EEG-Anlage erweitern

  • Hallo,


    ich habe eine Frage auf die mein Elektroinstallateur und mein Netzbetreiber mir bisher keine belastbare Antwort geben konnten. Folgender Sachverhalt:


    Im Keller habe ich zur Zeit:


    WR1: 12000er SMA

    -- Eingang A 2x14 345WP = 28 Module = 9,66 kWp NNO-Anlage 15°

    -- Eingang B frei


    WR2: 6000er

    -- Eingang A frei

    -- Eingang B frei



    Die Anlage ist seit 2019 in Betrieb und erhält EEG-Einspeisevergütung iHv. rund 10,5ct/kWh. Auf meinem Grundstück stehen 2 Häuser und es war geplant, die Anlage mit dem "zweiten Dach" binnen Jahresfrist zu komplettieren = gleiche Einspeisevergütung. Dazu kam es jedoch aus finanziellen Gründen nicht mehr.


    Nun haben wir 2022 und das Dach vom anderen Gebäude wird gerade neu gemacht. Jetzt würde ich dort gerne die ersehnte Erweiterung vornehmen, nämlich:


    WR1

    -- Eingang B 8x395WP = 3,16kWP SSW 45°


    WR2

    -- Eingang A 10x395kWP = 3,95kWP SSW 45°

    -- Eingang B 6x395kWP = 2,37kWP SSW 45°


    belegen. Insgesamt werden also aus der alten 9,66kWp-Anlage eine 19,14kWp-Anlage. Mein Eelektroinstallateur meinte zu mir, dass die Erweiterung kein Problem ist, "das kann man dem Netzbetreiber einfach so melden", er konnte mir jedoch nicht sagen, welche Einspeisevergütung ich erhalten werde.


    Wird die ganze Anlage nur die aktuelle Einspeisevergütung erhalten oder einen gebildeten Mittelwert? Wenn ja, welche Vergütung?


    Hat jemand damit Erfahrung?


    Vielen Dank für Tipps & Tricks 8o


  • Erweitern oder Neuanlage – Der Unterschied

    Ob eine Photovoltaikanlage als Erweiterung oder als Neuanlage gilt, hängt vom Standort und dem Zeitpunkt der Inbetriebnahme ab. Geregelt wurde das im Erneuerbare-Energien-Gesetzwie folgt:

    Eine Photovoltaikanlage gilt als Erweiterung, wenn

    1. Beide Anlagen sich auf demselben Gebäude oder Grundstück befinden. Und
    2. Die Anlagen innerhalb von 12 aufeinanderfolgenden Kalendermonaten in Betrieb genommen wurden.

    Relevant ist das, wenn es um die Einspeisevergütung geht: Handelt es sich um eine Erweiterung, wird für die zusätzliche Leistung ebenfalls der ursprüngliche Vergütungssatz ausgegeben. Mit der Regelung wird vermieden, dass zu hohe Einspeisevergütungen abgegriffen werden. Eine Anlage, die im Januar installiert wurde, kann also bis zum Dezember desselben Jahres erweitert werden. Was danach ergänzt wird, zählt als Neuanlage.


    Einspeisevergütung für Neuanlagen

    Auch Erweiterungen können Photovoltaik Förderung erhalten. Gilt eine Erweiterung der PV-Anlage als Neuanlage, wird die Einspeisevergütung mit einer Mischkalkulation berechnet. Die neu installierte Leistung wird dann mit dem aktuellen Satz vergütet, während auf die ursprüngliche Leistung weiterhin ausgezahlt wird.

    Verdrängt die fossile Erzeugung, es gibt nur eine Erde !


    PV-Anlage mit 19,5 kWp auf Dach und Garage (dank Forum) - Huawei WR, Longi 375W: läuft :thumbup:

    Kein Speicher, keine Gasbüchse, kein Kamin mehr

    Wolf CHA 10, jaz 4,4 läuft super ! :)

    ID3 seit 30.10.22 läuft super !:)

  • Handelt es sich um eine Erweiterung, wird für die zusätzliche Leistung ebenfalls der ursprüngliche Vergütungssatz ausgegeben.

    Nö.


    (3) Mehrere Solaranlagen gelten unabhängig von den Eigentumsverhältnissen und ausschließlich zum Zweck der Ermittlung der installierten Leistung im Sinne der Absätze 1, 1a und 2 als eine Anlage, wenn

    1.sie sich auf demselben Grundstück oder Gebäude befinden und

    2.sie innerhalb von zwölf aufeinanderfolgenden Kalendermonaten in Betrieb genommen worden sind.

    Wenn Du eine 9,66 kWp Anlage im August 2019 in Betrieb nimmst bekommst Du dafür die Einspeisevergütung von August 2019 (10,48 Ct/kWh).

    Erweiterst Du diese Anlage im September 2019 um weitere 9,48 kWp bekommst Du für diese 9,48 kWp die für September 2019 gültige Einspeisevergütung (10,33 Ct/kWh).


    Die installierte Leistung der Gesamtanlage ist dann 19,14 kWp.

    Die Einspeisevergütung wird dann mit einer Mischkalkulation ermittelt: ((9,66 * 10,48) + (9,48 * 10,33) ) / 19,14 = 10,41 Ct/kWh


    Erweiterst Du die 2019er Anlage erst im September 2022 hast Du halt zwei Anlagen: eine mit 9,66 und eine mit 9,48 kWp.

    An der Berechnung der "Mischvergütung" ändert sich aber nichts (Zählerstand des Einspeisezählers am Tag der IBN der 2. Anlage aufschreiben und dem VNB melden nicht vergessen).


    Nur wer sich erhebt, kann sich auch widersetzen.

  • Macht es bürokratisch einen Unterschied? Also ist eine Erweiterung einfacher und somit günstiger angemeldet als eine Neuanlage? Ich habe aktuell Ost und Süd belegt und möchte noch West belegen. Jetzt überlege ich, ob ich es noch im selben Jahr der INB mache oder ob ich mir keinen Stress machen soll und es im nächstes Jahr mache. Ich weiß nicht ob ein spekulieren auf eine höhere Einspeisungsvergütung bei zusätzlichen 2,8kw Sinn macht. Die Frage ist eher ob es mich günstiger kommt bzw.ob der Solateur weniger Arbeit hat oder es keine Rolle spielt. Gerade die Bürokratie und die tausend Formulare haben unendlich genervt.