Stückholzheizung

  • Guten morgen zusammen,


    hier im Forum werden WP über alles gelobt und alle anderen Heizungsformen verdrängt.

    Bei Öl und Gas kann ich das komplett, bei Pellets zum teil nachvollziehen.


    Aber wie steht die Forumsgemeinde zu Stückholzheizungen wie Holzvergasern?

    Und wie ist deren echter ökologischer Fußabdruck?

    Wie steht ihr zu Hackschnitzelheizungen?


    In der ländlichen Gegend Frankens ist man der Meinung, dass es nichts ökologischeres wie Holzheizungen gibt. Das Holz wächst wenige km entfernt, wenig Transportstrecke und wird direkt verbrannt, übrig bleibt Dünger für die Natur.


    Wie sollte man in Zukunft Heizen? 100% WP? WW WP + Holzvergaser? Dicke Jacke?


    Wo kommt der Strom für die ganzen WP im Winter her?


    Ich bin auf eure Diskussion gespannt. :danke:

    Leistungsfaktor cos phi__________________0 ≤ |cos phi| ≤ 1; oft zwischen 0,8 und 1

    Scheinleistung S [VA] = U * I______________z.B. WR; (nie bei DC!)

    Wirkleistung P [W] = U * I * cos phi_________z.B. PV Module

    Blindleistung Q [var] = U * I * sin(arccos(phi))


  • Holz ist nur zu junge Kohle. Das CO2, das durch die Verbrennung freigesetzt wird, ist kein Stück besser, als das CO2 aus Öl und co.. Bis ein Baum wieder nachgewachsen ist und die gleiche Menge CO2 gebunden hat, vergehen 50 bis 100 Jahre. Um den Klimawandel zu stoppen bleiben uns 10, vielleicht 15 Jahre.

    Ein neu aufgeforsteter Wald bindet außerdem nur einen Bruchteil des CO2s, was in einem ursprünglichen Wald gebunden gewesen war. Das verlängert die Idee der "Nachhaltigkeit" nochmals um Jahrhunderte.

    Es ist außerdem nicht gut, Abfallholz, Totholz usw. zu verbrennen, da auch da CO2 frei wird UND der Waldboden daran gehindert wird, Humusbildung (google-Stichwort zum Nachlesen) zu betreiben.


    Faustregel: Wird es wärmer als 50°, lass es sein.


    PS: All Deine Fragen rund um die Zukunft findest du hier verständlich aufgearbeitet: https://graslutscher.de/how-to…-ganze-energie-herkommen/

  • Ein frisch gepflanzter neuer Wald bindet die ersten Jahre überhaupt kein CO2.

    Im Gegenteil, durch Ausgasung setzt der Boden die ersten Jahre sehr viel CO2 frei.

    Außerdem heizt sich der schutzlos der Sonne ausgesetzte Boden viel stärker auf.


    Interessante Doku dazu auf WDR o.ä. gesehen vor 1-2 Wochen ... finde ich aber gerade nicht wieder.


    Nein, Holz ist auch als Stückholz keine Lösung, nicht grün und auch eher nicht CO2 neutral.


    Wir haben bereits jetzt nicht genug eigenes Holz.

    DE importiert jedes Jahr große Mengen an Holz für den Bau, die Industrie und auch als Brennholz.

    Dieses Holz wird nicht nachhaltig angebaut und es ist danach dann auch einfach weg.

    Ein Baum braucht 50-100 Jahre.


    Energiewende - Holz als Brennstoff und CO2-Speicher (deutschlandfunk.de)


    Wie sollte man in Zukunft Heizen? 100% WP?


    Ich denke ja, genau so.


    Wo kommt der Strom für die ganzen WP im Winter her?


    Windkraft und Netze

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  • Diese Meinung teile ich nicht.

    Bei der Stückholzheizung kommt es darauf an woher das Holz stammt.

    In der Stadt und in Stadtfortsen muss man Pflegemaßnahmen durchführen um die Verkehrssicherheit der Wege zu gewährleisten. Auch in normalen Forsten werden Bäume entnommen um Wertholz, das ein wunderbarer Baustoff ist, zu stärken. Holz aus diesen Quellen kann nur zum Teil zu Papier verarbeitet werden. Es spricht also nichts dagegen das Holz zu verheizen. Klar kann man den Kram verrotten lassen, global gesehen stellt sich die Frage ohnehin nicht, es gibt genug Länder in denen mit Holzfeuer gekocht wird.

    Generell würde ich nicht auf Holz setzen wenn man vom Zukauf aus dem freien Markt angewiesen ist, hat man sichere Quellen in der Familie oder im Freundeskreis oder selbst, dann kann das Sinn machen.

    Meine Bude wird mit einem Maurerkübel voll Stückholz ( Eckig ) 24 Stunden warm gehalten.

    Stückholz macht aber auch echt viel Arbeit, muss man immer dran denken!

    Ich muss nicht weit fahren, verbrauche im Jahr c.a. 5Liter Aspen für die Säge und 20 Liter Diesel für das Auto mit Anhänger um das Holz auf den Hof zu bekommen. Danach ist dann viel Arbeit notwendig. Spalten, Aufschichten. Muss man Freude dran haben! Is aber für mich geiler als im Fitnessstudio rum hampeln!

  • Diese Meinung teile ich nicht.

    Das war zwar mehr eine Zusammenfassung des aktuellen Standes der Wissenschaft, aber ja, ohne Quellenangaben kann man es als Meinung werten.

    Das von Dir angesprochene Abfallholz zu verbrennen ist zwar auch nicht optimal - aber wohl tatsächlich kein wirklich dringendes Problem. Und wer einen eigenen Wald hat und den seit Generationen vernünftig bewirtschaftet, der kann das sicher auch weiterhin tun und der war auch nicht Teil des Problems.

    Man muss sich allerdings vergegenwärtigen, dass schon ganz lange das Abfallholz nicht mehr ausreicht, um Pellets oder Hackschnitzel zu machen (Stückholz schon gar nicht). Auch für Spanplatten - im Prinzip große Pellets - werden ganze Wälder gerodet, weil Abfallholz nicht ausreicht, was einmal der ursprüngliche Gedanke war.

    Ergo müssen wir unseren Holzverbrauch zur energetischen Verwertung drastisch senken und natürlich auf keinen Fall irgendwen dazu ermutigen, für die Zukunft eine neue Brennstätte für Holz aufzubauen.

    Ebenfalls dringend: Die EU muss Holz endlich aus der Liste der erneuerbaren Energiequellen streichen. Das ist es nämlich im gegebenen Zeithorizont eben nicht. Es würde ja auch keiner Kohle als erneuerbar ansehen, obwohl es sicher in 100 Millionen Jahren tolle "neue" Kohle geben wird...

  • Stelle uns doch deine Lösung vor, anstatt nur zu sagen, "das geht alles nicht".

    Sollen wir einfach so weiter machen wie bisher?
    Es kann nur über massiven EE Ausbau gehen.

    Das kannst Du hier seit Jahren nachlesen und das sehen übrigens auch wissenschaftliche Institute wie das Fraunhofer so.

    Es gibt eine schöne Studie zum EE Ausbau, Abbau Fossil, Umbau Wärmesektor usw.

    Man müsste es machen, ich bin da zuversichtlich, denn eine andere Lösung gibt es nicht.


    Und ja, ich wünsche mir sehr, dass in den nächsten 10 Jahren alle Häuser auf WP umgebaut werden.

    Selbst wenn der Strom dafür zu 100% aus Gaskraftwerken kommen würden, wäre das immer noch besser, als das Gas 1:1 in der eigenen Gasbüchse zu verfeuern. Das Schlüsselwort ist dabei nämlich Wärmepumpe.


    Es werden dadurch nur noch rund 20-30% des Gases für Strom benötigt und der Rest ist Umweltwärme.


    Zeig mir das Netz das selbst Strom produziert!


    Ich hoffe nicht, dass ich Dir erklären muss, wozu Netze gebraucht werden.

    Lies mal in Beiträgen von hfrik quer, der erklärt das sehr schön und auch verständlich.


    Mal ehrlich, die Realität immer wieder ausblenden schafft kein Vertrauen in erneuerbare Energien!


    Ich blende gar nichts aus, aber ich denke an die Zukunft und die Zukunft braucht Veränderung, sehr viel Veränderung.

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  • Ich heize seit Jahren mit Holzvergaser und bin Forstwirt im Nebenerwerb und will mal mit einigen Falschinformationen aufräumen.

    1. Der CO2 Kreislauf hat eine Umlaufzeit von etwa 50 Jahren bei Weichholz.

    2. Ausgewachsene Bäume über 50jahren binden fast kein CO2 mehr.

    3. Beim verrotten von Holz (=tote Bäume) wird genauso viel CO2 frei gesetzt, wie bei der Verbrennung.

    4. Die Asche eignet sich hervorragend als natürlicher Dünger (Stickstoff)


    Ich persönlich nutze überwiegend Totholz, von dem es im Moment mehr als genug gibt.

    Gerade in Franken sind sämtliche Fichten und Kiefern gefährdet und gehören auch ursprünglich nicht in diese Region. Hier findet mittlerweile ein Umbau statt auf Laubkulturen, die deutlich mehr CO2 speichern können als die bisherigen Nadelhölzer, die nur wegen des Holzverbrauches eingeführt wurden.


    Nichts desto trotz stelle ich irgendwann auf WP um, weil es einfach bequemer ist ;) Holz macht richtig viel Arbeit

  • Richtig, Zukunft braucht Veränderung, aber hier einfach zu sagen der Strom kommt aus Wind und Netzen ist falsch.

    Das ist eine Annahme, Hoffnung, Wunsch!

    Realität ist: Alle haben Jahrzehnte lang gepennt, und die Erfahrung aus den vergangen Jahren zeigt: so schnell wie es notwendig wäre ändert sich nichts.

    Konkretes Problem: Wenn in den nächsten 5 Jahren alle auf WP umrüsten, und das wäre sicherlich machbar,

    wo ist der Beweis für deine Aussage der Strom kommt aus Wind und Netzen, wo werden jetzt ganz konkret die Baumaßnahmen angegangen um das zu leisten?

    Stellen wir uns weiter vor Kohle , Gas und Atom werden in 5 Jahren abgeschaltet, denn deine Aussage ist ja: Wind und Netze,

    wo sind die Bauprojekte die das leisten? WO?????

    Eine Aussage immer wieder zu wiederholen macht sie noch lange nicht richtig!

    Schreib doch: Ich hoffe bis dahin wird die Infrastruktur Europaweit soweit ausgebaut werden, das der Strom aus Wind und Netzen kommen kann. Dann beschreibst Du deine Hoffnung, das ist legitim!


    Nachtrag: Und weil eine Stückholzheizung sinn machen kann, kann auch der Akku sinn machen, der lässt den Vergaser und die Pumpen weiter laufen, wenn alle auf WP setzen weil Sie glauben der Strom kommt aus Wind und Netzen und dann plötzlich aber nicht mehr genug Strom für alle da ist. Noch ist die benötigte Infrastruktur sehr weit weg!

  • Bei Hackschnitzel finden Pappeln immer mehr Liebhaber. Hier liegt die zu Umlaufzeit bis zur Ernte bei etwa 10 Jahren. Man braucht aber etwas mehr Fläche. Aktuell wird auch mit Bambus experimentiert.