Direktvermarktung von Klein-Anlagen bei Lumenaza

  • Vermarktungskosten entstehen durch Abweichungen zwischen Vortagsprognosen und tatsächlicher Einspeisung. Diese Abweichungen muss Lumenaza durch Handel am IntradayMarkt ausgleichen.

    Wie kommst du darauf, dass eine Anlage, die nicht liefert oder weniger als geschätzt liefert, keine Kosten verursacht. Es sieht doch eher danach aus, dass sie dadurch mehr Vermarktungskosten verursacht.

    Hast du dir überhaupt schon mal die Intraday-Preise angesehen?

    Kannst du dir vorstellen, was da los ist, wenn wegen einer schlechten Wetterprognose für einen Großteil der deutschen PV die Vortagsprognose stärker vom Ist abweicht und dann alle gleichzeitig Intraday verkaufen oder kaufen müssen.

    Man lässt dich in der DV bei den Großen mitspielen und dann sollte man so lange seinen Mund nicht zu sehr aufreißen, bis man die Spielregeln verstanden hat.

  • Dann wäre es doch sinnvoll, die Vergütung zwischen day-ahead und intraday aufzuteilen, z.B. im Verhältnis 80:20

    Dann kann es sinnvoll sein auch kurzfristig auf intraday-preise zu reagieren und das Laden des eAuto/Speicher zu verschieben oder sogar den Speicher auzuspeichern.

    Tesla P85+ seit 8/13 >562.000km gefahren. Seit 4/23 neues 90er Pack. Seit 12/19 fährt Frau Tesla M3 AWD, jetzt M3/MY SR. PV 14,04 kWp an E3DC Hauskraftwerk mit 21kWh und Wallbox. Weitere 35kWp PV an Solaredge. Seit 1.11.20 werden die eAutos und E3DC Hauskraftwerk und Wärmepumpe gesteuert per E3DC-Control zum Börsenpreis von aWATTar/tibber geladen. Am 5. Januar weitere 9,9kWp Gesamt PV-Leistung nun 59,149kWp.

  • Beim konkreten Fall ist es so:

    der rebap Preis war extrem negativ d.h. es müssen hohe "Strafen" für zu viel eingespeisten Strom gezahlt werden.


    Anstelle hohe Vermarktungskosten zu verursachen indem mehr als geplant eingespeist wird hätte man die Situation also auch nutzen können um eine menge Geld einzunehmen indem man abregelt und weniger einspeist. Lumenaza ist aber komplett passiv macht zwar Prognosen die in dem Fall leider nicht gepasst haben. macht sonst aber keinen Finger Krumm um Vermarktungskosten aktiv zu optimieren.

    Mich wundert es auch, dass im PDF nur "Kosten" aufgeführt sind. dass es keinen Tag im Monat gab an dem Ausgleichsenergie gewinnbringend abgegeben oder aufgenommen wurde wundert mich schon etwas. Da bekommt man das Gefühl, das die Kosten keine Gesamtkosten sind, sondern nur Kosten (ohne Verrechnung der Einnahmen)


    Zum Thema Eigenverbrauch: Ich habe es bei mir z.B. so programmiert, das im Abregelungsfall und bei negativem Börsenkurs <-2c auf Nulleinspeisung umgestellt wird. (-2 da sonst Verluste durch entgangene Marktprämien entstehen)

  • Dann wäre es doch sinnvoll, die Vergütung zwischen day-ahead und intraday aufzuteilen, z.B. im Verhältnis 80:20

    Nur bedingt ... Das Problem ist ja, dass du dich auf unterschiedliche Mengen beziehst und der "Intra-Day" (im Idealfall) gar nicht benötigt wird.

    "Day-Ahead" bezieht sich auf die (prognostizierte) Einspeisung, "Intra-Day" bzw. rebap auf die (abweichende) Einspeisung. Gemessen / gezählt / abgerechnet wird dann die dritte Größe der "tatsächlichen Einspeisung". Hinzu kommt, dass weder Prognose noch Abweichung anlagenindividuell vorhanden sein dürften - geschweige denn von Lumenaza [dem Anlagenbetreiber] "veröffentlicht" werden.


    Dann kann es sinnvoll sein auch kurzfristig auf intraday-preise zu reagieren und das Laden des eAuto/Speicher zu verschieben oder sogar den Speicher auzuspeichern.

    Das ist sicher [für die Allgemeinheit] sinnvoll, für dich selbst muss sich das finanziell nicht unbedingt auszahlen. Nicht immer laufen "Intra-Day" und "Day-Ahead" synchron.



    Zum Thema Eigenverbrauch: Ich habe es bei mir z.B. so programmiert, das im Abregelungsfall und bei negativem Börsenkurs <-2c auf Nulleinspeisung umgestellt wird. (-2 da sonst Verluste durch entgangene Marktprämien entstehen)

    Und genau damit, erzeugst du die nächsten Vermarktungskosten. Dieser "abrupte" Bruch im Verhalten wird von keiner Wetter-Prognose gedeckt, sondern (wenn überhaupt) von irgendeinem selbst-lernenden Algorithmus. Ob dieser das dann richtig erkennt bzw. zuordnet bleibt trotzdem fraglich. In Summe treibst du damit die "Prognose-Unschärfe" nach oben bzw. sorgst für Abweichungen.

    Für dich selbst mag sich das in Form der nicht zu bezahlenden "Einspeisekosten" (neg. "Day-Ahead") lohnen, die Masse zahlt über die Vermarktungskosten drauf.


    So lange es kein Statement bzw. einen "Verhaltensvorschlag" von Lumenaza dazu gibt, erschwert das nur die Prognose und ist somit wenig sinnvoll ...

  • Zitat

    Dieser "abrupte" Bruch im Verhalten wird von keiner Wetter-Prognose gedeckt, sondern (wenn überhaupt) von irgendeinem selbst-lernenden Algorithmu

    Da wird ein Teil des Problems liegen - da wir im April leicht negative und im Mai erstmals seit Lumenazas Start für uns Kleinproduzenten wirklich heftig negative Preise hatten, konnte es keine Prognose anhand von Erfahrungsdaten geben. Man kann hier also hoffen, dass Lumenaza noch lernt die EInspeisung seiner Kundschaft treffsicherer zu prognostizieren.

  • Und genau damit, erzeugst du die nächsten Vermarktungskosten. Dieser "abrupte" Bruch im Verhalten wird von keiner Wetter-Prognose gedeckt, sondern (wenn überhaupt) von irgendeinem selbst-lernenden Algorithmus. Ob dieser das dann richtig erkennt bzw. zuordnet bleibt trotzdem fraglich. In Summe treibst du damit die "Prognose-Unschärfe" nach oben bzw. sorgst für Abweichungen.

    Für dich selbst mag sich das in Form der nicht zu bezahlenden "Einspeisekosten" (neg. "Day-Ahead") lohnen, die Masse zahlt über die Vermarktungskosten drauf.


    So lange es kein Statement bzw. einen "Verhaltensvorschlag" von Lumenaza dazu gibt, erschwert das nur die Prognose und ist somit wenig sinnvoll ...

    Im Gegenteil. Bei negativem Börsenpreis sind die Kosten für Ausgleichsenergie in der Regel auch negativ. d.H. also mit der Reduzierung der Einspeisung (so wie Lumenaza es auch vorschlägt) helfe ich die Vermarktungskosten zu reduzieren die hoch ausfallen, falls der Vermarkter nicht reagiert. Mir grauts vor der Mai Abrechnung (Himmelfahrt mit Börsenpreis -15c mittags) Wenn sich Lumenaza dort verkalkuliert hat.


    Man fragt sich schon warum die Netzbetreiber 2022 im Jahr mit so großer Volatilität auf nur 0.2c/kWh Vermarktungskosten kommen. Leider ist es scheinbar nicht so leicht aktuelle Vergleichswerte zu bekommen.

  • [...] in der Regel [...]

    und genau das ist nicht ausreichend - quasi 3 Tage sind für das Vermarktungsentgelt verantwortlich!


    Wenn es nächstes Mal "grau in grau" statt - wie vorhergesagt - sonnig wird, hast du die gegenteilige Situation (die übrigens viel schwieriger für Lumenaza zu bewältigen ist). Ein Abregeln wäre technisch einfach möglich, eine "Zusatz-Produktion" ist (mit PV allein) nicht möglich...



    P.S.: Was die Vermarktungskosten der VNBs betrifft - beziehst du dich da auf den im EEG festgesetzten Aufschlag? Falls ja, ist das

    a) eine (politische) Festsetzung und keine Abbildung der wirklichen Kosten und

    b) ein Verglichen "Äpfel mit Birnen", da die Vermarktungskosten [i.S.d. EEG] m.E. allein die Kosten der Rechnungsstellung, Abrechnung, etc. umfassen (und nicht das Risiko bzw. die Aufgabe des Bilanzkreis-Ausgleichs). Sicher bin ich mir diesbezüglich aber nicht zu 100% - Mitglieder vor, die hierzu genaueres wissen ...

  • Leute versucht doch mal einfach nicht immer nur dagegen zu argumentieren wenn einer was sagt sondern auch überlegen ob es wirklich Sinn macht. die drei Tage die die hohen Kosten verursacht haben waren eben gerade Momente mit negativen Ausgleichskosten die hätten vermieden werden können. Positive Kosten für Regelenergie bei einem stark negativen Börsenpreis halte ich für sehr unwahrscheinlich das wäre ja die Garantie zum Geld drucken. Die Angabe mit den 0,2 Cent habe ich zwar nicht achtfach überprüft. Sind aber scheinbar die realen Kosten die die NetzBetreiber in 2022 (einfach mal googlen) hatten was nur halb so hoch war wie im EEG als Berechnungsgrundlage. Das wurde zumindest mal in einem Artikel zur Direktvermarktung von ausgeförderten Anlagen für 22 genannt. Warten wir es mal ab. Wenn es wirklich nur so zufällige singularitäten und keine mangelhafte Vermarktungsdienstleistung (die zusätzlich in Rechnung gestellt wird) sind die uns die Kosten auferlegen dürften die nächsten Rechnungen ja Vermarktungskosten weit unterhalb von 4% haben :rolleyes:

  • Oh je, da bleiben dann nur 3,2cent/kWh.

    Ja, der Juni sieht da schon besser aus, Börsenpreise selbst mittags kaum unter 10 Cent.

    Kommt nun drauf an wie die Feiertage im Mai gelaufen sind ^^


    Hat jemand im Login-Bereich die stundengenauen Abrechnungen gefunden?