PV Anlage an Eltern verpachten oder Direktverbrauch abrechnen und EEG abführen

  • Hallo zusammen,


    ich habe mich mittlerweile schon stundenlang eingelesen und informiert, es bleiben jedoch noch einige Dinge unklar.


    Zu meinem Sachverhalt:

    Wir haben letzte Woche eine 29,5kwp Anlage auf unserem Hallendach installiert. Die Halle steht auf dem gleichen Grundstück wie unser Wohnhaus, in welchem meine Eltern und ich wohnen. Die beiden Gebäube (Wohnhaus und Halle) gehören meinen Eltern, die PV-Anlage habe ich gekauft. Grund hierfür ist, das mein Vater in ein paar Jahren in Rente geht und dann keinen 20 Jahres EEG-Vertrag an der "Backe" haben möchte, welcher dann ggf. die Rente kürzt.


    Problem dabei:

    Jetzt habe ich das Problem das der eigentliche "Eigenstromverbrauch" keiner ist, da die Stromabrechnung von meinem Eltern gezahlt wird und somit keine Personenidentität zwischen Anlagenbetreiber und Verbraucher bzw. Stromabrechnungszahler vorliegt. Das heißt dann soweit ich das verstanden habe, das ich für den "Eigenverbrauch" welcher dann Direktverbrauch ist, EEG abführen muss?


    Jetzt gibt es drei Varrianten das zu gestallten:

    1. Mieterstrom (Ich verkaufe Mieterstrom an meine Eltern, bekomme den Mieterstromzuschlag angerechnet, habe aber sehr hohen Aufwand für die Verträge usw.)


    2. Ich schließe einen normalen Stromliefervertrag mit meinen Eltern ab, welcher mit monatlichen Abschlägen abgerechnet wird. Die EEG-Umlage muss ich dann auf den Strompreis aufschlagen und an den Verteilnetzbetreiber (VNB) anführen. Eventuell kann ich hier die EEG-Umlage kürzen, stichwort Grünstromprivileg? Ist das so?


    3. Verpachten der Anlage an meine Eltern (dann wäre der Analgenbetreiber wieder mein Vater, somit würde es auch Eigenstrom sein und keine EEG-Umlage anfallen)


    Bitte berichtigt mich, falls ich hier etwas falsch geschrieben habe.


    Bewertung der Varrianten:

    Varriante 1 fällt für mich raus, da das zu viel Aufwand ist.


    Varriante 2 wäre vom Aufwand noch vertretbar, hätte insgesamt aber höhere Kosten weil die EEG zusätzlich abgeführt werden muss


    Varriante 3, muss dann mein Vater beim Stromanbieter den EEG-Vergütungsvertrag abschließen? Dieser läuft dann wieder 20 Jahre? Das will er dann aber wegen der Rente nicht?


    Kann mir hier jemand helfen das richtige Konstrukt auszuwählen?


    Vielen Dank schonmal!

  • Hallo Mto,

    das einfachste scheint mir, du lässt dich von einem EVU mit Strom versorgen und deine Eltern ersetzen dir auf die Hand ihren Verbrauch. D. h. deine Eltern kündigen beim Versorger und du meldest dich dafür an.


    Damit gibt es Personenidentität für Bezug und Einspeisung. Eine Abgeltung in der Familie sollte mir Vertrauen unbürokratisch möglich sein und damit fällt auch die Rechnerei wegen Mieterstrom weg.

    Grüße
    Didi


    2015: 1052 kWh/kWp; 2016: 1036 kWh/kWp; 2017: 1102 kWh/kWp; 2018: 1162 kWh/kWp; 2019: 1137 kWh/kWp; 2020: 1106 kWh/kWp; 2021: 1035 kWh/kWp

    "Handle so, wie du auch von anderen behandelt werden willst" (frei nach Kant)

    Steuern und Finanzamt (Dank an pflanze :))

  • Hallo Didi,


    vielen Dank für deine schnelle Anwort.


    Auf die Idee bin ich noch garnicht gekommen, klingt aber logisch.


    In meinem Fall gibt es da nur das Problem, das mein Vater ein Gewerbe (Schreinerei) betreibt, für die der Strom auf verwendet werden soll. Somit braucht er hier zwingend eine Rechnung.


    VG

  • nur zur Info: Sowas wie einen "EEG-Vertrag" gibt es nicht, das ist einfach ein Gesetz. Nach dem Zählerablesen kommt die Zahlungnauf das Konto des Betreibers. Auf welchem Wege das einen Einfluss auf die Rente haben sollte, kann ich nicht erkennen.

    Um EEG-Umlage zu vermeiden wäre es auf jeden Fall am besten, dein Vater wäre der Betreiber. Die einzige Alternative ist EEG-Umlage und die Abgrenzungsmessung zu zahlen, oder darauf zu hoffen, dass nach der BTW die EEG-Umlage zügig abgeschaft wird.

    "1.21 Gigawatt - Tom Edison, wie erzeugt man soviel Strom? Das ist unmöglich! Unmöglich!"

  • ...oder einfach die EEG-Umlage abführen...


    Wird die nächsten Jahre geringer und fällt evtl. sogar ganz weg. :) (Und macht eigentlich gar nicht sooo viel aus!)

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • nur zur Info: Sowas wie einen "EEG-Vertrag" gibt es nicht, das ist einfach ein Gesetz. Nach dem Zählerablesen kommt die Zahlungnauf das Konto des Betreibers. Auf welchem Wege das einen Einfluss auf die Rente haben sollte, kann ich nicht erkennen.

    Um EEG-Umlage zu vermeiden wäre es auf jeden Fall am besten, dein Vater wäre der Betreiber. Die einzige Alternative ist EEG-Umlage und die Abgrenzungsmessung zu zahlen, oder darauf zu hoffen, dass nach der BTW die EEG-Umlage zügig abgeschaft wird.

    wg Rente: Die Abschlagszahlung stellen doch gewerbliche Einahmen dar, welche dann in der Einkommensteuererklärung angegeben werden müssen. Somit wirkt sich das auf die Steuerlast aus oder könnte zur Rentenkürzung führen? So der Gedanke. Wir wollen hier kein Risiko eingehen.

    ...oder einfach die EEG-Umlage abführen...


    Wird die nächsten Jahre geringer und fällt evtl. sogar ganz weg. :) (Und macht eigentlich gar nicht sooo viel aus!)

    Nehmen wir an ich verkaufe den Strom an meine Eltern und will die EEG abführen. Dann schlage ich die Umlage einfach auf den Grundpreis/Arbeitspreis drauf und weise diesen auf der Abschlagsrechnung aus. Die EEG-Umlage muss ich an den VNB abführen richtig? Muss ich das dann irgendwie anmelden? Wenn ja wo muss ich das anmelden? Muss ich mich als Stromlieferant registrieren oder reicht ein einfacher Stromlieferungsvertrag mit meinen Eltern?


    Ich habe aktuell das Messkonzept 2 ausgewählt. Das sieht vor den bestehenden Zähler mit einem Zweirichtungszähler auszutauschen. Durch gegenrechnen der im Wechselrichter erzeugten Leistung mit dem tatsälichen Verbrauch bzw. zugekauften Strom komme ich dann auf die Strommenge welche ich meinem Vater verkaufe und für welche ich die EEG abführen muss. Reicht dieses Messkonzept aus oder benötige das Messkonzept 3? Dieses sieht zusätzlich zum Zweirichtungszähler nochmal einen Abgrenzungszähler vor?

  • Ich verkaufe Strom an einige Dachverpächter. Der Preis ist einfach Verhandlungssache, sollte bei Verkauf an Eltern ja kein Problem sein! :)

    Die EEG Umlage führe im im Nachgang an Tennet ab, vorab ist eine Prognose abzugeben.

    Dazu gibt es es ein Portal, Anfangs denkt man "wahnsinnig kompliziert", aber es gibt Vereinfachungen (z.B. braucht man keine monatliche Prognose abgeben sondern fasst die jahresmenge z. B. im Monat Juli zusammen).

    Servus
    Toni


    Luschenjagd aufgegeben.
    Elektrisch unterwegs mit Leaf II

  • oder könnte zur Rentenkürzung führen?

    Wenn die Regelaltersgrenze erreicht ist gibt es keine Begrenzung vorher darf man ca. 5000€ Gewinn haben ohne das dies angerechnet. Gewinn ist Einnahmen (auf Basis der Einspeisvergütung) abzgl. Ausgaben (Löwenanteil ist die Abschreibung). damit ist es sehr unwahrscheinlich die Grenze zu erreichen.


    Die Strategie von Eisbär vereinfacht die Sache auch. :thumbup:

    Grüße
    Didi


    2015: 1052 kWh/kWp; 2016: 1036 kWh/kWp; 2017: 1102 kWh/kWp; 2018: 1162 kWh/kWp; 2019: 1137 kWh/kWp; 2020: 1106 kWh/kWp; 2021: 1035 kWh/kWp

    "Handle so, wie du auch von anderen behandelt werden willst" (frei nach Kant)

    Steuern und Finanzamt (Dank an pflanze :))

  • Ich verkaufe Strom an einige Dachverpächter. Der Preis ist einfach Verhandlungssache, sollte bei Verkauf an Eltern ja kein Problem sein! :)

    Die EEG Umlage führe im im Nachgang an Tennet ab, vorab ist eine Prognose abzugeben.

    Dazu gibt es es ein Portal, Anfangs denkt man "wahnsinnig kompliziert", aber es gibt Vereinfachungen (z.B. braucht man keine monatliche Prognose abgeben sondern fasst die jahresmenge z. B. im Monat Juli zusammen).

    Super vielen Dank, dann werde ich mich dort mal registrieren. Bei mir ist im übrigen auch die Tennet zuständig. ^^

    Wenn die Regelaltersgrenze erreicht ist gibt es keine Begrenzung vorher darf man ca. 5000€ Gewinn haben ohne das dies angerechnet. Gewinn ist Einnahmen (auf Basis der Einspeisvergütung) abzgl. Ausgaben (Löwenanteil ist die Abschreibung). damit ist es sehr unwahrscheinlich die Grenze zu erreichen.


    Die Strategie von Eisbär vereinfacht die Sache auch. :thumbup:

    Okay, gut zu wissen das dort 5000€ frei sind. :)

  • Die ca. 5.000 sind aber in Summe auf alle Einkünfte zusätzlich zur Rente beschränkt. ;)

    Grüße
    Didi


    2015: 1052 kWh/kWp; 2016: 1036 kWh/kWp; 2017: 1102 kWh/kWp; 2018: 1162 kWh/kWp; 2019: 1137 kWh/kWp; 2020: 1106 kWh/kWp; 2021: 1035 kWh/kWp

    "Handle so, wie du auch von anderen behandelt werden willst" (frei nach Kant)

    Steuern und Finanzamt (Dank an pflanze :))