Inselwechselrichter an Hausnetz bei Blackout - reicht FI und Sicherung raus?

  • Der RCD (FI) trennt allpolig, also auch den N. Müsste beim Schrauben schon mal aufgefallen sein.

  • Interessant wie viel sich doch gerade ähnlichen Projekten widmen, da stelle ich doch hier mal meine Frage zu der ich bisher noch keine zufriedenstellende Antwort gefunden habe:


    Das man in Deutschland für eine Fremdeinspeisung nach VDE eine Allpolige EVU Trennung (3p +N ,in dem Fall hier der UV) vornehmen muss ist denke ich auch hier klar und wurde ja schon mehrfach gesagt (Österreich reicht glaube ich nur 3P Trennung). Im besten Fall natürlich über einen 1-0-2 Schalter, aber wenn's hart auf hart kommt geht auch ein zentraler RCD oder ein 4-poliger Lasttrennschalter, wobei man hier sicherstellen sollte das man die Einspeisung erst NACH umlegen, und das wiedereinschalten erst NACH dem entfernen der Noteinspeisung machen darf.


    Nun aber zu meiner Frage:


    Wieso wird über den zugelassenen Umschalter (3p+N) denn nicht auch der PE mit weggeschaltet, den physikalisch ist der ja am Hausanschluss an der PEN Auftrennung wieder verbunden. Was würde denn jetzt passieren, wenn irgendwo in der "abgetrennten" Unterverteilung (Wegschalten 3p+N) ein Kurzschluss an PE erfolgt (z.B. gehäusekurzschluss) , bzw. könnte es ja sogar sein das es den schon immer gibt aber nicht bemerkt wurde weil z.B. Stromkreis nur mit LS ohne RCD und geringen Fehlerstrom. Damit hätte ich doch rein physikalisch auch die Gefahr das ich mit dem EVU Netz Verbindung habe?


    Also konkrete Frage: Wieso wird der PE nicht aus Sicherheitsgründen mit weggeschaltet, denn eigentlich dürfte er doch gar sowieso keine Funktion mehr erfüllen? Hoffe ich konnte meine Gedanken rüberbringen und freue mich auf Licht im Dunkel :)

  • Hallo

    Wieso wird der PE nicht aus Sicherheitsgründen mit weggeschaltet

    Weil es dann nicht mehr sicher ist ;)

    Daher muss bei Notstrombetrieb im TN-C-S-Netz hinter dem Umschalter eine Verbindung zwischen PE und N hergestellt werden. Manche Wechselrichter machen das automatisch.

    denn eigentlich dürfte er doch gar sowieso keine Funktion mehr erfüllen?

    Gedankenexperiment: Nehmen wir mal an, dir fällt der mit Notstrom betriebene Fön in die Badewanne.

    Jetzt fließt ein Fehlerstrom vom Badewasser zur Wannenerdung zum Erdungsrelais / Nullleiter. Zack, RCD ist draußen.


    Du hast dir ein IT-Netz vorgestellt, da gibt es getrennte Betriebs- und Schutzerdung und ein einpoliger Isolationsfehler hat erst mal keine Auswirkung. Auf ein IT-Netz kannst du aber nicht einfach im Haushalt "umschalten", weil die notwendigen Radbedingungen (z.B. Kapazität gegen Erde) kaum sinnvoll zu erfüllen sind.

    Das nimmt man für hohe Verfügbarkeit z.B. in Krankenhäusern, wo dann weitere Sicherheitseinrichtungen (Isolationsschutz, Redundanz) eingebaut werden.


    Grüße


    Herr 3x

    Fronius Symo Hybrid 3.0, Fronius Battery 3.6 kWh, 4,2 kWp LG 70° W

    Victron MP2 3000, Cerbo GX, Lynx BMS, 5,12 kWh Victron Smart Batterie, 520 Wp Vordach (noch)

    Smart Home mit Home Assistant, Hue und Homematic ohne Cloud wegen PV-Ertrag :lol:

  • Im besten Fall natürlich über einen 1-0-2 Schalter, aber wenn's hart auf hart kommt geht auch ein zentraler RCD oder ein 4-poliger Lasttrennschalter, wobei man hier sicherstellen sollte das man die Einspeisung erst NACH umlegen, und das wiedereinschalten erst NACH dem entfernen der Noteinspeisung machen darf.

    Das ist einfach nicht zulässig!


    Die Vorgaben sind so wie sie sind und man hat sich daran zu halten, andernfalls haftet man für irgendwelche Schäden.


    Das der PE verbunden bleibt sorgt dafür dass alle angeschlossenen Geräte gleiches Potential haben und es so nicht zu irgendwelchen unangenehmen Berührungsspannungen oder Stromflüssen zum Potentialausgleich z.B. auf Datenleitungen kommt. Dies hilft auch bei EMV.

    Mobile Insel: PV 2kWp (mono), Solarregler 2xMPPsolar PCM5048 (MPPT), LiFePO4 1000Ah/25,6V, Lichtmaschine 4,2kW, Netzladegeräte 2xPhilippi AL30 24V, 2xKosun 6kW Sinus-WR 24V, Mastervolt Batteriemonitor BTM-III

  • aber wenn's hart auf hart kommt geht auch ein zentraler RCD oder ein 4-poliger Lasttrennschalter, wobei man hier sicherstellen sollte das man die Einspeisung erst NACH umlegen, und das wiedereinschalten erst NACH dem entfernen der Noteinspeisung machen darf.

    "sicherstellen sollte" ... da man das nicht erzwingen kann, ist genau das nicht erlaubt. Siehe Anhang zu Notstromaggregaten in der VDE AR-N 4100.

  • "Papa warum sitzen wir seit 3 Tagen im dunkeln und frieren und beim Nachbar hats Licht und Wärme? "

    --> Weil wir keinen 1-0-2 Umschalter haben !! :)

    Ok ein wenig Spaß muss sein und am Ende ist hier jeder selber groß und muss wissen was er macht und sich möglicher Konsequenzen bewusst sein. Außerdem erlaubt und verbietet eine VDE schon mal gar nix sondern gibt Empfehlungen aber die Diskussion führen wir jetzt nicht..

    Nochmal zu meiner eigentlichen technischen "neutralen" Frage.


    Herr 3x : Danke für deine ersten Ausführungen, aber irgendwie ist der Knoten im Kopf noch nicht auf.

    Wenn ich, wie du sagst hinter dem Umschalter (der ja N trennt) wieder eine Verbindung zwischen PE und N herstelle, dann

    hat der N ja über den PE wieder Verbindung zum PEN, dann ist die Wegschaltung am Umschalter doch völligst unnütz weil mit der Brücke habe ich denselben Zustand wie wenn ich N nicht schalte?

  • Nein, es sind 2 verschiedene N-Leiter. Einer der irgendwo vom PEN des Netzes abzweigt und ein N des Generators, der erstmal keinerlei Verbindung zum Netz hat. Erster wird durch den 2-poligen Schalter getrennt. Aber auch durch den FI. Aber du hast insoweit recht, dass es über den PE doch wieder mit dem N verbunden wird, solange man den N nicht auch vom PEN trennt.

  • Hallo,


    je nach Netzform kann es auch keinen PEN am HAK geben und die Hauszuleitung ist 5 polig.

    In machen Ländern, wie Österreich, wird auf die Trennung von N verzichten. Dann gibt es noch die EMV-Problematik usw.


    Grüße

    Herr 3x

    Fronius Symo Hybrid 3.0, Fronius Battery 3.6 kWh, 4,2 kWp LG 70° W

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  • Ok aber dann ist meine Aussage doch aber richtig, das bei einer PEN Auftrennung z.B. unten im HAK das wegschalten von N an einer UV dann eigentlich keinen technischen Unterschied macht oder?

  • Hallo,


    du hast ein komplett getrenntes Netz mit nur einer Verbindung N-PE.

    Bleibt N verbunden hast du zwei Verbindungen, was zu einer Leiterschleife führt.

    Da die Regeln für Notstromversorgung auch für größere Anlagen mit TN-S gelten ist auch die Umschaltung auf Notstrom bei Unterbrechung des N ein mögliches Szenario (Baggerarbeiten). Ich denke, dass man da lieber die vollständige Netztrennung mit PE-N Verbindung als sicherer erachtet und pauschal vorgesehen hat.


    Grüße

    Herr 3x

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