Planung PV Anlage EFH Modernisierung

  • Hallo zusammen,


    Ich habe kuerzlich ein Haus mit einem wunderbaren Sueddach erworben, was geradezu danach schreit mit PV belegt zu werden :D. Im Eifer des Gefechts habe ich auch direkt im Fruehjahr ein paar Angebote eingeholt, aber so richtig das Gefuehl guter Planung habe ich nicht gehabt, man wollte mir gefuehlt hauptsaechlich Optimierer und teure Batterie Speicher mit komplizierten Wechselrichter Setups aufschwatzen.


    Nun da ich mit der Renovierung der Innenraeume fast durch bin und etwas Zeit fuer die Planung der PV habe wollte ich mir erstmal hier Rat einholen, bevor ich dann mit deutlich konkreteren Vorstellungen zu den Solateuren gehen kann.

    Fakten zum Haus

    • Baujahr 1999
    • Das Dachgeschoss ist vermietet, wir wohnen im EG und Souterrain
    • Momentan Gasheizung, langfristig soll diese durch eine Waermepumpe ersetzt werden
    • In beide Garagen kommt eine OpenWB Wallbox mit 11KW, wobei einer davon vermietet wird
    • Im Zaehlerkasten sind wegen der Mietwohnung bereits 2 Zaehler untergebracht, mit Platz fuer noch einen weiteren.
    • Ich wuerde gern in Zukunft meinen Energieverbrauch monitoren und steuern, zB. durch Ueberschussladen mit den Wallboxen oder gezielt Ueberheizen wenn Nachmittags viel PV Strom fuer die Waermepumpe zur Verfuegung steht.

    Zum Dach

    • Sueddach mit 30 Grad Azimut nach West
    • Dachneigung 35 Grad, Garage 30 Grad
    • Beide Daecher sollen voll belegt werden
    • Hindernisse sind die Ueberlappung mit der Garage, der Schornstein, ein Dachfenster (auf der Zeichnung nicht ersichtlich), und ein Lueftungsauslass.


    Belegungsplanung

    Ich habe das ganze mal in SunnyDesign geworfen und mit der Belegung etwas rumgespielt (und versucht die Groesse und Position der Hindernisse mal grob zu messen). Ich nehme an das man den Lueftungsauslass ueberbauen kann, aber korrigiert mich ruhig wenn ich falsch liege.


    Ich komme so auf 38 Module auf dem Haus und 14 auf der Garage, also in Summe 52, was bei so 380-390W Modulleistung etwa 20 KWp waeren.

    Wechselrichter

    Das Hauptproblem der Anbieter die ich bisher kontaktiert habe war immer der Wechselrichter. Der eine wollte unbeding Solaredge mit Optimierern weil man angeblich nur so merken wuerde wenn ein Modul kaputt geht. Die anderen Verbauen immer 2 Wechselrichter weil es angeblich keine 20KWp Hybridwechselrichter gibt. So komme ich auf Wechselrichter kosten von 4-5000 EUR, was mir zu viel erscheint. Ausserdem will ich ja erstmal auch keine Batterie X( .

    • Ich wuerde gern mit 70% weich einspeisen, und evtl. in 5-10 Jahren eine Batterie nachruesten wenn die irgendwann rentabler geworden sind. Welche Wechselrichter dieser Groessenordnung eignen sich dafuer?
    • Ist die zukuenftige Batterie Nachruestung ueberhaupt relevant fuer die Wechselrichter Auswahl? Man koennte ja die Batterie auch auf der AC Seite koppeln und braucht fuer sie ja sowieso einen neuen WR.

    Stromzaehler und Monitoring

    Die meissten Angebote die ich bisher gesehen habe enthalten ein Smartmeter des Wechselrichter Herstellers. Wenn ich die Rechtslage richtig interpretiere brauche ich ab 7KWp zwingend ein Smart Meter, aber macht es Sinn da irgendeins zu nehmen oder gibt es bei den Dingern Unterschiede? Discovergy sieht mir zB. gut aus, die haben aber momentan Lieferschwierigkeiten. Wenn ich die nachruesten lasse, habe ich dann nicht bei der Installation der PV Anlage einen nutzlosen Stromzaehler gekauft den ich danach wegwerfen kann?


    Wie viele Zaehler brauche ich ueberhaupt? Ich komme da eher auf 3, und welcher davon muss "Smart" sein?:

    • PV Anlage
    • Meine Wohnung (zwei richtungs zaehler)
    • Waermepumpe

    Mieterstrom

    Schreckliches Thema das durch die komplizierte Gesetzlage und Abrechnung eigentlich raus faellt. Falls das irgendwann mal doch vereinfacht wird haette ich aber gern die Option den Mieter auch vom Solarstrom profitieren zu lassen. Muss man dazu irgendwas bei der Gestaltung im Zaehlerschrank beachten, oder kann man das einfach umklemmen im zweifel?


    Wie sieht es mit Waermepumpenstrom aus? Ich rechne momentan mit dem Mieter Heizkosten pauschal nach Personenzahl ab. Kann ich das weiter machen wenn ich teilweise PV strom verheize?

    Dachstatik

    Alle Angebote die ich bekommen habe waren immer vorbehaltlich der Pruefung eines Statikers. Welche Optionen habe ich hier? Kann man notwendige Dachlasten aus Statikplaenen des Architekts erkennen, oder muss ich wirklich fuer tausende von Euros einen Statiker aufs Dach klettern lassen?


    Ich hoffe ihr koennt mir helfen meine Verwirrung zu entwirren, und vielen Dank schonmal fuer eure Zeit <3

  • DAch voll, keine Optimierer und ein WR das geht bei dir wunderbar.

    Auch keinen WR für eine BAtterie auf Vorrat kaufen.

    Zähler wird zumeist vom Netzbetreiber gemietet, wenn die noch normal einbauen, kannst du den nehmen, solange das noch geht. Bei Smart geht auch gut ComMetering, ist gut und zumesit etwas billiger.

    Statik bei EFH reicht zumeist, das wird eigentlich nie überprüft, 10cm Nassschnee wiegen deutlich mehr als die PV und Schnee gibt es ja bekanntlich weniger.

    Dach ist groß und einfach zu belegen, das müsste eigentlich zu fairen Preisen so mit 1000€/kWp machbar sein.

    Schau mal hier nach Forumsanlage

  • danke für deine Hilfe, das klingt doch schonmal gut. commetering verwirrt mich, das scheint es doch schon länger nicht mehr zu geben? zumindest finde ich da das ganze Jahr schon nur den Hinweis das der rollout gestoppt ist.

  • Nordseite prüfen wie hoch die Erträge sind und dann ggf. auch bauen. 30° Garage ist super. 35° am Haus schon etwas grenzwertig. Sonst sieht die Belegung schon sehr gut aus.

  • Warum sind die 35 grad Dachneigung grenzwertig?


    Ich habe jetzt mal mit PVSol gespielt, und noch 5KWp auf die Nordseite gelegt. Da komme ich auf etwa 3000KWh ertrag im Jahr, was etwa die Haelfte der aehnlich grossen Flaeche auf der Garage ist. Dafuer haette man morgends strom fuer Eigenverbrauch, da die Nrodseite 30 grad nach Osten ausgerichtet ist:


    Ich kann leider wegen einer grossen Gaube nur 13 Module sinnvoll auf die Nordseite legen, weil diese die haelfte des Dachs morgends verschattet und mir die rechte Seite des Dachs zu belegen dann wenig sinnvoll erscheint:



    Was ich auch noch als problem sehe ist wie das Wechselrichter Setup dafuer dann aussehen kann. Ein 20KW Wechselrichter waere nett weil ich durch die Nordpanele vermutlich nie mehr als 20kw habe aber durch die 70% regel nun 17.5KW einspeisen darf. PVSol behauptet aber das er alles zusammen nicht an einem wechselrichter verschaltet bekommt, und zwingt mich einen 2. einzubauen, was mir natuerlich die Wirtschaftlichkeit wieder verhagelt.

  • Hat die Garage auch ne zweite Dachhälfte nach N-O?

    Mit grenzwertig meine ich nur das Verhältnis aus Kosten und Ertrag der Nord-Ost-Seite.

    Wenn die Erträge zu klein werden kann man das Geld auch in andere Energiesparmaßnahmen stecken.

    Das macht teilweise mehr Sinn.

    Zum Thema WR, es gibt auch WR mit 3 oder 4 Stringeingängen (oder MPPTs), dann passt alles an einen.

    Vorher brauch man aber eine Gesamtübersicht aller Flächen und Module.

    Gibt es jetzt 3 oder 4 mögliche Dachflächen?


    Empfehlung hier aus dem Forum: Huawei 30KTL mit 4 MPPTs. Der ist nicht teurer als viele 20KW WR. Wäre etwas überdimensioniert aber du brauchst nur einen WR und hast noch Reserven für später.

  • Stimmt, auf die Idee das zu belegen bin ich garnicht gekommen weil ich naiver weise angenommen habe dass das nichts bringt, das Haus verschattet das NO Garagendach ja. Bei naeherer Betrachtung stellt sich aber heraus dass das nicht komplett richtig ist, die obere Haelfte ist eigentlich nur gering verschattet, wie man auf dem Luftbild auch erkennen kann (ignoriert den Pfeil, der ist nur ein Artefakt des Luftbilds, die Garage ist das rechte Nebengebaeude):


    Das einzige Problem was ich sehe ist, das die Nordbelegung ein teures Geruest erfordern wird weil durch die Hanglage die Traufhoehe im Norden locker 5m ist, verglichen mit 2.5m im Sueden. Es gibt auch nur einen sehr engen und niedrigen Durchgang nach unten, dh. man muesste die Geruestteile per hand um das ganze Haus herum schleppen.


    Ich habe mal grob die Norddaecher so belegt wie es erstmal sinnvoll erschien, und die Ertraege sind auf beiden etwa halb so hoch wie im Sueden, was garnicht so schlecht ist. Ob das rentabel ist bin ich mir aber noch nicht so sicher, das muss ich genauer ausrechnen wenn ich die Geruestkosten kenne:

  • Wenn es sich rechnen soll, muss alles auf einmal gebaut werden. Soviel steht fest.

    Ich würd erstmal alles belegen und dann die Angebote abwarten.

    Eine kleine Spitzgaube wirft nicht viel Schatten.


    Probleme mit dem Gerüst würde ich den Solateur einschätzen lassen.

    Es gibt auch Fangsicherungen die nur an der Dachrinne gehängt werden und sich an der Wand abstützen.

    Man muss kein komplettes Gerüst bauen.


    Nordseite Haus vielleicht besser die Module Hochkant und natürlich beide Seiten der Gaube

  • Bis zu was fuer einer Verschattung machen denn die Module auf der Nordseite noch Sinn? Manche sind schon sehr viel verschattet, wobei ich dir Recht gebe das der Grossteil rechts der Gaube noch OK ist: