PV Anlage mit sehr geringem Eigenverbrauch auf Einfamilienhaus noch rentabel ?

  • Hallo PV Fans.


    Ein bekannter möchte evtl. eine PV Anlage auf sein Einfamilienhaus montieren und hat um Rat gefragt.



    Da dachte ich mir, nichts leichter als das, das rechnen wir kurz durch


    Die Eckdaten sind:


    Süddach, DN; 35 Grad, Fläche für ca. 8 kWp vorhanden, Ertragsprognose hier in der Gegend sind 1000kWh/kWp



    Beide sind aber Berufstätig, keine Kinder, Heizung ist mit Erdgas. Eigenpakital ist vorhanden, Ziegeldach mit Dämmung


    Kein E-Auto, kein eBike, Dauerverbraucher unter der Woche sind nur Gefriergeräte, WLAN und Standby



    Da habe ich mal errechnet, das ich mit einer Vergütung von 0,0714 Euro / kWh und 1000kWh/kWp 71,40 Euro pro kWp erwirtschafte, wenn alles eingespeist wird.


    Bei Anlagenkosten von ca. 1500 Euro/kWp braucht man 21 Jahre, bis das Geld wieder da ist.



    Mir ist auch klar, das um so mehr Eigenverbrauch man hat, die Sache ganz anders aussehen wird.



    Aber wie errechnet ich den Eigenverbrauch ?


    Wenn ich den Eigenverbrauch durch Speicherlösungen optimieren möchte, kosten diese ja auch wieder Geld ?






    Wie kommen wir da weiter ?


    Brauchen wir ein Angebot von einem Solateur, um die Summe von 1500 Euro /kWp zu verifizieren ?


    Die 1500 Euro/kWp sind so der Schnitt, den Kleinanlagen von 5-10kWp bei uns hier in der Gegend aus Erfahrung so kosten, wenn keine Eigenleistung gebracht wird.




    Vielen Dank für eure Empfehlungen









  • Was verbraucht denn der Bekannte bisher?

    IBN 18.07.2017
    Module 29 x Aleo Solar S59 HE 305
    WR SMA SB 3.6-1-AV-40
    WR SMA SB 4.0-1-AV-40
    Speicher RWE Storage flex 6 kWh

  • Ein E-Auto kommt vermutlich in den nächsten 10 Jahren dazu, evtl auch eine Wärmepumpe, man könnte mit einer kleinen Warmwasser-WP anfangen um den Gasverbrauch in den Sommermonaten zu ersetzen.
    Speicher würde ich später nachrüsten wenn er günstiger geworden ist um den Eigenverbrauch zu erhöhen.
    Wenn das Geld aktuell da ist trägt es eh keine Zinsen und ich denke das es sich ihr Stromverbrauch in naher Zukunft durch die oben genannten Gründe schon noch erhöhen wird


    Sebastian


    PS: Eigenverbrauch kann man am besten durch ablesen des Zählers mehrmals am Tag bestimmen. Am besten Morgens wenn man das Haus verlässt und wenn man wieder zurück ist dazu noch einmal Abends. Dann weist du wie viel Verbraucht wird wenn die Sonne scheint and wie viel von der Anlage gedeckt werden würde.
    Häufig sind elektronische Dimmer, Jalusiensteuerungen, Bewegungsmelder und W-Lan Verstärker vorhanden die einen Grundverbrauch von 90 bis 160Watt machen können. Dafür braucht man nur ein Balkonmodul.

  • Ja, es ist traurig, mit der miserablen Einspeisevergütung von rund 7 Cent, würde ich keine PV mehr installieren.

    Inzwischen verstehe ich Betreiber, welche sich höchstens eine "Balkonanlage" irgendwohin stellen.

    einstein0

    33 J Erfahrung mit PV im Netzverbund. Erster zweiachsiger Tracker in Australien.
    2 kW- Hybrid-Insel im Camper, BEV: Hyundai Kona. 30kW-PV-Anlage Ost/West.
    PV-Notstromversorgung 10 kWh im MFH mit Infini 3 kW Hybrid-WR und 10 kWh Li-Testspeicher.

  • Du hast anscheinend alles richtig gerechnet. Ein Speicher zu handelsüblichen Preisen würde die wirtschaftliche Seite noch verschlechtern. Sicher erhöht sich durch einen Speicher der Eigenverbrauch, aber zu Kosten, die über dem Netzbezug (bei heutigen Preisen ....) liegen.

    Erfahrungsgemäß kann man ohne weitere Maßnahmen ca. 30% des Verbrauchs durch PV decken. Das kann man steigern, wenn man z.B. die Wasch- und Spülmaschine und den Trockner (ggf. zeitgesteuert) laufen lässt, wenn die Sonne scheint. Wir kommen zu zweit mit ca. 2800 kWh Gesamtverbrauch im EFH auf 50% Deckung durch die PV (kochen in der Regel aber mittags).

    Ansonsten liegt der wirtschaftliche Gewinn im Einkauf .... Man sollte versuchen, auf weniger als 1500 Euro pro kWp zu kommen. Auf jeden Fall Angebote einholen, man kann auch noch mehr bezahlen.

  • Hallo.


    Das ging ja Fix mit den Antworten hier, Vielen Dank



    Also EK Preis minimieren und Eigenverbrauch erhöhen, ohne viel Geld für die Maßnahmen auszugeben.



    PS.: In 2009 war die Sachlage doch viel deutlicher und es ist einem leichter gefallen, auch wenn der Invest damals sehr viel höher war

  • Du bist jetzt 12 Jahre in diesem Forum und stellst diese Frage?

    Am Gas werden sie ja sicher keine Freude mehr haben? Wärmepumpe kommt bald.

    Zwei Autos haben sie sicher, das Älter dann bald gegen ein Elektroauto tauschen.