Stopfen für Zentralentgasung

  • Moin,


    die Hoppecke OPzS-Batterien sind für meine Inselanlage nun da und ich muss noch eine Zentralentgasung installieren, im Winter kommt der Deckel auf die Kiste, wo die Zellen drin sind ;). Leider finde ich im Netz keine Stopfen für die Zentralentgasung. Nur die BFS-Stopfen, die neben den Anschlüssen für die Wasserbefüllung auch Anschlüsse für die Zentralentgasung haben und die scheinen auch rar zu sein. Gibt es noch andere Stopfen? Die OPzS haben Renkstopfen, also mit Bajonettverschluss.

    Wie löst ihr das, wenn ihr eine Zentralentgasung habt? Oder habt ihr irgendwie was selbstgebaut?


    Gruß

  • Servus, ich kenne genau keinen einzigen Fall wo eine ZEG bei OPzS Sinn macht bzw. wirklich von Nöten wäre.

    Meist forciert man damit nur etliche Probleme, besonders dass der Knallgaskonzentration am Auslass.

    Wenn Du jetzt nagelneue Hoppecke- Zellen bekommen hast würde ich vielmehr eine EUW nachrüsten!

    Bei Hoppecke sind ja zumindest die Bohrungen schon markiert, wenn Du das bei der Bestellung angegeben hättest

    wären jetzt auch schon die Degen verbaut. Aber ist auch jetzt nicht schwer und kostet nicht die Welt.

    Damit erübrigt sich im Normalbetrieb auch so gut wie jegliche Gasung und entsprechend auch die ZEG ;)

    Lediglich bei (sehr selten nötigen) Ausgleichsladungen empfiehlt es sich für eine zusätzliche Lüftung zu sorgen.

    Aber ein gekipptes Fenster reicht völlig!

    Und anders als die ZEG löst die EUW Probleme, vor allem das gravierendste im PV-Inselbetrieb = Entladung nach Teilladung


    lg,

    e-zepp

  • Das Problem bei mir ist, dass ich die PV-Technik in einem kleinen Häuschen drin habe, die Zellen stehen in einer selbstgebauten Kiste aus Sandwichplatten, auf die ich gerne im Winter den Deckel drauf machen würde. Ich habe das Häuschen zwar schon etwas isoliert, aber um die Batterien mache ich mir im tiefsten Winter noch Sorgen.

    Und wegen der Ausgleichsladung: Die sollte doch einmal im Monat oder sogar einmal pro Woche stattfinden oder nicht? Ist das schädlich, wenn die Ausgleichsladung öfter stattfindet?

    Lüftung ist im Prinzip nicht vorhanden, könnte nur die Tür aufmachen, aber ziehen tut es dann nicht.


    Zur EUW: Löcher (mit Gummistopfen) sind an den Ecken auf den Zellendeckeln schon vorhanden. Muss ich wohl nur ein Rohr reinstecken. Was könnte man da nehmen und bis wohin muss das Rohr gehen, gerade so im Elektrolyt oder bis kurz vorm Boden? Ich dachte, wenn die Kapazität der Batterie "überdimensioniert" ist, braucht man eher keine EUW. Aber ich habe trotzdem schon daran gedacht, irgendwann mal eine zu verbauen. Momentan mache ich mir aber um das Knallgas noch etwas Sorgen.


    Gruß

  • Servus, Frost kann den Zellen nur etwas anhaben wenn sie sehr weit entladen sind/werden.

    Eine OPzs mit SD 1,18kg/l (SOC 50%) ist bis mind. -22C° frostsicher! Ob's in der Hütte auch so kalt wird? :/

    Wie oft eine Ausgleichsladung nötig ist hängt von mehreren Faktoren ab : Entladetiefe, Entladestromstärke, Absorptionszeit, Ladestromstärke und Ladetemperatur. Ob überhaupt eine nötig ist verrät Dir der Säureheber ;)

    Solange die SD aller Zellen nicht um mehr als +- 0,005kg/l auseinanderdriftet brauchst Du gar nix machen.

    Voraussetzung dafür ist natürlich dass sie anfänglich mal nach kompletter Vollladung + Ausgleichsladung überhaupt die gleiche SD hatten. Es ist immer gut das bei neuen Zellen gleich mal zu messen/dokumentieren und bei größeren Abweichungen notfalls beim Händler zu reklamieren! Kleine Abweichungen kann man bei neuen vollgeladenen Zellen

    auch genau einstellen, dann hat man später immer einen klaren Bezugspunkt, eine gleichmäßige Nennsäuredichte.


    Hoppecke hat andere Degen&T-Stücke als sonst im Zubehörhandel zu bekommen sind und scheinbar ist der Shop mal

    wieder offline, das Problem hatte zumindest Schraubermeistro vor kurzem.

    Aber vielleicht hat er ja inzwischen eine Quelle gefunden und verrät sie Dir;)

    Wenn Du wirklich nur sehr flache Zyklen fährst und den Akku normalerweise täglich vollladen kannst (gut dimensionierter

    PV-Generator!) geht es natürlich auch oder sogar besser ohne EUW. Besser weil auch eine EUW selber eine Fehlerquelle

    sein kann und bei schlechter Wartung auch wird.

    Knallgas muss man nur fürchten wenn es in entsprechender Konzentration vorliegt und man den Zündfunken liefert ;)

    Demzufolge ist eben ein gößerer Raum sicherer als eine verschlossene Kiste und irgendwelche Relais, Schalter und

    Sicherungen haben über dem Akku nix verloren.

    lg,

    e-zepp

  • Servus, besser hängt er neben dem Inverter, der kann (und tut) auch mal abrauchen. Über dem Akku nur frische Luft !

    Aber - mit Verlaub- so einen schönen großen nagelneuen Akku mit einem Epever laden?? Und wieviel Wp PV?

    Kann man schon machen(ich würd's nicht), sollte aber die Ladeparameter öfter mit dem Säureheber überprüfen.

    Z.B ein Victron LR macht/kann das um Längen besser für den Akku und viel einfacher für Dich.

    Und stell doch die hintere Reihe Zellen knapp 10 cm höher damit Du den Elektrolystand siehst ;)

    Und ja, 1,24kg/l ist die Nenn-SD, aber die ist nicht unbedingt bei allen Zellen genau gleich. Deswegen messe alle Zellen

    mit einem guten Säureheber sofort und lege gleich eine fortlaufende Tabelle an in die Du für jede Zelle neben der SD auch

    die Ruhespannung, das Datum, die Temperatur und den Elektrolytstand notierst. Klingt nach viel Arbeit, ist aber bald

    Rutine und dann bei 24 Zellen in einer halben Stunde gemacht. Dann 2*/Jahr nach kompletter Vollladung (= bis Float) Wasserwartung (= alle Zellen genau auf max. mit doppelt dest. Wasser befüllen), dann 30 min Gasungsladung bzw. EUW

    und nach 2h ohne jede Ladung/Entladung die Messungen machen.

    Wenn dann alle Zellen Nenn-SD aufweisen hast Du alles richtig gemacht :)

    lg,

    e-zepp

  • Ja, klingt nach viel Arbeit, aber das wusste ich ja vorher, ich fummel mich da schon rein. Aber wieso immer mit destilliertem Wasser (und was ist doppelt destilliertes Wasser?) auffüllen, kommt das nicht drauf an wie die Dichte ist, ob man Wasser oder Batteriesäure dazugeben muss?


    Und wegen dem Epever: Ich habe ihn genommen, weil ich da 200 Volt PV-Module anschließen kann und ich dachte, dass der Epever ein guter Laderegler ist? Klar, Victron ist immer besser, aber teurer und da kann man nur 100 Volt anschließen. Außerdem lädt der Wechselrichter ja auch, da ist die meiste Leistung angeschlossen (5940 Watt), am Epever werden erstmal nur 1320 Watt angeschlossen.

    Wenn der nicht abraucht, passt das dann, wenn die Batterie lädt oder wird der Epever zu heiß? Etwas Abstand ist da ja vorhanden. Ich habe ihn dort platziert damit die Leitungslänge möglichst kurz ist.

    Ein BMV-700 von Victron wird auch noch verbaut, da ich gelesen habe, dass die Statusanzeige zumindest vom Wechselrichter nicht optimal ist, beim Epever weiß ich es nicht.


    Vielen Dank für deine Hilfe.


    Gruß


    EDIT: Einen Säureheber (und Thermometer) habe ich von Hoppecke dazubekommen, der taugt doch auch?

  • Niemals Säure nachfüllen, immer nur dest. Wasser! (bei Überladung/Gasung wird nur Wasser zerlegt/ verbraucht,

    die Füllsäure ist entweder im Elektrolyt oder im Blei, sie geht nie verloren. Die SD zeigt den genauen Ladegrad,

    SD 1,24kg/l = SOC100%, SD1,12kg/l = SOC 0%, Akku tiefentladen. Deswegen ist die SD so wichtig!)

    Doppelt dest. Wasser ist noch besser entmineralisiert, schon Spuren von Salzen/Mineralien oder sonstigen Verunreinigungen stören die gewollte chemischen Reaktion in der Zelle gravierend! Bei einem Akku mit sehr langer Gebrauchsdauer und geringem Wasserverbrauch (insbesonder bei Verwendung eine EUW) lohnen sich die Mehrkosten von doppelt dest. Wasser gegenüber normalen dest. Wasser.

    Der Säureheber von Hoppecke macht keinen Spaß weil langsam und ungenau und Du musst die SD anhand der Temperatur noch umrechnen.

    Zwecks Laderegler , jetzt wäre es langsam mal an der Zeit all Deine vorhandenen Komponenten vorzustellen und zu

    erzählen was Du damit wo und wie versorgen/betreiben willst ;)

    lg,

    e-zepp


    PS: noch bisschen Lektüre für den Einstieg. Das schmale Hoppecke Manual hast Du?

  • Servus,

    Aber - mit Verlaub- so einen schönen großen nagelneuen Akku mit einem Epever laden?

    Ist doch klar, dass der gewählt wurde, wenn ihm keiner gesagt hat, dass es anders besser geht.

    Oder hat es ihm vielleicht doch jemand gesagt ;)?

    Da dieses System das ganze Haus versorgen soll und es keine "Gartenanlage" ist, sollten die Komponenten vernünftig sein

    ich habe mich jetzt dank euch schonmal für folgende Komponenten entschieden:

    Victron SmartSolar MPPT 250/100

    Victron MultiPlus 48/5000 /70-100

    Diskussionen, die nicht nur die Batterie, sondern die Anlage betreffen, könnte man eigentlich auch dort weiterführen. Natürlich nur, wenn man möchte.



    Gruß


    schlossschenke

  • Upps, da gibt`s ja tatsächlich schon einen seitenlangen Thread :shock: Und ich selber hab ja da auch schon einiges verzapft :oops:

    Mannmann, ich sollte aufhören zu saufen. Ach Mist, hab ich ja schon lang, ganz vergessen :D

    Okay, werd ich mich halt zukünftig darauf beschränken konkrete Fragen zu beantworten oder die Finger still halten.

    lg,

    e-zepp