Langer String an Fronius 8.2, oder 2 kurze?

  • Hallo!

    Mein Nachbar baut 8,47kWp aufs Dach.

    22 Module JA Solar JAM60S20 385/MR an Fronius Symo 8.2.


    Leichte Südwestseite, keine Verschattung.


    Leerlaufspannung lt Datenblatt 41.78 Volt x 22 =919 Volt. Spannung beim Arbeitspunkt etwa 35Volt.Das sollte laut Planer an einen String angeschlossen werden.

    Fronius kann ja bis 1000V und etwas reserve ist noch drin, (0,044% pro Grad)

    Aber ist der Arbeitspunkt besser als wenn man 2x11 Module macht? Und macht der fronius das auf Dauer mit?

    Danke schon mal!

    Schorsch

  • Das sollte laut Planer an einen String angeschlossen werden.

    Der Planer hat keine Ahnung und sollte ersetzt werden. Siehe unten.

    (0,044% pro Grad)

    Das ist der Koeffizient für den Strom. Für die Leerlaufspannung lese ich im Datenblatt -0,272%/K.


    Das bedeutet, dass man bei -20C nunmehr 41.78*(1+0.00272*45)=46.8938720 V hat. Bei 22 Modulen sind das 1031V. Das ist ZUVIEL.


    Wenn man sich auf -10 C beschränkt, wären es 1006 V und damit vermutlich grenzwertig okay, allerdings kann es dann halt knallen, wenn es wirklich bei -15C und viel Sonne einen Stromausfall gibt oder jemand den WR ab- und wieder anschaltet.


    Ich würde bei diesen Modulen darum nur maximal 21 Stück in Reihe schalten.


    Aber ist der Arbeitspunkt besser als wenn man 2x11 Module macht?

    Der Arbeitspunkt ist bei vielen Modulen fast immer besser. Die Module haben ca. 35 V im MPP unter Normbedingungen, was vermutlich um die 30-31V bei 70+C (Sonne auf den Modulen im Sommer) bedeutet.


    Bei 22 Modulen wären das 660-682 V, was gut zur Bemessungsspannung (600V) passen würde. 21 Module wären da sogar noch besser.


    Bei 2x11 wäre man bei 330-341 V, was an einem dreiphasigen WR mit Bemessungsspannung 600V verdammt wenig ist. Das würde den WIrkungsgrad senken und damit den thermischen Stress erhöhen.


    98% bei z.B. 10 kW bedeuten 200 W Abwärme

    96% bei z.B. 10 kW bedeuten 400 W Abwärme


    Ich glaube, dass ICH in dem Fall nur 21 Module anschließen würde und die alle in Reihe.

  • JanR hat ja bereits alles gesagt. Ob man jetzt tatsächlich auf ein Modul verzichten soll, darüber lässt sich sicherlich streiten. Ich würde es nicht machen und freiwillig auf 385W verzichten. Ich habe auch seit 2 Jahren an einm 8-er SMA einen String mit ca. 300V laufen und ich bin mit dem Ertrag sehr zufrieden. Wie sich allerdings der "thermische Stress" auswirkt, kann ich mittels Unkenntnis nicht beantworten.

  • Ich würde es nicht machen und freiwillig auf 385W verzichten

    Naja... eigentlich nur auf 185..200 W... der Rest dürfte durch den schlechteren WIrkungsgrad bei 2x11 gegenüber 1x21 verloren gehen.



    Wie sich allerdings der "thermische Stress" auswirkt, kann ich mittels Unkenntnis nicht beantworten.

    Wärme lässt Elektronik schneller altern. Hier spielt aber auch die Umgebung eine große Rolle... im kalten Keller ist das egaler als unter dem heißen Dach.

  • Es ist immer blöd wenn man die optimale Stringlänge nicht ausnutzen kann weil ein Modul "zuviel" auf's Dach passt...

    Ich würde hier aber auch nicht darauf verzichten wollen und das Modul montieren lassen.


    Bei 2x11 wäre man bei 330-341 V, was an einem dreiphasigen WR mit Bemessungsspannung 600V verdammt wenig ist.

    Wenn es ein Kostal wäre würde ich dir zustimmen aber Fronius knickt da beim Wirkungsgrad nicht so viel ein. Besser wäre ein SMA Wechselrichter, der kommt mit geringerer Spannung noch ein bisschen besser klar.

    22 Module in einen String geht auch aber nur am Huawei Wechselrichter, am Fronius oder SMA würde ich das nicht riskieren. Der WR geht wahrscheinlich nicht gleich kaputt aber die Herstellergarantie ist auf jeden Fall futsch.

    mit freundlichem Gruß
    smoker59

  • Guten Morgen und vielen Dank für die Antworten!

    Erstmal sorry wegen dem Stromkoeffizienten, da bin ich in der Reihe verrutscht. Und wie man sieht, ist die Temperatur doch nicht zu unterschätzen.

    Eine Idee wäre nun, weil die Platten da sind, kann er alle montieren und das Modul, welches direkt unterm Dachfenster ist, kann er manuell im Winter überbrücken, man kommt da gut ran. Ertragsdifferenz ist ja dann nicht groß. Anhand der Messwerte im WR sieht man dann, wie hoch die Spannungen werden und entsprechend das Modul eben dazuklemmen oder nicht.

    Ich denke, das wäre ein guter Kompromiss

    Gruß Schorsch

  • Naja... eigentlich nur auf 185..200 W... der Rest dürfte durch den schlechteren WIrkungsgrad bei 2x11 gegenüber 1x21 verloren gehen

    Das sehe ich mittlerweile durch eigene praktische Tests anders. Ich war ja auch skeptisch, als ich nach dem Defekt eines WR dann auf die 24//14 Verstringung mit meinen ollen 54-Zellern umgestiegen bin. Bei meinem 8-er STP von SMA steht der 14-er String dem 24-er kaum nach.

    Wenn es ein Kostal wäre würde ich dir zustimmen

    Das würde ich heute auch nicht mehr so unterschreiben wollen: Mittlerweile gibt es doch genug Berichte hier im Forum, dass gerade die Plenticore Serie ganz gut mit kurzen Strings umgehen kann. Da scheint Kostal in den letzten Jahren mächtig aufgeholt zu haben.

    Sund jetzt Korinthenkacker-Modus wieder aus :mrgreen::mrgreen::mrgreen:

  • Das macht der Stecker nicht lange mit

    ...und der Benutzer vergisst es irgendwann bestimmt auch.


    Wenn man sowas macht, sollte es automatisch funktionieren, was nicht ganz einfach ist. Ein simpler Thermoschalter ist da keine gute Idee, denn der könnte auch im Betrieb schalten, was einen netten Lichtbogen erzeugen könnte.


    Es müsste also per MOSFET passieren, was die Sache wieder komplizierter macht...