„Balkonanlage“ auf einem Garagendach (Flachdach)

  • Und genau solche kleine Unwägbarkeiten muss man lösen, wenn man die 600VA-Grenze wirklich ausreizen will. Bei mir sind es 10 Kabel mit 6mm², die hier sicher in Leerrohre verwahrt werden mussten.

    DC Leitung sollen eigentlich entsprechend VDE-AR-E 2100-712 außerhalb des Hauses heruntergeführt bzw. in Brandschutzkanälen innerhalb des Hauses geführt werden. Ich bin mir nicht so sicher, ob das eine gute Idee ist die DC Leitung in Leerrohre durch das ganz Haus zu ziehen. Ich kann nicht sagen, ob da die Spannung eine Rolle spielt, da man hier prinzipiell im Kleinspannungsbereich ist, da es pro Modul eine Leitung gibt.

  • DC Leitung sollen eigentlich entsprechend VDE-AR-E 2100-712 außerhalb des Hauses heruntergeführt bzw. in Brandschutzkanälen innerhalb des Hauses geführt werden.


    Ich sehe schon, Du entwickelst Dich aus eigenem Interesse für diesen Teilbereich zu einem echten Experten ;-) Ganz im Ernst, ich finde das sehr gut und eine Bereicherung fürs Forum.


    Keine Ahnung, was sich hinter der kryptischen Norm AR-E 2100-712 verbirgt. Vielleicht geht es hier um eine elektrische Weihnachtsbeleuchtung oder um den Anschluss eines Haarföns an einem Drehstromanschluss für besonders lange Haare. Bei VDE-Normen weiß man nie so genau, was sich hinter dem Zahlenwirrwarr verbirgt ;-)


    Das einzige, was ich hier gefunden habe, ist folgendes:

    https://www.elektropraktiker.d…-bereich-einer-pv-anlage/


    Wenn ich das richtig verstehe, geht es doch um Brandschutz. Ein PVC-Rohr gilt als schwer entflammbar, weshalb ich die Kabel bewusst nicht offen verlegt habe. Davon abgesehen wäre es eh nicht zulässig (flexible) Kabel wie Wäscheleinen herumhängen zu lassen oder nur mal alle paar Meter mit einem Nagel in der Wand zu befestigen. Es geht ja auch um die mechanische Belastung dieser Kabel.


    Bei meiner PV treten Spannung bis maximal 70 Volt (Leerlaufspannung) auf. Für Rettungskräfte somit weit unter den 120 Volt, welche bei Gleichstrom eine Gefahr darstellen würden. Und beim Strom reden wir hier von maximal 8 Ampere, weshalb ich ja bewusst 6mm² als Querschnitt gewählt habe, um hier zu vermeiden, dass sich die Kabel bei Belastung erwärmen bzw. der Widerstand größer werden könnte und es dann richtig heiß wird.


    Außerdem scheiden sich oft die Geister, ob AC- und DC-Kabel im gleichen Kanal verbaut werden dürfen. Bei mir wurde die Installation ziemlich umständlich, aber dafür sind die wenigen Kreuzungspunkte von AC und DC immer zusätzlich mit PVC-Kabelrohren voneinander getrennt.


    Ich bin Dir aber jedenfalls für Deinen Einwurf sehr dankbar, weil dem Thema Brandschutz sicherlich nicht immer mit dem nötigen Respekt begegnet wird.

  • Es geht hier um Brandschutz. Das ist in diesen Dokumenten ganz gut beschreiben.


    http://www.pv-brandsicherheit.…stallieren_PV-Anlagen.pdf

    https://www.sonnenenergie.de/s…rderungen_Brandschutz.pdf


    Ein PVC-Rohr hilft definitiv nicht. Prinzipiell darf das Kabel innerhalb des Gebäudes max. 1m ungeschützt verlegt werden, der Rest muss eigentlich in Brandschutzkanäle. Ja die sind teuer, habe die auch noch nicht im Privatbereich gesehen.


    Was mir aber nicht ganz klar ist, warum Brandschutzkanäle. Will man die Feuerwehreinsatzkräfte vor hohen DC Spannung schützen. Oder will man einfach vermeiden, dass in Falle eines beschädigten DC Kabels kein Brand ausgelöst werden soll. Ein Panel reicht locker um einen Lichtbogen zu erzeugen.

  • Mein Tipp:

    YC600, 4 gleiche Module 330+Wp, eher 50 als 20 Grad aufgeständert, 1xO und 1xS parallel sowie 1xS mit 1xW, so erntest du den ganzen Tag ganz ordentlich.

    Kabel außen an der Garage entlang bis zum Bohrloch für 4 DC-Kabel (4mm^2 genügen, außer du brauchst 100m!), Bohrloch mit Gefälle nach außen, den WR schön in der trockenen und im Sommer kühlen Garage an die Wand!

    Mach die Module vernünftig fest (ich kenne deine Gegebenheiten nicht, deswegen vermute ich nur mal ein Beispiel: du könntest in die Sparren bohren und die dann benötigten Stockschrauben mit Bitumen abdichten), dann brauchst du dir um Orkane und Co. Keine Gedanken machen ;)

    Für ne Aufständerung kann ich nur Altanlagenteile empfehlen - einzig die Optik und der Preis(!) sind nicht wie neu!

    Viel Erfolg, wie auch immer du dich entscheidest ;)

    Egal wie tief man die Messlatte für den menschlichen Verstand auch ansetzt: jeden Tag kommt jemand und marschiert erhobenen Hauptes drunter her!

  • Ein PVC-Rohr hilft definitiv nicht.


    Ich mag die DGS nicht oder nicht mehr. Feuerhemmend bzw. schwerentflammbar ist PVC aber allemal und zum dem Schluss kommt dann sogar im Grunde die DGS.


    Die VDE-Norm AR-E 2100-712 beschäftigt sich meines Erachtens nur mit verbrannten Toastbroten, die in einem Toaster gebacken werden, der mit Solarstrom betrieben wurde. Hätte uns die VDE oder gar der Gesetzgeber selbst etwas Wichtiges von allgemeinem Interesse mitzuteilen, steht es denen ja frei hier öffentlich entsprechende Informationen an die Bürger herauszugeben. Da deren Erkenntnisse aber offenbar nur für die Fachwelt bestimmt zu sein scheinen, hat das ganze wohl keine Bedeutung für die Praxis ;-)


    So wie ich die unzureichenden Informationen interpretiere, geht es aber wohl vorwiegend darum, dass im Brandfall für Feuerwehrleute keine Gefahr von einer PV ausgeht. Mit anderen Worten dürfte dies eher ein Problem für jene sein, die China-Stringwechselrichter (Growatt, SolaX, etc.) verwenden und hier mehr als die vorgesehenen zwei Module angeschlossen haben ;-) Also kein Thema, was mich als Verfechter von Mikro-WR tangieren würde.


    Dennoch sehe ich eines genauso. WR gehören niemals auf Holz verschraubt! Holz beginnt schon bei rund 100° Temperatur sich zu "zersetzen" und ein WR drosselt bei einwandfreier Funktion erst ab 65° seine Leistung, wenn es im zum warm werden sollte.


    Kabel gehörten ebenfalls ordentlich verwahrt, um hier einen Kurzschluss durch mechanische Belastung zu verhindern. Außerdem müssen Kabel auch gegen Nagetiere geschützt werden, denn auch die könnten einen Kurzschluss und damit einen Brand verursachen.


    Solange nur 2 Module in Reihe geschaltet werden, entsteht für Rettungskräfte keine Gefahr. Erst bei drei Modulen könnte hier bei Leerlauf teilweise eine Gefahr entstehen. Aber das ist ja meine Rede. Ich habe zwar alles ziemlich "konservativ" bzw. vielleicht übervorsichtig bei mir aufgebaut, aber dafür sehe ich hier für mich auch keinen Handlungsbedarf hier brandtechnisch weiter aufzurüsten.

  • Ich habe mir das auch nochmals durchgelesen. Als Alternative zu den Brandschutzkanälen kann anscheinend eine DC Trenneinrichtung verwendet werden. Somit scheint es hier in erster Linie um den Schutz der Einsatzkräfte zu gehen.

  • Ja, ich bin an einer sicheren Anbringen der Module interessiert und würde hier nicht am falschen Ende sparen wollen. Die Vorstellung das Flachdach zu durchbohren (OSB-Platten) und die Sparren treffen zu wollen, begeistert mich nicht sonderlich. Klar. Kann man versuchen alles auszumessen, aber naja ... Eine sichere Flachdach Montage wäre mir lieber.


    Bei 3 Module mit Voc ~42 V kommt man bei der Reihenschaltung ja auf über 120 V. Das ist die magische Grenze bei der Feuerwehr, ja?


    Bei dem Vorschlag "1xO und 1xS parallel sowie 1xS mit 1xW" stört die ungleiche Beleuchtung nicht? Wird der YC600 nicht durch die Stromstärke etwas überfordert? Zwei große Module parallel könnten ja über 16A liefern. Das mag bei so einer Ausrichtung evtl. nicht eintreten. Kommt evtl. auf den Winkel an. Bei kleinere Winkel könnte es vielleicht zu viel werden.

  • Die Vorstellung das Flachdach zu durchbohren (OSB-Platten) und die Sparren treffen zu wollen, begeistert mich nicht sonderlich. Klar. Kann man versuchen alles auszumessen, aber naja ... Eine sichere Flachdach Montage wäre mir lieber.

    Die OSB-Platten wurden doch sicherlich festgeschraubt ;-) Ich würde hier mit dem Metallsuchgerät (Leitungssuchgerät) die Schrauben suchen und dann versuchen eine Mauererschnurr so zu spannen, dass alle Schrauben hier auf einer Linie liegen.


    Bei 3 Module mit Voc ~42 V kommt man bei der Reihenschaltung ja auf über 120 V. Das ist die magische Grenze bei der Feuerwehr, ja?


    Bei dem Vorschlag "1xO und 1xS parallel sowie 1xS mit 1xW" stört die ungleiche Beleuchtung nicht? Wird der YC600 nicht durch die Stromstärke etwas überfordert?


    Diese Frage musst Du allen stellen, die hier mit einen String-WR unterwegs sind ;-)


    Der APS YC600 hat zwei Eingänge mit jeweils maximal 60 Volt. Wegen der Feuerwehr würde ich mir hier daher keine Gedanken machen.


    Bezüglich dem maximalen Strom sind hier 12 Ampere angegeben. Ich verwende WR von AEConversion, weil das ein deutscher Hersteller ist, bei dem man auch mal direkt anrufen und nachfragen kann, wie es mit dem maximalen Strom tatsächlich aussieht. Bei AEConversion steht sogar in der Bedienungsanleitung schwarz auf weiß, dass die Überschreitung des maximalen Stroms möglich ist, sofern die vorgegebene Spannung nicht überschritten wird.


    Du hast aber Glück und vielleicht kannst Du die Mitarbeiter der niederländischen oder französischen Niederlassung von APS anrufen und klären, wie dies nun beim YC600 aussieht. Wenn Dein Englisch gut genug ist, kannst Du Dir aber auch den Wecker stellen und mal nachts in Australien oder in den USA anrufen ;-)


    Davon abgesehen wäre ich Dir sehr dankbar, wenn Du Infos, die Du von APS erhältst, hier im Thread weitergibst. Diese würden anderen bei ihrer Planung helfen bzw. muss dann nicht jeder erst umständlich diese Infos recherchieren.

    Ich habe mir das auch nochmals durchgelesen. Als Alternative zu den Brandschutzkanälen kann anscheinend eine DC Trenneinrichtung verwendet werden. Somit scheint es hier in erster Linie um den Schutz der Einsatzkräfte zu gehen.

    Was den VDE hier mal wieder in Panik versetzt hat, dass er sich genötigt sah eine explizite Norm nur für PV-Anlagen zu erstellen und diese dann wieder in seinen Abos als geheime Drucksache unter Verschluss zu nehmen, wissen nur die Götter.


    Sofern man nicht gerade Elektriker ist und einem der VDE wie ein Zuhälter die Konkurrenz vom Hals hält, könnte man das Thema auch einfach logisch mit dem gesunden Menschenverstand angehen. In jedem Haus sind Elektroleitungen verbaut, die bis zu 400 Volt Spannung aufweisen. Wenn es jetzt in einem Wohnhaus brennt, können dort auch Leitungen mit 230 Volt oder 400 Volt verbaut sein. Und auch diese Leitungen werden teilweise in Leerrohren aus PVC verlegt ;-)


    Sicherlich besteht bei der Niederspannungsversorgung im Haus die Fiktion, dass man hier den Strom im Zählerschrank einfach abschalten könnte. Solange man dort noch hinkommt oder der Zählerschrank nicht zufällig unter Wasser steht, ist dem ja auch nichts entgegenzusetzen. Außerdem gibt es auch genug Fälle, wo die Stromzuleitung noch auf dem Dach sitzt und die Hausverteilung bereits im Keller steht. Muss hier dann auch die Zuleitung am Haus entlang verbaut werden oder draußen neben der Haustür ein Notschalter verbaut werden, den die Nachbarjungen jederzeit nutzen können, um einem aus Spaß mal eben den Saft abzuklemmen ;-)


    Was will uns also der VDE mit seiner Norm dann sagen. Offenbar hat der VDE ziemlich viel Langeweile (wahrscheinlich wurde bereits alles bis ins kleinste Detail geregelt und es bleibt nichts mehr zu tun...) und glaubt daher neben allgemeinen Vorschriften für die Verlegung von Elektroleitungen eine weitere Vorschrift einführen zu müssen, die sich nur mit dem Anschluss von PV-Anlagen beschäftigt. Faktisch ist das Brandrisiko einer 230 Volt-Leitung, die mit 16 Ampere belastet wird aber wohl nicht anders zu werten als die Leitung eine PV-Anlage, die dann vielleicht 350 Volt und 8 Ampere durchleitet. Ergo, da haben ein paar Ingenieure wieder eine neue Spielwiese entdeckt und sich dort ausgetobt.


    Ich vermute jedoch stark, dass der VDE bzw. die DKE wohl bestimmt bald noch mit der DGS eine neue Produktnorm für Solarleuchten im Gartenbereich erarbeiten wird. Wenn schon jeder Mist normiert werden soll, warum nicht auch sowas ;-)


    [Sorry, für etwas OT, aber ich denke, hiermit wird das Thema Brandsicherheit der Installation in einer Garage mit Holzdach, wie beim TO vorhanden, dann doch etwas relativiert.]

  • Ehrlich gesagt weiß ich nicht ob es eine gute Idee ist an einem YC600 2 Module parallel zu schalten. Ein Trina 400Wp PV Module hat im MPP 11,7A. Der YC600 hat aber meines Wissens einen max. Kurzschlussstrom von 13,2A. Da ist man mit 2 Modulen auf jeden Fall deutlich darüber. Kann durchaus sein, dass der einfach abschaltet.


    Ein AEconversion INV500-90 ist auch keine gute Idee, da bei 2 Modulen die maximale Spannung von 90V überschritten wird (91V). Müsste aber evtl. mit anderen 400Wp Modulen gehen. Ändert aber nichts daran, dass er nur 480W hat.

  • Ich werde auf jeden Fall alles berichten, was ich von Herstellern oder aus der Praxis in Erfahrung bringen werden, also auch, wofür ich mich entschieden habe. Von den ganzen Abwägungen abgesehen, scheitert es schon mal am Energieversorger. Dem habe ich mein Vorhaben geschildert (natürlich nur kurz) und nach dem Zähler gefragt. Der hat mich erst mal auf "meinen" Elektriker verwiesen. Ich habe dann zurückgeschrieben, dass Sie als Versorger ja wissen müssten, ob der Zähler getauscht werden muss bzw. ob der Austauschtermin (ist in ein paar Jahren fällig!) nicht vorgeholt werden kann. Das ist ne Weile her. Nun kam die Antwort, dass sie nicht beurteilen können, ob mein Zähler eine Rückwärtslaufsicherung hat. (Ich gehe nicht davon aus.)

    Zum Austausch schrieb man mir:


    Die Eichfrist Ihres Zählers läuft 2024 ab. Durch eine amtlich durchgeführte Stichprobenprüfung kann Ihre Eichgültigkeit verlängert werden. Wenn dies nicht der Fall ist, erhalten Sie kostenfrei einen Wechsel auf eine moderne Messeinrichtung.

    Mit anderen Worten: Die wollen Geld sehen, wenn der Zähler jetzt getauscht werden soll. Hatte ich nicht gelesen, dass dieser Tausch auch schon vorab kostenfrei möglich ist? Gibt es irgend ein Recht, auf das ich pochen kann?


    Danke für eure Hilfe!