Bestehende Anlage mit einem Windrad ergänzen.

  • Hallo Zusammen,

    Ich habe eine bestehende PV anlage mit 29° Grad Neigung bei Südlicher Ausrichtung. Die Leistung Betrag 6,8Kwp mit 18 longhi Modulen und einem 5kw Speicher. Die Anlage ist seit dem 01.04.22 in Betrieb und hat bisher ca 3000kwh ins Netz eingespeißt 6,8cent. Mein Eigenverbrauch ist derzeit bei ca 950kwh. Davon sind 350kwh aus dem Speicher entnommen. Mein Speicher hat eine maximale lade bzw entlade Leistung von 2,5kw. Mir ist aufgefallen das es durch meine neuen Arbeitszeiten nun etwas blöd verhält und wir in unserem Haushalt Morgens um 5 schon einen Anspruch von 3000w kurzzeitig haben und über den Tag fast nix. Ich möchte gerne Mehr Autargie erreichen und versuchen meinen Netzbezug noch weiter zu reduzieren. Aktuell sind es lächerliche 19kwh. Aber der Winter steht noch vor der Tür. Meine Idee ist es ein Windrad zu Montieren welches so ca. grob gedacht von 0,5kw Maximal 1kw Leistung Produzieren kann. Wie sind im Norden zuhause und bei uns herrscht sehr häufig genug Wind. Meine Idee dahinter den Ruhestrom über Nacht von derzeit ca. 160w bei Wind zu kompensieren und im Winter die PV Anlage entsprechend zu unterstützen und den Speicher der Aktuell morgens bei 43 Prozent ist soweit zu entlasten Das die Lebensdauer erhöht wird und der gespeicherte Strom bei Kurzen Sonnentagen im Winter länger hält. Also weniger Netzbezug. Die Windanlage sollte im besten Falle nur eine Steckdosenanlage sein. Also nicht die Batterie laden und oder mit dem Bestehenden System direkt verbunden werden. Sie sollte nur nebenbei laufen. Meine Idee ist es mit einem luxschalter das Windrad so zu betreiben das die Wind Anlage nur Strom liefert wen die PV Anlage Wenig oder garnicht Leistet. Und das man die Möglichkeit hat bei Schnee auf der PV Anlage das Windrad zuzuschalten um die Höchsteinspeisemenge von bei mir 7kwp nicht zu überschreiten. (70prozent Regel wird berücksichtigt) Meine Frage ist. Wer hat Ideen und Tipps um dieses Projekt umzusetzen und wer hat dieses schonmal gemacht und wo sind die gesetzlichen Hürden. Muss ich den Strom von der Windanlage auch wieder versteuern? Oder ist die geringe Leistung als eigenes System zu betrachten. Kann ich das Windrad als von der PV anlage als unabhängig anmelden? Muss ich es überhaupt anmelden? Welche Anlagen kennt ihr? Habt ihr eine Empfehlung?


    DANKE im voraus :danke:

  • Hallo Zerbin

    ich hatte auch mal kurz an eine Ergänzung der Solaranlage mit Windkraft auf dem Dach gedacht und ein bisschen recherchiert. Die Erkenntnis war, dass

    - es kaum ausreichenden Wind in Bodennähe gibt. In meinem Fall dürfe ich vielleicht mit eher 30 Watt als 100 Watt selbst an windigen Tagen rechnen.

    - der Rotor erst bei einer Mindestwindgeschwindigkeit das Drehen anfängt bei der kaum Strom erzeugt.

    - man den Rotor so hoch montieren muss, dass er aus den Bereich der Turbulenzen heraus und in den Bereich einer laminaren Luftströmung hineinragt. Die Wandkraftanlagen sind nicht ohne Grund so hoch. Wir wohnen in der Stadt, d.h. ein hoher Mast käme bei den Nachbarn nicht wirklich gut an.


    Ich würde mir im ersten Schritt die "Feasability" anschauen, d.h. einen Windmesser an die Stelle, an der Du später das Windrad installieren möchtest, montieren und eine Weile schauen, wieviel Wind dort tatsächlich ist. Basierend auf der gemessenen Windgeschwindigkeiten kannst Du dann überlegen, wie gross der Durchmesser des Windrades für die Leistung sein muss, die Du erzeugen willst.

    Vielleicht hilft auch dieser Link weiter:

    Auswahl Windkraftanlage | Rotor-Größe wichtiger als Leistung
    Bei der Auslegung einer Windanlage wird oft der Fehler gemacht, nur auf die Nennleistung zu achten. Die Größe des Rotors ist wichtiger...
    www.klein-windkraftanlagen.com

    Da gibt es einen Rechner für die Auslegung von Klein-Windkraftanlagen -- wobei die untere Grenze für den Mast 10 m ist.


    Viele Grüße und viel Erfolg mit Deinen Überlegungen


    Tilman

  • Hey Tilman🤘🏼


    Tolle Information, mit der ich schon einmal gut Arbeiten kann😃 Ich Wohne sehr abgelegen und habe eine Scheune die etwa 11,5m am Giebel hoch ist. Rings herum keine Bäume, sondern nur Akkerfläche. Ich habe überlegt da der Giebel sehr Massiv gebaut ist, an ihm einen Mast zu montieren, der nochmal ca 5 bis 6m über dem Giebel liegt, sodass ich auf ca 17m höhe komme. kann das schon ausreichen?

  • Hier gibt es Karten mit mittleren Windgeschwindigkeiten.

    Wetter und Klima - Deutscher Wetterdienst - Leistungen - Windkarten zur mittleren Windgeschwindigkeit


    Bei meiner letzen Recherche zu dem Thema bin es daran hängen geblieben, dass es eine der schlechtesten Ideen überhaupt sein soll, das Windrat am Gebäude anzubauen. Die Verwirbelungen durch das Gebäude sind wohl so stark, dass ein signifikant kürzeres Windrad einfach weiter weg vom Gebäude besser wäre. Trotzdem muss es eine Höhe von mindestens 10m haben, damit es sich auch lohnt (also bei mir).


    Ich würde mir das mit dem anbauen auch ganz genau überlegen, denn die Kräft, die da wirklen, sind enorm.

    Du brauchst in jedem Fall eine Sturmsicherung (also eine Bremse). Die Windlast des Rotors im Stillstand musst Du berechnen und das muss die Befestigung am Gebäude aushalten.

    Anspruchsvoll denke ich, auch wenn ich zugebe, dass die Idee "an sich" schon reizvoll ist, ein bisschen "grundlastfähiger" zu werden ;)


    Mein Fazit was bisher immer: Lieber mehr PV :)

  • Hallo Zerbin


    >Ich habe überlegt da der Giebel sehr Massiv gebaut ist, an ihm einen Mast zu montieren, der nochmal ca 5 bis 6m über dem >Giebel liegt, sodass ich auf ca 17m höhe komme. kann das schon ausreichen?

    Ich denke, dass man da noch im Bereich der vom Gebäude induzierten Verwirbelungen ist. Aber vielleicht Dir die Energieausbeute trotzdem.

    Aber Du scheinst ja Platz und flache Landschaft um Dich herum zu haben -- damit wäre ein von der Scheune abgesetzter Mast + Abspannung wahrscheinlich eine Option für Dich (und ich denke, dass es auch einfacher aufzubauen ist) ... Und Blitzschutz nicht vergessen :)


    Viele Grüße

    Tilman