Freiflächenanlage hinter Firmengebäude 100-300kw, EEG + Eigenverbrauch?

  • Hallo Zusammen,


    ich überlege hinter meiner Firma eine Freiflächenanlage zu errichten.

    Die Dachflächen sind bereits belegt. Wegen hohem Eigenverbrauch (Blechbearbeitung mit Laserschneidanlagen usw.) wäre jedoch eine größere Anlage von Vorteil. Eigene Trafostation an Mittelspannung ist vorhanden, hier gibt es also keine Probleme.


    Nun war das ganze mit einer Dachanlage klar, aber mit einer Anlage auf der Freifläche sind bei mir einige Fragen offen, bei denen Ihr mir evtl. weiterhelfen könnt.


    - Wie läuft das mit der Genehmigung? Stelle ich einen Antrag beim Stadtrat mit einer Skizze wie das ganze aussehen soll? Ich bin in Baden-Württemberg.


    - Das Grundstück gehört uns und ist als Mischgebiet ausgewiesen. Für die unbebaute Fläche wurden noch keine Erschließungskosten bezahlt. Muss das dann bezahlt werden?


    - Ich würde die Anlage wie auch schon die Dachanlagen privat bauen und dann an die Firma vermieten. Ist das ein Problem?


    Gibt es in dieser Anlagenkategorie in nächster Zeit Änderungen im EEG? Der Bau wäre für 2023 geplant.



    Vielen Dank schon mal.

    Basti

  • Liege ähnlich mit meinem Vorhaben und bin auch an Antworten für die Fragen interessiert. 100 kW würde schon helfen, aber 200-300 kW wären besser.

    Gruß
    Heico


    112 kWp Kyocera, eGolf, Tesla Model 3

  • Ich glaube nicht, dass die Gemeinde begeistert sein wird, wenn ihre ausgewiesenen und teuer erschlossenen Gewerbeflächen mit PV belegt werden. Diese bringen kaum zusätzliche Gewerbesteuereinahmen. Ich würde auf jeden Fall mit der Zahlung von Erschließungskosten rechnen.


    Ansonsten ist natürlich ideal dass die Erzeugung direkt in der Nähe des Verbrauchs erfolgt.

    Mobile Insel: PV 2kWp (mono), Solarregler 2xMPPsolar PCM5048 (MPPT), LiFePO4 1000Ah/25,6V, Lichtmaschine 4,2kW, Netzladegeräte 2xPhilippi AL30 24V, 2xKosun 6kW Sinus-WR 24V, Mastervolt Batteriemonitor BTM-III

  • Mit einer Freifläche ich das nicht ganz einfach.

    Ich mache das gerade auch auf dem Firmengelände, das Dach ist bei mir ebenfalls schon voll.


    Also, wenn du eine Vergütung fürs Einspeisen willst, gibt es für Freifflächenanlagen im EEG ein paar Voraussetzungen:

    Entweder: Im Bebauungsplan steht explizit drin, dass dort PV-Anlagen ok sind, oder

    es sind alle 3 folgende Bedingungen erfüllt:

    a) Der B-Plan ist von vor 2010

    b) Der B-Plan wurde seitdem nicht verändert

    c) Laut B-Plan handelt es sich um eine Gewerbe-/Industriegebiet für "Gewerbe aller Art". Das muss genau so drin stehen!


    Bei mir ist zum Glück a-c erfüllt. Der Bauantrag ist gestellt, die Voranfrage war schon positiv.

    Eine Statik braucht man übrigens auch. Je nau Bauamt sogar noch eine Prüfstatik.

    Bei mir soll es eine 90kwp Freiflächenanlage werden, zus. zu den vorhandenen 40kwp auf dem Dach.

    Allerdings ist es aktuell gar nicht einfach, einen Lieferanten zu finden, der so eine kleine Freiflächen-PV in näherer Zeit bauen will und kann.

  • Beitrag von markovic_v ()

    Dieser Beitrag wurde von Elektron gelöscht ().
  • So, kurzes Update:


    die kleine Freilandanlage ist fast fertig.

    Einen Anbieter, der die geplante ca. 100kwp Freilandanlage schlüsselfertig baut, habe ich nicht gefunden.

    Also alles in Teilen gekauft/beauftragt und auch viel Eigenleistung, bedeutet:

    - Selbst: Planung mit PVSOL (Module, Wechselrichter, Strings, ...)

    - Selbst: Registrierung der Anlage bei der BNetzA

    - Selbst: Abstimmung mit Versorger mit so lustigen Themen wie NA-Schutz über die internen Kuppelschalter der Huawei Wechselrichter, Rundsteuerempfänger, ...

    - Architekt: Bauantrag,

    - Statiker: Standfestigkeitsnachweis, Prüfstatik wurde vom Bauamt zum Glück nicht gefordert

    - Getrennter Kauf von Unterkonstruktion, Wechselrichtern, PV-Kabel, ...

    - Eine PV-Montagefirma hat die Unterkonstruktion aufgebaut (gerammt), die Module (Heckert 250 x 400W) geliefert, montiert und verkabelt

    - Selbst: Konfiguration der Wechselrichter und des Datenloggers, Auswertungen in Grafana


    Jetzt fehlt nur noch:

    - Tiefbauer: Verlegen der Kabel zwischen den Tischen und zum Gebäude

    - Elektriker: Anschluss der Wechselrichter an den Rundsteuerempfänger und an die vorhandene Stromverteilung, nach Inbetriebnahme Anmelden des Systems beim Versorger

    Also noch 1-2 Wochen bis zur Stromproduktion.


    Für die, die es interessiert:

    Gesamtkosten total inkl. allem (also auch Architekt, Statiker, Baugenehmigung, ...) sind ca. 100T€.

  • Danke für Info, Herangehensweise und Kostensumme. Dann viel Erfolg und schreib mal wie es weiter vorangeht.

    Gruß
    Heico


    112 kWp Kyocera, eGolf, Tesla Model 3