PV-Anlage im Neubau vorbereiten oder gleich installieren?

  • Hallo liebes Forum,


    in diesem Beitrag habe ich bereits meine aktuelle Situation vorgestellt. Hier noch mal die Kurzfassung:


    Wir bauen gerade ein KfW 40 Haus und aktuell steht der Rohbau, der Dachstuhl wurde gerichtet und Unterspannbahn sowie Konterlattung wurden angebracht. Wir haben das Thema PV erst mal aufgeschoben, ums uns beim Budget mehr Flexibilität zu lassen. Das war auch ganz gut so, weil der Tiefbau bereits viel vom Puffer aufgefressen hat. Jetzt möchten wir aber alle sinnvollen Vorbereitungen für eine spätere PV treffen. Deswegen ziehen wir Leerrohre hoch in den Dachboden und möchten vom Dachdecker Dachhaken anbringen lassen. Genau hier setzte mein oben verlinkter Beitrag an und stellt die Frage, wo man die Dachhaken sinnvoller Weise vorsieht. Ich glaube aber mittlerweile, dass sich diese Frage nicht sinnvoll ohne eine Anlagenplanung beantworten lässt. Deswegen möchte ich gerne mit eurer Unterstützung eine optimale Belegung meines Daches finden. Bitte verzeiht, wenn ich noch nicht sattelfest in allen Themen bin. Ich habe versucht alle verlinkten FAQs in der Kürze der Zeit zu verschlingen, aber alle Zusammenhänge sitzen noch nicht.


    Haus

    • 2 Vollgeschosse + Satteldach
    • Dach 5,1 x 13,01 m²
    • Dachneigung 35°
    • Hausausrichtung 0°, also perfekte Nord-Süd-Ausrichtung
    • Süddach komplett ohne Hindernisse (Dachfenster, etc.) geplant
    • Norddach bekommt zwei Entlüftungen der WCs und 4 Dachhaken, in denen man sein Kletterseil einhängen kann
    • Sparrenabstände 75 cm
    • Ziegel "Erlus Linea"; dem Datenblatt entnehme ich eine Ziegellänge von 38 cm
    • PLZ 091xx


    PVGIS

    • Süddach 1055 kWh/kWp
    • Norddach 559 kWh/kWp


    Modulbelegung

    • ich habe mich mal mit 120 Zell-Modulen probiert und konkret die LG380N1C-E6 ausgewählt
    • ich habe keine Ahnung, ob die Module gut sind oder nicht. Ich habe nur verstanden, dass 380 W Standard sind
    • In PVSOL sieht es dann so aus


    • zwischen den Modulen habe ich 2 cm Platz gelassen

    CAD

    Im CAD habe ich mir das mal genauer angeschaut

    • gestrichelt: Linien mit 38 cm Abstand; das sind mögliche Positionen für die Dachhaken
    • orange: Sparren
    • rot: Klemmbereiche der LG-Module laut Installationsanleitung
    • blaue Kreise: von mir gewählte Dachhaken
    • grüne Linie: Klemmschiene

    Auch hier habe ich mind. 2 cm Abstand zwischen den Modulen gelassen. Nach diesem Plan komme ich einlagig mit 6 Schienen aus. Bei den Dachhaken habe ich an Traufe und First jeden Sparren belegt. Genauso habe ich den ersten und letzten Sparren voll belegt. Im Inneren habe ich nur jeden zweiten Sparren mit einem Dachhaken versehen.



    Fragen

    • wir bauen in Windzone 2; muss ich da sonderlich auf die Abstände zu Traufe/First und Ortgang achten?
    • ist es vertretbar, im Inneren nur jeden zweiten Sparren mit einem Dachhaken zu versehen?


    Ich habe mir das jetzt genau für die LG-Module angeschaut. Andere Module haben vielleicht andere Klemmbereiche, dann wäre die Anordnung der Dachhaken nutzlos. Plan B wäre dann auf Kreuzlage zu gehen und die vorhandenen Dachhaken zu verwenden. Oder geht das auch nicht so einfach?


    Allgemein stelle ich mir gerade die Frage, ob es Sinn macht, Dachhaken zu setzen ohne die spätere PV-Anlage zu kennen. Machen das auch andere? Also während des Neubaus schon die Dachhaken vorsehen und später die PV installieren? Wie ist da das übliche Vorgehen? Oder sollte man wenn, dann alles komplett erledigen?


    Ich hoffe, ich konnte mein Problem verständlich rüberbringen und bin auf eure Rückmeldung gespannt. Gerne reiche ich auch Informationen nach, wenn was fehlt.

  • Entweder ganz oder gar nicht.

    Dachhaken sind später schnell gemacht. Alle Positionen genau ausmessen oder festhalten, damit später alles passt.

    Jetzt ist aber deutlich billiger da das Gerüst schon steht.

    S voll

    N lohnt nicht

  • Nord würde ich auch belegen. Wenn das Gerüst schon steht, der Elektriker werkelt und der Installateur schon da ist, sollte das kein großer Aufpreis mehr sein. PVGIS gibt genaue Daten dazu.


    Ansonsten die Reihe quer nach oben machen, um den Schmutzrand aus dem Weg zu gekommen.

  • Kanns du den Kredit noch etwas aufstocken bzw hast du KfW Kredite? Evtl kannst du dann noch den KfW für pv bekommen.

    Wir haben KfW 153 von 2020. Spielst du auf KfW 270 an oder welchen PV KfW meinst du? Ich bin mit den aktuellen Förderprogrammen nicht mehr vertraut. 2021 hat sich ja einiges geändert.


    Ansonsten die Reihe quer nach oben machen, um den Schmutzrand aus dem Weg zu gekommen.

    Was hat es mit dem Schmutzrand auf sich?


    Was mich auch beschäftigt … was wird unter der neuen Regierung geschehen? Wird es vielleicht deutlich attraktivere Förderungen für PV geben? Wäre es nicht klüger etwas zu warten? Oder sollte ich den Vorteil des bereits vorhandenen Gerüstes mitnehmen und zur Not mit der Inbetriebnahme der PV warten?

  • Was hat es mit dem Schmutzrand auf sich?

    Bei Quermontage sammelt sich mehr Schmutz am unteren Rand. Außerdem hast du mehr Schmutz, wenn Wasser von einer größeren Fläche darüber läuft.

    Wenn du die Querreihe nach oben machst, hast du zumindest den letzten Punkt vermieden.

    Wird es vielleicht deutlich attraktivere Förderungen für PV geben?

    Was wird wohl mit den Preisen passieren, wenn PV gefördert wird?

    Oder sollte ich den Vorteil des bereits vorhandenen Gerüstes mitnehmen…

    Ja, in jedem Fall. Günstiger bekommst du PV nie wieder montiert. Jetzt sind alle Gewerke da und der Zusatzaufwand ist minimal.

    …mit der Inbetriebnahme der PV warten.

    Nein. Strom so schnell wie möglich erzeugen und auch einspeisen. Sowohl die Umwelt als auch die Vergütung wartet nicht.

  • ja den 270er kfw.

    Rede halt mal mit der Bank.


    Alternativ, wenn das Haus in der Grundschuld noch Luft hat wäre auch der PV Kredit der Sparkasse etwas, ca 1,7% auf 10 Jahre.

    Oder den bestehenden aufstocken, wenn ihr das noch nicht gemacht habt, dann sollte 1x locker gehen, erst beoim zweiten mal wirds komplizierter.


    Wenn du es jetzt nicht machst wird das die nächsten 10 Jahre nix...

  • Querreihe nach oben. Chance nutzen!!!

  • Mal die JAM72S10-410MR probieren zu belegen. 6 oben quer und 2x12 drunter, sind 12,3 kWp. Das passt an einen Huawei 10ktl-M1.

    Der RheinMainhase - Ost/West Dach mit kleiner zusätzlichen Nord/Südbelegung... Huawei-Kaskade mit 5KTL-M1 (139) + 17KTL-M0 (139) + Dongle (124), DTSU-666H 250A..... Smartlogger3000A hat Freizeit, bis Huawei endlich den Luna supported.


    What's up Huawei       Huawei Luna2000

  • wenn irgend möglich gleich mit bauen wegen der Synergien ( Gerüst, Elektriker )
    Alle was Du später machst wird teurer, EEG Vergütung sinkt, Ersparnis Eigenverbrauch beginnt später.
    PV spart Geld.
    Die LG Neon sind gut, aber eben relativ teuer. Dann lieber die JAM s.o oder auch Trina Vertex.
    Belüftung der Abwasserrohre mit Flachentlüftern oder noch besser mit einem Durgo Belüftungsventil falls es einen Spitzboden gibt.
    Ich nehme an Du planst mit WP ? Dann Nord belegen wenn Du eine vernünftigen Preis aushandeln kannst.
    Bei Neubau 1000 EUR /kWp anstreben.
    Plan für die Dachhaken ist so ok.
    Obere Lage quer ohne Kreuzschiene bauen, geht im Prinzip mit jedem Modul auch wenn es in der Modulbeschreibung nicht explizit s drinsteht.

    23xLG NEON2 365W 8,4 KWP; Fronius Symo GEN24 8.0 FW 1.13.13-1; BYD HVS 7.7