"Balkonkraftwerk" Ost/West je ein Modul mit nur einem Wechselrichter?

  • Guten Tag,


    zu meiner bestehenden, nach Süden ausgerichteten Anlage möchte ich nun noch ein Solarmodul jeweils nach Osten und Westen ergänzen. Da die ja eh nicht gleichzeitig liefern, müsste man doch beide Module einfach parallel an ein und den selben Wechselrichter hängen können (z.B. EVT300).

    Oder hab ich einen Denkfehler?

  • Oder hab ich einen Denkfehler?


    Wie groß ist Deine bisherige Anlage mit Südausrichtung? Wenn die 600 VA in Summe nicht überschritten werden, ist das ganze auch weiterhin mit dem vereinfachten Anmeldeverfahren möglich. Andernfalls muss die Erweiterung regulär über einen Elektriker angemeldet werden, was das ganze wirtschaftlich unrentabel machen wird.


    Du hast doch aber vermutlich bereits zwei Module nach Süden verbaut und dort einen 600VA WR im Einsatz. Ich würde hier dann einfach zwei weitere Module kaufen und die bisherige Südanlage nach Westen ausrichten und die neuen Module für die Ostseite nehmen.


    Solltest Du hier Tipps brauchen, kann ich gerne noch etwas dazu schreiben. Falls Du eine Süd-Anlage mit 600VA um einen WR mit 300 VA erweitern willst, frage die Spezialisten aus dem Bereich der Guerilla-PV. Ich kann und werde jedenfalls keine Tipps zu einer Guerilla-PV aussprechen, wo am Ende bei einem Schadensfall der Versicherungsschutz hinfällig sein wird, weil die Anlage illegal war.

  • Ich hab bisher nur ein 300W Modul nach Süden an 300W Wechselrichter. Deshalb dachte ich auch, zusätzlich eins nach Osten, eins nach Westen und ein 300W Wechselrichter und ich bin immer noch unter 600W, weil Ost und West ja nie zusammen liefern würden?

  • Ich hab bisher nur ein 300W Modul nach Süden an 300W Wechselrichter.


    Wenn Du noch ein identisches 300W Modul bekommen kannst, würde ich hier das bestehende mit dem neuen parallel anschließen. Die Meinungen, wie man dies bei Ost-West am besten realisiert, gehen etwas auseinander. Ich verwende hier eine Schottky-Diode, weil ich hier auf der sicheren Seite sein will. Und im Grunde kannst Du dann das ganze einfach noch verdoppeln, indem Du einen weiteren WR und nochmals zwei Module kaufst.


    Die WR würde ich persönlich mit einem PC-Lüfter kühlen, falls diese sich in der Garage befinden sollten. Alternativ kannst Du die WR auch hinter die Module montieren und hoffen, dass sie die Doppelbelegung auch so überstehen.

  • Guten Tag,


    zu meiner bestehenden, nach Süden ausgerichteten Anlage möchte ich nun noch ein Solarmodul jeweils nach Osten und Westen ergänzen. Da die ja eh nicht gleichzeitig liefern, müsste man doch beide Module einfach parallel an ein und den selben Wechselrichter hängen können (z.B. EVT300).

    Oder hab ich einen Denkfehler?

    Bei Ost/West musst du durchaus von einer Gleichzeitigkeit von 0,7 ausgehen.

  • Bei Ost/West musst du durchaus von einer Gleichzeitigkeit von 0,7 ausgehen.


    Das hängt doch maßgeblich von der genauen Ausrichtung und dem Winkel der Module ab und ich habe keine Ahnung, wie man hier so standardmäßig auf genau 0,7 kommen kann.

  • Das wollte ich auch gerade schreiben. Abhängig von Winkel und Ausrichtung (diametral) bist du zwischen 0,5 (35DN) und 0,9 (7DN) anhand meiner realisierten Anlagen.

    Ausrichtung:


    14,43 KWp @ DN:35°, -10° S auf Symo und Symo Hybrid

    _8,15 KWp @ DN:35°, -350° N auf Symo GEN24
    _1,98 KWp @ DN:10°, -100° NO auf AE Conversion


    Fronius Energy Package 12 kWh :lol:



  • Bei Ost/West musst du durchaus von einer Gleichzeitigkeit von 0,7 ausgehen.


    Das hängt doch maßgeblich von der genauen Ausrichtung und dem Winkel der Module ab und ich habe keine Ahnung, wie man hier so standardmäßig auf genau 0,7 kommen kann.

    Richtig, du hast keine Ahnung. Was ist an "durchaus" genau? Durchaus heisst, dass es eine Gleichzeitigkeit von 0,7, oder 70% der Modulleistung, geben kann.

  • Durchaus heisst, dass es eine Gleichzeitigkeit von 0,7, oder 70% der Modulleistung, geben kann.

    Vielen Dank für die Belehrung. Kannst Du diese Behauptung aber auch an Hand von nachprüfbaren Fakten belegen? Ich kenne Tabellen mit Einfallswinkel und Ertragsaussichten oder natürlich auch PVGIS, aber nichts, wo man ablesen könnte, wie viel Sonneneinstrahlung auf zwei Solarmodulen ankommt, die um 180° versetzt ausgerichtet sind.


    Hintergrund für meine Zweifel Deiner These rühren übrigens daher, dass ich früher ähnliche Bedenken wie Du gehegt hatte. Ein Ingenieur mit entsprechenden physikalischem Grundwissen versicherte mir dann aber, dass wir auf unserem Planeten nur eine Sonne hätten, die nicht an zwei um 180° versetzten Orten gleichzeitig scheinen könne.


    Und als Betreiber einer Ost/West-Anlage habe ich zwischenzeitlich durch die Ertragsdelle zur Mittagszeit praktisch erlebt, dass mir Deine 70% ziemlich willkürlich aus der Luft gegriffen erscheinen.


    Ich lasse mich aber gerne eines besseren belehren, erwarte dann aber Fakten und nicht nur eine Wiederholung einer Behauptung.

  • Wechselrichter sind für bestimmte AC Leistungen ausgelegt. Hier ist die Frage, ob ein 300 W AC Wechselrichter parallel angeschlossene Module verkraftet. Hierzu würde ich folgende Daten auswerten.


    PV = U * I


    man kann die Leistung daher durch eine kleine Spannung und eine großen Stromstärke erreichen oder durch eine hohe Spannung und eine kleine Stromstärke.

    Bei einer Parallelschaltung addieren sich die Stromstärken, die Spannung bleibt gleich.

    Die typischen Wechselrichterdaten lautet U = 24 V bis 55 V, wobei man bei UPV ca. 20 % Reserve im Winter einplanen sollte. Daher maximal 45 V. Die Nennstromstärke geht bis zu 11 A (bis ca. 13 A?). Die zulässige maximale Stromstärke bis ca. 15 A.


    Nimmt man Module mit einer hohen Nennspannung, so ist die Nennstromstärke entsprechend niedriger bei gleicher Nennleistung. Man kann folglich in den Nennbereichen des Wechselrichters bleiben, in dem man bei der Wahl der Module bei gleicher Leistung Module mit höherer Nennspannung wählt. Der Wechselrichter regelt in der Regel bei Nennleistung ab.


    Da wir nur eine Sonne haben strahlt diese nur selten gleich stark auf Ost und West. Daher kommt die Erkenntnis, dass man zur Abschätzung des zulässigen Stromes den Faktor 0,7 wählt, d. h. in der Parallelschaltung zweier Module 2*0,7*I(NennPV) sollte I(Nenn) des Wechselrichters nicht überschreiten.


    Da der Wechselrichter in der Parallelschaltung länger in höheren Leistungsbereichen arbeitet als mit nur einem Modul sollte er an einem gut belüfteten kühlen Ort montiert werden.


    Ich erkenne keinen Grund, der ihren Vorstellungen entgegen steht.