600W Wechselrichter für >2 PV Module

  • Der 315er ist so schmal, der drängt sich für Solargeräte auf.


    Ich habe mich bewusst gegen diesen WR entschieden und einen INV250 mit einem INV350 kombiniert. Der INV315 gehört zur neuen Baureihe, die wie Envertech, Bosswerk oder vermutlich auch die APS in China produziert werden. Der Vorteil ist aber dennoch, dass es sich um einen deutschen Hersteller handelt und man daher auch bei Fragen und Problemen schnell Hilfe bekommt.


    Der größte Pluspunkt beim INV315 ist aber folgende Angabe in der Bedienungsanleitung:

    "Dem Wechselrichter schadet es nicht, wenn ein angeschlossener PV-Generator einen höheren als den maximal nutzbaren

    Eingangsstrom liefert, vorausgesetzt die Eingangsspannung befindet sich im zulässigen Bereich."


    Mit anderen Worten wird nicht strikt davon abgeraten zwei Module mit Ost-/West-Ausrichtung parallel anzuschließen. Es wird lediglich darauf verwiesen, dass die Lebensdauer des WR sich verringern könnte, wenn dieser mit voller Auslastung genutzt wird. Geräteseitig können außerdem immer maximal 9,5 Ampere Eingangsstrom umgewandelt werden. Die Maximalleistung hängt hier dann von der entsprechenden Eingangsspannung ab.


    Für kleine Anlagen mit bis zu rund 1350 Wp, finde ich den INV500 wesentlich interessanter. Er stammt aus der alten robusten Baureihe, die noch in Deutschland gefertigt wird und die noch eine viel bessere Wärmekonvektion durch das massive Gehäuse in Verbindung mit den beidseitig vorhandenen Kühlrippen besitzt. Viele werden hier aber vermutlich von der Nennleistung abgeschreckt, was eigentlich Unfug ist. Der INV500 hat einen Nennstrom von 2,1 Ampere. Ein YC600 schafft hier aber auch gerade Mal 2,39 Ampere. Und selbst ein EVT560 kommt hier "nur" auf 2,55 Ampere.


    Sofern man jedoch nur knapp unter 700 Wp in Richtung Ost und West anschließt, dürften die jährlichen Ertragsminderungen bei einem INV500 bei maximal 2-3% liegen. Dafür erhält man im Gegenzug einen Wechselrichter, bei dem der Hersteller nicht grundsätzlich Bedenken gegen eine Doppelbelegung ausspricht, was im Garantiefall entscheidend werden könnte. Oder anders gesagt wird bei den meisten Mikro-WR ein maximaler DC-Strom von 16 Ampere genannt. Natürlich tritt der bei Ost-/West-Belegung nicht real auf, aber theoretisch ist dieser schon bei zwei Modulen im jedem Fall überschritten.

  • Ehrlich gesagt weiß ich nicht ob es eine gute Idee ist, z.B. 4x400Wp Module an einen INV500 zu hängen. Warst du mit AEconversion schon mal in Kontakt? Man müsste auf jeden Fall wissen, was der maximale Kurzschlussstrom des INV500 ist, diese Angabe fehlt irgendwie komplett. Der maximale DC Strom ist normal nicht das Problem, aber 9A ist schon sehr wenig bei aktuellen Modulen parallel geschaltet. Vielleicht sollte man einfach mal anfragen, ob sie den INV500-90 nicht einfach auf 300VA gedrosselt anbieten können. Dann könnte man 2 von denen nehmen und damit 4 Module anschließen.

  • Ehrlich gesagt weiß ich nicht ob es eine gute Idee ist, z.B. 4x400Wp Module an einen INV500 zu hängen. Warst du mit AEconversion schon mal in Kontakt? Man müsste auf jeden Fall wissen, was der maximale Kurzschlussstrom des INV500 ist, diese Angabe fehlt irgendwie komplett. Der maximale DC Strom ist normal nicht das Problem, aber 9A ist schon sehr wenig bei aktuellen Modulen parallel geschaltet. Vielleicht sollte man einfach mal anfragen, ob sie den INV500-90 nicht einfach auf 300VA gedrosselt anbieten können. Dann könnte man 2 von denen nehmen und damit 4 Module anschließen.


    Der INV500-90 hat 11 Ampere. In einem Telefonat mit AEConversion wurde empfohlen, hier besser nicht den doppelten Wert des maximalen DC-Stroms anzuschließen. Bei Ost-/Westbelegung ist dies ja aber eh ein theoretisches Problem ;-)


    Ob AEConversion auch individuell WR drosselt, weiß ich nicht. Der INV350-90 ist aber z.B. ein "gedrosselter" INV500-90.


    4 x 400 Wp würde ich einem INV500-90 nicht zumuten. Wenn es -15° Grad gibt, könnte eine schnell vorbeiziehende Schönwetterwolke bereits dafür sorgen, dass der WR mit einer zu hohen Leerlaufspannung gegrillt wird. Für so eine Geschichte würde ich dann ehr WR von Bosswerk nehmen. Die haben aber einen fixen Kurzschlussstrom definiert und deren WR hat auch Wifi und könnte somit auch indirekt Infos über die Modulleistung incl. der Seriennummer nach Hause funken. Oder anders gesagt wird es einen Grund haben, warum Hersteller aktuell so gerne auf Wifi mit Cloud setzen ;-) Jedenfalls dürfte die Cloud bei Garantieansprüchen vermutlich auch eine Rolle spielen.


    Was hältst Du aber z.B. von diesen Modulen:

    https://www.bau-tech.shop/sola…nokristallin-schwarz.html

    Die würden selbst bei -25° noch knapp unter den 45 Volt Leerlaufspannung pro Stück liegen. Mit 600 Wp für Ost und West dürfte im Grunde mit einem INV500-90 fast keine Ertragsminderung durch die WR-Beschränkung zu erwarten sein.


    Die Hauptfrage wird jedoch sein, wie sehr Du Dich in das Thema reinknien willst. Wenn´s einfach werden soll, bleibt Dir nur ein WR mit zwei Eingängen und z.B. insgesamt zwei Module von je 400 Wp. Aber selbst hier könntest Du pro Jahr voraussichtlich trotz eines WR, der nur mit halber Kraft arbeitet, rund 800 kWh Strom erzeugen. Da ich dies aber bereits mit dem INV500-90 die ganze Zeit mit 2 x 500 Wp trotz heftiger Verschattung erreicht hatte, kam für mich in diesem Jahr der Punkt, wo ich mehr Stromertrag erzielen wollte.

  • Solche Module sind inzwischen einfach zu teuer. Vor kurzem gabs deutlich unter diesem Preis noch 4x400Wp Module. Ist aber schon heftig wie stark die Module in den letzten Wochen gestiegen sind.

    Trotzdem wenn man die Auswahl hat zw. 4x300Wp und 2x400Wp Modulen, ist 2x400Wp die bessere Wahl. Man muss auch immer noch das zusätliche Material wie Aufständerung usw. einrechnen. Wenn dann schon 4x400Wp :)

    Unter 380Wp würde ich für ein Balkonkraftwerk nicht nehmen.

  • Für kleine Anlagen mit bis zu rund 1350 Wp, finde ich den INV500 wesentlich interessanter. Er stammt aus der alten robusten Baureihe, die noch in Deutschland gefertigt wird und die noch eine viel bessere Wärmekonvektion durch das massive Gehäuse in Verbindung mit den beidseitig vorhandenen Kühlrippen besitzt.

    Das ist auch nicht weiter verwunderlich. Der INV500 hat einen Wirkunsgrad von 94%, ein Enphase/APsystem hat 96,5%. Bei 500W sind das schon 12,5W mehr Verlust. Das muss erst mal abgeführt werden und ist vermutlich der Grund warum es den nicht mit mehr als 500W gibt. Zum Überbelegen sehe ich den deshalb auch nur bedingt geeignet.

  • Das ist auch nicht weiter verwunderlich. Der INV500 hat einen Wirkunsgrad von 94%, ein Enphase/APsystem hat 96,5%. Bei 500W sind das schon 12,5W mehr Verlust. Das muss erst mal abgeführt werden und ist vermutlich der Grund warum es den nicht mit mehr als 500W gibt. Zum Überbelegen sehe ich den deshalb auch nur bedingt geeignet.


    Leider habe ich den INV500-90 nicht mehr bei mir in Betrieb und kann daher auch nicht nachmessen. Der INV350-90 bringt bei mir unter Volllast ca. 1,5 Ampere x 230 Volt, was bei 350 W Modulleistung dann rd. 98,5% Wirkungsgrad entsprechen würde. Ähnlich sieht es beim INV250-45 aus. Der bringt meist etwas über 1 Ampere x 230 Volt unter Volllast, was am Vormittag bei rund 240 Wp angeschlossener Modulleistung rund 96% entsprechen würde.


    AEConversion würde ich hier als Tiefstapler betrachten. Man kann in Datenblättern übertreiben, aber man kann eben auch Undersatement betreiben und hier bewusst nicht kurzfristige Peak-Werte als Nennwerte verwenden.

  • Was mit integriertem offenen Wlan: Bosswerk 600 bietet sich an.

    Energie-Wende heißt: Nach dem Kohle-Ausstieg ist vor dem Erdgas-Ausstieg. Was mir an Energie fehlt, werde ich teuer zukaufen müssen. Das weiß aber jeder schon jetzt.

  • Ich habe mal nach Modulwechselrichtern gesucht. Daten habe ich nur zu diesen gefunden.


    Enphase

    https://www.pv-tech.org/enphas…20-million-units-in-2021/

    https://enphase.com/de-de/about-us (siehe ausgelieferte Mikrowechselrichter)


    APSystems

    https://apsystems.com/apsystem…ter-shipments-exceed-1gw/


    Hoymiles

    https://www.hoymiles.com/?smd_…nload=1&download_id=17212 (Fakten Seite 4)


    Die Sückzahlen bei Enphase sind nicht gerade gering und sie bieten auch standardmäßig 25 Jahre Garantie.

    Gibt es auch Infos zu AEConversion / Bosswerk zu Umsatz und verkaufeten Mikrowechselrichtern?

  • Gibt es auch Infos zu AEConversion / Bosswerk zu Umsatz und verkaufeten Mikrowechselrichtern?


    AEConversion produziert die alte Baureihe mit den massiven Gehäusen in Deutschland. Die Stückzahlen dürften daher geringer sein als bei einer Massenproduktion in Fernost. Aber auch AEConversion hat offenbar erkannt, dass die Kunden nicht bereit sind für mehr Qualität (massives Gehäuse, Produktion und Endkontrolle in Deutschland) auch einen höheren Preis zu bezahlen, weshalb die neue Baureihe aus Fernost importiert wird. Tendenziell habe ich den Eindruck, dass die alte Baureihe von AEConversion mehrheitlich immer dort für BKW und ähnliches eingesetzt werden, wo der Preis nicht das Zünglein an der Waage ist bzw. wo die Qualität mehr im Mittelpunkt steht. Außerdem hat AEConversion nicht nur für Garantiefälle die Möglichkeit WR hier in Deutschland wieder instand zu setzen.


    Bosswerk ist der Betreiber des Online-Shops Greenakku.de. Das ganze scheint ein Neustart zu sein (Bilanzen, etc. sind bei größeren deutschen Unternehmen immer öffentlich zugänglich, falls hier jemand genauer nachlesen will). Mit anderen Worten würden hier Verkaufszahlen auch nicht viel aussagen, weil deren WR ja noch gar nicht so lange auf dem Markt sind. Es scheint jedenfalls so zu sein, dass Bosswerk die Geräte importiert bzw. in Fernost produzieren lässt. Dennoch hat man hier wohl den Vorteil eines deutschen Ansprechpartner.