Zweite PV Anlage, sinnvoll?

  • Hallo liebes Forum,


    da hoffentlich bald meine 1. Anlage (13kWp Südost, 4kWp Südwest, 1+2 siehe Bild) in Betrieb geht [...] denke ich über eine Rückstellung für eine 2. PV Anlage auf meinen Grundstück nach. Es ist ja AC-seitig nun alles komplett vorhanden und ich muss nur installieren lassen und anschalten ;) Das Haus ist nahe Bremen.


    7.000kWh Haushaltsstrom, 6.000 kWh Wärmepumpe, 6000 kWh Autostrom an steuerbarer Wallbox, alles ohne Eigenverbrauch PV einzurechnen mit Kaskadenschaltung. Ich vermute, dass ich 2500 kWh Haushaltsstrom, 1000kWh Wärmepumpe und 2500kWh Autostrom durch die 17kWp PV-Anlage decken kann.



    Carport, rechts auf dem Bild, Satteldach, ca. 22 Grad Neigung, 9 Module auf die Süd/Ost-Seite möglich:


    Carport, rechts auf dem Bild, Satteldach, ca. 22 Grad Neigung, 9 Module auf die Nord/West-Seite möglich:


    Nord/West-Seite des Hausdachs, Satteldach, ca. 28 Grad Neigung, 30 Module auf Nord/West-Seite möglich, kein Schatten außer durch den Rest des Dachs, im Gegensatz zum Bild sind keine Fenster vorhanden:

    Lagerhalle, Satteldach ca. 22 Grad Neigung, 28 Module auf Süd/Ost-seite möglich. Ab November teilweise durch Haus veschattet, Dezember quasi ganz verschattet:


    Garage, Flachdach, 8m x 10m, Hälfte in der Übergangszeit durch Haus verschattet, im Winter noch mehr...


    Folgende Fragen stelle ich mir jetzt:

    - Lohnt es sich bei 17kWp relativ guten Flächen überhaupt noch 10-13 kWp schlechtere Flächen mit dazu zu nehmen? Der Einspeisepreis wird dann ja anteilig gedrückt, auch für die vorhandene Anlage.


    - Wird der Eigenverbrauch sich überhaupt noch (nennenswert) erhöhen? Weil mit 17kWp bekomme ich auch im Winter bei Sonne wahrscheinlich schon Auto und Heizung voll, bei diffusem Wetter aber nur ein paar hundert Watt mehr durch die neuen Flächen. Die Übergangszeit wäre wahrscheinlich deutlich besser im Eigenverbrauch.


    - Welche Fläche eignet sich von den oben genannten am Besten? Lohnt es sich bei den schon vorhandenen Anlagen überhaupt in Richtung teilweise verschattet / Nord/West nachzudenken?


    - Gibt es inzwischen kleine Speicher, die nachts einfach nur den Haushaltsgrundverbrauch liefern. und sich daher lohnen?



    Vielen Dank Euch im Voraus!

  • 1. - Wird der Eigenverbrauch sich überhaupt noch (nennenswert) erhöhen? Weil mit 17kWp bekomme ich auch im Winter bei Sonne wahrscheinlich schon Auto und Heizung voll, bei diffusem Wetter aber nur ein paar hundert Watt mehr durch die neuen Flächen. Die Übergangszeit wäre wahrscheinlich deutlich besser im Eigenverbrauch.


    2. - Gibt es inzwischen kleine Speicher, die nachts einfach nur den Haushaltsgrundverbrauch liefern. und sich daher lohnen?

    1. Je größer die PV-Anlage, desto höher der Eigenverbrauch. Anlage läuft früher an, schaltet später ab und über den Tag steht permanent mehr Leistung zur Verfügung.

    Mit 17 kWp kannst du, wenn es hell ist, die Grundlast des Hauses decken ... also bspw. die WP füttern.

    Für E-Auto wird es kaum reichen, da du hier ggf. mit 11 kW laden würdest. Der Löwenanteil wäre hier der Zukauf von Bezugsstrom.


    2. Solche Speicher gibt es ... aber Speicher lohnen sich (heute) leider nicht. Im Winterhalbjahr gibts in der Regel auch fast nichts vom Dach, was man speichern könnte.


    lg

    citystromer

    Sanyo 18 X HIt N 235 SE 10, Sunways WR NT 4200, Westausrichtung, Standort: 3045x

  • Hi citystromer,


    ich benutze evcc um die Wallboxen zu steuern, die Wallboxen können von 3- auf 1-phasig umschalten. Macht dann 1,4kW pro Fahrzeug. Beide Fahrzeuge auf minimaler Leistung mit Wärmepumpe sind 5,2 kW.


    Es reicht, wenn über den Tag so 5-10 kWh für den eUp und etwas mehr für den Rav4 Plugin anfallen. Der eUp ist geduldig und kann auch ein paar Tage Kurzstrecke ohne Laden machen. Der Plugin-Hybrid ist dank Home Office auch nur max 2-3 mal pro Woche unterwegs, sollte also auch immerhin einen Ladetag zwischendurch bekommen. Also wenn an einem Wintertag die Sonne scheint, dann habe ich 6-8kW Leistung und das über 4-5 Stunden. Damit geht ein Auto locker voll. Für das zweite Auto würde die zweite PV-Anlage noch etwas bringen, da gebe ich dir recht.


    Die eigentliche Frage ist ja, ob viele Tage im Jahr sind, wo ich bei leicht bedecktem Wetter konstant bei 3 kW bin und eine zweite Anlage dies auf 5kW heben würde...

  • können von 3- auf 1-phasig umschalten. Macht dann 1,4kW pro Fahrzeug.

    lad besser eins nach dem anderen dreiphasig - bessere Effizienz. Stichwort z.B. Neutralleiter-Verlust.

    Internet kopieren ist nicht nötig. NORMIERTE Angabe h dagegen macht Werte vergleichbar! Anleitung PVGIS, Ertragsprognose

    Alles > 600 h würd ich ohne rechnen belegen.

  • pflanze Danke für diesen Hinweis auf die Normierung, das macht absolut Sinn so zu arbeiten ;) Habe es unten noch mal aufgeführt.


    Frage: Wenn ich an meinem Anschluss auf 25kWp (17 jetzt + 8 vom Carport) bin und dann später noch mal 11kWp dazu bauen möchte, was bedeutet das für die 30kWp Grenze? Sollte kein Problem sein wenn es außerhalb von 12 Monaten ist, oder?

    Die nächste Grenze laut der super Übersicht von pflanze wären dann 30kVA Wechselrichterleistung am Anschluss... 15+6+8=29, würde also noch passen, aber es wäre keine Reserve mehr für eine weitere Anlage. Gilt bei der 70% Regelung auch die Wechselrichterleistung oder gilt die maximale erlaubte Einspeisung bei 70%-Regelung? Dann wäre man bei 36kWp * 0,7 = 25.


    Carport, rechts auf dem Bild, Satteldach, ca. 22 Grad Neigung, 9 Module auf die Süd/Ost-Seite möglich: 955h leichte Verschattung, lohnt sich wohl am meisten weil nur knapp 3 Meter Traufhöhe


    Carport, rechts auf dem Bild, Satteldach, ca. 22 Grad Neigung, 9 Module auf die Nord/West-Seite möglich: 689h leichte Verschattung. Wahrscheinlich sind die zusätzlichen Kosten für das Belegen dieser Seite aber sehr gering, weil kaum zusätzliche WR-Kosten.


    Nord/West-Seite des Hausdachs, Satteldach, ca. 28 Grad Neigung, 30 Module auf Nord/West-Seite möglich, Schatten durch das Walmdach, im Gegensatz zum Bild sind keine Fenster vorhanden: 650h + Verschattung + hohe Gerüstkosten, landet wohl effektiv unter 600h


    Lagerhalle, Satteldach ca. 22 Grad Neigung, 28 Module auf Süd/Ost-seite möglich. Ab November teilweise durch Haus verschattet, Dezember quasi ganz verschattet: 955h + starke Verschattung im Winter, Blechdach und geringe Traufhöhe

  • Wenn ich an meinem Anschluss auf 25kWp (17 jetzt + 8 vom Carport) bin und dann später noch mal 11kWp dazu bauen möchte, was bedeutet das für die 30kWp Grenze? Sollte kein Problem sein wenn es außerhalb von 12 Monaten ist, oder?

    Ist auch sonst kein Problem. Du benötigst dann eben einen Erzeugungszähler und musst anteilige EEG Umlage zahlen, solange es diese noch gibt.

    30kVA Wechselrichterleistung am Anschluss... Gilt bei der 70% Regelung auch die Wechselrichterleistung oder gilt die maximale erlaubte Einspeisung bei 70%-Regelung? Dann wäre man bei 36kWp * 0,7 = 25.

    Es gilt die maximale Einspeiseleistung am Netzverknüpfungspunkt. Da deine Regelung wohl nicht einfehlersicher ist, wird der VNB zur Berechnung immer die maximale Leistung aller Erzeugungsanlagen zu Grunde legen.


    Auf welche Generatorleistung kommst du denn mit allen Flächen und welche Verluste hast du mit 30 kVA Einspeiseleistung?

  • Ich würde auf eine Scheinleistung von 29kVA oder 30 kVA kommen. Vorhanden sind 17kWp mit 15kVA Wechselrichter SüdOst / SüdWest ausgerichtet. Die SüdOst / NordWest Fläche vom Carport würde ich ca. 8kWp mit 6kVA Wechselrichter planen, dann bleiben 9kVA für das Lagerhaus über. Ggf. reichen für das Carport auch 5kVA aus, dann bleibt ein 10kVA Wechselrichter für das Lagerhaus.


    Da bei Ewe Netz als cos phi eine Vorgabe von fix 0,9 gilt, wäre die Wirkleistung natürlich noch besser für mich...

  • Da bei Ewe Netz als cos phi eine Vorgabe von fix 0,9 gilt, wäre die Wirkleistung natürlich noch besser für mich.

    Bei der Norm bzgl. zNAS ist die Scheinleistung relevant. Daher auch die Angabe in VoltAmpere (VA) und nicht in Watt (W).

    Bei der Norm bzgl. Messverfahren ist der Strom (in Ampere [A]) über der Messeinrichtung und die Betriebsart relevant.

  • Klingt nach alles bauen ab 650h.

    12 Monate richtig.