Eigenverbrauch - komplett verwirrt (Erste UStVa.)

  • Hallo zusammen,


    jetzt ist sogar die Verwirrung verwirrt - in Sachen UStVa. für das 3. Quartal. Ich kapier jetzt gar nichts mehr. Inbetriebnahme der Anlage war am 25.08.2022 und ich muss jetzt für das 3. Quartal die UStVa. machen.

    Wie soll es auch anders sein - es geht um die Berechnung der abzuführenden USt. für den Eigenverbrauch.

    Ausgangsdaten:
    Bezugspreis EVU: 0,1928 € (netto) / 0,2295 € (brutto) (USt. = 0,0367 €)
    Monatlicher Grundpreis: 8,33 € (netto) / 9,92 € (brutto) (USt. = 1,58 €)

    Produzierte kW im 3. Quartal: 1676 kWh

    - davon in Netz eingespeist: 1380 kWh
    = Eigenverbrauch: 296 kWh


    Netzbezug seit 25.08.2022: 25 kWh


    Gesamtverbrauch: 321 kWh



    Welchen kWh-Preis muss ich nun für den Eigenverbrauch ansetzen? Die 0,1928 € netto des EVU oder 0,2447 € netto (USt.= 0,046 €) (aus der Berechnung der Bemessungsgrundlage: 0,1928 + (8,33 * 2) / 321)? Einmal liest man das und auf der anderen Seite wieder ganz was anderes?


    Deshalb frage ich mich welche Berechnung für den Netto-Entnahmewert jetzt stimmt:

    321 * 0,1928 € = 61,89 Euro (=11,75 Euro USt. + 2x USt.-Grundpreis (3,16 Euro) = 14,91 Euro USt.


    oder


    321 * 0,2448 € = 78,58 Euro (=14,93 Euro Ust.)



    Der Unterschied ist zwar jetzt wirklich marginal, aber für die Zukunft würde ich gerne wissen, auf welchen kWh - Preis ich zurückgreifen muss/darf?

  • Du musst zur Ermittlung der Bemessungsgrundlage für die ueWA den Grundpreis auf die kWh umlegen. Das machst Du aber üblicherweise nicht für jedes Quartal neu, sondern rechnest EINMAL den fiktiven Wert auf Grundlage eines ganzen Jahres aus, und verwendest den in jeder UStVA.


    ueWA = ((Jahresverbrauch * Arbeitspreis incl. Stromsteuer) + (12 * Monatsgrundpreis) ) / Jahresverbrauch

    jeweils die Netto-Beträge


    Jahresverbrauch umfasst dabei die vom EVU bezogenen kWh und den Eigenverbrauch über Deine Anlage.


    Am besten nimmst Du als Grundlage erstmal den Vorjahres-Gesamtverbrauch. Es sei denn, Du weißt jetzt schon, dass er sich z.B. durch die Anschaffung eines E-Autos in diesem Jahr wesentlich ändert. Dann schlägst Du halt diesen geschätzten Mehrverbrauch auf den Vorjahresverbrauch drauf.


    Die UStVAs sind VOR-Anmeldungen, also ähnlich einer Abschlagsrechnung. Sie beruhen die ueWA betreffend also auf Schätz- und Erfahrungs-/Vergleichswerten. Mit den Realwerten wird dann in der Umsatzsteuer-Jahreserklärung (Abgabe spätestens 31.7. des Folgejahres) gerechnet. Bis dahin hast Du ja die echten Verbrauchswerte des Vorjahres sowohl vom EVU als auch von Deiner Anlage. Die daraus berechnete Bemessungsgrundlage für die ueWA setzt Du dann dort an, und nimmst die gleichsam für das laufende Jahr usw.

    22,2 kWp mit DN 42° im sonnigen Middlfranggn am 11.11.21 in Betrieb genommen:

    66°: 32 x IBC Monosol 370 OS9-HC / -114° : 28 x IBC Monosol 370 OS9-HC

    SMA STP20000-TL 30 / SMA SHM 2.0

    PV-Überschussladen mit go-eCharger 11kW und Node-Red auf RasPi


    6,6 kWp Selbstbau auf Garage wartet auf Wechselrichter... :rolleyes:


    Nulleinspeisung ist ungefähr so. wie wenn man eine Bahnfahrkarte kauft, und dann mit dem Taxi fährt und sagt: "Denen habe ich es aber gezeigt!" :D

  • Danke KaVauA für die ausführliche Antwort, dann gehe ich jetzt die erste USt.VA mal entspannter an :)