Gedanklich sollte es ja möglich sein, bei einem längeren Stromausfall mit einem Handelsüblichen Generator (3-Phasig) aus dem Baumarkt die Batterien über den Wechselrichter zu laden. Etwa ein 3-KW-Generator der in etwas mehr als 3 Stunden die Batterien wieder voll lädt.

    Ich habe jetzt keinen Wechselrichter gesehen, der einen Generator-Anschluss bereit voll integriert hat.


    Wie gesagt, sind das Gedankenspiele und mir geht es um die Möglichkeit, ob ich das alles technisch so umsetzen könnte. Ob ich mir dann wirklichen einen Generator besorge steht in den Sternen. Realistischerweise wüsste ich jetzt keinen Stromausfall in meiner Gegend der je länger als zwei Stunden gedauert hätte.


    Die Umschaltung von Netz auf Ersatzlast im Zählerkasten würde ich manuell machen. Mit einem Netz-0-Notstrom-Schalter. Diesen hänge ich zwischen Nachzählersicherung und FI. Ein Umbau auf getrennte Netze wäre mir hier zu Aufwändig. Da schalte ich lieber händisch die LS weg, die ich nicht am Notstrom haben will.

    So wie du es oben beschrieben hast ergeben sich bei mir aber folgende Fragen:

    - Versorgt der Deye die Ersatzlast auch im Normalbetrieb?

    - Schaltet der Deye das Netz selbständig weg, wenn über die CT's nichts mehr gemessen wird?

    - Schaltet der Deye das Netz selbständig wieder dazu, wenn über die CT's wieder Strom gemessen wird?


    Ich wünsche allen noch einen schönen Tag und bin für jeden Input und Empfehlungen, Ratschläge dankbar.

    Anbei noch das Verdrahtungsschema des Deye

  • Ok viele Fragen, wie bei mir ;)


    Akkus: sind LiFePo mit 100Ah und 50A Lade-/Entladestrom, also wie ich es oben schrieb 0.5C Laden/Entladen. Die maximale Ausbaustufe wären also 5 solcher Akkus in parallel da du so auf die 250A des Deye kommst. In diesem Moment kann der Deye aus den Akkus die max. Leistung liefern laut seinem Datenblatt und nach 2h wären die Akkus komplett leer gesaugt. Das möchtest du aber nicht und somit steht dir nicht die volle Kapazität zur Verfügung. Ich würde also mit 1.5 Stunden rechnen. Bei dieser Betrachtung geht es erstmal nur darum wie lange man mit vollen Akkus und Maximallast über die Runden kommt und welche Absicherungen man treffen möchte/muß damit die Lasten im Hausnetz nicht den Deye zum Abschalten zwingen. Man möchte ja im Ersatzstrombetrieb auch ein stabiles Netz haben.

    Würde die Rechnung bei Zubau einer dritten E-Box dann 15,36 KW, Entladestrom 150 A, 0,5C lauten?

    Ja, aber durch die 0.5C kannst du zu einem Zeitpunkt nicht 15,36kW ziehen sondern nur die Hälfte dessen. Du hast 15,36kWh Energie zur Verfügung aber nur 7,68kW an Momentanleistung (wenn die Akkus voll sind). Der Deye kann aber 12kW auch über die Akkus einspeisen. Bei 5x 5.12kWh = 25,6kWh Speichervermögen der Akkus ergibt das 25,6kW * 0.5C = 12,8kW. Dies entspräche dann 250A und exakt der Leistung die der Deye maximal aus den Akkus (12kW) ins Hausnetz einspeisen kann. Der Deye + Akkusystem sind dann optimal aufeinander abgestimmt. Der Strom parallel geschalteter Akkus multipliziert sich mit der Anzahl der Akkus.


    Der Deye ist für mich auch wegen Generator-Eingangs interessant.

    ja für mich auch. Der Deye verträgt auch am GEN Port externe Generatoren (Dieselaggregat, Benziner und sogar PV Wechselrichter). Pro Phase kann dort wohl 4.6kW eingespeist werden, schlag mich nicht da ich es nicht ganz genau weiß. Wichtig ist das es eben kein 3Ph Generator sein muß. ABER! bei 1Ph Einspeisung von 4.6Kw entsteht eine "Schieflast" bei der Einspeisung die er WR dann intern ausgleichen muß. Diesem Szenario traue ich nicht so recht. Bei mir wird am GEN Port nur 2.2kW max. auf einer Phase eingespeist. Wenn ich später über einen Notstromgenerator nachdenke dann wird es in Richtung Drehstromaggregat gehen mit AVR oder Inverter Technologie.

    Ich würde dann diesen Generator auch eher zum Laden der Akkus benutzen, da so der Generator im optimalen Leistungsbereich arbeitet und nur so lange bis die Akkus wieder voll sind. D.h die Akkus sind essentiell für das Gesamtsystem.


    Die Umschaltung von Netz auf Ersatzlast im Zählerkasten würde ich manuell machen. Mit einem Netz-0-Notstrom-Schalter.

    Achte darauf WIE du manuell umschalten möchtest, also Last-frei oder unter Last. Je nachdem musst du diesen Umschalter auswählen. Schalter die allpolig (3 Phasen + N) unter Last umschalten können sind teuer. Bei meiner Installation sitzen 2 solcher Umschalter drinnen. Nach diesen Umschaltern und bevor ich in die Unterverteilungen in mein Haus gehen sitzen Typ B RCDs. Und vor diesen Umschaltern sitzen 4 polige LSS C40. Wenn ich also diese Umschalter manuell bedienen möchte schalte ich diese vorher Lastfrei über das Auslösen der beiden RCDs und trenne auch noch die beiden LSS und schalte dann lastfrei diese Umschalter um. Dieser Vorgang kommt aber wirklich nur vor wenn ich das Haus komplett an Netz schalten möchte um den WR aus dem Gesamtsystem zu nehmen (Wartung/Reparatur des WRs). Oder aber bei längerem Stromausfall und das Hausnetz mit den Starkstromverbrauchern auch an das Ersatzstromnetz umgeschaltet werden muß, da Frauchen duschen und kochen möchte.

    Unter Normalbedingungen läuft eben mein Hausnetz mit zwei getrennten Netzen die über den WR aber im Grunde immer auch am Stromnetz hängen.

    Wo wir bei diesen Fragen sind:

    - Versorgt der Deye die Ersatzlast auch im Normalbetrieb?

    - Schaltet der Deye das Netz selbständig weg, wenn über die CT's nichts mehr gemessen wird?

    - Schaltet der Deye das Netz selbständig wieder dazu, wenn über die CT's wieder Strom gemessen wird?


    Der Deye hat 3 Anschlüsse "Grid-Load-Generator". Intern ist der Load immer aktiv. Der GEN und Grid Port können aber geschaltet werden. Der Grid Port allpolig (3P+N) über einen internes Schütz.

    So wenn da verstanden ist dann ist es einfach sich den Rest deiner Fragen zu beantworten.


    - Load wird immer versorgt, "Notfalls" kommt Strom über Grid in den WR und fließt über Load ins Haus. Immer dann wenn der WR nicht genügend einspeisen kann an seinem internen Sternpunkt = Anschlußpunkt an dem Grid/Load/Gen zusammengeführt sind.


    - Ja der Deye trennt also Grideingang über ein internes Schütz. Und innerhalb von 3-30ms schaltet er ein weiteren Schütz -> den Earth-Bond, dieses Relais brückt am Load Ausgang den N mit PE und stellt somit ein sauberes TNC-S Netz her damit die Schutzmaßnahmen über die RCDs im Haus auch funktionieren.


    Da die 3-30ms Umschaltzeit weniger als eine Halbwelle bei 50Hz sind hat man über Load in diesem Moment Ersatzstrom wie mit einer USV = Unterbrechnungsfreien Stromversorgung.


    WICHTIG! niemals die Neutralleiter an diesen Ports brücken und drauf achten das die beiden Neutralleiter vom Grid und Load komplett sauber getrennt sind. D.h. nur im Deye dürfen diese N-Leiter verschaltet werden. Jeder RCD,LSS und weitere Stromkreis muß mit getrennten N's arbeiten.


    - Der Deye sollte das Umschalten auf Ersatzstrom/Inselbetieb unabhängig von den CT's oder SDM630 Smartmeter machen. Ich gehe eher davon aus das er die 3 Phasen + N die am Grid-Port angeschlossen sind intern selbst überprüft. Das muß er auch da er beim Einschalten an das Grid vorher erst par Messungen durchführen muß am Netz bevor er überhaupt wieder ans Netz koppeln darf. Die CT's/SDM630 sind nur dazu da die Einspeisung zu regulieren, dh. bei Nulleinspeisung versucht der Deye über diese Messeinrichtung exakt diese Einspeiseregel zu erfüllen.

  • Zu deiner WP Problematik kann ich leider nicht so eindeutig antworten. Ich bin da eher vorsichtig, ein Grund warum ich mit C40 LS Grid+Load Eingang am WR absichere ist eben der Punkt das im "Ernstfall" ein stabiles System vorhanden sein soll ich aber nicht garantieren kann das andere Benutzer meines Hauses auch das Wissen haben was sie tun (gemeint sind unsere Frauen die öfters andere Prioritäten setzen).


    Deine WP liegt also meines Erachtens ausserhalb der Dauerlast-Spezifikation des Deye. Auch wenn Deye im Datenblatt sagt "du kannst für 10 Sekunden überlasten" dann heist dies erstmal nur du "überlastest" den WR. Und das würde ich lieber verhindert wissen.


    Vielleicht kannst du ja bei deiner WP einen "Sanftanlauf" einstellen?


    Bei meiner zukünftigen Multi-Split-Klima achte ich exakt auf diese Thematik der Anlaufströme.

  • Kannst du mir noch sagen, welchen Kabelquerschnitt ich für die Verlängerung der CT's nehmen soll?

    Ist eher unkritisch, diese CT's wandeln 0-100A in 0-50mA um. D.h. da Strom-Mess-Signal beträgt maximal 50mA. Das kann jede Litze. Ich würde aber eher ein CAT5/6 Kabel benutzen. Darin sind 4 verdrillte und farblich markierte Adernpaare. Benutzt du CAT7 sind diese Adernpaare sogar noch geschirmt, ist aber meiner Meinung nach nicht erforderlich. Da wäre die Zusammenlegung der 3 Adernpaare innerhalb eines CAT Kabels schon wichtiger für mich da man so sauberer verlegen kann.


    Und wenn du dich später für ein SDM630/CHNT888 Smartmeter entscheidest hast du auch damit schon das richtige Datenkabel verlegt.

  • Hallo PV-Soko,


    Danke für die schnelle Antwort. Ja, in der Tat, viele Frage aber zum Glück ungemein gute und interessante Antworten von dir. Vielen Dank dafür.

    Das Thema mit den Akkus ist mir jetzt beinahe klar ;)

    Beinahe, weil wir Akkuseitig immer von DC sprechen. In welchem Verhältnis das AC-Seitig steht ist noch ein bisschen im Nebel bei mir.

    10 KW DC-Seitig sind ja nicht 10 KW AC-Seitig. In welches Verhältnis kann man das beim Deye in etwa stellen?

    Der Rest ist mir jetzt auf jeden Fall klarer. Sinn soll ja sein, dass die Akkus zum Überbrücken genutzt werden und nicht erstrangig die großen Abnehmer bedienen. Wichtig ist nur, dass sie es bei Bedarf könnten, unabhängig wie schnell sie dann leer sind.


    Bei mir war der Grundgedanke bezüglich Umschaltung sowieso immer, dass ich das ohne Last mache. Das ist daraus gewachsen, dass ich vor ein paar Jahren schon über ein Notstromaggregat nachdachte (damals noch on PV). Ich würde es daher jetzt auch so machen, wobei die Erkenntnis, dass am Load im Strom bereit steht eröffnet ja schon wieder Möglichkeiten. Hier muss ich mich aber noch Schlau machen. Bei einem Generator ohne PV wird in Österreich ein Netz-0-Notstrom-Schalter vorgeschrieben. Wie die Vorschriften sind wenn der Generator am Wechselrichter hängt kann ich jetzt adhoc nicht sagen.

    Über einen einphasigen Generator habe ich nicht nachgedacht. Hier würde für mich nur ein dreiphasiger kommen. Vorteile eines ein-phasigen sehe ich keine (außer preislich).


    Beim Lesen der Zeilen zum Thema getrennte Neutralleiter habe ich bemerkt, dass ich doch ziemlich blöd bin. Ich habe das falsche Verdrahtungsschema mit hochgeladen. Ich habe im Zählerkasten einen PE-N-Bügel. Daher darf ich die PE-Klemme am Load gar nicht belegen. Das macht es dann schon wieder um einiges leichter, da ich so auch kein Thema mit der Trennung der Neutralleiter bekomme.


    Beim Kabelziehen hilft es mir auch, da ich so nur einen N-Leiter vom Zählerkasten zum Wechselrichter ziehen muss und diesen auf die N-Klemme sowohl vom Grid als auch vom Load führen kann.

    Das richtige Schema hab ich hier nochmal angefügt.


    Bei der WP ist laut Datenblatt bereits ein Sanftanlauf eingebaut. Ich werde eventuell beim Hersteller mal anfragen, ob man hier noch einen weiteren oder Umformer vorschalten kann. Das sollte aber die letzte Lösung sein. Wie gesagt muss das einen Nutzen haben und der ist aus jetziger Sicht erst gegeben wenn im Winter der Strom für einige Tage ausfällt.

    Alternativ habe ich auch noch einen E-Heizstab im Pufferspeicher mit 6KW, dreiphasig.


    Kannst du mir noch einen Tipp geben, welchen Querschnitt ich für die Kabel der CT's zum Wechselrichter nehmen soll?


    Besten Dank nochmal für die Erklärungen, das hat mir wirklich sehr weiter geholfen.

  • Ups, Tschuldige, ich habe den letzten Beitrag mit dem Kabel nicht gelesen. CAT7 passt gut, da hab ich noch was herumliegen.

    Besten Dank auf jeden Fall.

  • 10 KW DC-Seitig sind ja nicht 10 KW AC-Seitig. In welches Verhältnis kann man das beim Deye in etwa stellen?

    ;) hm 1 zu 1, also ist es doch so das der Deye 12kW Leistung liefern kann, sowohl intern über die 45A von Grid/Gen zu Load, von 15.6kW PV Leistung vom Dach zu Load/Grid + Rest in Akku, und 12kw vom Akku nach Load und sogar Grid was aber in D nicht zulässig zu sein scheint.


    Wichtig ist nur, dass sie es bei Bedarf könnten, unabhängig wie schnell sie dann leer sind.

    Korrekt, exakt meine Denkweise ;)

    Ich habe im Zählerkasten einen PE-N-Bügel. Daher darf ich die PE-Klemme am Load gar nicht belegen.

    Vorsicht! Du musst diesem Schemata folgen, das was du gepostet hast ist im groben schon richtig so.

    Ich habe über diese Thematik ebenfalls lange gegrübelt, recherchiert und Diskussionen mit unseren Elektrik-Freaks gehabt. Wir sind schlußendlich zu folgendem Schluß gekommen: Es gibt keine echte Alternative Verschaltungsmöglichkeit, leider.

    Bei meiner ersten Planung wollte ich die beiden Typ B RCD 300mA direkt vor dem Load/Grid Eingang verschalten da so jeder mögliche Strompfad mit diesen Allstrom-sensitiven-RCD geschützt ist.


    Randthema: "warum möchte ich diese teueren RCDs in meiner Installation?"

    Der WR arbeiten Transformatorlos. Dh. intern gibt es einen DC-Bus an dem liegen DC Spannungen an und dieser Bus wird gefüttert aus den MPPTs und einem DC/DC Wandler der Akkus. Von diesem DC-Bus bedient sich ein 3 Phasen MOSFET/IGBT Wechselrichter und mach aus der DC Spannung AC 3 Phasen für Load und auch Grid wenn eingespeist wird ins Netz,


    Wenn ein Hardware Fehler in diesen Wechelrichterendstufen passiert, also zb. Überhitzung, dann sollte die Überwachungselektronik in Zusammenrabeit mit der WR Software, sofort den WR vom Netz nehmen. Tut er dies nicht, weil ich zb. nicht auf Softwareschutzmaßahmen vertrauen (bin selbst HW-SW Entwickler im Industriebereich) dann werden diese Endstufen überlastet. Leider reagieren solche Halbleiter nicht wie Schmelzsicherungen sondern eher wie "verklebte" Schalter bei Überlastung. Dh. diese IGBTs legieren durch.

    Damit liegt also eine hohe DC Spannung dauerhaft am AC Netz an, also im kompletten Haus.


    Ein Typ B RCD erkennt diese Gleichströme und schaltet sofort ab. Aber viel wichtig ist die Frage was passiert denn wenn ich keinen solchen Typ B RCD verbaue und ich nicht auf die Schutzmaßnahmen des WR vertrauen möchte oder kann?

    Normalerweise sind in deinem Haus die Verbraucher über Typ A RCDs abgesichert. Abee diese Typen haben konstruktionsbedingt ein problem mit Gleichstrom. Sie werden blind da die interne Strommeßspule beginnt zu saturieren. Anders ausgedrückt: diese Typ A RCD können nicht mehr auslösen und der Personenschutz über diese RCD ist nicht mehr vorhanden.


    Dies ist der Grund warum ich, trotz das solche RCDs nicht vorgeschrieben ist und der Hersteller "garantiert" das er im WR einen solchen Fehlerfall abgesichert hat, Typ B RCDs verbaue.


    So zurück zum Thema:


    Wie gesagt am Anfang wollte ich diese Typ B RCD direkt vor Load/Grid Eingang verschalten. jetzt mache ich es aber so das diese RCDs als erstes bevor ich in meine Unterverteilungen gehe installiert sind, also nach den Umschaltern und LSS zur Absicherung vom Load/Grid Port.


    Warum mache ich dies? Ganz einfach: das Earth-Bond-Relais das am Load N und PE verbindet stört mich. Ich vertraue diesem nicht. Beim jetzigen "Verkabelungsplan" kann ich am Load N und PE dauerhaft brücken. Dies ist zwar nicht "zulässig" aber elektrisch sauber.


    Unzulässig ist es weil man so zwei PEN zu N+PE Aufteilungen im Haus aktiv hat wenn der WR am Netz hängt. Einmal hast du diese Aufteilung am Hausanschlußkasten oder spätestens in deinem Zählerschrank. Und ein zweites mal am Load Eingang wie oben beschrieben. Dies ist im Grund nicht zulässig. ABER! da bei mit diese "parallel" PE Schleife nur 2 Meter beträgt und sichergestellt ist das diese direkt verbunden ist, ist es im Grunde so als würde ich mit zwei PES arbeiten.


    Richtig wäre es aber so:

    WR hängt am Netz und die Auftrennung vom PEN erfolgt am HAK in PE + N. Am Load der Earth-Bond ist offen. Alle Schutzmaßnahmen wie RCDs und LSS können sauber arbeiten.

    WR geht in Inselbtrieb, er trennt allpolig (3p+N) den Grid Anschluß vom Netz. Er trennt dann auf Grund vom getrennten N auch die Schutzmaßnahmen, also RCDs LSS und dies ist gefährlich. Es würde ein IT Netz entstehen. Also schaltet der WR seinen Earth-Bond am Load Ausgang, also N + PE. Und dadurch sind auch alle nachfolgenden Schutzmaßnahmen wieder sauber und aktiv.

    Kannst du mir noch einen Tipp geben, welchen Querschnitt ich für die Kabel der CT's zum Wechselrichter nehmen soll?

    Naja, ich würde CAT6 Kabel nehmen. Diese CT's haben schon Kabel dran, wenn du dieses nur verlängern möchtest dann nimm zweiadrige verdrillte Litze die diesem Querschnitt entspricht.


    Wie gesagt: diese CTs benutzen eine Stromschnittstelle, die "Daten" werden also nicht mit Hilfe von unterschiedlichen Spannungen übertragen sondern durch Ströme. Das ist wesentlich störunanfälliger gegen EMV als Spannungssignale und der Kabelquerschnitt relativiert sich sehr schnell, besonders bei den max. 50mA die da fließen.