[Betriebliche Nebenkosten] Betrieb einer PV Anlage

  • Ich verstehe einfach nicht, wie jemand auf die Idee kommt, die volle Sonderabschreibung im ersten Jahr anzusetzen, um dann einen Teil der Sonderabschreibung wieder durch Weglassen von Betriebsausgaben zu kompensieren.

    Warum setzt man dann nicht direkt weniger Sonderabschreibung an, um auf den gewünschten Gewinn zu kommen?


    Das wäre aus meiner Sicht auch deshalb logisch, weil man dann in den Folgejahren noch mit der restlichen Sonderabschreibung das Betriebsergebnis steuern kann, falls erforderlich. Mit den jährlichen Betriebskosten geht das in der Regel nicht.

    Viele Grüße

    Bento


    Auch an Tagen, an denen der Himmel grau ist, ist die Sonne nie ganz verschwunden.
    (Arnaud Desjardins)


  • Nein, das Weglassen der Betriebausgaben kompensiert doch gar keine Sonderabschreibung, wenn dadurch in den Folgejahren trotzdem keine Steuer auf die Gewinne fällig wird. Es erhöht aber das Betriebsergebnis, so dass das FA nicht auf die Idee kommt die Steuererstattung aus dem ersten Jahr wg. Liebhaberei zurückzufordern.


    Bei ner Anlage aus 2006 funktioniert das natürlich nicht, da der Gewinn eh weit über 410€ liegt. Bei heutigen Anlagen ist das aber meist nicht so... Da isses somit völlig wurscht ob du mehr oder weniger abschreibst, solange du nur drunter bleibst.

    Bei 7ct Vergütung betrifft das praktisch alle Anlagen bis 20kWp... unter 10kWp sind die Zahlen eher schon tiefrot, wenn nicht grade beste Südlage.

    9.5kWp Ost/West (-100°/80°, DN 45°), 17+21 Solarworld protectSW250 & SamilPower SolarLake 8500TL-PM (70% hart) ab 3'2015


    LuschenPraktikant L:3 (mit sagenhaften 0.021kWh/kWp am 10.1.2017)

  • Ich verstehe eure Denke nicht, aber vielleicht reden wir auch nur aneinander vorbei.


    wenn eine 13kWp Anlage grad so auf plus minus 0 nach Steuern rausläuft, ich aber gerne im ersten Jahr volle Sonderabschreibung ziehen möchte, macht es dann ggf. Sinn einfach Kosten wie Zins und Versicherung nicht bei Ausgaben anzugeben um am Ende nicht in die Liebhaberei zu fallen?

    Ich versuche einmal den o.g Wunsch mit Zahlen zu hinterlegen.

    aesche hat mit seiner PV-Anlage im ersten Jahr Einkünfte aus Gewerbebetrieb von plus minus 0. Jetzt möchte er - warum auch immer - im ersten Jahr die volle Sonderabschreibung von 20% ansetzen. Das würde dann zusätzliche Betriebsausgaben von sagen wir einmal 13 kWp x 1.200,- € x 0,20 = 3.120,- € bedeuten, also zu einem steuerliche Verlust von 3.120,- € führen.

    Nun hat er irgendwie Angst, dass das FA Liebhaberei unterstellt und überlegt, auf den Ansatz anderer Betriebsausgaben zu verzichten, um die Betriebsausgaben zu verringern und das Betriebsergebnis wieder plus minus 0 werden zu lassen.

    Wo ist da die Logik? (abgesehen davon, dass das nie klappen wird, weil er nicht ansatzweise so viel Betriebsausgaben haben wird)


    Falls ich das Ganze falsch verstanden haben sollte, macht mir bitte ein eigenes Zahlenbeispiel. Ich finde, daran kann man etwas am besten nachvollziehen.

    Viele Grüße

    Bento


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    (Arnaud Desjardins)


  • Jein,... er will die Betriebsausgaben so bemessen, daß er über 20 Jahre in Summe (nicht im ersten Jahr!) immer noch ne schwarze Null sieht, so dass das Finanzamt nicht auf Liebhaberei kommt und er somit als Unternehmer die SonderAfa ziehen kann. Letztere ändert an der schwarzen Null ja nix... Was er im ersten Jahr abschreibst kann er halt in Folgejahren nicht mehr abschreiben.

    Deswegen wird er dort aber trotzdem nicht steuerpflichtig, da es in den Folgejahren nach Jahr 5 ja nur zu grob 200€ höherem Gewinn pro Jahr führt was immer noch weit unter den 410€ liegt. Im ersten Jahr hat er aber bis zu 42%*3120Eu=1310Eu Lohn-Steuererstattung gekriegt, die er behalten kann,... wenn er nicht auf Teufel komm raus Betriebsausgaben "erfindet" (zus. zur Abschreibung), die ihn auf 20Jahre dann negativ werden lassen.


    Ich hab hier schon mal öfters ein Excelsheet gepostet, da kannst du das durchspielen... Ich verlinke es gleich mal.

    -->AfA.xlsx

    Während er bei linearer AfA von 780Eu und 900kWh/kWp bei 7ct/kWh ca. 20Eu Gewinn pro Jahr ausweist (ohne weitere Betriebsausgaben), hat er mit der SonderAfa halt im ersten Jahr 3100Eu Verlust. Im 2. bis 5. immer noch die 20Eu Gewinn und ab Jahr 6 dann 228€ Gewinn weil die Abschreibung neu berechnet wird.

    (hoffe die Zahlen kommen hin... hab das jetzt im Kopf gerechnet, weil grad kein Rechner greifbar...).

    Wenn er jetzt jedes Jahr aber noch 50Eu Betriebausgaben hat, dann isses Essig mit SonderAfA und Steuererstattung da ihm das FA mit Liebhaberei kommt.

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  • Ich hab hier schon mal öfters ein Excelsheet gepostet, da kannst du das durchspielen... Ich verlinke es gleich mal.

    -->AfA.xlsx


    Wenn ich versuche die Datei aufzurufen, bekomme ich die Meldung "Zugriff verweigert"

    Kann mir jemand die Datei vielleicht zuschicken per PN?

  • Komisch... is halt ein link auf meine Attachments, damit ich es nicht ständig neu hochladen muss.


    Dann halt doch nochmal...

    Dateien

    • AfA (2).xlsx

      (10,91 kB, 11 Mal heruntergeladen, zuletzt: )

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  • Hallo ragtime,


    schöne Excel-Liste hast du da. Hatte ich noch nicht mitbekommen.


    Jetzt verstehe ich auch, warum wir aneinander vorbei geredet haben.

    aesche hatte nur davon gesprochen, dass er Liebhaberei vermeiden möchte und da er 20% Sonderabschreibung ansetzen wollte, meinte er Betriebskosten senken zu müssen, um wieder auf plus minus 0 zu kommen. Das hatte ich nicht verstanden, denn das Betriebsergebnis über die Laufzeit von 20 Jahren ist immer gleich, egal ob mit oder ohne Sonderabschreibung. Deshalb fehlte mir der logische Zusammenhang zwischen "20% Sonderabschreibung" und der daraus resultierenden Erfordernis "Betriebsausgaben absenken zu müssen".


    Wenn das so gemeint war, dass unabhängig von der Sonderabschreibung auf Betriebsausgaben verzichtet werden soll, um am Ende der Laufzeit einen kleinen Gewinn auszuweisen bzw. unterwegs unter der 410,- € Grenze zu bleiben, um das steuerliche Ergebnis zu optimieren, dann kann ich das theoretisch nachvollziehen. Allerdings sind die Betriebsausgaben bei einer Hausdachanlage ohnehin sehr gering, wenn man nicht gerade die Steuerberatungskosten mit ansetzen muss und damit würde sich die Frage stellen, ob das Finanzamt es tatsächlich akzeptiert, wenn man dort am Ende kalkulatorisch fast keine Betriebsausgaben mehr ausweist?

    Einen Versuch ist es natürlich wert; mehr als rückgängig machen, kann das FA das nicht.

    Oder vielleicht doch? Nachzahlungszinsen?

    Viele Grüße

    Bento


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    (Arnaud Desjardins)


  • Wenn die Bescheide vorläufig ergehen (und das müssten sie streng genommen, wenn nur durch AfA schon fast ne Null rauskommt,... Es kann ja immer ne Reparatur dazukommen) können sie das schon rückgängig machen... Denke nicht das dann Zinsen fällig werden, aber wer weiss...

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