Einschätzung Angebot Anlage mit Speicher - Newbee im Bereich PV

  • Die Anlage muss sich als 100% Einspeiseanlage selbst tragen. Eigenverbrauch ist dann "nice to have" und das plus an Rendite. Der Vorteil von großen Anlagen ist, dass du auch an Trüberen tagen und im Winter einen Großteil deines Eigenverbrauchs decken kannst.


    Bei meiner eigenen 30 kWp Anlage kann es durchaus vorkommen dass Wetterbedingt (oder auch Frühs und Abends) nur einige hundert Watt vom Dach kommen. Aber da habe ich dann halt noch keinen Netzbezug, wo ein anderer mit weniger kW schon teuer einkaufen muss.


    Durch deine verschiedenen Ausrichtungen sollten wir mit dem WR problemlos <= 30kW bleiben können, dadurch sparst du dir zNA Schutz und Wandlermessung (evtl.).

    Leistungsfaktor cos phi__________________0 ≤ |cos phi| ≤ 1; oft zwischen 0,8 und 1

    Scheinleistung S [VA] = U * I______________z.B. WR; (nie bei DC!)

    Wirkleistung P [W] = U * I * cos phi_________z.B. PV Module

    Blindleistung Q [var] = U * I * sin(arccos(phi))


  • Bitte nicht steinigen - eine Laien-Frage:

    bei 33kWp - ist da nicht (zumindest im Sommer) ein extremer Überschuss zu dem Verbrauch? Einspeisung ist ja, wenn ich das richtig erfasst habe, nicht wirklich rentabel!?

    Ja, da ist ein großer Überschuss im Sommer. Und auch ja: Die Einspeisevergütung sinkt und eine Amortisation allein über die Einspeisevergütung wird schwieriger. Finanziell ist der Eigenverbrauch lukerativ, auch das ist richtig.

    Die Steigerung des Eigenverbrauchs mit Hilfe eines Speichers ist in den allermeisten Fällen nicht wirtschaftlich. Wie schon gesagt: Wenn man sich nicht selbst betrügt, ist die kWh aus dem Speicher teuerer als eine kWh aus dem Netz.

    Lukerativ ist es, den Eigenverbrauch durch "Verhaltensanpassung" zu erhöhen: Wenn immer möglich, Wama und Spülmaschine tagsüber laufen lassen. (Die meisten neueren Geräte kann man auch zeitgesteuert laufen lassen, wenn man nicht da ist.)

    Wenn die Strompreise steigen und die Speicher billiger werden, sieht das vielleicht in Zukunft anders aus. Heute darf ein Speicher nicht viel mehr als 300,- Euro/kWh kosten, damit er seine Kosten im Laufe der zu erwartenden Lebensdauer wieder einspielt. Für das Geld gibt es aber keinen Speicher.

  • Ok,


    das ist für mich nun eine neue Denke. Ich bin im Ansatz davon ausgegangen, dass als Ziel die Deckung des Eigenbedarfes im Vordergrund steht. Wenn man natürlich die Einspeisung als die wirtschaftlich sinvolle Komponente sieht, dann kann ich das mit der Fläche nachvollziehen.

  • Und außerdem kannst Du mit einer großen PV-Fläche auch in "schwachen" Zeiten noch einen guten Teil Deines Eigenbedarfs decken. Im Winter hast Du oft unter 10% Deiner installierten Leistung.

    Relativ kleine PV-Anlagen mit Speicher werden immer auf tolle Eigenverbrauchsquoten hingerechnet. Entscheidend ist aber, was in Euro "hinten rauskommt". Und besser für die Umwelt ist es auch: Wir brauchen PV-Erzeugung, so viel es geht, Der Speicher im Keller verbraucht Ressourcen und vernichtet beim Ein- und Ausspeichern noch 10% bis über 20% der Energie. (Die 10% sind eher unrealistisch niedrig.)

  • Einspeisung ist ja, wenn ich das richtig erfasst habe, nicht wirklich rentabel!?

    Da bist du komplett, einhundert Prozent auf dem Holzweg.


    Jetzt ohne das mit deinen gemischten Ausrichtungen en detail durchzurechnen:

    Die Anlage wird über den groben Daumen gepeilt ca. 850 kWh/Jahr pro installiertem kWp erzeugen.


    Wenn du jetzt baust, bekommst du bis Ende 2042 garantiert für jede eingespeiste kWh bei der Anlagengröße 7,1025 Cent.

    (10*7,25+23,6*7,04)/33,6, da der Bereich bis 10 kWp etwas höher vergütet wird.


    Also, im finanziell schlechtesten Fall, wenn Du überhaupt keinen Strom selber verbrauchst, hast du über den Vergütungszeitraum garantierte Einnahmen aus der Vergütung von:


    41076,60€


    Bei dieser Anlagengröße sollte die Anlage eigentlich nicht mehr als 1000€/kWp kosten. Mit Glück weniger, mit Pech auch mal 1100€/kWp. Also bei 1100€/kWp wären das 36.960€.


    Ergebnis: Wenn du gar keinen Strom verbrauchst, trägt sich die Anlage mit einem kleinen Gewinn.


    Jetzt mal zum Vergleich die 7,6 kWp-Anlage von weiter oben für ca. 16000€: Die erzeugt "als Volleinspeiser gerechnet" im Vergütungszeitraum keine 9500€.


    Glaub's uns: Mehr PV bringt mehr Geld als es kostet, Speicher kostet mehr Geld als er bringt.

  • Und bitte mach dir mal die Größenordnungen klar. Wenn du die 7,6 kWp-Anlage baust, kannst du an einem durchschnittlichen Julitag mit ca. 30 kWh rechnen - an einem durchschnittlichen Dezembertag aber nur mit 3 kWh.


    Die sinnvoll die Dachflächen nutzende Anlage macht auch an einem durchschnittlichen Dezembertag noch ca. 14 kWh.


    14 kWh wird deinen Hausverbrauch merklich senken. 3 kWh ist insbesondere im Winter "Tropen auf heißen Stein".

    Und jetzt überleg dir mal, was der 5-kWh-Speicher macht, wenn die PV keine Überschüsse liefert.

  • Super! Vielen Dank für den tollen Input. Ich habe das bis jetzt als "Schäfchen" gesehen unter Beeinflussung durch die Anbieter...


    Deswegen finde ich den Input hier umso wertvoller! Es ist tatsächlich eine gute Überlegung.


    Wenn ich jetzt die ~30kWp Anlage habe, und rein die Einspeisung rechne (wie von MR42HH vorgerechnet), dann komme ich auf ca. 40k€ über die nächsten 30 Jahre. Also der break even ist in ca. 22 Jahren.


    Kann man bauchgefühlmäßig (evtl Erfahrungswerte) sagen, wieviel vom Eigenbedarf damit ca gedeckt werden kann? Mir ist es klar, dass es durchaus vom Nutzungsprofil der größeren Verbraucher abhängt - gibt´s da einen ungefähren Richtwert?


    Danke und Grüße

  • dieses Jahr bisher bei 27,95 kWp O/W Anlage:



    Haushalt, Wärme und Hybrid Auto, das nahezu nur elektrisch gefahren wird.

    Ah und natürlich kein Speicher ;)

  • Kann man bauchgefühlmäßig (evtl Erfahrungswerte) sagen, wieviel vom Eigenbedarf damit ca gedeckt werden kann?

    40-50% sollten möglich sein. Hängt natürlich davon ab, wieviel Verbrauch man in den Tag schiebt.


    Dein Stromverbrauch wird in den nächsten Jahren aber noch stark steigen: 2000kWh je Auto, 3000kWh für die WP, ...

    Wenn die Akkus günstiger werden, kannst du den dann auch noch nachrüsten, den bekommt man mit riesiger PV auch im Winter öfter mal geladen.

    9,99kWp 110°; 20°DN; 37x 270W Trina Honey PD05 an SMA STP 8000TL-20, HM 2.0 und SAE,

    Nibe F1155-6 mit RGK im sanierten Altbau von 1909

  • Also mein Taschenrechner sagt bei Volleinspeisung und 1100€/kWp 18 Jahre bis zur Amortisierung. Die gut 40.000€ sind bis Ende 2042, also von jetzt an gesehen Rest dieses Kalenderjahres + 20 Jahre.


    Was du von deinem Hausverbrauch decken kannst, hängt davon ab, ob du große Stromverbraucher hast, von denen man den hauptsächlichen Verbrauch in die hellen Stunden schieben kann. Wärmepumpe und E-Auto sind die weitaus größten Hebel.


    Ist davon noch nichts bei dir vorhanden... in ein paar Jahren ziemlich sicher.