Aktuelle Zinsentwicklung

  • Der zinseszinseffekt wirkt bei 5% Zins wesentlich massiver wie bei 1,8% wie im Moment.
    Wenn man in den letzten Jahren mal ein wenig die zinsbeispielrechnungen der Banken für Hypotheken beobachtet hat wird man feststellen das man bei 2% anfangstilgung derzeit etwa 37-38 Jahre zahlt, in Zeiten höherer Zinsen lag man bei um 33-35 Jahre.


    Dazu kommen die geringere EK Quote heute die höheren kaufnebenkosten und die stark gestiegenen Immobilien Kauf oder baupreise!
    Ein alter Kollege hat sich gerade ein Haus rechnen lassen, das wäre bei identischer Ausstattung derzeit etwa 35% teurer wie vor 3 Jahren wo sein Bruder genau das Haus von der gleichen Firma hat bauen lassen!!
    Vor 3 Jahren hat er das Haus bezogen, die Firma gibt eine bauzeitgarantie und Zahlung bei schlüsselübergabe.


    Gruß
    Jörg

  • Zitat von Lesandro


    Ist richtig! Erklärung ... siehe z.B. hier: http://www.baufinanz-beratung.…ask=view&id=349&Itemid=76


    Der Rechenweg dahinter ist mir schon klar, sonst müsste ich wohl mein Diplom wieder zurückgeben.


    Ich wollte aber eher darauf raus, dass jeder Erstsemestler im BWL diese Bauernfängerei direkt erkennen kann, aber leider immer noch Unbedarfte diesen Äußerungen "unhinterfragt" Glauben schenken. Wenn bei dem heutigen Zinsniveau weiter Kredite mit 1% Tilgung im Beratungsgespräch angeboten werden, dann würgt es bei mir schon innerlich .... und genau so versuchen die Kreditgeber einen Kreditnehmer bei dem aktuellen Zinsniveau so lange wie möglich an der Leine zu halten, anstatt den Kredit auf die wirkliche Leistungsfähigkeit des Kreditnehmers zuzuschneiden, sei es in Kredit- oder Annuitätenhöhe ...


    VG

  • Nochmal Verständnisfrage
    1.Geldmengenwachstum ( durch die Zinsmanipulationen und Gelddruckerei Anleihekäufe) ca. 10%!
    2. Minus Wirtschaftswachstum (ca. 0%, wenn man Drogenhandel,Zigarettenschmugel, Prostitution und Waffenhandel die neuestens dazugerechnet
    werden abzieht) 0%
    3. = Inflation ( die letzten Jahre nimmt, wenn man unseren Statistiken glaubt ) fast 0%



    ergibt
    10 ( G) - 0 (Ww) = 0 ( Inflation )


    10-0=0 :mrgreen:
    Ups. Irgendwo habe ich einen Fehler gemacht. Kann mir das jemand erklären?

    25 Anlagen von 4-100

  • Zitat von PV-Berlin

    Seit 2000 haben sich die Neubauten in Berlin gut verdoppelt (Preise) ich meine kaum, dass sich die nominalen Netto Einkommen seit dem verdoppelt haben.

    Wenn man ein willkürliches Datum wie 2000 als Ausgangspunkt nennt, sollte man vielleicht der Ehrlichkeit halber dazufügen, dass sich von 1995 bis 2000 die Gebrauchtimmobilienpreise z.B. hier in der Gegend halbiert hatten, und daher auch die Neubaupreise nicht anziehen konnten, weshalb hier auch viele Baufirmen pleite gingen) und in vielen Regionen, so auch hier, liegen die Preise heute tiefer als 1995. Dass dies bei Neubauten nicht zutrifft, versteht sich aufgrund der seither stark gestiegenen Löhne, Lohnnebenkosten, Gebühren, MWSt. etc. von selbst. Die übrig gebliebenen Baufirmen müssen nun natürlich Gewinne machen, um das in den Jahren 1996-2005 auf 0 gefahrenen EK wieder aufzufüllen, um die nächste Baukrise zu überstehen.
    Die explodierenden Preise in Berlin dürften auch der Situation geschuldet sein, dass die Preise dort früher extrem niedrig waren, und als "Hauptstadt" will man da natürlich an das Niveau von führenden Städten in D anschließen.
    Berlin ist schließlich für vieles bekannt, nicht aber für Maß halten und Bescheidenheit.

    Zitat

    Bei Immobilen u.ä. haben wir aber seit 2000 einen Boom, wie seit den 70 Jahren nicht mehr.

    Dies gilt nur für Berlin und einige weitere Standorte, rechnet man alle Gebiete, so kann ich das in keinster Weise bestätigen

    Zitat

    Die Schweitzer haben diese Situation schon sehr lange! Ergebnis ist, dass der Normal Bürger nur noch die Zinslast bedient (trotz extrem niedriger Zinsen (relativ seit Ende der 90 Jahre)) und so gut wie nix an Tilgung aufbringt. 50 Jahre sind da keine Seltenheit.

    Bauzinsen in der Schweiz waren schon immer, relativ zu Deutschland, deutlich günstiger. Mieten hingegen deutlich teurer und an die Hypothekenzinsen indexiert. Das deutsche Ziel in einer schuldenfreien Immobilie zu wohnen, ist dort wenig bekannt. Eine Immobilie wird dort eher als Gebrauchsgut gesehen, wo man eben entweder Miete an den Vermieter (der diese dann an die Bank zahlt) oder direkt an die Bank zahlt.
    Da die Bank bei Zahlungsunregelmäßigkeiten weitaus problematischer als Gläubiger ist, als ein Vermieter, bzw. den finanziellen Ruin bedeuten kann, etwas was sich irgendwie beim deutschen Durchschnittsbürger noch nicht herumgesprochen hat, überlegt es sich der durchschnittliche Schweizer lieber dreimal, bevor er sich in die Schuldknechtschaft der Bank bei seiner Wohnung begibt, insbesondere, da sich der durchschnittliche Schweizer darüber im Klaren ist, dass er sich mit einer Immobilie immobil bezogen auf Wohnort und Arbeitsplatz macht, und auch weiß, dass es im Gegensatz zur Miete, mit der Zinszahlung an die Bank selten erledigt hat, schließlich bedarf eine Immobilie einer Instandhaltung, die dank steigender Handwerkerpreise immer teurer wird.


    In Sachen Tilgungshöhe: Als ich das Haus hier kaufte, waren 1 % Tilgung Standard, bei 7 % Zinsen (was damals auch in etwa dem Durchschnitt der letzten 40 Jahre entsprach), bedeutete dies eine Tilgung per Anuitätskredit von 30,263 Jahren.
    Bei einem Zins von 2 % sind das eben 55,173 Jahre.
    Bei 2 % Zins und den heute üblichen 2 % Tilgung sind es 31 Jahre!
    Somit sogar etwas länger als früher mit 1 % Tilgung.


    Ein Problem sehe ich, wenn in 5 oder 10 Jahren der Zins bei 5 oder wie 1991 bei über 10 % Zins liegen sollte.
    Vielleicht wäre eine gute Geldanlage, das Geld unter dem Kopfkissen sicher vor evtl. Bankpleiten aufzubewaren, wie die meisten Griechen heute, und darauf zu warten, dass wieder einmal komplette Neubaugebiete unter den Hammer kommen, so wie vor einem Vierteljahrhundert auch, als die Festschreibungen für viele ausliefen, und sie die extrem gestiegenen Zinsen nicht mehr bedienen konnten.


    Grüße
    SOD

  • Zitat von looser

    1.Geldmengenwachstum ( durch die Zinsmanipulationen und Gelddruckerei Anleihekäufe) ca. 10%!
    2. Minus Wirtschaftswachstum (ca. 0%, wenn man Drogenhandel,Zigarettenschmugel, Prostitution und Waffenhandel die neuestens dazugerechnet
    werden abzieht) 0%
    3. = Inflation ( die letzten Jahre nimmt, wenn man unseren Statistiken glaubt ) fast 0%
    ergibt
    10 ( G) - 0 (Ww) = 0 ( Inflation )

    Mathematisch ist korrekt, dass die Inflation hier 10 % betragen müßte, allerdings gilt dies in einer Volkswirtschaft nur langfristig, denn hier müssen kurzfristig gesehen noch andere Einflüsse berücksichtigt werden.
    Wenn z.B. der durchschnittliche Grieche hingeht und sein Konto leerräumt und dieses Geld unter dem Kopfkissen oder wo auch immer bunkert, dann fließen von den zwischenzeitlich von der EZB erteilten Kurzfristkrediten eben nicht 90 Mrd in die Wirtschaft, sondern nur der Teil, der von den Griechen außer Landes geschafft wurde um es dort anzulegen (derzeit kaufen die Griechen z.B. praktisch jedes zum Verkauf stehende Schiff, oder sind sehr aktiv im Britischen und Schweizer Immobilienmarkt etc.)
    Wenn, aufgrund einer drohenden Bankrotterklärung des griechischen Staates die Banken in Europa Vorsorge für ausfallende Staatskredite betreiben, sprich weniger Kredite vergeben, so wird hierdurch unter Umständen die Geldmenge, die der Wirtschaft zur Verfügung steht, sogar geringer.
    Wenn viele deutsche Firmen statt zu investieren, ihre Verbindlichkeiten aufgrund der negativen Erfahrungen mit ihren Banken in der letzten Krise zurückführen, aber auch ihre Cashbestände aufgrund negativer Guthabenzinsen reduzieren, so schrumpft nicht nur die Geldmenge, sondern auch die Grundlage für die Bank, aufgrund der sie ein Vielfaches der Anlagebeträge verleihen kann, also die Geldschöpfung der Banken.
    Derzeit gibt es noch viele weitere Punkte, die der künstlich aufgeblähten Geldmenge durch die EZB entgegenwirken - die Frage ist lediglich, wie lange noch, und wenn sich das ändert, wird dies langsam erfolgen, oder als nicht zu bändigende Lawine?


    Grüße
    SOD

  • Zitat von PV-Berlin

    Sonst bin ich ja nur noch bei K+S (Dax) und die halte ich weiter.


    Glückwunsch ! Heute +27 %, nachdem die Potash Corporation of Saskatchewan Inc. den Aktionären die Übernahme aller Aktien im Wege eines freiwilligen öffentlichen Übernahmeangebots anbieten will.

    Sonnige Grüße
    Kollektor

  • Zitat von mb84

    Und wieder ein deutsches Unternehmen in ausländischer Hand.


    Ja, wenn wir Deutschen die Aktie für gefährliches, kapitalistisches Teufelszeug halten, brauchen wir uns nicht wundern, wenn wir irgendwann nur noch für den Wohlstand ausländischer Kapitalanleger arbeiten... :roll:

  • Das ist der Nachteil der € Schwäche, Unternehmen aus dem € Raum werden für Unternehmen aus anderen Regionen billiger.
    Ähnliches sehe ich irgendwann auch für Bayer.
    Die 3 säulenstrategie ( Pharma, pflanzen&tierschutz und materialschutz) ist aufgegeben worden.
    Jetzt fehlt noch ein " lipobay" und Bayer ist Geschichte!
    Dieses lipobay wird irgendwann in den nächsten 15 Jahren kommen, davon bin ich überzeugt.


    Gruß
    Jörg