Stringauslegung für 11kWp - Dach/Fassade

  • Ein ESS möchte ich auf keinen Fall bauen.

    Welchen Stromverbrauch hat das Häusle denn?


    Was benutzt man denn sonst statt Abzweigbuchsen, wenn man Reihen parallel verbindet?

    Entweder jeden Strang einzeln legen und erst "unten" zusammenführen oder halt gleich einen GAK verwenden.

    Wie StreetFight schon sagte benötigt man ab 3 parallelen Strängen sowieso Strangsicherungen.

    Der Bemessungsstrom von MC4-Steckern ist auch gar nicht so hoch. Keine Ahnung weshalb da teilweise sogar 6-fach T-Stücke angeboten werden.


    Gru

  • Welchen Stromverbrauch hat das Häusle denn?

    5MWh im Jahr.

    Entweder jeden Strang einzeln legen und erst "unten" zusammenführen oder halt gleich einen GAK verwenden.

    Ein GAK wollte ich selbstverständlich aufbauen. Ein Fertiges aus der Bucht werde ich nicht nehmen. Da fehlen entweder die Sicherungen oder der Überspannungsschutz und die Querschnitte passen nicht. Würde dementsprechend selber je String (15 Module) einen GAK aufbauen.

    Als Sicherung sollte der doppelte Storm der Strings genommen werden, da die Module bei Diodendurchgang den Strom eines Parallelstrings verkraften aber nicht mehr? Macht Sinn, wieso man bei eine Größe größer als 2 parallele Strings die Sicherungen installieren muss. :thumbup:

  • 5MWh im Jahr.

    Ich bin mir ziemlich sicher, dass du dich bald ärgern wirst kein ESS gebaut zu haben, wenn du die Halbinsel-Lösung wählst.

    Wenn hier schon jeder zum ESS rät und sich alle einig sind, dann gibt es dafür meist gute Gründe. Einer davon ist die Akkugröße.


    Als Sicherung sollte der doppelte Storm der Strings genommen werden

    Nicht wirklich. Du findest den genauen Wert im Datenblatt.


    Würde dementsprechend selber je String (15 Module)

    Stopp, das sind bereits 3 Stränge. Pro 5 Module (=ein Strang) muss eine Sicherung verbaut werden.


    Ich stehe gerade etwas auf dem Schlauch, was die Stringberechnung und dem dazu passenden MPPT angeht.

    Man kann sich die Strangsicherungen natürlich auch sparen:


    MPPT 450/100

    Tracker 1 - 9 Module Dach

    Tracker 2 - 8 Module Fassade


    Fronius Symo 7.0

    Tracker 2 abschalten - 21 Module Dach


    Ich komme übrigens auf 13,87kWp, aber im Titel steht 11kWp. Habe ich was falsch verstanden?


    PS: Um eine Anlage dieser Größe sicher und funktionstüchtig aufzubauen sollte man schon entsprechend Ahnung haben.


    Gruß


    schlossschenke

  • Ich bin mir ziemlich sicher, dass du dich bald ärgern wirst kein ESS gebaut zu haben, wenn du die Halbinsel-Lösung wählst.

    Wenn hier schon jeder zum ESS rät und sich alle einig sind, dann gibt es dafür meist gute Gründe. Einer davon ist die Akkugröße.

    Das ist ja noch alles komplett Theorie bei mir in meinem Kopf und auf Papier. Ich werde mit Sicherheit nicht einfach drauf losbauen ;-). Ich lese mich aktuell die ganze Zeit in die Materie ein, um auch die Feinheiten zu verstehen. In der Theorie klingt natürlich alles viel einfacher. Wenn sich am Ende rausstellt, dass es keinen Sinn ergibt, werde ich das erst gar nicht machen.

    Was meinst Du bezüglich der Akkugröße? Zu klein oder zu groß? (Falls zu klein, wollte ich mir die Option offen lassen es noch größer zu machen). Welche Größe wäre denn Ideal?

    Welche Gründe sprechen ebenfalls dagegen?


    Stopp, das sind bereits 3 Stränge. Pro 5 Module (=ein Strang) muss eine Sicherung verbaut werden.

    Natürlich. Ein GAK pro 15 Module, aber je GAK wären dann die Sicherungen je Strang.

    Fronius Symo 7.0

    Wie würde es dann technisch mit einem Batteriespeicher aussehen?

    Ich komme übrigens auf 13,87kWp, aber im Titel steht 11kWp. Habe ich was falsch verstanden?

    Nein, alles richtig verstanden^^. Ich hatte wohl im Kopf die Fassade ausgelassen.



    Liebe Grüße

  • Vergess die Dioden ned.

    Ist es überhaupt dann noch notwendig? Gewisse Ströme vertragen die Module ja, alles darüber wäre im GAK abgesichert. Oder gilt das als eine Art redundante Absicherung?

  • Ich sags mal so mir ist der Gak abgefackelt. Trotz Sicherungen. Insofern baue ich nichts mehr damit.

    Ich geh lieber auf hohe Spannungen, nehme die weniger Verluste in Kauf.

    Wenn dann mit Dioden um die Rückströme zu verhindern.

    Mit dem RS hat Victron etwas aufgehört. Noch hat da Studer mit 900 V die Nase vorne.

  • Ist es überhaupt dann noch notwendig?

    Dioden nimmt man normalerweise nicht (mehr), da sie sich als häufige Fehlerquelle herausgestellt haben und darüber hinaus mehr Verluste verursachen als eine Sicherung. Da im Regelfall sowieso keine (hohen) Rückströme auftreten, ist man mit Sicherungen besser dran.


    mir ist der Gak abgefackelt. Trotz Sicherungen.

    Kann es sein, dass die Sicherungen und/oder Reihenklemmen zu nah am Nenn-/Bemessungsstrom betrieben wurden oder zu viele davon nebeneinander platziert wurden, sodass die Hitze nicht abgeleitet werden konnte?


    Ich werde mit Sicherheit nicht einfach drauf losbauen ;-). Ich lese mich aktuell die ganze Zeit in die Materie ein, um auch die Feinheiten zu verstehen.

    Na gut, dann ist brav. :)


    Wenn sich am Ende rausstellt, dass es keinen Sinn ergibt, werde ich das erst gar nicht machen.

    Es muss nicht immer alles einen Sinn ergeben, aber wenn es für den selben Zweck eine bessere Lösung gibt, dann wählt man natürlich die. Sollte es (nur) ums Geld Sparen gehen, dann dürfte sich das Projekt allerdings schon jetzt erledigt haben. Aus welchem Grund möchtest du ein solches System denn bauen/betreiben?


    Was meinst Du bezüglich der Akkugröße? Zu klein oder zu groß?

    Der Speicher passt eher zu einem ESS als zu einer Insel, da du unter Berücksichtigung der Systemverluste nicht einmal 2 Tage Puffer hast. Damit käme man ohne Umschaltung nicht einmal zuverlässig durch den Sommer.


    Welche Größe wäre denn Ideal?

    Netzparallel passt das schon, für eine Halbinsel sollten es aber schon 3+ Tage sein.


    Welche Gründe sprechen ebenfalls dagegen?

    Du musst z.B. auf Spitzenlasten auslegen, bist pro Phase auf die jeweilige Leistung begrenzt, bräuchtest einen deutlich größeren Speicher und hast in Relation zum Verbrauch zu wenig PV für den Winter, was sich auch durch einen größeren Speicher nur bedingt kompensieren lässt. Das heißt du müsstest häufig umschalten, was im Falle eines Handumschalters natürlich nicht unterbrechungsfrei geschieht und bei kleinem Speicher zudem extrem stressig und unbequem ist. Im Inselbetrieb gibt es außerdem ein paar Nachteile, wenn man auf eine AC-gekoppelte PV setzt (funktioniert aber auch).


    All diese Probleme hätte man mit einem ESS nicht, deshalb Gegenfrage: welche Gründe sprechen denn dafür?


    Wie würde es dann technisch mit einem Batteriespeicher aussehen?

    Der Multiplus würde dann das Netz stellen und Regelung sowie Ladung übernehmen.


    Gruß


    schlossschenke

  • Dioden nimmt man normalerweise nicht (mehr), da sie sich als häufige Fehlerquelle herausgestellt haben und darüber hinaus mehr Verluste verursachen als eine Sicherung.

    Alles klar! Danke für die Info! Hatte ich mir schon zumindest bei dem Verlust gedacht. Dioden halt.

    Sollte es (nur) ums Geld Sparen gehen, dann dürfte sich das Projekt allerdings schon jetzt erledigt haben. Aus welchem Grund möchtest du ein solches System denn bauen/betreiben?

    Es geht mir eig. gar nicht oder zumindest untergeordnet um das Geld. (Wäre auch quatsch dann Victron zu nehmen) Es gibt viele, evtl. auf den ersten Blick unlogische Beweggründe für mich.

    An sich würde ich sehr gerne vom Netz unabhängig sein. Den Speicher so auslegen, dass ich mindestens 10 Monate komplett Netzunabhängig auskommen kann. Dazu gehört natürlich hier und da Disziplin sowie Anpassungsfähigkeit beim Stromverbrauch je nach Wetterlage. Auf lange Sicht möchte ich auch in den Wintermonaten mehr auf den Stromverbrauch achten, um mit der kostbaren Resource Strom "anders" umzugehen als wir das aktuell (die Meisten) machen. "Ach, das Licht im Flur brennt noch, egal. Keine Lust aufzustehen."

    Ebenso sind in den letzten Jahren immer mehr absehbare Strompreisschwankungen ein Grund sind komplett von diesem System "auszubrechen". (Auch wenn es in erster Linie kein Argument gegen ESS ist)


    Es ist kompliziert ^^.


    Der Speicher passt eher zu einem ESS als zu einer Insel, da du unter Berücksichtigung der Systemverluste nicht einmal 2 Tage Puffer hast. Damit käme man ohne Umschaltung nicht einmal zuverlässig durch den Sommer.

    Kein Thema. Dann Plane ich im ersten Step mit 46 Modulen, auf etwas über 40kW. Der Akku wird modular und erweiterbar aufgebaut. Ziel war, dass ich im ersten Jahr anhand der Praxis festelle, ob der Akku so reicht oder nicht. Aber ja, wenn ich den Jahresverbrauch im Durchschnitt aufteile, wird der Speicher nicht mehr als für zwei Tage reichen.


    Das heißt du müsstest häufig umschalten, was im Falle eines Handumschalters natürlich nicht unterbrechungsfrei geschieht und bei kleinem Speicher zudem extrem stressig und unbequem ist.

    Plan war, dass ich bei 10% SOC eine Benachrichtigung erhalte. Dies bedeutet, ich solle schnellstmöglich umschalten. Bei 5% SOC sollte sich das System automatisch abschalten. Alle Geräte, welche nicht beim Umschalten ausgehen sollten, haben bereits eine kleine USV auf der 12V DC Seite eingerichtet (z.B. FritzBox).

    Ab dem Moment würde ich solange mit dem öffentlichen Netz laufen, bis der Akku durch die PV auf einen gewissen Wert >80-90% aufgefüllt ist. Erst dann würde ich wieder Rückschalten.

    Der Multiplus würde dann das Netz stellen und Regelung sowie Ladung übernehmen.

    Läuft der Fronius auf drei Phasen?

    Das würde also bedeuten, dass der MPPT im Fronius die hohe DC Spannung erstmal runterregelt, diese dann in AC umwandelt. Danach der Multiplus (oder drei, um die Leistung aller drei Phasen zu speichern und um den dreiphasen Betrieb zu ermöglichen, wenn der Fronius keine Leistung liefert) als Batterielader in die Batterie aus AC wieder DC generiert, um es dann wieder in AC umzuwandeln, wenn die Batterieleistung gebraucht wird? Klingt etwas ineffizient oder irre ich mich hier?


    Liebe Grüße

  • Läuft der Fronius auf drei Phasen?

    Das würde also bedeuten, dass der MPPT im Fronius die hohe DC Spannung erstmal runterregelt, diese dann in AC umwandelt. Danach der Multiplus (oder drei, um die Leistung aller drei Phasen zu speichern und um den dreiphasen Betrieb zu ermöglichen, wenn der Fronius keine Leistung liefert) als Batterielader in die Batterie aus AC wieder DC generiert, um es dann wieder in AC umzuwandeln, wenn die Batterieleistung gebraucht wird? Klingt etwas ineffizient oder irre ich mich hier?

    Ja der Symo läuft auf drei Phasen.

    Die Mischung aus PV WR wie einen Fronius Symo und zusätzlich DC angebundene Victron MPPTs ist u.a. die direkte Versorgung von AC Lasten im Haus durch den Symo unter Tags. Wenn dein Tagesverbrauch sehr gering ist und du überwiegend den Strom in der dunklen Zeit benötigst, macht es eventuell mehr Sinn den DC Teil stärker auszuprägen.



    Die richtige Mischung macht es, wie so oft im Leben ;)